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BERICHT/981: Dringender Aufruf an die UN - Stoppt Vedantas Mine in Indien (Survival)


"Survival International" - Deutsche Sektion - 15. Juli 2009

Dringender Aufruf an die UN: Stoppt Vedantas Mine


Survival International [1] hat heute zwei Appelle eingereicht, in denen die Einstellung des Betriebs einer heftig umstrittenen Bauxitmine in Indien gefordert wird. Survival hat sowohl die Vereinten Nationen als auch die indische Menschenrechtskommission dazu aufgerufen die Stilllegung der Mine von Vedanta Resources in den Nyamgiri Hills im indischen Bundesstaat Orissa zu veranlassen.

Die Mine zerstört den heiligen Berg der Dongria Kondh [2] und die Wälder, in denen sie leben, und damit die Lebensgrundlage des indigenen Volkes. Die Dongria Kondh wurden nie über die Erschließung der Mine, ein Projekt des britischen Bergbaukonzerns Vedanta Resources und der Staatsregierung Orissas, konsultiert.

Die Regierung von Orissa hat sich offenbar dazu entschlossen die Rechte der Dongria Kondh im Namen des "Fortschrittsö zu unterminieren. Survival bat den UN-Fachausschuss gegen rassistische Diskriminierung den Fall so schnell wie möglich zu untersuchen und umgehend Maßnahmen zu ergreifen um die Mine stillzulegen, bevor den Dongria Kondh unwiderruflicher Schaden zufügt wird.

Die Appelle bestehen aus zahlreichen Beschwerden, Untersuchungen und Verurteilungen, die im Zusammenhang mit dem Projekt stehen. Aktivisten in Indien protestieren bereits seit Jahren gegen die Mine. Auch Survival International, Amnesty International, ActionAid und War on Want setzen sich für die Stilllegung der Mine ein.

Die britische Regierung geht derzeit einer Beschwerde nach, der zufolge Vedanta Resources' Umgang mit den Dongria Kondh gegen die Richtlinien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verstößt. Der norwegische Pensionsfonds zog seine Investitionen in Vedanta bereits zurück. Nachdem Demonstranten auf die erschütternden Folgen von Vedantas Projekten in Orissa aufmerksam gemacht hatten, wurde vergangenen Monat ein Umweltpreis für den Konzern in letzter Minute nicht vergeben.

Die Dongria Kondh protestieren regelmäßig gegen die Mine und blockieren die Strassen, die für die Mine in ihre Wälder hineingebaut werden.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: "Die Regierung Orissas und Vedanta haben sich viel zu lange ihrer Verantwortung gegenüber den Dongria Kondh entzogen. Es ist an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft Stellung bezieht. Eine Regierung hat die Aufgabe ihre Bürger zu schützen und nicht ihnen ihr Land und ihre kulturelle Identität zu entziehen."


[1] http://www.survival-international.de/start
[2] http://www.survival-international.de/stammesvolker/dongria


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Quelle:
Pressemitteilung vom 15. Juli 2009
Survival Deutschland
Haus der Demokratie und Menschenrechte
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Telefon: 49 (0)30 72 29 31 08, Fax: 49 (0)30 72 29 73 22
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veröffentlicht im Schattenblick zum 16. Juli 2009