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FEATURE/759: ARD radiofeature - "Neun Stockwerke neues Deutschland - Ein Hochhaus in Gladbeck", 22.-26.3.2017 (WDR)


Westdeutscher Rundfunk Köln (WDR) - Programmtip

"Neun Stockwerke neues Deutschland - Ein Hochhaus in Gladbeck"

Eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks für das ARD radiofeature 2017
SWR 2 - Mittwoch, 22. März 2017, 22:03 - 23.00 Uhr
Antenne Saar - Samstag, 25. März 2017, 17:04 - 18.00 Uhr
SR 2 - Samstag, 25. März 2017, 17:04 - 18.00 Uhr
BR 2 - Samstag, 25. März 2017, 13:05 - 14.00 Uhr
WDR 5 - Sonntag, 26. März 2017, 11:05 - 12.00 Uhr
Nordwestradio (RB) - Sonntag, 26. März 2017, 16:05 - 17.00 Uhr
NDR Info - Sonntag, 26. März 2017, 11:05 - 12.00 Uhr
hr2-kultur - Sonntag, 26. März 2017, 18:05 - 19.00 Uhr


Ein Hochhaus in Gladbeck: 120 Wohnungen in die Höhe gestapelt. 350 Bewohner. Die eine Hälfte Deutsche, die andere Hälfte Migranten aus zehn Nationen. Ein Mikrokosmos zwischen Aufbruch und Abgrenzung, vielleicht auch ein Frühwarnsystem für eine neue Mischung am sozialen Rand. Vor sieben Jahren besuchte WDR-Autor Reinhard Schneider das Hochhaus zum ersten Mal. Damals lebten dort noch vorwiegend Deutsche, viele von ihnen auf Hartz 4. Durch den Einzug von Zuwanderern aus Osteuropa sowie Kriegsflüchtlingen aus Syrien und dem Irak hat sich die Bewohnerstruktur in kurzer Zeit entscheidend verändert.

Das Hochhaus bildet im Kleinen die sich wandelnden gesellschaftlichen Verhältnisse in der Bundesrepublik ab. Die alten Bewohner sehen sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Lebens-, Flucht- und Überlebensgeschichten treffen aufeinander, mannigfache Hoffnungen, Träume und Konflikte überkreuzen sich in einem Wirrwarr der Sprachen. Das Ergebnis ist eine Art ungesteuertes Experiment von Menschen aus fast einem Dutzend Nationen. Das neue ARD radiofeature "Neun Stockwerke neues Deutschland - Ein Hochhaus in Gladbeck" ist ab Mittwoch, 22. März 2017, in sieben Wort- und Kulturwellen der ARD und im Internet unter www.radiofeature.ard.de zu hören.

Reinhard Schneider verzichtet im Feature weitestgehend auf klassische Interviews. Er startet sein Aufnahmegerät und lässt die Menschen erzählen oder beobachtet Begegnungen der Bewohner untereinander. Heinz, 64 Jahre alt, lebt seit 1976 in dem Hochhaus. Er sagt: "Wir werden einfach mit irgendwelchen Leuten zusammengeknallt. Ist egal, welche Religion die haben, woher die kommen. Ob die sich bekämpft haben oder ob die sich irgendwann einmal wieder in die Wolle kriegen. Ich verstehe das alles nicht."

Der Iraker und Jeside Hassan ist einer der neuen Hausbewohner. Er war Soldat in der irakischen Armee. "Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie vom IS auf der Straße Menschen umgebracht wurden." Er floh in Zivilkleidung und barfuß. Hier in Deutschland fühlt er sich sicher. "Meine Nachbarn sind alle sehr gut", sagt er. "Niemand hat mir bisher etwas Böses angetan. Da gibt es einen Bulgaren, dann neben mir einen Franzosen, einen Rumänen. Also alles sehr gemischt. Aber wir leben hier alle sehr brüderlich zusammen. In Europa ist das ja auch so. Niemand hasst jemand anderen."

Derweil sieht sich Hausmeister Norbert in seinem Hochhaus mit den gleichen Problemen konfrontiert wie die Bundesregierung. Wer lebt hier und woher kommen diese Menschen? "Hier kommen so viele Menschen rein und keiner hat mehr den Überblick und keiner weiß mehr genau Bescheid, wie geht das jetzt hier weiter. Was die anderen Leute eigentlich nur hören, erlebe ich hier jeden Tag."

Reinhard Schneider, geboren 1952 in Gelsenkirchen ist Autor und Regisseur von Dokumentarfilmen und Hörfunkfeatures. Er gewann verschiedene Preise wie den Prix Italia für das Radiofeature "Mein Sohn, der Nazi". Seine jüngsten Projekte waren die TV- und Hörfunkproduktion: "Wettstreit in Stein und Beton - Bauen im geteilten Berlin" (rbb 2015) und "Die Zeit, die noch bleibt - Auf einer Palliativstation in Heidelberg" (SWR/WDR-Hörfunk 2015).

Redaktion: Thomas Nachtigall (WDR)

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Quelle:
Programmtip vom 13. März 2017
Herausgeber:
Westdeutscher Rundfunk Köln (Anstalt des öffentlichen Rechts)
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E-Mail: wdrpressedesk@wdr.de
Internet: www.wdr.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 21. März 2017

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