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STANDPUNKT/005: Afrika, eine Geschichte zum Wiederentdecken - Schwarze Pharaonen und die Königinnen von Meroe (Pressenza)


Internationale Presseagentur Pressenza - Büro Berlin

Afrika, eine Geschichte zum Wiederentdecken, Teil 2
Schwarze Pharaonen und die Königinnen von Meroe

Von Valentin Mufila, 21. August 2018


Um 3000 v. Chr., als Narmer, fast einstimmig als Menes identifiziert, den Südsudan verließ und Ober- und Unterägypten vereinigte, um Pharao zu werden, vereinigte er zwei Völker. Vor etwa 10.000 Jahren war die Sahara reich an Tieren und Vegetation; tatsächlich hat ein Team von Archäologen Bilder von Kühen und Gazellen in der sudanesischen Wüste gefunden. Ein landwirtschaftliches Volk folgte dem Nil und etablierte sich hier und schuf die erste Form der ägyptisch-nubischen Zivilisation.


Foto: By Evans from Bangalore, India (Flickr) [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Statue eines Nubischen Königs im Sudan, möglicherweise handelt es sich dabei um Natakamani. Die Statue fand man in Tabo, auf der Insel Argo.
Foto: By Evans from Bangalore, India (Flickr) [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

In den 50er und 60er Jahren behauptete der senegalesische Anthropologe und Historiker Cheik Anta Diop, die frühen Ägypter hätten eine dunkle Hautfarbe, doch das damals vorherrschende koloniale Denken bestritt, dass die afrikanische Bevölkerung eine historisch relevante Vergangenheit haben könnte. Nur Ägypten wurde studiert, und das Königreich Kusch, auch Nubien genannt, war für niemanden von Interesse. Als der amerikanische Archäologe George Reisner am Standort El-Kuru beeindruckende Statuen schwarzer Pharaonen und Schätze fand, versteckte er seine Entdeckungen.

Früher ein Freund und Verbündeter Ägyptens, wurde das Königreich Kusch zum Feind, weil es reichlich Gold besaß und für die Pharaonen Schmuck für ihre Reise ins Jenseits herstellte. Später wurden die Kuschiter von den Ägyptern versklavt, aber sie griffen auch ägyptisches Territorium an und hielten in abwechselnden Perioden Krieg und Frieden. Der Machtanstieg der hellhäutigen Pharaonen trug dazu bei, die schwarze Bevölkerung zur Minderheit zu machen.

Der größte kuschitische Herrscher war Piankhi, dem sein Bruder Shabaka und andere Herrscher der XXV. Dynastie folgten. Darunter Taarka, der als gnädiger König und großer Baumeister beschrieben wurde. Die Kuschiter verehrten ihren Gott Amon und hatten einen schlangenförmigen heiligen Berg. Ihre Hauptstadt Kerma war wunderschön und erstreckte sich um den Tempel von Defufa. Es gab zahlreiche Pyramiden, die kleiner waren als die in Ägypten. Im Jahre 700 v. Chr. wurde die Hauptstadt wegen einer schweren Hungersnot von Kerma nach Meroe verlegt.

Das meroitische Alphabet war anders als die Hieroglyphen und die Sprache selbst ist noch nicht vollständig entschlüsselt. Den Königreichen der Pharaonen folgten die Königinnen, Kriegerinnen, die Truppen in die Schlacht führten, Pyramiden bauten und geschickte Diplomatinnen und Herrscherinnen waren, die ihre eigenen Männer wählten. Die berühmteste Königin, Amanishakheto, unterzeichnete ein Friedensabkommen mit den Römern, nachdem sie verschiedene Invasionen gestoppt hatte. Ihre fabelhaften Schätze wurden 1834 vom Italiener Giuseppe Ferlini entdeckt. Die Pyramide, in der sich die Schätze befanden, wurde zerstört, und die Objekte wurden an verschiedene Museen verkauft, unter anderem an Museen in München und Kairo.


Übersetzung aus dem Italienischen von Lorenzo Molinari


Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons 4.0
http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

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Quelle:
Internationale Presseagentur Pressenza - Büro Berlin
Reto Thumiger
E-Mail: redaktion.berlin@pressenza.com
Internet: www.pressenza.com/de


veröffentlicht im Schattenblick zum 22. August 2018

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