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DOKUMENTATION/1659: ZDF - "Deutschland-Bilanz", zweiteilig am 06.08. umd 08.08.2019 (ZDF)


Deutschland-Bilanz
Von blühenden Landschaften / Ein Land, zwei Seelen
Dienstag, 6. August 2019, 21.00 Uhr / Donnerstag, 8. August 2019, 22.15 Uhr

Inhalt:
– Sendetermine und Stab
– Deutschland-Bilanz: Von blühenden Landschaften / Ein Land, zwei Seelen
– Statements aus der Dokumentation "Deutschland-Bilanz"
– Hintergrund-Infos zur "Deutschland-Bilanz"


Sendetermine und Stab

Dienstag, 6. August 2019, 21.00 Uhr, ZDF
Deutschland-Bilanz: Von blühenden Landschaften

Donnerstag, 8. August 2019, 22.15 Uhr, ZDF
Deutschland-Bilanz: Ein Land, zwei Seelen

Film von Christiane Hübscher und Christian Bock

Produktion: Spiegel TV
Redaktion: Michael Stagneth
Leitung der Sendung: Heike Schnaar
Länge: 2 x 45 Minuten


Deutschland-Bilanz – eine Ost-West-Produktion:

Das Team von ZDF und Spiegel TV, das die zweiteilige Dokumentation produziert, ist bewusst paritätisch als Ost-West-Team zusammengesetzt: die Autorin aus dem Osten, der Autor aus dem Westen, die Leiterin der Sendung aus dem Osten, der Producer von Spiegel TV aus dem Westen, der redaktionelle Mitarbeiter bei Spiegel TV aus dem Osten, der ZDF-Redakteur aus dem Westen.


Deutschland-Bilanz – eine Dokumentation von ZDF und Spiegel TV

"Der Spiegel" wird das "Deutschland-Bilanz"-Thema in seiner Ausgabe am 3. August 2019 aufgreifen.

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Deutschland-Bilanz: Von blühenden Landschaften / Ein Land, zwei Seelen

Ist zusammengewachsen, was zusammengehört? Welche Bilanz der deutschen Einheit lässt sich im Jubiläumsjahr "30 Jahre Mauerfall" ziehen? Ist ein Teil des Landes unrettbar abgehängt? Gibt es neue Mauern – nur diesmal in den Köpfen? Die zweiteilige ZDF-Dokumentation "Deutschland-Bilanz" fragt nach der Lebenswirklichkeit und den Hoffnungen der Deutschen.

Besucht werden Menschen in Betrieben und Privatwohnungen, auf Campingplätzen, in wissenschaftlichen Instituten und in einer Ost-West-Studenten-WG in Leipzig. Zu Wort kommen auch Promiente aus Gesellschaft und Politik: Thomas de Maizière, Manuela Schwesig, Robert Habeck, Alexander Gauland, Günther Jauch, Andrea Kiewel, Katja Riemann, Serdar Somuncu, die Band Silbermond. Ein Blick auf die vergangenen 30 Jahre deutscher Geschichte, die immer noch geprägt sind von einem historischen Prozess, den es so noch nie in der Geschichte gab.

Kaum ein Tag vergeht ohne eine neue Statistik oder Umfrage aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Mal erscheint Deutschland zutiefst gespalten, mal zeigt sich die Hoffnung nach jahrzehntelanger Aufbauarbeit. Menschen auf der Suche nach Anerkennung ihrer ostdeutschen Identität. Populisten im Straßenwahlkampf. Lokalpolitiker im verzweifelten Kampf um Hoffnung für ihre marode Kommune. Selbstbewusste sächsische Unternehmer, genervte Pendler, im Gestern schwelgende Urlauber.

Doch wer sind die Menschen hinter den Statistiken? Alle leben in einem Deutschland, das seit fast 30 Jahren wiedervereint ist. Wie weit reicht die Einheit, wie weit muss sie überhaupt reichen? Wie kann es sein, dass den meisten Ostdeutschen eine Aufarbeitung der Wendezeit fehlt, während es den meisten Westdeutschen mehr oder weniger egal zu sein scheint, dass die friedliche Revolution auch heute noch von vielen Landsleuten als fast aggressiver Akt im Gedächtnis geblieben ist?

Was nach 30 Jahren aus den versprochenen "blühenden Landschaften" geworden ist und wie es um die Einheit in unserem Land steht, diesen Fragen geht die Dokumentation "Deutschland-Bilanz" auf den Grund.

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Statements aus der Dokumentation "Deutschland-Bilanz"
Was hat sich mit dem Mauerfall verändert?

"Für die ostdeutsche Bevölkerung hat sich 1990 total alles verändert, alles."
Christoph Hein, Schriftsteller

"Für die Westdeutschen hat sich eigentlich nur die Postleitzahl verändert."
Thomas de Maizière, ehemaliger Bundesinnenminister

"Ich habe gedacht, 1989, jetzt ist unsere Stunde, jetzt werde ich gefragt sein – und diese Euphorie, die hat sehr kurz nur angehalten."
Teilnehmerin eines Ostbiografie-Seminars


Was hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert?

"Ich verstehe auch nicht, warum die Diskussionen, auch die Beschwerden, nach 30 Jahren fast lauter sind als nach fünf, zehn oder fünfzehn Jahren. Und ich verstehe insbesondere nicht, wie sich das Ganze politisch entlädt in den Wahlergebnissen der AfD."
Gunther Jauch, Fernsehmoderator

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Hintergrund-Infos zur "Deutschland-Bilanz"

Dass zusammengewachsen ist, was zusammengehört – weit gefehlt: In Umfragen gibt etwa die Hälfte der Menschen an, dass das Trennende nach wie vor überwiegt. Jeder zweite Ostdeutsche bezeichnet sich als Ossi – 70 Prozent der Westdeutschen sehen sich primär als Bundesbürger. Die deutsche Teilung scheint vielerorts noch nicht Geschichte zu sein. Wie viel Unzufriedenheit und Zukunftsangst zeigt sich daran an? Wie stark ist etwa noch das Gefühl mitbestimmend, nicht ernst genommen zu werden. Steckt dahinter auch eine wirtschaftliche Kränkung?

In den neuen Bundesländern ist die Arbeitslosigkeit höher und das Einkommen geringer als in den alten. Ostdeutsche pendeln länger zum Arbeitsplatz und vor allem in den Westen. 93 Prozent der Exporterlöse gehen auf das Konto westdeutscher Industriebetriebe. Es stammen mehr Vorstände aus Schwaben oder dem Rheinland als aus allen ostdeutschen Bundesländern zusammen, obwohl diese 15 Prozent der Bevölkerung repräsentieren. Doch beim zweiten Blick fällt auf: Es gibt viele regionale Unterschiede und etliche Bereiche, in denen der Osten vorne liegt – und der Westen hinterherhinkt.

Die höchste Beschäftigungsquote hat der Bezirk Suhl in Thüringen, die Stadt mit dem geringsten verfügbaren Einkommen in ganz Deutschland ist Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen. Die Region mit dem höchsten Anteil von Armut bedrohter Kinder ist Bremen. Während im Osten zwei Drittel der Frauen Vollzeit arbeiten, ist es im Westen gerade einmal die Hälfte.

Die "Deutschland-Bilanz" geht auch der Frage nach, wie sich das Leben für die Wessis in den vergangenen 30 Jahren verändert hat. In den zurückliegenden drei Jahrzehnten hat die Globalisierung Fahrt aufgenommen. Und in jüngster Zeit wird der Graben zwischen Arm und Reich tiefer. Wie ist es um das wiedervereinte Deutschland bestellt?

Die "Deutschland- Bilanz" liefert eine Bestandsaufnahme im Jubiläumsjahr "30 Jahre Mauerfall" und analysiert mögliche Unterschiede und deren Ursachen. Der Zweiteiler begleitet Menschen, die die vergangenen drei Jahrzehnte im deutschen Einheitsprozess intensiv miterlebt haben, und forscht nach, welche Entwicklungen für die emotionalen Befindlichkeiten verantwortlich sind.  

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
ZDF – Zweites Deutsches Fernsehen
Presse Special – August 2019
Copyrights by ZDF
Internet: www.zdf.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 3. August 2019

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