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ORF - ORF1/1071: Woche vom 15.12. bis 21.12.2018


Radioprogramm ORF1 – 51. Woche vom 15.12. bis 21.12.2018


Samstag, 15. Dezember 2018


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Der Mönch, der Theologe und das göttliche Kind". Zum 50. Todestag von Thomas Merton und Karl Barth möchte Kurt Remele, der Ethik und christliche Gesellschaftslehre an der Karl-Franzens-Universität Graz lehrt, zwei "Giganten" des christlichen Glaubens im 20. Jahrhundert nahebringen und die beiden in Beziehung zueinander setzen. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Unmittelbar zu Beginn seines Buches "Conjectures of a Guilty Bystander" berichtet der US-amerikanische Trappistenmönch Thomas Merton von einem Traum des bedeutenden reformierten Schweizer Theologen Karl Barth. In seinem Traum musste der Theologieprofessor Barth das Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart in Theologie prüfen, doch dieser verweigerte die Antworten. Merton berichtet, dass Barth jahrelang jeden Morgen zunächst Mozarts Musik anhörte, bevor er sich an seine theologische Arbeit setzte. Barth sei davon überzeugt gewesen, dass in Mozarts Musik ein Kind, ja sogar ein göttliches Kind, zu uns spricht. "Hab keine Angst, Karl Barth!", ruft Merton Barth abschließend zu. "Auch wenn Du zu einem Theologen herangewachsen bist, bleibt Christus ein Kind in Dir".

Thomas Merton und Karl Barth hatten vieles gemeinsam: Sie starben beide am selben Tag, dem 10. Dezember 1968, beide waren von Bekehrungserfahrungen geprägt, waren Geistliche und Intellektuelle, traten energisch gegen Tyrannei, Krieg und Aufrüstung ein, engagierten sich für die am Rande er Gesellschaft Stehenden, kritisierten ihre Kirchen, beide hatten zudem äußerst "komplizierte" Beziehungen zu Frauen.

Es gab aber selbstverständlich auch große Unterschiede zwischen beiden: Merton war ein katholischer Mönch, der über zweieinhalb Jahrzehnte in der amerikanischen Provinz lebte, Barth ein reformierter Theologieprofessor, der sein Leben vor allem in Schweizer und deutschen Universitätsstädten verbrachte, Unterschiede, aus denen sich viele Konsequenzen ergaben.

In seinen "Gedanken für den Tag" zum 50. Todestag von Thomas Merton und Karl Barth möchte Kurt Remele, der Ethik und christliche Gesellschaftslehre an der Karl-Franzens-Universität Graz lehrt, zwei "Giganten" des christlichen Glaubens im 20. Jahrhundert nahebringen und die beiden in Beziehung zueinander setzen.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 Heimspiel


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Zeit ist Frist. Mein Herz. Ich. Von Michael Lissek (NDR 2017)

2015 hat sich der Autor einer Herzoperation unterziehen müssen. Seine Brust wurde aufgesägt, sein Herz entnommen, eine neue Herzklappe eingebaut. Das Feature beschreibt den Prozess des Wartens auf die Operation, die Erlebnisse im Krankenhaus, die somnambule Situation in der Rehabilitation, die insgesamt drei Monate umfasst.

Immer hat der Autor mitgeschrieben, seine Beobachtungen und Empfindungen festgehalten: "Tief in mir drin bin ich fassungslos darüber, was man mit mir gemacht hat. Tief in mir drin bin ich unendlich dankbar, dass es sie gibt, meine Freunde. Dass es das gibt: Mein Leben".


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem RadioCafe in Wien. Gast: HK Gruber.
Präsentation: Renate Burtscher

Mit HK Gruber ist in diesem "Ö1 Klassik-Treffpunkt" diesmal ein österreichisches musikalisches Multitalent zu Gast bei Renate Burtscher.

Heinz Karl Gruber, 1943 in Wien geboren, erfuhr bei den Wiener Sängerknaben seine musikalische Ausbildung, die er an der Wiener Musikhochschule in den Fächern Horn, Kontrabass, Komposition, Filmmusik und Elektronische Musik erweiterte und mit der Meisterklasse bei Gottfried von Einem abschloss. Seine Karriere als Musiker begann er als Kontrabassist beim Tonkünstler-Orchester Niederösterreich und war danach von 1969-1995 Mitglied des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien.

Als Dirigent reüssierte er bereits in den 60er-Jahren beim Ensemble "die reihe", welches er 1984 als künstlerischer Leiter von Friedrich Cerha übernahm. Gemeinsam mit den Komponistenkollegen Kurt Schwertsik und Otto M.Zykan gründete er das Ensemble MOB art&tone. Regelmäßige Dirigate beim Klangforum Wien, dem Ensemble Modern, der London Sinfonietta oder dem Scottish Chamber Orchestra sowie CD-Einspielungen beweisen die Vielseitigkeit des Künstlers.

Für sein Wirken wurde der Komponist, Chansonnier und Dirigent HK Gruber 2002 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Musik sowie 2017 mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien ausgezeichnet.

Seit Mitte September dieses Jahres läuft in deutschen und österreichischen Kinos "Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm", für den HK Gruber die Musik geschrieben hat. Über seine zukünftigen musikalischen Pläne kann der aktive 75-jährige Komponist und Dirigent im Gespräch mit Renate Burtscher am besten selbst Auskunft geben. Live im und aus dem RadioCafe.


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Ö1 Hörspiel
"Die Schuhe der Braut" von Magda Woitzuck. Mit Gideon Maoz, Matthias Franz Stein, Hannah Mensing, Vera Borek, Rainer Doppler, Florentin Groll und Chris Pichler. Musik: Peter Kaizar. Regie: Philip Scheiner und Peter Kaizar (ORF 2017)

Das fünfte Hörspiel der niederösterreichischen Autorin Magda Woitzuck erzählt die Geschichte des syrischen IS-Soldaten Said, der geläutert wird und sich auf den Weg nach Europa macht. Eine Reise als Parabel über Fährnisse und Schikanen, über Zynismus und Engstirnigkeit im Zusammenhang mit dem Thema Flucht. Dabei bleibt der Text beileibe nicht im Vordergrund des Geschehens, er knüpft vielmehr Fäden aus lyrischen Entwürfen in entlegene Assoziationsräume, in testamentarische Formeln und surreale Bildwelten.

Said wird von seinem Kameraden Faisal in ein Loch in der Wüste abgeseilt. Dort haben IS-Kämpfer ihre – höchstwahrscheinlich zivilen - Opfer hineingeworfen. Said soll einen geköpften ausländischen Journalisten aus dem Loch holen, dessen Frau will den Leichnam begraben und ist bereit, dafür zu bezahlen. Dort unten trifft Said auf eine ebenfalls kopflose Braut. Sie wurde vom IS hingerichtet, weil sie bei ihrer Hochzeit Lippenstift getragen hatte. Dieses Erzählelement hat Woitzuck aus realen Begebenheiten bezogen, so wie viele ihrer Erfindungen in der Realität fußen, meist teilweise ins Fantastische überhöht. So auch in diesem Fall, die Braut beginnt mit Said zu sprechen. Sie suche ihre Schuhe, ohne diese könne sie ja nicht heiraten. Said, zunächst naturgemäß verständnislos, sucht die Schuhe und findet sie. Zum Dank darf er einen Finger der Braut essen, er muss, denn damit verzeiht die Braut, die in Saids Fantasie bald zu einer Gottheit mutiert, ihm und seinen Kameraden alles, auch dass man sie geköpft hat.

Als Kämpfer ging er in das Loch, als Deserteur kommt er heraus. Sie hätten einen Fehler gemacht, sagt er, sie haben die Braut geköpft, sie haben Unschuldige getötet, sie haben gemordet. Said beschließt, den IS zu verlassen und nach Deutschland zu flüchten. Auf diesem Weg begegnen ihm ein abgestumpfter Polizist, ein abgewrackter Arzt und eine Journalistin mit Schreibblockade, die sich dem Thema Flüchtlinge widmen soll und in Said ein willkommenes Opfer im Wortsinn sieht, zunächst jedenfalls.

Magda Woitzuck, geboren 1983, reflektiert diese bereits in Allegorien erzählte Geschichte weit in die Geschichte der Menschheit, zurück in die Heilige Schrift, in Urbilder, die sie der Braut und dem Loch in den Mund legt. So gestaltet sich eine poetische Reise, dargestellt in oft absurden, bisweilen hermetischen, immer wieder rätselhaften Bildern. Das scheinbar Banale wird mit Dichtung verwoben, damit in dadaistischem Sinn zur Kunst erklärt, ein Prinzip, dem die Autorin schon lange und immer wieder folgt. Bereits in ihrer Jugend verfasste Woitzuck Prosatexte, die nicht nur durch ausgesprochene Fachkenntnis in Sachen Zwischenmenschlichkeit bestachen, sondern stets auch durch eine gewisse Schräglage, die man als magischen Realismus bezeichnen kann.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Nicole Brunner. Mitsuko Uchida zum 70.Geburtstag.

Franz Schubert: Vier Impromptus für Klavier D 899 * Robert Schumann: "Dichterliebe", Liederzyklus op.48 nach Gedichten von Heinrich Heine * Ludwig van Beethoven: Sonate Nr.30 E-Dur op.109 *
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klavier und Orchester Nr.18 B-Dur KV 456 (Mitsuko Uchida; Ian Bostridge; Cleveland Orchestra)

Durch ihren Vater, einen Diplomaten, kam sie nach Wien und begann mit 12 Jahren ihr Studium beim Webern-Schüler Richard Hauser. Deutsch habe sie nie erlernt, aber erlebt, stellt sie in einem Interview fest. Zu ihren "big four" zählen neben Mozart Bach, Beethoven und Schubert.

Und auf ihre Vorbilder befragt gesteht sie, dass sie eigentlich Pianisten nicht so mag, sondern von einem Geiger zu Tränen gerührt wurde. "I loved the violinist Joseph Szigeti, when I heard his recordings of Mozart I was moved to tears. And the cellist Casals".

Gestaltung: Gerti Mittermeyer


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen
Von Goethe bis Google. Diagonal zum Thema Übersetzen.
Präsentation: Ines Mitterer

Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon

Wir haben an dieser Stelle schon lange nicht mehr Goethe zitiert. Das ist ein guter Moment. "Denn was man auch von der Unzulänglichkeit des Übersetzens sagen mag, so ist und bleibt es doch eines der wichtigsten und würdigsten Geschäfte in dem allgemeinen Weltverkehr". Heute mehr denn je. Trotz globaler Kommunikation in der einen, weltbeherrschenden Verkehrssprache Englisch.

Google Translate, der größte automatische Übersetzungsanbieter, bekanntlich kein Verein zum Schutz der Artenvielfalt, vermittelt zwischen 103 Sprachen, wird heftig genutzt und dadurch auch immer besser. Babel Fish, eine der ersten Webanwendungen zur automatischen Übersetzung von Texten, hatte den hübscheren Namen, aber den kürzeren Atem, hatte jahrelang für ungefähre Übersetzungen und viel Erheiterung gesorgt und wurde dann eingestellt. Ein Werkzeug zum ungefähren Verstehen, aber immerhin.

Auch wenn das Übersetzungsprogramm deepL sich soeben anschickt, neue Maßstäbe des automatisierten Übersetzens für zumindest einmal sieben Sprachen zu etablieren. Geht es um bestmögliches Verständnis, dann bedarf es komplexer Strukturen, und die finden sich noch immer im menschlichen Gehirn. Dem der Übersetzerin, dem des Übersetzers. Geht es doch nicht darum, Wörter oder Sätze von einer Sprache in eine andere zu tragen, sondern die ganze Kultur gleich mit.

Und die muss man geschmeckt, gerochen, erlebt haben. Übersetzungen liefern wichtige Informationen, aber sie führen auch hinein in das Leben und Denken der anderen, zur Erweiterung des eigenen Horizonts. Ein wichtiges, würdiges und unter Umständen sogar sinnliches Geschäft. Wer wollte Goethe da nicht recht geben?


19:00 Live aus dem Theater an der Wien: Carl Maria von Weber: "Euryanthe" (Dolby Surround)
Mit Jacquelyn Wagner (Euryanthe), Norman Reinhardt (Adolar), Andrew Foster-Williams (Lysiart), Theresa Kronthaler (Eglantine), Stefan Cerny (König Ludwig VI.)
Arnold Schoenberg Chor, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Constantin Trinks
(Live-Übertragung aus dem Theater an der Wien in Dolby Digital 5.1).


22:15 Nachrichten


22:20 Nachtbilder – Poesie und Musik
"skaphander". Von Sina Klein.
Gestaltung: Nikolaus Scholz
Redaktion: Edith-Ulla Gasser

"Skaphander", das ist ein altmodisches Wort für einen technischen Schutzanzug. Die in Düsseldorf geborene und mittlerweile in Wien lebende Lyrikerin und Übersetzerin Sina Klein hat das Wort als Titel für ihren neuen Gedichtband gewählt. Darin geht es anspielungsreich und auf hohem sprachlichen Niveau um die nicht immer romantischen Fährnisse der Liebe. Schon in ihrem Lyrikdebüt "narkotische kirschen" machte Sina Klein mit irritierend schillernder Poesie auf sich aufmerksam. Über ihren neuen, wiederum im Wiener Klever Verlag erschienenen Lyrikband "skaphander" schreibt Michael Braun im "Tagesspiegel": "In versehrten Sonetten, fragmentierten Volksliedstrophen und zerbeulten Rondeaus werden die Beschädigungen der Liebe sichtbar gemacht. Es gibt keine harmonische Fügung in diesen an klassischen Reimstrophen orientierten Gedichten. Stattdessen dominieren Zertrennung und Zersplitterung. Diese Liebesgedichte stemmen sich gegen die Fliehkräfte der emotionalen Zerreißproben, auch mithilfe eines `Skaphanders`, eines Schutzanzugs."


23:15 Die Ö1 Jazznacht
5 Millionen Pesos: Robert Unterköfler im Studio und mit Quintett im Wiener RadioCafe.
Gestaltung: Andreas Felber

Saxofonist Robert Unterköfler ist der Gewinner des ersten Ö1-Jazzstipendiums, das in Kooperation mit der Wiener Jam Music Lab Private University vergeben und am Ö1-Jazztag, dem 30. April 2018, überreicht wurde. Die Jury – der u. a. Gitarrist Wolfgang Muthspiel und US-Musikproduzent Jeff Levenson angehörten – überzeugte der 26-jährige, aus Villach stammende Wahl-Wiener mit ideenreichen Eigenkompositionen und kraftvollen, technisch wie musikalisch reifen Improvisationen. Andreas Felber bittet Unterköfler zum Gespräch und präsentiert das Konzert vom Abend des 7. Dezember 2018, an dem Robert Unterköfler die Debüt-CD seines ungewöhnlich besetzten, aus weiteren vielversprechenden Talenten der Wiener Jazzszene formierten Quintetts präsentierte.

*

Sonntag, 16. Dezember 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung) 5 Millionen Pesos: Robert Unterköfler im Studio und mit Quintett im Wiener RadioCafe
Gestaltung: Andreas Felber

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten.

Saxofonist Robert Unterköfler ist der Gewinner des ersten Ö1 Jazzstipendiums, das in Kooperation mit der Wiener Jam Music Lab Private University vergeben und am Ö1 Jazztag, dem 30. April 2018, überreicht wurde. Die Jury – der u. a. Gitarrist Wolfgang Muthspiel und US-Musikproduzent Jeff Levenson angehörten - überzeugte der 26-jährige, aus Villach stammende Wahl-Wiener mit ideenreichen Eigenkompositionen und kraftvollen, technisch wie musikalisch reifen Improvisationen.

Andreas Felber bittet Unterköfler zum Gespräch und präsentiert das Konzert vom Abend des 7. Dezember 2018, an dem Robert Unterköfler die Debüt-CD seines ungewöhnlich besetzten, aus weiteren vielversprechenden Talenten der Wiener Jazzszene formierten Quintetts präsentierte.


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf
von Martin Schenk


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
Lebensweisen – Glaubenswelten. Ein Panorama am Sonntagmorgen mit Reportagen und Berichten aus der Welt der Religion und Religionen


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Es ist eine alte Geschichte". Ironisches zur Liebe. Es liest Wolfram Berger.
Gestaltung: Edith Vukan und Barbara Denscher, Bearbeitung: Gudrun Hamböck

Vom Reigen des Begehrens und Verschmähens, vom Ringen zwischen Stolz und Bedürftigkeit, dem Träumen als Vergeudung, vom versäumten Geständnis und dem Zusammenleben nach ihrem Abhandenkommen - die Liebe, die Suche nach ihr und die vielen Möglichkeiten sie zu verfehlen in Gedichten von Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Johann Wolfgang von Goethe, Joachim Ringelnatz und Erich Kästner.

Dazu Musik von Gioacchino Rossini, Ferdinando Carulli, Gaetano Donizetti, Henri Vieuxtemps, Mathieu André Reichert, Giacomo Puccini, Gustav Lange und Piotr Iljitsch Tschaikowsky.


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
"Heimat kann man nicht besitzen. Heimat kriegt man geliehen". Jenseits von Kitsch und vermeintlicher Idylle macht sich der Fernsehmoderator Sepp Forcher anlässlich seines 88. Geburtstages am 17.Dezember Gedanken über die vielen Aspekte eines oft missbrauchten Begriffs.
Gestaltung: Winfried Schneider

"Heimat kann man nicht besitzen. Heimat kriegt man geliehen.", sagt Sepp Forcher, der in seinem eigenen langen Leben schon viele Heimaten geliehen bekam. Zufällig wurde der spätere österreichische Starmoderator in Rom geboren, am 17. Dezember 1930. In den 88 Jahren seither hat sich Sepp Forcher an vielen Orten beheimatet. Im Pustertal in Südtirol, wo er als Kind seine ersten Jahre verbrachte, auf den verschiedenen Berghütten, die er bewirtschaftet hat, in Salzburg, und irgendwie auch in Wien, woher seine Frau Helli stammt.

Über Wien und sein enormes kulturelles Angebot kann der Liebhaber klassischer Musik ähnlich schwärmen wie über die Schönheit der Natur in den Bergen.

Hymnen hält Sepp Forcher für "derlogen", und wenn wahlwerbende Parteien ihre Heimatliebe plakatieren müssen, dann ist Skepsis angebracht. "Parteiprogramm und Heimat passen selten zusammen.", sagt Sepp Forcher, der sich sehr für Geschichte interessiert. Und fügt hinzu: "Bei keiner Partei".

Der Fernsehstar macht sich seine ganz eigenen Gedanken über die Frage: "Was ist Heimat?" Ein Ort? Der Geburtsort etwa? Oder doch eher der Ort, an dem die Menschen leben, die einem am meisten bedeuten? Die Familie zum Beispiel? Ist die Heimat ein Land? Eine Gegend? Eine Region? Ein fest umrissenes Territorium? Welche Rolle spielen dabei Grenzen? Oder Sprachen?

Und vor allem: Kann man gleichzeitig heimatverbunden und weltoffen sein?


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Ambiente Spezial: In 116 Tagen um die Welt Teil 2. Von Chile über Australien wieder zurück nach Europa. Von Manfred Chobot

Im zweiten Teil der Weltreise haben die Weltreisenden das chilenische Festland hinter sich gelassen und den Südpazifik erreicht: die Robinson Crusoe Insel, wo der wahre "Robinson", der schottische Seemann Alexander Selkirk, vier Jahre und vier Monate allein verbrachte, bis er gerettet wurde. Auf der Osterinsel blicken die Besucher/innen den Moai ins steinerne Antlitz. Tahiti, Moorea und Bora Bora bringen einen Hauch Südsee an Bord. Adamstown, auf der Insel Pitcairn, ist mit 39 Einwohner/innen die kleinste Hauptstadt der Welt; alle Bewohner/innen sind Nachfahren der Bounty-Meuterer.

In Neuseeland ankert das Schiff vor Waitangi, wo einst die Häuptlinge mit den Briten einen Vertrag abschlossen, der Neuseeland zur Kolonie machte. Weiter geht die Reise von Sydney nach Cairns bis Darwin. Seit 800.000 Jahren leben Warane auf Komodo, die mit ihrer gespaltenen Zunge Beute bis in zehn Kilometern Entfernung wahrnehmen können. In Bali, Singapur und Kuala Lumpur geben sich die Damen dem Shopping hin und im Oman kaufen alle Weihrauch. Vom jordanischen Hafen Akaba bringt ein Bus die Tourist/innen in die Ruinenstadt Petra, wo sie von einem Schneegestöber überrascht werden. Durch den Suezkanal geht es zurück ins Mittelmeer nach Zypern und Malta. Danach kommen Süßwein-Liebhaber auf ihre Rechnung: zuerst in Malaga, sodann in Porto. Wegen eines Sturmtiefs fährt der Kapitän mit Volldampf bis Honfleur und erreicht nach 61.533 Kilometern, 40 Häfen und 116 Tagen Kreuzfahrt Hamburg.


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee live (Dolby Surround)
Wiener Philharmoniker, Dirient: Riccardo Muti; Karl-Heinz Schütz, Flöte. Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Flöte und Orchester G-Dur KV 313 * Anton Bruckner: Symphonie Nr. 7 E-Dur (Übertragung aus dem Großen Musikvereinssaal Wien in Dolby Digital 5.1)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee live (Dolby Surround)
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Riccardo Muti (Übertragung aus dem Großen Musikvereinssaal Wien in Dolby Digital 5.1)


13:15 Ö1 Sonntagsjournal


13:25 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Bernhard Fellinger raffinierte Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des Radiosymphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m.

Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen Ende Jänner 2019 in einer öffentlichen Superchampions-Runde um eine Ö1 Flusskreuzfahrt für zwei Personen am Rio Douro in Portugal.

Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter:
oe1.orf.at/quiz/anmeldung


14:15 Menschenbilder
Die Schauspielerin und Intendantin des Wiener Kindertheaters, Sylvia Rotter.

1994 gründete Sylvia Rotter das Wiener Kindertheater, das einzige Theater Wiens, dessen Ensemble ausschließlich aus Kindern besteht. Das Theater zeigt jährlich eine Produktion. Meistens werden klassische Theaterstücke einstudiert, die dann in Schulen und auf Theaterbühnen aufgeführt werden. Semesterweise werden auch Theaterkurse und Workshops angeboten.

"Es geht darum, dass Kinder ihren sprachlichen und körperlichen Ausdruck entdecken und ihn auf spielerische Weise entwickeln", sagt Sylvia Rotter. "Bei uns steht nicht das Auswendiglernen von Texten im Mittelpunkt. Wir wollen Kinder ermutigen, fühlende und begeisterungsfähige Persönlichkeiten zu werden".

Sylvia Rotter, geb. 1952 in Graz, stand nach ihrer Schauspielausbildung an der Royal Academy of Dramatic Arts in London selbst jahrelang in England auf der Bühne. Sie wirkte bei internationalen Filmproduktionen mit – so etwa in Peter Greenaways "Kontrakt des Zeichners" – und hatte ein Engagement am Royal National Theatre.

Seit ihrer Rückkehr nach Österreich im Jahr 1994 widmet sich Sylvia Rotter vor allem der Arbeit mit Kindern. Im Jahr 2004 erhielt sie dafür in Griechenland den Artemis Award für außergewöhnliche Verdienste um die Zukunft der Gesellschaft.

Gestaltung: Heinz Janisch


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
120 Jahre Volksoper Wien. Repertoire-Raritäten im Spielplan der Volksoper. Ausschnitte aus Opern von Francesco Cilea, Giuseppe Verdi, Antonin Dvorak, Julius Bittner, Richard Strauss u.a.
Gestaltung: Michael Blees


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen.
Moderation: Peter Zimmermann. Verlieren Sie keine Zeit!

Gabriela Adamesteanu: Verlorener Morgen, Roman, Die Andere Bibliothek (Übersetzung: Eva Ruth Wemme)

Ottessa Moshfegh: Mein Jahr der Ruhe und Entspannung, Roman, Liebeskind Verlag (Übersetzung: Anke Caroline Burger)

Gerhard Jäger: All die Nacht über uns, Roman, Picus Verlag
Susanne Schaber

Der lyrische Salon

Christian Metz: Poetisch denken. Die Lyrik der Gegenwart, S. Fischer Verlag
Gespräch mit dem Autor

Sabine Gruber: Am Abgrund und im Himmel zuhause, Gedichte, Haymon Verlag
Cornelius Hell

Jugendbuch des Monats


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Willi Resetarits wird 70.
Gestaltung: Kurt Reissnegger

"Ich wollte gern so ein Sängerknabe sein, weil die Sängerknaben waren auch oft im Radio", erzählt Willi Resetarits rückblickend. Die Schlager der 50er Jahre, die Lieder der Burgenlandkroaten und Instrumentalmusik, vornehmlich von Strauß und Lanner, waren für ihn als Kind prägend. Ein paar Tage vor seinem 70. Geburtstag am 21.12. unternehmen die "Spielräume Spezial" einen Streifzug durch das musikalische Panorama des "Schmetterlings" Willi Resetarits alias Kurt Ostbahn – von den frühen 1950er Jahren bis heute.


17:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
"Alles muss man selber machen!"

Über den Zustand der Branchen, die dem Menschen dienen wollen und sollen Personal Trainer, Hundesitter, Pizza-Auslieferer, Privat-Equity-Managerin, Kommunikationskoordinatorin: die "Dienstleistungsgesellschaft" ist kreativ im Erfinden von (neuen) Jobs. Böse Zungen sprechen von der "Rückkehr der Diener". Gleichzeitig schwindet in vielen Berufen und Branchen der gute alte "Kundendienst". Er wird ausgelagert und kostet extra. Ist die Dienstleistung Luxus geworden?

Gestaltung: Andrea Hauer


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
Junggesellenabschied – 2MannSongComedy mit den feisten.
Gestaltung: Doris Glaser

Endet der "Junggesellenabschied" der feisten in einer "Hangover"-mäßigen Eskalation, oder erinnert er durch lebenserfahrungsbedingte Einschränkung der Feierfähigkeit eher an eine Kaffeefahrt? Kaputt geht auf jeden Fall einiges in "BrochSchepperBoing", einem der zahlreichen neuen Lieder von "C." und Rainer. Die mit dem Deutschen Kleinkunstpreis prämierten Geschichtenerzähler bringen auch Songperlen ihrer "GanzSchönFeist"-Geschichte auf die Bühne: "Aphrodisiakum" oder die "Dönerrevolution" mischen sich mit dem brandneuen Songmaterial zu einer musikalischen Speziallegierung der feisten.


19:30 Das Ö1 Konzert live (Dolby Surround)
Mona Rozdestvenskyte, Orgel; Clemens Gordon, Viola. J. S. Bach: Präludium und Fuge e-Moll BWV 548 * G. Ph. Telemann: Sonate für Viola und Basso continuo e-Moll TWV 41/E5 * W. A. Mozart: Adagio und Fuge für Streicher c-Moll KV 546 (Bearbeitung für Orgel) * P. Hindemith: Trauermusik für Viola und Streichorchester * Faustas Latenas: Svytejimas (Leuchten) * Petr Eben: Rorate coeli, Fantasie für Viola und Orgel * M. Reger: Halleluja! Gott zu loben, bleibe meine Seelenfreud, Choralfantasie für Orgel op. 52/3 * J. Rheinberger: Abendfriede op. 156/10 (Übertragung aus dem Großen Sendesaaal des ORF RadioKulturhauses in Wien in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Eva Teimel


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
"Birnengasse". Von Mathias Müller.
Gestaltung: Edith-Ulla Gasser


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended
The International Hour. Was Radiohosts aus drei Kontinenten empfehlen.
Gestaltung: Rainer Elstner

Was waren die herausragenden Radiomitschnitte und CD-Produktionen der jüngsten Zeit? Wir verlinken uns mit Radiokolleginnen und -kollegen aus den USA, aus Australien und Serbien und bitten sie um Musiktipps. Eine Ringschaltung über drei Kontinente im Zeichen der Neuen Musik.

Zugeschaltet sind: Ksenija Stevanovic (Radio Television of Serbia / Radio Belgrad), Stephen Adams )Australian Broadcasting Corporation / Sidney), Sarah Zwinklis (WFMT Radio Network / Relevant Tones / Chicago), Rainer Elstner (Ö1 / Wien)


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
"Zealandia" der österreichischen Komponistin Elisabeth Schimana Elisabeth Schimana, die heuer mit dem Österreichischen Kunstpreis für Musik gewürdigt wird, begibt sich auf eine akustische Reise in eine prehumane Utopie.

*

Montag, 17. Dezember 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Der entfremdete Jesus". Unbequeme Gedanken über Jesus von Nazareth von Hermann Glettler, Bischof der katholischen Diözese Innsbruck, kurz vor jenem weltweiten Fest, das an Jesu Geburt erinnert. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Sperrige, unbequeme Bibelstellen über Jesus von Nazareth sollte man nicht übergehen, sondern besser genau ansehen, meint der Bischof der katholischen Diözese Innsbruck, Hermann Glettler, in seinen "Gedanken für den Tag". Er möchte dagegen das "Fremde, Überraschende und Tröstende" der Person Jesu herausstreichen, um dadurch eine neue Begegnung mit ihm zu ermöglichen.

Der als Messias/Christus Verehrte habe Gesetze in Frage gestellt oder sie sogar gebrochen, er verhielt sich unkonventionell und höchst unhöflich. "Jesus ist nicht der liebe Jesus, wie wir ihn uns manchmal in kindischer Manier vorstellen – ein Jesus, der keinen Anstoß erregt, der niemanden verunsichert und sich den Erwartungen der Frommen fügt", meint Bischof Glettler. Die "Verkitschung" Jesu verdecke die herausfordernde Lebensrelevanz seiner Person, doch werde man ihm auch mit alleinigem Blick auf sein sozialkritisches und revolutionäres Potenzial nicht gerecht. Unbequeme Gedanken über Jesus von Nazareth kurz vor jenem weltweiten Fest, das an seine Geburt erinnert.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Wie belastbar sind Demokratien?
Die Widerstandsfähigkeit von Institutionen und Strukturen (1).
Gestaltung: Tanja Malle

Ein intriganter Staatsstreich bzw. ein gewalttätiger Militärputsch: Demokratien können abrupt scheitern und in eine Diktatur abrutschen. Beispiele dafür sind etwa Chile im Jahr 1973 und Thailand im Jahr 2014, wo das Militär in Folge einer andauernden politischen Krise die Macht übernommen und nicht wieder abgegeben hat.

Allerdings: Viel öfter scheitern Demokratien in Zeitlupe. Diese Diagnose stellen die beiden US-Politologen Steven Levitsky und Daniel Ziblatt in ihrem Sachbuchbestseller: "Wie Demokratien sterben". Sie benennen darin vier Merkmale für den schleichenden Abbau von demokratischen Verhältnissen und den Weg ins Autoritäre. Erstens, wenn Parteien oder Bewegungen demokratische Spielregeln nicht anerkennen, beispielsweise staatliche Institutionen, Verfassung oder Wahlergebnisse nicht respektieren.

Zweitens, wenn sie ihren politischen Gegner Legitimität aberkennen, sie etwa als Agenten auswärtiger Mächte, als Gefahr für das Land oder als Kriminelle bezeichnen und ihnen damit das Recht auf Teilhabe an politischen Prozessen absprechen. Drittens, wenn Sie Gewalt tolerieren bzw. nicht verurteilen und Extremisten in ihren Reihen Platz geben. Und viertens nennen Levitsky und Ziblatt die Bereitschaft, Freiheiten einzuschränken, etwa die Meinungs- und Pressefreiheit. Im Fokus der beiden Autoren stehen die Entwicklungen in den USA – nicht erst seit dem Amtsantritt des US-Präsidenten Donald Trump. Aber auch EU-Mitgliedsstaaten werden genannt, allen voran die Entwicklungen in Polen und Ungarn.

Die internationale Nichtregierungsorganisation "Freedom House" veröffentlicht jedes Jahr einen Demokratiereport. Laut der aktuellen Ausgabe des Reports ist 2017 im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren eine Talsohle erreicht worden – sowohl was politische Rechte, aber auch, was zivile Freiheiten betrifft. Autokratien seien gestärkt, Demokratien gebeutelt worden. Nicht nur der "Freedom in the World"-Report, auch andere Demokratieindizes, benennen Norwegen als derzeit am besten entwickelte Demokratie.

Aber wie belastbar ist diese Staatsform, wie kann sie gestärkt und ausgebaut werden, wie mit neuen Bedrohungen, etwa Manipulationen der öffentlichen Meinung mithilfe der Sozialen Medien umgehen? In Österreich wurde – passend zum 100. Geburtstag der Republik Österreich – im Oktober 2018 erstmals ein umfassender Demokratiemonitor herausgeben, finanziert vom Zukunftsfond der Republik. Er gibt zum Teil Antworten auf diese Fragen.

Weitere Hinweise liefert der Blick über die Landesgrenzen. Etwa nach Slowenien, wo umfassende Transparenz- und Antikorruptionsgesetze das Vertrauen in den vergleichsweise jungen Staat deutlich stärken konnten. Und die US-Politologen Levitsky und Ziblatt geben weitere wichtige Hinweise: Etwa den, dass auch zahlreiche ungeschriebene Normen, die politische Prozesse und Teilhaben in Staaten kennzeichnen, sowie die Bereitschaft zu Kompromissen bedeutend für den Fortbestand von Demokratien sind.


09:30 Radiokolleg – Der Körper in Extremsituationen
Tiefe, Höhe, Kälte und Hitze (1).
Gestaltung: Madeleine Amberger

Alle Jahre wieder gleicht das Mount Everest-Basislager auf 5.500 Metern Seehöhe einer Zeltstadt. Hunderte Bergsteiger warten auf günstige Bedingungen für den Gipfelsturm des höchsten Berges der Welt. Doch für einige ist hier Endstation, denn der Körper spielt nicht mehr mit: Sie leiden an Höhenkrankheit.

Das Spektrum reicht von harmlosen Kopfschmerzen zu lebensgefährlichen Lungen- und Hirnödem. Schuld daran ist der niedrigere Luftdruck, der zu einer geringeren Konzentration von Sauerstoffmolekülen in der Luft führt. Sauerstoffmangel führt beispielsweise zu Schlafstörungen, Muskelschwund und beeinträchtigt auch den Wasserhaushalt.

All diese physiologischen Erscheinungen sind bei Bergsteigern temporär, stellen jedoch bei vielen Menschen chronische Krankheitsbilder dar. Unter Schlafapnoe leiden etwa Patienten mit Übergewicht oder chronischer Herzinsuffizienz. Daher statteten Höhenmediziner Bergsteiger mit Sensoren aus, um in Echtzeit, auf Schritt und Tritt, physiologische Veränderungen zu messen.

Auch die Tauchmedizin lieferte schon wichtige Erkenntnisse. Tauchen ohne Hilfesmittel – das Apnoetauchen – findet nur bis in eine Tiefe von 40 Metern statt. Der Extrem-Rekord liegt allerdings bei mehr als 200 Metern. In solche Regionen wagen sich üblicherweise nur Taucher mit Sauerstoffausrüstung vor (technisches Tauchen).

Je tiefer man taucht, desto höher der Wasserdruck, dem der Körper ausgesetzt wird. Höherer Druck verringert das Lungenvolumen sowie die Ausdehnung von Gasen wie Luft. Viele Unfälle passieren gerade beim Auftauchen. Die mögliche Folge: Dekompressionserkrankungen. Diese reichen von Lungenfunktionsstörungen bis zu Schlaganfällen. Dank der Tauchmedizin weiß man, dass bei Patienten Flüssigkeit aus der Lunge austreten, ins Gehirn wandern und zu einem Schlaganfall führen kann.

Nicht nur extreme Druckbedingungen, sondern auch extreme Temperaturen werden dem Organismus gefährlich. Die normale Körpertemperatur des Menschen beträgt zwischen 35.8 und 37.2 Grad Celsius. Ab 42 Grad bzw. unter 31 Grad herrscht Lebensgefahr. Gezielte Hitze- und Kälteanwendung - Hyperthermie bzw. Kryotherapie – haben dennoch ihren fixen Platz in der Medizin. Mit Hitze und extremer Kälte werden beispielsweise Krebstumore bekämpft. Durch wenige Minuten in Kältekammern mit Temperaturen zwischen minus 70 und minus 110 Grad soll Schmerz- und Rheumapatienten geholfen werden.


09:45 Radiokolleg – Early Baroque Craziness
Italienische Violinmusik vor Vivaldi (1).
Gestaltung: Verena Gruber

Bizarr, exzentrisch, verrückt – das sind die Attribute der italienischen Violinmusik im 17. Jahrhundert. Ausgehend von Italien wandelten sich um 1600 in der musikalischen Landschaft Europas die Zeiten. Nicht mehr fünf oder sechs Stimmen erklangen, sondern Solostimmen. Die Geige wurde zum wichtigsten Instrument. Giovanni Paolo Cima, Merula Fontana, Salomone Rossi, Carlo Farina, Marco Uccelini, Biagio Marini, Antonio Bertali, Giovanni Antonio Pandolfi Mealli hießen einige dieser italienischen Musik-Stars.

Unter ihren Händen spielten die Geigen den Sound des frühbarocken Zeitalters und avancierten zum Virtuosen-Instrument par excellence. Diese ersten Teufelsgeiger experimentieren mit ihren Barockinstrumenten in neuen Formen, ungewöhnlichen Besetzungen und mit technischen Innovationen: Mit Doppel- und Trippelgriffen, Bogenvibrato und Skordatur spielten sie die Sonaten und Capricen, die Concerti grossi und Ciaccone vor begeistertem Publikum in Rom, Mantua, Venedig, Parma und Mailand.

Die Kunde vom "stile nuovo" in Italien verbreitete sich rasch in ganz Europa. Die italienischen Geiger überquerten die Alpen und exportierten als "virtuosi ambulanti", als "herumziehenden Virtuosen-Geiger", den italienischen Stil an die europäischen Höfe in Wien, Dresden, Amsterdam, London und Paris. Umgekehrt reisten viele Musiker nach Italien und ließen sich in der neuen Art des Komponierens und Spielens unterrichten. Im Laufe des 17. Jahrhunderts etablierte sich so der neue Stil in ganz Europa und setzte damit auch eine neue Einstellung zur Musik durch.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Stefan Höfel. "Stimme des Volkes". Kann Volksmusik eigentlich definiert werden und ist eine Notation von Volksmusik überhaupt "richtig"? Die Aufzeichnung der mündlichen Überlieferungen der "Musik des Volkes" und die Erforschung ebendieser wurde in der Vergangenheit von Persönlichkeiten wie Joseph von Sonnleithner oder Erzherzog Johann angeregt.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Ex libris-Nachlese. "Verlorener Morgen" von Gabriela Adamesteanu (aus dem Rumänischen von Eva Ruth Wemme).
Gestaltung: Peter Zimmermann


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Gustav Danzinger.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Brandenburg Revisited mit der Camerata Variabile und zwei Basler Ensembles beim Schaffhausen Bachfestival 2018.
Gestaltung: Jörg Duit

Dem Brandenburgischen Konzert Nr. 3 wohnt ein Rätsel inne: Anstelle eines vollständigen Mittelsatzes notierte Bach zwischen den beiden Allegros nur zwei Akkorde mit der Bezeichnung Adagio. Während manche Ensembles diese Akkorde einfach vom Blatt spielen, verstehen sie andere als das Ende einer vorherigen Improvisation. Die aus Schaffhausen stammende Geigerin und Komponistin Helena Winkelman geht mit der Camerata Variabile einen neuen Weg und komponiert den zweiten Satz des Konzerts neu.

Das Programm der beiden jungen Basler Ensembles Voces suaves & Cafebaum hingegen spiegelt Texte und Choräle zu Ostern im Wandel der Zeiten. Von Johann Sebastian Bach schweift der Blick zurück zu dessen Grossonkel Johann Bach, nach vorne zum Bach-Schüler Johann Gottlieb Janitsch und dessen instrumentaler Adaption des Chorals "O Haupt voll Blut und Wunden", sowie in die Gegenwart.

"Vergangen nicht, verwandelt ist was war" – unter diesem Motto stand das Konzert der beiden Basler Ensembles. Ein Querschnitt durch die beiden Abende im Rahmen des 28. Internationalen Bachfestes.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
Literatur ist der Rede wert
Aufgenommen am 21. November 2018 im Literaturmuseum Wien
Drei literarische Neuerscheinungen, von einer journalistischen Kritikerrunde unter die Lupe genommen.
Bearbeitung: Christine Scheucher

Unter der Leitung von Christine Scheucher diskutieren Julya Rabinowich (Autorin und Kolumnistin), Jochen Jung (Autor und Verleger) und Bernhard Fetz (Direktor des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek und Leiter des Literaturmuseums)

Die Buchauswahl:
Maxim Biller: "Sechs Koffer" (KiWi)
Helene Hegemann: "Bungalow" (Hanser)
Annie Ernaux: "Erinnerung eines Mädchens" (Suhrkamp)


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz und Johann Kneihs. Was für uns von diesem CD-Jahr bleibt?


17:55 Betrifft: Geschichte
Österreichs Beamte in der Zwischenkriegszeit. Mit Therese Garstenauer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Isabelle Engels

Die soziale und berufliche Gruppe der Staatsbediensteten prägte die österreichische Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert. Doch nach dem Niedergang der Habsburgermonarchie im Jahr 1918 mussten die Staatsdiener einen stetigen Statusverlust hinnehmen.

Der Staat war für die Beamten mehr als ein Arbeitgeber, er sorgte für einen lebenslangen standesgemäßen Unterhalt, auch im Ruhestand. Im Gegenzug wurde von den Beamten nicht nur die Erfüllung ihrer Dienstpflichten verlangt, sondern ein standesgemäßes Verhalten – galten sie doch als Repräsentanten des Staates. "Der Beamte hat in und außer Dienst das Standesansehen zu wahren, sich stets im Einklang mit den Anforderungen der Disziplin zu verhalten und alles zu vermeiden, was die Achtung und das Vertrauen, die seine Stellung erfordert, schmälern könnte", heißt es in der Dienstpragmatik von 1914.

Das Verhältnis zwischen dem Staat und seinen Dienern – Fürsorgepflicht auf der einen und Treuepflicht auf der anderen Seite – kam durch die wirtschaftlichen und politischen Umbrüche zwischen 1918 und 1938 in ein Ungleichgewicht.

Wirtschaftskrisen führten zu einem Abbau der Beamtenschaft, um den Staatshaushalt zu sanieren, das Salär sank aufgrund der hohen Inflation. Weibliche Staatsbedienstete, die im Jahr 1922 ca. 10 % des öffentlichen Dienstes stellten, waren von den Abbaumaßnahmen besonders stark betroffen. Unter solchen Umständen war es schwer eine standesgemäße Lebensführung aufrechtzuerhalten. Was konkret unter standesgemäßem Verhalten verstanden wird, was als anständig oder unanständig gilt, kann durch das Studium von Disziplinarakten verdeutlicht werden, in denen die Fehltritte und die entsprechenden Sanktionen dokumentiert sind.

Bereits seit dem späten 19. Jahrhundert begannen Staatsbedienstete, sich in Interessensvertretungen politisch zu organisieren. In den 1920er Jahren kam es zu einigen Streiks öffentlich Bediensteter. Im Ständestaat ab 1934 waren solche Organisationen verboten und wurden durch vaterländische "Dienststellenorganisationen" ersetzt. Die nationalsozialistischen "Säuberungen" ab 1938 schließlich verschonten auch den öffentlichen Dienst nicht. Aus politischen oder rassistischen Gründen wurden viele Staatsbedienstete entlassen, pensioniert oder versetzt.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Ein Porträt des Meeresbiologen Reinhard Kikinger.
Von Lukas Tremetsberger

In seinem Arbeitszimmer im Waldviertel steht eine Vitrine, in der Reinhard Kikinger Muschelschalen, Schneckenhäuser und Korallen aufbewahrt. Objekte, die er während seiner beruflichen Laufbahn gesammelt hat. Schon als Kind fuhr er in den Sommerferien mit den Eltern an die italienische Adria. Aber an der kroatischen Felsküste, wo mehr Lebewesen im Meer schwammen, gefiel es dem jungen Schnorchler viel besser. – Aus der Faszination fürs Maritime wurde ein Beruf, jener des Meeresbiologen.

Als Kikinger 1998 auf die Malediven reist, sucht man dort gerade einen Wissenschafter, weil die Korallen rund um die Inselgruppe durch Ausbleichen absterben. Kikinger baut eine Forschungsstation auf, die er bis 2012 leitet. Heute hält der 70-Jährige, inzwischen pensioniert, noch immer Vorträge für Tourist/innen auf der ganzen Welt – und erklärt ihnen mit kaum nachlassender Passion die bedrohten Ökosysteme der Korallenriffe.


19:30 On stage
Virtuoser Tastenmeister solo im Mostviertel: Vadim Neselovskyi.
Gestaltung: Andreas Felber

Virtuosität, bildhafte Plastizität in der Idee, ein Hang zum Verspielten, aber auch zum Tiefgründigen: So lauten die Attribute, mit denen die Musik Vadim Neselovskyis beschrieben werden kann. Der 1977 in Odessa geborene Pianist, der seit 2001 in Boston in den USA lebt, wurde ab 2004 als Mitglied der Band von Vibrafonist Gary Burton bekannt. 2010 bedeutete der Gewinn des Thelonious Monk Competition in Washington D.C., des international wichtigsten Talente-Wettbewerbs des Jazz, den endgültigen Durchbruch.

Neselovskyi, der auch mit DeeDee Bridgewater, Lee Konitz und Herbie Hancock auf der Bühne konzertiert hat, und der aktuell mit eigenem Trio wie auch mit Sinfonieorchester arbeitet, stand am 20. September 2018 allein auf der Bühne des Kristallsaals im malerischen Schloss Rothschild in Waidhofen/Ybbs. Im Rahmen des Festivals "Klangraum im Herbst" berückte der 41-Jährige mit einem exzellenten Rezital, in dem sich extravertierte und nachdenkliche Töne die Waage hielten, orthodoxe Gebete ebenso intoniert wurden wie eine Tschaikowsky-Bearbeitung, Eigenkompositionen und spritzige Remakes altbekannter Jazz-Standards.

Andreas Felber präsentiert die Höhepunkte des großartigen Abends.


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Wie belastbar sind Demokratien? Die Widerstandsfähigkeit von Institutionen und Strukturen (1).
Gestaltung: Tanja Malle

Der Körper in Extremsituationen. Tiefe, Höhe, Käte und Hitze (1).
Gestaltung: Madeleine Amberger

Early Baroque Craziness. Italienische Violinmusik vor Vivaldi (1).
Gestaltung: Verena Gruber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Donaueschingen 2018. Einblicke in die Uraufführungen bei den Donaueschinger Musiktragen (1).
Gestaltung: Nina Polaschegg

Zeitgenössische Musik ist im steten Wandel begriffen. In letzter Zeit nehmen Komponierende wieder verstärkt ganz konkret Bezug auf ihre Lebenswelt. Entsprechend spürten die diesjährigen Donaueschinger Musiktage aktuellem Zeitgeschehen nach. Roboter und Medienarchäologie spielten dabei ebenso eine Rolle wie Filterblasen und öffentliche Gewalt. Zwei "Zeit-Ton"-Sendungen geben Einblick in das Schaffen von Komponierenden, die sich reflektierend künstlerisch mit sozialen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzen.

*

Dienstag, 18. Dezember 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Der entfremdete Jesus". Unbequeme Gedanken über Jesus von Nazareth von Hermann Glettler, Bischof der katholischen Diözese Innsbruck, kurz vor jenem weltweiten Fest, das an Jesu Geburt erinnert. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Sperrige, unbequeme Bibelstellen über Jesus von Nazareth sollte man nicht übergehen, sondern besser genau ansehen, meint der Bischof der katholischen Diözese Innsbruck, Hermann Glettler, in seinen "Gedanken für den Tag". Er möchte dagegen das "Fremde, Überraschende und Tröstende" der Person Jesu herausstreichen, um dadurch eine neue Begegnung mit ihm zu ermöglichen.

Der als Messias/Christus Verehrte habe Gesetze in Frage gestellt oder sie sogar gebrochen, er verhielt sich unkonventionell und höchst unhöflich. "Jesus ist nicht der liebe Jesus, wie wir ihn uns manchmal in kindischer Manier vorstellen – ein Jesus, der keinen Anstoß erregt, der niemanden verunsichert und sich den Erwartungen der Frommen fügt", meint Bischof Glettler. Die "Verkitschung" Jesu verdecke die herausfordernde Lebensrelevanz seiner Person, doch werde man ihm auch mit alleinigem Blick auf sein sozialkritisches und revolutionäres Potenzial nicht gerecht. Unbequeme Gedanken über Jesus von Nazareth kurz vor jenem weltweiten Fest, das an seine Geburt erinnert.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Wie belastbar sind Demokratien?
Die Widerstandsfähigkeit von Institutionen und Strukturen (2).
Gestaltung: Tanja Malle

Ein intriganter Staatsstreich bzw. ein gewalttätiger Militärputsch: Demokratien können abrupt scheitern und in eine Diktatur abrutschen. Beispiele dafür sind etwa Chile im Jahr 1973 und Thailand im Jahr 2014, wo das Militär in Folge einer andauernden politischen Krise die Macht übernommen und nicht wieder abgegeben hat.

Allerdings: Viel öfter scheitern Demokratien in Zeitlupe. Diese Diagnose stellen die beiden US-Politologen Steven Levitsky und Daniel Ziblatt in ihrem Sachbuchbestseller: "Wie Demokratien sterben". Sie benennen darin vier Merkmale für den schleichenden Abbau von demokratischen Verhältnissen und den Weg ins Autoritäre. Erstens, wenn Parteien oder Bewegungen demokratische Spielregeln nicht anerkennen, beispielsweise staatliche Institutionen, Verfassung oder Wahlergebnisse nicht respektieren.

Zweitens, wenn sie ihren politischen Gegner Legitimität aberkennen, sie etwa als Agenten auswärtiger Mächte, als Gefahr für das Land oder als Kriminelle bezeichnen und ihnen damit das Recht auf Teilhabe an politischen Prozessen absprechen. Drittens, wenn Sie Gewalt tolerieren bzw. nicht verurteilen und Extremisten in ihren Reihen Platz geben. Und viertens nennen Levitsky und Ziblatt die Bereitschaft, Freiheiten einzuschränken, etwa die Meinungs- und Pressefreiheit. Im Fokus der beiden Autoren stehen die Entwicklungen in den USA – nicht erst seit dem Amtsantritt des US-Präsidenten Donald Trump. Aber auch EU-Mitgliedsstaaten werden genannt, allen voran die Entwicklungen in Polen und Ungarn.

Die internationale Nichtregierungsorganisation "Freedom House" veröffentlicht jedes Jahr einen Demokratiereport. Laut der aktuellen Ausgabe des Reports ist 2017 im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren eine Talsohle erreicht worden – sowohl was politische Rechte, aber auch, was zivile Freiheiten betrifft. Autokratien seien gestärkt, Demokratien gebeutelt worden. Nicht nur der "Freedom in the World"-Report, auch andere Demokratieindizes, benennen Norwegen als derzeit am besten entwickelte Demokratie.

Aber wie belastbar ist diese Staatsform, wie kann sie gestärkt und ausgebaut werden, wie mit neuen Bedrohungen, etwa Manipulationen der öffentlichen Meinung mithilfe der Sozialen Medien umgehen? In Österreich wurde – passend zum 100. Geburtstag der Republik Österreich – im Oktober 2018 erstmals ein umfassender Demokratiemonitor herausgeben, finanziert vom Zukunftsfond der Republik. Er gibt zum Teil Antworten auf diese Fragen.

Weitere Hinweise liefert der Blick über die Landesgrenzen. Etwa nach Slowenien, wo umfassende Transparenz- und Antikorruptionsgesetze das Vertrauen in den vergleichsweise jungen Staat deutlich stärken konnten. Und die US-Politologen Levitsky und Ziblatt geben weitere wichtige Hinweise: Etwa den, dass auch zahlreiche ungeschriebene Normen, die politische Prozesse und Teilhaben in Staaten kennzeichnen, sowie die Bereitschaft zu Kompromissen bedeutend für den Fortbestand von Demokratien sind.


09:30 Radiokolleg – Der Körper in Extremsituationen
Tiefe, Höhe, Kälte und Hitze (2).
Gestaltung: Madeleine Amberger

Alle Jahre wieder gleicht das Mount Everest-Basislager auf 5.500 Metern Seehöhe einer Zeltstadt. Hunderte Bergsteiger warten auf günstige Bedingungen für den Gipfelsturm des höchsten Berges der Welt. Doch für einige ist hier Endstation, denn der Körper spielt nicht mehr mit: Sie leiden an Höhenkrankheit.

Das Spektrum reicht von harmlosen Kopfschmerzen zu lebensgefährlichen Lungen- und Hirnödem. Schuld daran ist der niedrigere Luftdruck, der zu einer geringeren Konzentration von Sauerstoffmolekülen in der Luft führt. Sauerstoffmangel führt beispielsweise zu Schlafstörungen, Muskelschwund und beeinträchtigt auch den Wasserhaushalt.

All diese physiologischen Erscheinungen sind bei Bergsteigern temporär, stellen jedoch bei vielen Menschen chronische Krankheitsbilder dar. Unter Schlafapnoe leiden etwa Patienten mit Übergewicht oder chronischer Herzinsuffizienz. Daher statteten Höhenmediziner Bergsteiger mit Sensoren aus, um in Echtzeit, auf Schritt und Tritt, physiologische Veränderungen zu messen.

Auch die Tauchmedizin lieferte schon wichtige Erkenntnisse. Tauchen ohne Hilfesmittel – das Apnoetauchen – findet nur bis in eine Tiefe von 40 Metern statt. Der Extrem-Rekord liegt allerdings bei mehr als 200 Metern. In solche Regionen wagen sich üblicherweise nur Taucher mit Sauerstoffausrüstung vor (technisches Tauchen).

Je tiefer man taucht, desto höher der Wasserdruck, dem der Körper ausgesetzt wird. Höherer Druck verringert das Lungenvolumen sowie die Ausdehnung von Gasen wie Luft. Viele Unfälle passieren gerade beim Auftauchen. Die mögliche Folge: Dekompressionserkrankungen. Diese reichen von Lungenfunktionsstörungen bis zu Schlaganfällen. Dank der Tauchmedizin weiß man, dass bei Patienten Flüssigkeit aus der Lunge austreten, ins Gehirn wandern und zu einem Schlaganfall führen kann.

Nicht nur extreme Druckbedingungen, sondern auch extreme Temperaturen werden dem Organismus gefährlich. Die normale Körpertemperatur des Menschen beträgt zwischen 35.8 und 37.2 Grad Celsius. Ab 42 Grad bzw. unter 31 Grad herrscht Lebensgefahr. Gezielte Hitze- und Kälteanwendung - Hyperthermie bzw. Kryotherapie – haben dennoch ihren fixen Platz in der Medizin. Mit Hitze und extremer Kälte werden beispielsweise Krebstumore bekämpft. Durch wenige Minuten in Kältekammern mit Temperaturen zwischen minus 70 und minus 110 Grad soll Schmerz- und Rheumapatienten geholfen werden.


09:45 Radiokolleg – Early Baroque Craziness
Italienische Violinmusik vor Vivaldi (2).
Gestaltung: Verena Gruber

Bizarr, exzentrisch, verrückt – das sind die Attribute der italienischen Violinmusik im 17. Jahrhundert. Ausgehend von Italien wandelten sich um 1600 in der musikalischen Landschaft Europas die Zeiten. Nicht mehr fünf oder sechs Stimmen erklangen, sondern Solostimmen. Die Geige wurde zum wichtigsten Instrument. Giovanni Paolo Cima, Merula Fontana, Salomone Rossi, Carlo Farina, Marco Uccelini, Biagio Marini, Antonio Bertali, Giovanni Antonio Pandolfi Mealli hießen einige dieser italienischen Musik-Stars.

Unter ihren Händen spielten die Geigen den Sound des frühbarocken Zeitalters und avancierten zum Virtuosen-Instrument par excellence. Diese ersten Teufelsgeiger experimentieren mit ihren Barockinstrumenten in neuen Formen, ungewöhnlichen Besetzungen und mit technischen Innovationen: Mit Doppel- und Trippelgriffen, Bogenvibrato und Skordatur spielten sie die Sonaten und Capricen, die Concerti grossi und Ciaccone vor begeistertem Publikum in Rom, Mantua, Venedig, Parma und Mailand.

Die Kunde vom "stile nuovo" in Italien verbreitete sich rasch in ganz Europa. Die italienischen Geiger überquerten die Alpen und exportierten als "virtuosi ambulanti", als "herumziehenden Virtuosen-Geiger", den italienischen Stil an die europäischen Höfe in Wien, Dresden, Amsterdam, London und Paris. Umgekehrt reisten viele Musiker nach Italien und ließen sich in der neuen Art des Komponierens und Spielens unterrichten. Im Laufe des 17. Jahrhunderts etablierte sich so der neue Stil in ganz Europa und setzte damit auch eine neue Einstellung zur Musik durch.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Arienrecitals aus dem Jahr 1968. Aufnahmen mit Plácido Domingo, Luciano Pavarotti, Beverly Sills, Renata Tebaldi, Sherrill Milnes, Gwyneth Jones u.a.
Gestaltung: Michael Blees

Wie sich die Zeiten gewandelt haben: während heutzutage sorgsam im Studio produzierte Opern-Gesamtaufnahmen ebenso rar geworden sind wie Solo-Programme großer Sängerinnen und Sänger, hat vor 50 Jahren Hochbetrieb in den Aufnahmestudios der großen Plattenlabels geherrscht. Eine Vielzahl bedeutender Gesamtaufnahmen ist 1968 entstanden, genauso wie eine große Zahl an Solo-Recitals: Plácido Domingo hat damals in Berlin und London gleich zwei seiner frühen Arien-Programme aufgenommen, während erste LP-Alben von Luciano Pavarotti und Beverly Sills in Wien entstanden sind.

Von den genannten Künstlern sollten viele weitere Solo-Aufnahmen folgen, der famose Met-Bariton Sherrill Milnes ist dagegen von der Plattenindustrie nach seiner effektvollen Arien-Zusammenstellung von 1968 etwas vernachlässigt worden. Die große Renata Tebaldi hat hingegen in jenem Jahr ein Aufnahme-Projekt abgebrochen, erst Jahrzehnte später sind ihre Einspielungen von 1968, in einem für sie ungewohnten Fach, veröffentlicht worden.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Ungeheure Geschichte" von Adolfo Bioy Casares. Aus dem Spanischen von René Strien. Es liest Peter Faerber.
Gestaltung: Roland Knie
Präsentation: Gudrun Hamböck

Kann man sich dem Fluch der ewigen Jugend entziehen? Nämlich dann, wenn diese als hormonell entgleistes Monstrum auf der Suche nach seinem Schöpfer durch das winterliche Schweizer Wallis stapft? Der Mediziner und der Journalist in der sorgsam verbarrikadierten Berghütte werden es erfahren …

Adolfo Bioy Casares, 1914 in Buenos Aires geboren, lernte 1932 Jorge Luis Borges kennen und zwei Jahre darauf seine spätere Frau Silvina Ocampo – ebenfalls Schriftstellerin – die ihn gemeinsam mit Borges überzeugte, sein Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie aufzugeben und sich ganz der Literatur zu widmen. 1940 veröffentlichte er "La invencion de Morel", seinen wohl bekanntesten Roman. Unter den gemeinsamen Pseudonymen H. Bustos Domecq und B. Suarez Lynch verfasste er mit Borges zusammen zahlreiche Erzählungen. 1990 erhielt Bioy Casares den bedeutendsten Literaturpreis der spanischsprachigen Welt: den "Premio Cervantes". Er starb 1999 in Buenos Aires.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Helmut Jasbar.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Pavol Breslik, Tenor; Amir Katz, Klavier. Antonin Dvorák: Zigeunermelodien op. 55 * Franz Schubert: Der Musensohn D 764; Ganymed D 544; Nachtviolen D 752; Im Abendrot D 799; Auf dem Wasser zu singen D 774; Erlkönig D 328 * Franz Liszt: Oh! quand je dors S 282/1; Comment disaient-ils S 276; S'il est un charmant gazon S 284/1; Enfant, si j'étais roi S 283 * Mikulás Schneider-Trnavsky: Ausgewählte Lieder (aufgenommen am 2. Dezember im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses).
Präsentation: Chris Tina Tengel


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
Die Beobachterin. Porträt der Berliner Autorin Ulrike Edschmied. Feature von Lukas Tremetsberger

Ulrike Edschmid ist eine Autorin, die keine Scheu hat, sehr persönliche Erlebnisse in ihren Romanen zu verarbeiten. Und der es dennoch gelingt, mit einer nüchternen, beobachtenden Sprache stets Distanz zur Wirklichkeit zu halten.

Als sie mit ihrem kleinen Sohn Mitte der 1960er Jahre nach Berlin zieht, wird Edschmid Teil der Studentenbewegung und begründet die ersten Kinderläden mit.

Ihr Roman "Das Verschwinden des Philip S." erscheint 2013 und handelt von der Veränderung ihres damaligen Lebensgefährten, einem Schweizer Filmstudenten. Der plant sein Verschwinden aus dem Leben von Ulrike Edschmid und geht in den bewaffneten Untergrund. 1975 wird er auf einem Parkplatz bei einer Polizeikontrolle erschossen.

Ein gutes Jahrzehnt danach stürzt ihr heutiger Mann beim Renovieren der Wohnung in Berlin-Charlottenburg, die das Paar gerade beziehen will, von der Leiter und wird querschnittgelähmt. In "Ein Mann, der fällt" beschreibt Edschmid den mühevollen Weg zurück aus der Klinik, in die Wohnung, in den Alltag und den Beruf. Gleichzeitig zeichnet die Autorin ein präzises Bild des Hauses, in dem sie wohnt, und des Stadtteils Charlottenburg.


16:45 Heimspiel


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp. Was für uns von diesem CD-Jahr bleibt?


17:55 Betrifft: Geschichte
Österreichs Beamte in der Zwischenkriegszeit. Mit Therese Garstenauer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Isabelle Engels

Die soziale und berufliche Gruppe der Staatsbediensteten prägte die österreichische Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert. Doch nach dem Niedergang der Habsburgermonarchie im Jahr 1918 mussten die Staatsdiener einen stetigen Statusverlust hinnehmen.

Der Staat war für die Beamten mehr als ein Arbeitgeber, er sorgte für einen lebenslangen standesgemäßen Unterhalt, auch im Ruhestand. Im Gegenzug wurde von den Beamten nicht nur die Erfüllung ihrer Dienstpflichten verlangt, sondern ein standesgemäßes Verhalten – galten sie doch als Repräsentanten des Staates. "Der Beamte hat in und außer Dienst das Standesansehen zu wahren, sich stets im Einklang mit den Anforderungen der Disziplin zu verhalten und alles zu vermeiden, was die Achtung und das Vertrauen, die seine Stellung erfordert, schmälern könnte", heißt es in der Dienstpragmatik von 1914.

Das Verhältnis zwischen dem Staat und seinen Dienern – Fürsorgepflicht auf der einen und Treuepflicht auf der anderen Seite – kam durch die wirtschaftlichen und politischen Umbrüche zwischen 1918 und 1938 in ein Ungleichgewicht.

Wirtschaftskrisen führten zu einem Abbau der Beamtenschaft, um den Staatshaushalt zu sanieren, das Salär sank aufgrund der hohen Inflation. Weibliche Staatsbedienstete, die im Jahr 1922 ca. 10 % des öffentlichen Dienstes stellten, waren von den Abbaumaßnahmen besonders stark betroffen. Unter solchen Umständen war es schwer eine standesgemäße Lebensführung aufrechtzuerhalten. Was konkret unter standesgemäßem Verhalten verstanden wird, was als anständig oder unanständig gilt, kann durch das Studium von Disziplinarakten verdeutlicht werden, in denen die Fehltritte und die entsprechenden Sanktionen dokumentiert sind.

Bereits seit dem späten 19. Jahrhundert begannen Staatsbedienstete, sich in Interessensvertretungen politisch zu organisieren. In den 1920er Jahren kam es zu einigen Streiks öffentlich Bediensteter. Im Ständestaat ab 1934 waren solche Organisationen verboten und wurden durch vaterländische "Dienststellenorganisationen" ersetzt. Die nationalsozialistischen "Säuberungen" ab 1938 schließlich verschonten auch den öffentlichen Dienst nicht. Aus politischen oder rassistischen Gründen wurden viele Staatsbedienstete entlassen, pensioniert oder versetzt.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wie Wissenschaft künftig verlegt wird.
Von Tanja Malle

Elsevier ist der Gigant unter den wissenschaftlichen Fachverlagen. In seinen Archiven und Datenbanken lagert das Wissen der Welt. Der Zugang ist teuer und die Forschung darauf angewiesen. 2017 machte Elsevier bei einem Umsatz von rund 2,8 Milliarden Euro eine Milliarde Gewinn. Weil Wissenschafter/innen und Forschende auf die Publikation in den renommierten Journalen angewiesen sind, bekommt Elsevier deren wissenschaftliche Papers de facto gratis. Da diese Forschung größtenteils vom Staat finanziert wird, macht Elsevier öffentlich finanziertes Wissen zu Geld.

Gegen diese Politik regt sich nun zunehmend Widerstand. In Deutschland haben sich mehr als 200 Hochschulen, Forschungsinstitute und Bibliotheken zusammengeschlossen und bauen Druck auf, indem sie Elsevier-Abonnements auslaufen lassen. Sie fordern Open-Access-Lösungen: Der Zugang zu öffentlich geförderten Forschungsresultaten soll frei werden – unter bestimmten Bedingungen. Als Vorbild gilt die Schweiz, wo ab 2024 öffentlich finanzierte Forschung ausschließlich im Open-Access-Verfahren publiziert werden soll.


19:30 Das Ö1 Konzert
Simply Quartet. Franz Schubert: Streichquartett Es-Dur D 87 * Béla Bartók: Streichquartett Nr. 3 cis-Moll * F. Schubert: Streichquartett d-Moll D 810, "Der Tod und das Mädchen" (aufgenommen am 20. November im Stephaniensaal des Grazer Congress' in Dolby Digital 5.1 Surround Sound).
Präsentation: Franz Josef Kerstinger

Das Preisträgerkonzert der Sparte Streichquartett des Internationalen Wettbewerbs "Franz Schubert und die Musik der Moderne" Graz 2018.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Wie belastbar sind Demokratien? Die Widerstandsfähigkeit von Institutionen und Strukturen (2).
Gestaltung: Tanja Malle

Der Körper in Extremsituationen. Tiefe, Höhe, Käte und Hitze (2).
Gestaltung: Madeleine Amberger

Early Baroque Craziness. Italienische Violinmusik vor Vivaldi (2).
Gestaltung: Verena Gruber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Donaueschingen 2018. Einblicke in die Uraufführungen bei den Donaueschinger Musiktagen (2).
Gestaltung: Nina Polaschegg

Zeitgenössische Musik ist im steten Wandel begriffen. In letzter Zeit nehmen Komponierende wieder verstärkt ganz konkret Bezug auf ihre Lebenswelt. Entsprechend spürten die diesjährigen Donaueschinger Musiktage aktuellem Zeitgeschehen nach. Roboter und Medienarchäologie spielten dabei ebenso eine Rolle wie Filterblasen und öffentliche Gewalt. Zwei "Zeit-Ton"-Sendungen geben Einblick in das Schaffen von Komponierenden, die sich reflektierend künstlerisch mit sozialen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzen.

*

Mittwoch, 19. Dezember 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Der entfremdete Jesus". Unbequeme Gedanken über Jesus von Nazareth von Hermann Glettler, Bischof der katholischen Diözese Innsbruck, kurz vor jenem weltweiten Fest, das an Jesu Geburt erinnert. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Sperrige, unbequeme Bibelstellen über Jesus von Nazareth sollte man nicht übergehen, sondern besser genau ansehen, meint der Bischof der katholischen Diözese Innsbruck, Hermann Glettler, in seinen "Gedanken für den Tag". Er möchte dagegen das "Fremde, Überraschende und Tröstende" der Person Jesu herausstreichen, um dadurch eine neue Begegnung mit ihm zu ermöglichen.

Der als Messias/Christus Verehrte habe Gesetze in Frage gestellt oder sie sogar gebrochen, er verhielt sich unkonventionell und höchst unhöflich. "Jesus ist nicht der liebe Jesus, wie wir ihn uns manchmal in kindischer Manier vorstellen – ein Jesus, der keinen Anstoß erregt, der niemanden verunsichert und sich den Erwartungen der Frommen fügt", meint Bischof Glettler. Die "Verkitschung" Jesu verdecke die herausfordernde Lebensrelevanz seiner Person, doch werde man ihm auch mit alleinigem Blick auf sein sozialkritisches und revolutionäres Potenzial nicht gerecht. Unbequeme Gedanken über Jesus von Nazareth kurz vor jenem weltweiten Fest, das an seine Geburt erinnert.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Wie belastbar sind Demokratien?
Die Widerstandsfähigkeit von Institutionen und Strukturen (3).
Gestaltung: Tanja Malle

Ein intriganter Staatsstreich bzw. ein gewalttätiger Militärputsch: Demokratien können abrupt scheitern und in eine Diktatur abrutschen. Beispiele dafür sind etwa Chile im Jahr 1973 und Thailand im Jahr 2014, wo das Militär in Folge einer andauernden politischen Krise die Macht übernommen und nicht wieder abgegeben hat.

Allerdings: Viel öfter scheitern Demokratien in Zeitlupe. Diese Diagnose stellen die beiden US-Politologen Steven Levitsky und Daniel Ziblatt in ihrem Sachbuchbestseller: "Wie Demokratien sterben". Sie benennen darin vier Merkmale für den schleichenden Abbau von demokratischen Verhältnissen und den Weg ins Autoritäre. Erstens, wenn Parteien oder Bewegungen demokratische Spielregeln nicht anerkennen, beispielsweise staatliche Institutionen, Verfassung oder Wahlergebnisse nicht respektieren.

Zweitens, wenn sie ihren politischen Gegner Legitimität aberkennen, sie etwa als Agenten auswärtiger Mächte, als Gefahr für das Land oder als Kriminelle bezeichnen und ihnen damit das Recht auf Teilhabe an politischen Prozessen absprechen. Drittens, wenn Sie Gewalt tolerieren bzw. nicht verurteilen und Extremisten in ihren Reihen Platz geben. Und viertens nennen Levitsky und Ziblatt die Bereitschaft, Freiheiten einzuschränken, etwa die Meinungs- und Pressefreiheit. Im Fokus der beiden Autoren stehen die Entwicklungen in den USA – nicht erst seit dem Amtsantritt des US-Präsidenten Donald Trump. Aber auch EU-Mitgliedsstaaten werden genannt, allen voran die Entwicklungen in Polen und Ungarn.

Die internationale Nichtregierungsorganisation "Freedom House" veröffentlicht jedes Jahr einen Demokratiereport. Laut der aktuellen Ausgabe des Reports ist 2017 im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren eine Talsohle erreicht worden – sowohl was politische Rechte, aber auch, was zivile Freiheiten betrifft. Autokratien seien gestärkt, Demokratien gebeutelt worden. Nicht nur der "Freedom in the World"-Report, auch andere Demokratieindizes, benennen Norwegen als derzeit am besten entwickelte Demokratie.

Aber wie belastbar ist diese Staatsform, wie kann sie gestärkt und ausgebaut werden, wie mit neuen Bedrohungen, etwa Manipulationen der öffentlichen Meinung mithilfe der Sozialen Medien umgehen? In Österreich wurde – passend zum 100. Geburtstag der Republik Österreich – im Oktober 2018 erstmals ein umfassender Demokratiemonitor herausgeben, finanziert vom Zukunftsfond der Republik. Er gibt zum Teil Antworten auf diese Fragen.

Weitere Hinweise liefert der Blick über die Landesgrenzen. Etwa nach Slowenien, wo umfassende Transparenz- und Antikorruptionsgesetze das Vertrauen in den vergleichsweise jungen Staat deutlich stärken konnten. Und die US-Politologen Levitsky und Ziblatt geben weitere wichtige Hinweise: Etwa den, dass auch zahlreiche ungeschriebene Normen, die politische Prozesse und Teilhaben in Staaten kennzeichnen, sowie die Bereitschaft zu Kompromissen bedeutend für den Fortbestand von Demokratien sind.


09:30 Radiokolleg – Der Körper in Extremsituationen
Tiefe, Höhe, Kälte und Hitze (3).
Gestaltung: Madeleine Amberger

Alle Jahre wieder gleicht das Mount Everest-Basislager auf 5.500 Metern Seehöhe einer Zeltstadt. Hunderte Bergsteiger warten auf günstige Bedingungen für den Gipfelsturm des höchsten Berges der Welt. Doch für einige ist hier Endstation, denn der Körper spielt nicht mehr mit: Sie leiden an Höhenkrankheit.

Das Spektrum reicht von harmlosen Kopfschmerzen zu lebensgefährlichen Lungen- und Hirnödem. Schuld daran ist der niedrigere Luftdruck, der zu einer geringeren Konzentration von Sauerstoffmolekülen in der Luft führt. Sauerstoffmangel führt beispielsweise zu Schlafstörungen, Muskelschwund und beeinträchtigt auch den Wasserhaushalt.

All diese physiologischen Erscheinungen sind bei Bergsteigern temporär, stellen jedoch bei vielen Menschen chronische Krankheitsbilder dar. Unter Schlafapnoe leiden etwa Patienten mit Übergewicht oder chronischer Herzinsuffizienz. Daher statteten Höhenmediziner Bergsteiger mit Sensoren aus, um in Echtzeit, auf Schritt und Tritt, physiologische Veränderungen zu messen.

Auch die Tauchmedizin lieferte schon wichtige Erkenntnisse. Tauchen ohne Hilfesmittel – das Apnoetauchen – findet nur bis in eine Tiefe von 40 Metern statt. Der Extrem-Rekord liegt allerdings bei mehr als 200 Metern. In solche Regionen wagen sich üblicherweise nur Taucher mit Sauerstoffausrüstung vor (technisches Tauchen).

Je tiefer man taucht, desto höher der Wasserdruck, dem der Körper ausgesetzt wird. Höherer Druck verringert das Lungenvolumen sowie die Ausdehnung von Gasen wie Luft. Viele Unfälle passieren gerade beim Auftauchen. Die mögliche Folge: Dekompressionserkrankungen. Diese reichen von Lungenfunktionsstörungen bis zu Schlaganfällen. Dank der Tauchmedizin weiß man, dass bei Patienten Flüssigkeit aus der Lunge austreten, ins Gehirn wandern und zu einem Schlaganfall führen kann.

Nicht nur extreme Druckbedingungen, sondern auch extreme Temperaturen werden dem Organismus gefährlich. Die normale Körpertemperatur des Menschen beträgt zwischen 35.8 und 37.2 Grad Celsius. Ab 42 Grad bzw. unter 31 Grad herrscht Lebensgefahr. Gezielte Hitze- und Kälteanwendung - Hyperthermie bzw. Kryotherapie – haben dennoch ihren fixen Platz in der Medizin. Mit Hitze und extremer Kälte werden beispielsweise Krebstumore bekämpft. Durch wenige Minuten in Kältekammern mit Temperaturen zwischen minus 70 und minus 110 Grad soll Schmerz- und Rheumapatienten geholfen werden.


09:45 Radiokolleg – Early Baroque Craziness
Italienische Violinmusik vor Vivaldi (3).
Gestaltung: Verena Gruber

Bizarr, exzentrisch, verrückt – das sind die Attribute der italienischen Violinmusik im 17. Jahrhundert. Ausgehend von Italien wandelten sich um 1600 in der musikalischen Landschaft Europas die Zeiten. Nicht mehr fünf oder sechs Stimmen erklangen, sondern Solostimmen. Die Geige wurde zum wichtigsten Instrument. Giovanni Paolo Cima, Merula Fontana, Salomone Rossi, Carlo Farina, Marco Uccelini, Biagio Marini, Antonio Bertali, Giovanni Antonio Pandolfi Mealli hießen einige dieser italienischen Musik-Stars.

Unter ihren Händen spielten die Geigen den Sound des frühbarocken Zeitalters und avancierten zum Virtuosen-Instrument par excellence. Diese ersten Teufelsgeiger experimentieren mit ihren Barockinstrumenten in neuen Formen, ungewöhnlichen Besetzungen und mit technischen Innovationen: Mit Doppel- und Trippelgriffen, Bogenvibrato und Skordatur spielten sie die Sonaten und Capricen, die Concerti grossi und Ciaccone vor begeistertem Publikum in Rom, Mantua, Venedig, Parma und Mailand.

Die Kunde vom "stile nuovo" in Italien verbreitete sich rasch in ganz Europa. Die italienischen Geiger überquerten die Alpen und exportierten als "virtuosi ambulanti", als "herumziehenden Virtuosen-Geiger", den italienischen Stil an die europäischen Höfe in Wien, Dresden, Amsterdam, London und Paris. Umgekehrt reisten viele Musiker nach Italien und ließen sich in der neuen Art des Komponierens und Spielens unterrichten. Im Laufe des 17. Jahrhunderts etablierte sich so der neue Stil in ganz Europa und setzte damit auch eine neue Einstellung zur Musik durch.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Stefanie Maderthaner. Zum 70. Geburtstag von Mitsuko Uchida. Robert Schumann: Quintett für Klavier, zwei Violinen, Viola und Violoncello Es-Dur op. 44 (Mitsuko Uchida, Hagen Quartett)

Sie bezeichnet sich als "britische Pianistin japanischer Herkunft", wobei sie prägende Jahre ihres Lebens in Österreich verbracht hat. Schon mit 12 Jahren begann Mitsuko Uchida an der Wiener Musikhochschule Klavier zu studieren, als 14-Jährige trat sie im Wiener Brahmssaal erstmals öffentlich auf. In den frühen 1970er Jahren zog sie nach London und startete ihre große internationale Karriere; von jeher hervorgehoben und gepriesen wurde ihr scheinbar ganz unspektakuläres Auftreten, die Feinheit ihres Spiels und die interpretatorische Tiefe ihrer Gestaltungen.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Der aufblasbare Engel" von Zaza Burchuladse (aus dem Georgischen von Maia Tabukashvili).
Gestaltung: Friederike Raderer

Das junge georgische Paar Nino und Niko Gorosia führt aus Langeweile in ihrer Küche eine Geisterbeschwörung durch. Und der Geist erscheint wirklich. Es ist Georges Gurdjieff, der große Esoteriker und Scharlatan des 20. Jahrhunderts. Zur Bestürzung der Gorosias macht er keine Anstalten, wieder zu verschwinden.

Als sie ihn bitten, sich an den Haushaltungskosten zu beteiligen, verfällt Gurdjieff auf seine probaten Mittel: Betrug, Kidnapping, Hypnose. Auf einmal scheint alles möglich, nur eine Frage des Glaubens, und die Gorosias träumen vom großen Aufstieg.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Nadja Kayali.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Radio France Philharmonic Orchestra, Dirigent: Andris Poga; Boris Berezovsky und Andrei Korobeinikov, Klavier; Amitri Makhtin, Violine; Alexander Kniazev, Violoncello. Nikolai Karlovich Medtner: Klaviersonate a-Moll op. 38/1 * Sergej Rachmaninow: Trio élégiaque Nr. 2 d-Moll op. 9 * Piotr Iljitsch Tschaikowsky: "Romeo und Julia", Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare (aufgenommen am 6. September im Radio France Broadcasting House, Paris).
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Was für uns von diesem CD-Jahr bleibt?


17:55 Betrifft: Geschichte
Österreichs Beamte in der Zwischenkriegszeit. Mit Therese Garstenauer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Isabelle Engels

Die soziale und berufliche Gruppe der Staatsbediensteten prägte die österreichische Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert. Doch nach dem Niedergang der Habsburgermonarchie im Jahr 1918 mussten die Staatsdiener einen stetigen Statusverlust hinnehmen.

Der Staat war für die Beamten mehr als ein Arbeitgeber, er sorgte für einen lebenslangen standesgemäßen Unterhalt, auch im Ruhestand. Im Gegenzug wurde von den Beamten nicht nur die Erfüllung ihrer Dienstpflichten verlangt, sondern ein standesgemäßes Verhalten – galten sie doch als Repräsentanten des Staates. "Der Beamte hat in und außer Dienst das Standesansehen zu wahren, sich stets im Einklang mit den Anforderungen der Disziplin zu verhalten und alles zu vermeiden, was die Achtung und das Vertrauen, die seine Stellung erfordert, schmälern könnte", heißt es in der Dienstpragmatik von 1914.

Das Verhältnis zwischen dem Staat und seinen Dienern – Fürsorgepflicht auf der einen und Treuepflicht auf der anderen Seite – kam durch die wirtschaftlichen und politischen Umbrüche zwischen 1918 und 1938 in ein Ungleichgewicht.

Wirtschaftskrisen führten zu einem Abbau der Beamtenschaft, um den Staatshaushalt zu sanieren, das Salär sank aufgrund der hohen Inflation. Weibliche Staatsbedienstete, die im Jahr 1922 ca. 10 % des öffentlichen Dienstes stellten, waren von den Abbaumaßnahmen besonders stark betroffen. Unter solchen Umständen war es schwer eine standesgemäße Lebensführung aufrechtzuerhalten. Was konkret unter standesgemäßem Verhalten verstanden wird, was als anständig oder unanständig gilt, kann durch das Studium von Disziplinarakten verdeutlicht werden, in denen die Fehltritte und die entsprechenden Sanktionen dokumentiert sind.

Bereits seit dem späten 19. Jahrhundert begannen Staatsbedienstete, sich in Interessensvertretungen politisch zu organisieren. In den 1920er Jahren kam es zu einigen Streiks öffentlich Bediensteter. Im Ständestaat ab 1934 waren solche Organisationen verboten und wurden durch vaterländische "Dienststellenorganisationen" ersetzt. Die nationalsozialistischen "Säuberungen" ab 1938 schließlich verschonten auch den öffentlichen Dienst nicht. Aus politischen oder rassistischen Gründen wurden viele Staatsbedienstete entlassen, pensioniert oder versetzt.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Die Arisierung der Wiener Galerie Harding.
Von Gabriele Anderl

Die Galerie Harding in der Wiener Kärntner Straße befand sich im Eigentum der Brüder Arnold und Alfred, die nach dem "Anschluss" als Juden verfolgt wurden. Welch erbitterter Kampf 1938 um die Arisierung der Kunsthandlung begann, lässt sich anhand von Prozessakten und anderen Archivalien nachzeichnen. Den Zuschlag erhielt Helene Silverio. Was die zuständige Behörde nicht wusste: Silverio und Arnold Harding waren ein Paar; so blieb den Eigentümern zumindest die Wiener Galerie erhalten. Die Dependance in Marienbad konnte sich hingegen Eduard Nierscher aneignen.

Der ehemalige Geschäftsdiener versuchte aber weiterhin, "sich mit Brachialgewalt der Firma zu bemächtigen", wie es Silverios Anwalt in einem Schreiben formulierte. Nach Kriegsende wurde Nierscher wegen des Verdachts der Denunziation vor dem Volksgericht angeklagt, aber "mangels eines strikten Beweises" freigesprochen. Während Alfred Harding deportiert und ermordet wurde, überlebte sein Bruder Arnold den Krieg in Wien in einem Versteck bei Helene Silverio, seiner späteren Ehefrau.


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
präsentiert von Gerhard Hafner. Ein Querschnitt durch Georg Friedrich Händels "Messiah"

Rund um Weihnachten zählt Georg Friedrich Händels "Messiah" zu einem der meist aufgeführten Werke weltweit. Vergangenen Sonntag konnte man das, 1742 in Dublin uraufgeführte, Oratorium etwa im Theater an der Wien erleben. Julia Doyle sang an dem Abend die Sopranpartie. Die englische Sängerin führte das Solistenensemble bei Händels "Messiah" auch beim Eröffnungskonzert des heurigen "Misteria Paschalia Festival" in Krakau an.

Dabei spielte Schottlands führendes Barockensemble, der "Dunedin Consort", unter dessen musikalischen Leiter John Butt, der eine ganz spezielle "Messiah"-Fassung auf das Programm setzte: die Version der Londoner Erstaufführung aus dem Jahr 1743.


21:00 Salzburger Nachtstudio
"Die Kraft der Gemeinschaft"
Gestaltung: Elisabeth J. Nöstlinger

Aus Leidenschaft entstanden, durch Gemeinschaft gefestigt, wegen psychodynamischer Prozesse entzweit: So verlief die jüngste Geschichte Europas, die Geschichte der Europäischen Union.

Dabei zeigte sich eine Dynamik wie in anderen Gemeinschaftsgefügen, in Partnerbeziehungen, Freundschaften, Organisationsstrukturen, Parteien, in Firmen und Vereinen.

Was geht dabei vor sich?

Am Beginn steht die Sehnsucht nach Gemeinsamkeit und die evolutionsbiologische Tatsache, dass erst Kooperation die Menschheit weiterbringt. Eine Studie am St. Chad's College in Durham/Großbritannien zeigt beispielsweise, dass dort kaum jemand sein Studium abbricht, und zwar infolge des sozialen Zusammenhalts. Ausgrenzung ist tabu, es gibt keine Außenseiter. Dadurch wird die individuelle Persönlichkeit der jungen Menschen für ihr Leben geprägt.

Den meisten Menschen sind solche positiven Erfahrungen nicht vergönnt. Viele von uns sind lebenslang von negativen Erlebnissen geprägt, denn die Persönlichkeit wird nicht vor dem Konferenzraum abgelegt, nicht vor dem Betreten des Büros und auch nicht vor der partnerschaftlich geteilten Wohnung.

Die Persönlichkeitsstruktur stellt somit ein Konstrukt dar, " ( …) in welchem psychische Funktionsweisen und psychische Repräsentanzen aus der Erlebniswirklichkeit eines Menschen mit ihren bewussten und unbewussten Anteilen abstrahiert sind". Rudolf/Grande/Henningsen: "Die Struktur der Persönlichkeit")

Umgekehrt wirken zwar auch Organisationskulturen auf Menschen ein, doch neueste Studien zeigen, wie ausgeprägt das soziale Gehirn ist, und dass Menschen über Hierarchie und Herrschaft eigentlich nicht geführt werden können. Eigenverantwortung übernimmt mehr und mehr die Handlungshoheit und verändert so das kollektive Bewusstsein der Gesellschaften.

Ein Salzburger Nachtstudio von Elisabeth J. Nöstlinger


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Wie belastbar sind Demokratien? Die Widerstandsfähigkeit von Institutionen und Strukturen (3).
Gestaltung: Tanja Malle

Der Körper in Extremsituationen. Tiefe, Höhe, Käte und Hitze (3).
Gestaltung: Madeleine Amberger

Early Baroque Craziness. Italienische Violinmusik vor Vivaldi (3).
Gestaltung: Verena Gruber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin.
Gestaltung: Astrid Schwarz

Am Ende des Jahres präsentieren die Zeit-Ton Magazin-Gestalter/innen auch heuer wieder ausgewählte Favorites aus den vergangenen zwölf Monaten.

*

Donnerstag, 20. Dezember 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Der entfremdete Jesus". Unbequeme Gedanken über Jesus von Nazareth von Hermann Glettler, Bischof der katholischen Diözese Innsbruck, kurz vor jenem weltweiten Fest, das an Jesu Geburt erinnert. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Sperrige, unbequeme Bibelstellen über Jesus von Nazareth sollte man nicht übergehen, sondern besser genau ansehen, meint der Bischof der katholischen Diözese Innsbruck, Hermann Glettler, in seinen "Gedanken für den Tag". Er möchte dagegen das "Fremde, Überraschende und Tröstende" der Person Jesu herausstreichen, um dadurch eine neue Begegnung mit ihm zu ermöglichen.

Der als Messias/Christus Verehrte habe Gesetze in Frage gestellt oder sie sogar gebrochen, er verhielt sich unkonventionell und höchst unhöflich. "Jesus ist nicht der liebe Jesus, wie wir ihn uns manchmal in kindischer Manier vorstellen – ein Jesus, der keinen Anstoß erregt, der niemanden verunsichert und sich den Erwartungen der Frommen fügt", meint Bischof Glettler. Die "Verkitschung" Jesu verdecke die herausfordernde Lebensrelevanz seiner Person, doch werde man ihm auch mit alleinigem Blick auf sein sozialkritisches und revolutionäres Potenzial nicht gerecht. Unbequeme Gedanken über Jesus von Nazareth kurz vor jenem weltweiten Fest, das an seine Geburt erinnert.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Wie belastbar sind Demokratien?
Die Widerstandsfähigkeit von Institutionen und Strukturen (4).
Gestaltung: Tanja Malle

Ein intriganter Staatsstreich bzw. ein gewalttätiger Militärputsch: Demokratien können abrupt scheitern und in eine Diktatur abrutschen. Beispiele dafür sind etwa Chile im Jahr 1973 und Thailand im Jahr 2014, wo das Militär in Folge einer andauernden politischen Krise die Macht übernommen und nicht wieder abgegeben hat.

Allerdings: Viel öfter scheitern Demokratien in Zeitlupe. Diese Diagnose stellen die beiden US-Politologen Steven Levitsky und Daniel Ziblatt in ihrem Sachbuchbestseller: "Wie Demokratien sterben". Sie benennen darin vier Merkmale für den schleichenden Abbau von demokratischen Verhältnissen und den Weg ins Autoritäre. Erstens, wenn Parteien oder Bewegungen demokratische Spielregeln nicht anerkennen, beispielsweise staatliche Institutionen, Verfassung oder Wahlergebnisse nicht respektieren.

Zweitens, wenn sie ihren politischen Gegner Legitimität aberkennen, sie etwa als Agenten auswärtiger Mächte, als Gefahr für das Land oder als Kriminelle bezeichnen und ihnen damit das Recht auf Teilhabe an politischen Prozessen absprechen. Drittens, wenn Sie Gewalt tolerieren bzw. nicht verurteilen und Extremisten in ihren Reihen Platz geben. Und viertens nennen Levitsky und Ziblatt die Bereitschaft, Freiheiten einzuschränken, etwa die Meinungs- und Pressefreiheit. Im Fokus der beiden Autoren stehen die Entwicklungen in den USA – nicht erst seit dem Amtsantritt des US-Präsidenten Donald Trump. Aber auch EU-Mitgliedsstaaten werden genannt, allen voran die Entwicklungen in Polen und Ungarn.

Die internationale Nichtregierungsorganisation "Freedom House" veröffentlicht jedes Jahr einen Demokratiereport. Laut der aktuellen Ausgabe des Reports ist 2017 im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren eine Talsohle erreicht worden – sowohl was politische Rechte, aber auch, was zivile Freiheiten betrifft. Autokratien seien gestärkt, Demokratien gebeutelt worden. Nicht nur der "Freedom in the World"-Report, auch andere Demokratieindizes, benennen Norwegen als derzeit am besten entwickelte Demokratie.

Aber wie belastbar ist diese Staatsform, wie kann sie gestärkt und ausgebaut werden, wie mit neuen Bedrohungen, etwa Manipulationen der öffentlichen Meinung mithilfe der Sozialen Medien umgehen? In Österreich wurde – passend zum 100. Geburtstag der Republik Österreich – im Oktober 2018 erstmals ein umfassender Demokratiemonitor herausgeben, finanziert vom Zukunftsfond der Republik. Er gibt zum Teil Antworten auf diese Fragen.

Weitere Hinweise liefert der Blick über die Landesgrenzen. Etwa nach Slowenien, wo umfassende Transparenz- und Antikorruptionsgesetze das Vertrauen in den vergleichsweise jungen Staat deutlich stärken konnten. Und die US-Politologen Levitsky und Ziblatt geben weitere wichtige Hinweise: Etwa den, dass auch zahlreiche ungeschriebene Normen, die politische Prozesse und Teilhaben in Staaten kennzeichnen, sowie die Bereitschaft zu Kompromissen bedeutend für den Fortbestand von Demokratien sind.


09:30 Radiokolleg – Der Körper in Extremsituationen
Tiefe, Höhe, Kälte und Hitze (4).
Gestaltung: Madeleine Amberger

Alle Jahre wieder gleicht das Mount Everest-Basislager auf 5.500 Metern Seehöhe einer Zeltstadt. Hunderte Bergsteiger warten auf günstige Bedingungen für den Gipfelsturm des höchsten Berges der Welt. Doch für einige ist hier Endstation, denn der Körper spielt nicht mehr mit: Sie leiden an Höhenkrankheit.

Das Spektrum reicht von harmlosen Kopfschmerzen zu lebensgefährlichen Lungen- und Hirnödem. Schuld daran ist der niedrigere Luftdruck, der zu einer geringeren Konzentration von Sauerstoffmolekülen in der Luft führt. Sauerstoffmangel führt beispielsweise zu Schlafstörungen, Muskelschwund und beeinträchtigt auch den Wasserhaushalt.

All diese physiologischen Erscheinungen sind bei Bergsteigern temporär, stellen jedoch bei vielen Menschen chronische Krankheitsbilder dar. Unter Schlafapnoe leiden etwa Patienten mit Übergewicht oder chronischer Herzinsuffizienz. Daher statteten Höhenmediziner Bergsteiger mit Sensoren aus, um in Echtzeit, auf Schritt und Tritt, physiologische Veränderungen zu messen.

Auch die Tauchmedizin lieferte schon wichtige Erkenntnisse. Tauchen ohne Hilfesmittel – das Apnoetauchen – findet nur bis in eine Tiefe von 40 Metern statt. Der Extrem-Rekord liegt allerdings bei mehr als 200 Metern. In solche Regionen wagen sich üblicherweise nur Taucher mit Sauerstoffausrüstung vor (technisches Tauchen).

Je tiefer man taucht, desto höher der Wasserdruck, dem der Körper ausgesetzt wird. Höherer Druck verringert das Lungenvolumen sowie die Ausdehnung von Gasen wie Luft. Viele Unfälle passieren gerade beim Auftauchen. Die mögliche Folge: Dekompressionserkrankungen. Diese reichen von Lungenfunktionsstörungen bis zu Schlaganfällen. Dank der Tauchmedizin weiß man, dass bei Patienten Flüssigkeit aus der Lunge austreten, ins Gehirn wandern und zu einem Schlaganfall führen kann.

Nicht nur extreme Druckbedingungen, sondern auch extreme Temperaturen werden dem Organismus gefährlich. Die normale Körpertemperatur des Menschen beträgt zwischen 35.8 und 37.2 Grad Celsius. Ab 42 Grad bzw. unter 31 Grad herrscht Lebensgefahr. Gezielte Hitze- und Kälteanwendung - Hyperthermie bzw. Kryotherapie – haben dennoch ihren fixen Platz in der Medizin. Mit Hitze und extremer Kälte werden beispielsweise Krebstumore bekämpft. Durch wenige Minuten in Kältekammern mit Temperaturen zwischen minus 70 und minus 110 Grad soll Schmerz- und Rheumapatienten geholfen werden.


09:45 Radiokolleg – Early Baroque Craziness
Italienische Violinmusik vor Vivaldi (4).
Gestaltung: Verena Gruber

Bizarr, exzentrisch, verrückt – das sind die Attribute der italienischen Violinmusik im 17. Jahrhundert. Ausgehend von Italien wandelten sich um 1600 in der musikalischen Landschaft Europas die Zeiten. Nicht mehr fünf oder sechs Stimmen erklangen, sondern Solostimmen. Die Geige wurde zum wichtigsten Instrument. Giovanni Paolo Cima, Merula Fontana, Salomone Rossi, Carlo Farina, Marco Uccelini, Biagio Marini, Antonio Bertali, Giovanni Antonio Pandolfi Mealli hießen einige dieser italienischen Musik-Stars.

Unter ihren Händen spielten die Geigen den Sound des frühbarocken Zeitalters und avancierten zum Virtuosen-Instrument par excellence. Diese ersten Teufelsgeiger experimentieren mit ihren Barockinstrumenten in neuen Formen, ungewöhnlichen Besetzungen und mit technischen Innovationen: Mit Doppel- und Trippelgriffen, Bogenvibrato und Skordatur spielten sie die Sonaten und Capricen, die Concerti grossi und Ciaccone vor begeistertem Publikum in Rom, Mantua, Venedig, Parma und Mailand.

Die Kunde vom "stile nuovo" in Italien verbreitete sich rasch in ganz Europa. Die italienischen Geiger überquerten die Alpen und exportierten als "virtuosi ambulanti", als "herumziehenden Virtuosen-Geiger", den italienischen Stil an die europäischen Höfe in Wien, Dresden, Amsterdam, London und Paris. Umgekehrt reisten viele Musiker nach Italien und ließen sich in der neuen Art des Komponierens und Spielens unterrichten. Im Laufe des 17. Jahrhunderts etablierte sich so der neue Stil in ganz Europa und setzte damit auch eine neue Einstellung zur Musik durch.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt
mit Gustav Danzinger.

Die Botschaft der Engel an die Hirten von Bethlehem gilt ganz wesentlich dem Frieden auf der Erde. Als Vision klingt er überirdisch schön, als Desideratum erfleht oder fordert man ihn mit weichen wie mit harten, mit lauten wie mit leisen Tönen. "Da pacem, Domine" sang man seit dem frühen Mittelalter im Chorgebet, Martin Luther machte daraus seine Choraldichtung "Verleih uns Frieden", die von Heinrich Schütz bis Hugo Distler hundertfach vertont wurde.

Die Bitte um Frieden schließt das katholische Messordinarium ab: Hier kann man alle Gemütsverfassungen von fröhlicher Gewissheit bis zu tiefstem Leidensdruck vernehmen. Anfang des 20. Jahrhunderts schuf Arnold Schönberg mit "Friede auf Erden" einen weihnachtlichen Chor-Klassiker; genau 60 Jahre später wird die Friedensbitte in Leonard Bernsteins "Mass" zum Slogan der revoltierenden Massen umfunktioniert.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Das Leben rächt sich" von Max Brod. Es liest Rudolf Wessely.
Gestaltung: Edith Vukan
Präsentation: Nicole Dietrich

Draußen ist es unerträglich heiß. Ein Gewitter kündigt sich an. In dem kleinen Pavillon, in dem eben eine Ausstellung eröffnet wurde, bewegen sich die ersten Besucher, die ersten Betrachter. Plötzlich werden die Gestalten auf den Gemälden lebendig.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Peter Kislinger.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
Unsere Sängerin des Jahres 2018: Birgit Nilsson, diesmal in "neuen" Liveaufnahmen

Mit dem (heuer an Nina Stemme verliehenen) "Birgit-Nilsson-Preis" ist die "Birgit Nilsson Foundation" schon bisher auffallend in Erscheinung getreten. 2018, zur 100.Wiederkehr des Geburtstags der schwedischen "Hochdramatischen", wurde nun eine derartige Vielfalt an Initiativen gesetzt, die sich zu einer editorischen Großtat erster Güte summieren.

Da trat rund ums eigentliche Geburtstags-Datum zu einer reich ausgestatteten Komplett-Ausgabe von Birgit Nilssons Platten-Studioaufnahmen auf 79 CDs eine Mischung aus Bildband und Lebensdokumentation, die "La Nilsson" nun auch im Bücherschrank neben "La Callas" prominent weiterleben lässt. Und im Herbst wurde noch eine Box mit bisher nicht oder nicht in dieser Tonqualität greifbaren Live-Dokumenten der Sängerin nachgereicht: Bartok, Beethoven, Puccini, Strauss und – erwartungsgemäß – viel Wagner. Ein Nilsson-Fest!


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Von Robin Hood zu Harry Potter
Gestaltung: Ute Maurnböck

Seit der Stummfilmzeit hat man Kinofilme mit Musik begleitet. Am Klavier, auf der Orgel oder gar mit einem Orchester wurden bereits vorkomponierte Stücke zu passenden Filmszenen dazugespielt. Später schrieben Musiker eigens für den jeweiligen Film Musikstücke – "King Kong" war einer der ersten Filme, der 1933 mit eigener Filmmusik aufwartete.

Ein Film ohne Musik hat einfach nicht so viel Atmosphäre, findet das Ö1 Kinderuni-Team. Janice, Florian, Kilian, Friedrich, Kaela und Carla sind selbst sehr aktiv, wenn es um Musik geht: Sie machen bei Musicals mit, spielen Instrumente, komponieren selbst, singen in einem Chor oder drehen Filme.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber. Was für uns von diesem CD-Jahr bleibt?


17:55 Betrifft: Geschichte
Österreichs Beamte in der Zwischenkriegszeit. Mit Therese Garstenauer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Isabelle Engels

Die soziale und berufliche Gruppe der Staatsbediensteten prägte die österreichische Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert. Doch nach dem Niedergang der Habsburgermonarchie im Jahr 1918 mussten die Staatsdiener einen stetigen Statusverlust hinnehmen.

Der Staat war für die Beamten mehr als ein Arbeitgeber, er sorgte für einen lebenslangen standesgemäßen Unterhalt, auch im Ruhestand. Im Gegenzug wurde von den Beamten nicht nur die Erfüllung ihrer Dienstpflichten verlangt, sondern ein standesgemäßes Verhalten – galten sie doch als Repräsentanten des Staates. "Der Beamte hat in und außer Dienst das Standesansehen zu wahren, sich stets im Einklang mit den Anforderungen der Disziplin zu verhalten und alles zu vermeiden, was die Achtung und das Vertrauen, die seine Stellung erfordert, schmälern könnte", heißt es in der Dienstpragmatik von 1914.

Das Verhältnis zwischen dem Staat und seinen Dienern – Fürsorgepflicht auf der einen und Treuepflicht auf der anderen Seite – kam durch die wirtschaftlichen und politischen Umbrüche zwischen 1918 und 1938 in ein Ungleichgewicht.

Wirtschaftskrisen führten zu einem Abbau der Beamtenschaft, um den Staatshaushalt zu sanieren, das Salär sank aufgrund der hohen Inflation. Weibliche Staatsbedienstete, die im Jahr 1922 ca. 10 % des öffentlichen Dienstes stellten, waren von den Abbaumaßnahmen besonders stark betroffen. Unter solchen Umständen war es schwer eine standesgemäße Lebensführung aufrechtzuerhalten. Was konkret unter standesgemäßem Verhalten verstanden wird, was als anständig oder unanständig gilt, kann durch das Studium von Disziplinarakten verdeutlicht werden, in denen die Fehltritte und die entsprechenden Sanktionen dokumentiert sind.

Bereits seit dem späten 19. Jahrhundert begannen Staatsbedienstete, sich in Interessensvertretungen politisch zu organisieren. In den 1920er Jahren kam es zu einigen Streiks öffentlich Bediensteter. Im Ständestaat ab 1934 waren solche Organisationen verboten und wurden durch vaterländische "Dienststellenorganisationen" ersetzt. Die nationalsozialistischen "Säuberungen" ab 1938 schließlich verschonten auch den öffentlichen Dienst nicht. Aus politischen oder rassistischen Gründen wurden viele Staatsbedienstete entlassen, pensioniert oder versetzt.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Quallen als Nutztiere der Zukunft.
Von Hanna Ronzheimer

Seit rund 500 Millionen Jahren gibt es Quallen. Mit der Klimaerwärmung und der Verschmutzung der Meere kommen sie mehr als gut zurecht. Eine Plage für Tourist/innen und Entwässerungsanlagen. Doch die Qualle könnte auch anders und böte ungeahnte Möglichkeiten: Beispielsweise als Nahrungsquelle für die Europäer, nicht nur die Asiaten. Eifrig arbeiten Lebensmittelingenieure deshalb an Rezepten, die auch in unseren Breitengraden den Massengeschmack treffen sollen.

Und in der Ökologie: da könnte der Quallenschleim Plastikpartikel in den Ozeanen binden. Möglicherweise schmieren wir uns auch bald ein bisschen Qualle ins Gesicht, denn die Kosmetikindustrie setzt auf die Qualle. "Go Jelly" heißt ein EU-finanziertes Projekt, bei dem 15 wissenschaftliche Institute aus acht Ländern am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel an den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Tieres forschen.


19:30 Das Ö1 Konzert (Dolby Surround)
Tine Thing Helseth, Trompete; tenThing. Nordische Weihnacht – Festliche Weihnachtsmusik. Leise rieselt der Schnee. Winter Wonderland, White Christmas, Es ist ein Ros' entsprungen, Stille Nacht u.a. * Antonio Vivaldi: concerto Nr. 4 f-Moll op. 8/4, RV 297, "Der Winter" u.a. (aufgenommen am 6. Dezember im Stephaniensaal des Grazer Congress' in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Franz Josef Kerstinger

Frauenpower im Musikverein!
Die norwegische Startrompeterin Tine Thing Helseth präsentiert mit ihrem Brass-Ensemble tenThing festliche Weihnachtsmusik aus Skandinavien und beliebte Klassiker zur stimmungsvollsten Zeit des Jahres. Reizvoller Höhepunkt: Vivaldis Winter aus den Vier Jahreszeiten in einem raffinierten Arrangement.
(Musikverein Graz)


21:00 Im Gespräch
Renata Schmidtkunz im Gespräch mit der Journalistin und Autorin Anna Goldenberg und ihrer Großmutter, die Ärztin Helga Feldner-Bustin (Zeitgenossinnen im Gespräch am 2. Dezember 2018 im Theater in der Josefstadt)

Anna Goldenberg wurde 1989 in Wien geboren. Sie ist Journalistin und Autorin. Nach ihrem Studium in Cambridge/GB ging sie nach New York, um dort Journalismus zu studieren. Nach dem Studium schrieb sie für die damals noch wöchentlich herausgegebene Zeitung "Jewish Daily Forward". Dort wurde sie mit der sie irritierenden Frage konfrontiert, warum Juden nach der Shoa freiwillig nach Österreich zurückgekehrt sind. Darüber hatte sie, die in einer assimilierten jüdischen Familie groß geworden war, noch nicht nachgedacht. Aber die Frage – fast mehr Vorwurf – liess sie nicht mehr los. Also machte sie sich auf die Suche nach einer Antwort. Goldenberg las die Aufzeichnungen und Erinnerungen ihres Großvaters, des Arztes Hans Feldner-Bustin und recherchierte in Archiven.

Unterstützung bekam sie von ihrer Großmutter, die 1929 in Wien geborene Ärztin Helga Feldner-Bustin, geborene Pollak. Gemeinsam mit ihrer zum Judentum konvertierten Mutter und ihrer Schwester hatte sie Theresienstadt und der Vater Buchenwald und Auschwitz überlebt. Das Ergebnis ihrer Spurensuche veröffentlichte Anna Goldenberg in ihrem ersten Buch "Versteckte Jahre. Der Mann, der meinen Großvater rettete".

Zwei Generationen – ein Thema: im Gespräch mit Renata Schmidtkunz denken Helga Feldner-Bustin (89) und ihre Enkelin Anna Goldenberg (29) über die gemeinsame Suche nach, erzählen von der zwischen ihnen entstandenen engen Beziehung und äußern die Vermutung, dass es zwischen heute und damals Parallelen geben könnte.

Im Rahmen einer Matinée, einer Kooperation zwischen dem Theater in der Josefstadt und Radio Österreich 1, sind die diesjährige Ute-Bock-Preisträgerin Helga Feldner-Bustin und die Journalistin Anna Goldenberg am 2. Dezember 2018 um 11.00 Uhr zu Gast in den Sträußelsälen des Theaters.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Wie belastbar sind Demokratien? Die Widerstandsfähigkeit von Institutionen und Strukturen (4).
Gestaltung: Tanja Malle

Der Körper in Extremsituationen. Tiefe, Höhe, Käte und Hitze (4).
Gestaltung: Madeleine Amberger

Early Baroque Craziness. Italienische Violinmusik vor Vivaldi (4).
Gestaltung: Verena Gruber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Der Schlagzeugtüftler Lukas König im Porträt.
Gestaltung: Marlene Schnedl

Der 30-jährige österreichische Schlagzeuger Lukas König ist Viele: Sein musikalischer Kosmos strahlt von Jazz, Pop, Neuer Musik, Elektronik, Experimentellem bis zu Rap. Grund genug um dem talentierten König ein Jeunesse Special zu widmen: An zwei Abenden – 12. und 13. Oktober – präsentierte er seine Vielfalt mit sechs Acts im Wiener Jazzclub Porgy & Bess.

Mit dabei war das vor Vitalität strotzende Trio um den Pianisten Malcom Braff und den Bassisten Reggie Washington; 2011 erschien die erste CD des Trios. Und natürlich präsentierte Lukas König seine aktuellen Projekte, mit denen er sich in der heimischen Szene auf einzigartige Weise einen Namen gemacht hat. Als König im Duo mit dem Elektronikmusiker Robo Zimmermann und auch Mopcut war zu hören, mit der Stimmperformerin Audrey Chen und dem experimentellen Gitarristen Julien Desprez. Mopcut brillierte dieses Jahr übrigens bereits am Donaufestival in Krems.

Und natürlich durfte auch seine Hauptband Kompost 3 nicht fehlen; mit dieser Formation hat 2009 vieles begonnen. Mit dem US-amerikanischen Saxofonisten Briggan Krauss, Mastermind der Gruppe Sexmob, holte sich Lukas König einen der umtriebigsten Saxofonisten der New Yorker Jazzszene auf die Bühne, komplettiert von Martin Siewert, einem Experten an der Lap- und Pedal-Steel Gitarre sowie an elektronischen Devices.

*

Freitag, 21. Dezember 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Der entfremdete Jesus". Unbequeme Gedanken über Jesus von Nazareth von Hermann Glettler, Bischof der katholischen Diözese Innsbruck, kurz vor jenem weltweiten Fest, das an Jesu Geburt erinnert. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Sperrige, unbequeme Bibelstellen über Jesus von Nazareth sollte man nicht übergehen, sondern besser genau ansehen, meint der Bischof der katholischen Diözese Innsbruck, Hermann Glettler, in seinen "Gedanken für den Tag". Er möchte dagegen das "Fremde, Überraschende und Tröstende" der Person Jesu herausstreichen, um dadurch eine neue Begegnung mit ihm zu ermöglichen.

Der als Messias/Christus Verehrte habe Gesetze in Frage gestellt oder sie sogar gebrochen, er verhielt sich unkonventionell und höchst unhöflich. "Jesus ist nicht der liebe Jesus, wie wir ihn uns manchmal in kindischer Manier vorstellen – ein Jesus, der keinen Anstoß erregt, der niemanden verunsichert und sich den Erwartungen der Frommen fügt", meint Bischof Glettler. Die "Verkitschung" Jesu verdecke die herausfordernde Lebensrelevanz seiner Person, doch werde man ihm auch mit alleinigem Blick auf sein sozialkritisches und revolutionäres Potenzial nicht gerecht. Unbequeme Gedanken über Jesus von Nazareth kurz vor jenem weltweiten Fest, das an seine Geburt erinnert.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Österreichs Musizierende im Porträt
Fidelio Wettbewerb 2018 +++ Die Mezzosopranistin Klaudia Tandl.
Präsentation: Eva Teimel


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich "Ziegelbrennen" von Christian Lorenz Müller. Roman. Gestaltung: Karin Buttenhauser

70 Jahre mitteleuropäische Geschichte umspannt der Roman "Ziegelbrennen" von Christian Lorenz Müller. Kriege haben die Menschen in dieser Zeitspanne geprägt und sowohl der Zweite Weltkrieg als auch der Balkankrieg spiegeln sich bis heute im Leben der Menschen wider. Wie sehr besonders die eigene Familiengeschichte nachwirkt, das versucht der - Zitat – "angejahrte" Historiker Arthur Mantler zu ergründen und in einer Ausstellung darzustellen.

Dieser 500-Seiten-Roman ist eine weit ausgreifende Familiengeschichte, ein Chor aus vielen Stimmen, die scheinbar sprunghaft wechseln: zwischen der Zeit der faschistischen Ustascha-Diktatur in Kroatien während des Zweiten Weltkriegs, den Ereignissen der 1990er Jahre auf dem Balkan und der Flüchtlingswelle von 2015.

Christian Lorenz Müller wurde 1972 in Rosenheim (Bayern) geboren und lebt als Schriftsteller und Literaturvermittler in Salzburg. Nach einer Lehre zum Trompetenmacher und etlichen Gesellen- und Reisejahren veröffentlichte er 2010 seinen Debütroman "Wilde Jagd", für den er mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde. Im gleichen Jahr erhielt Müller den Georg-Trakl-Förderungspreis für Lyrik.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Hans Georg Nicklaus.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
Der Kammermusiker unter den Gitarristen: Jim Hall mit Scott Colley und Terry Clark.
Gestaltung: Helmut Jasbar

Wir erinnern uns an den 1930 geborenen und 2013 verstorbenen Gitarristen und Komponisten Jim Hall. Hall zählte zu den Größten seiner Zunft. Und damit ist nicht nur jene der Gitarristen gemeint, sondern die der Jazzmusiker, ja, der Musikerinnen und Musiker überhaupt. Stets hielt er sich im Hintergrund, selbst als Solist schien er nicht gerne im Vordergrund stehen zu wollen. Bei flüchtigem Zuhören konnte einem fast entgehen, wer denn da auf der Bühne gerade das Solo spielt.

Jim Hall war ein Kammermusiker im besten Sinn des Worts. Diese Art des konzentrierten, manchmal introvertierten Spiels war seine Domäne. Auf seine amerikanisch-freundliche Art, allürenfrei und eher unscheinbar gekleidet, eröffnete er doch in jeder Improvisation ein kleines Königreich – so auch am 13. Mai 2000, als er mit Scott Colley (Kontrabass) und dem Kanadier Terry Clark (Schlagzeug) im Wiener RadioKulturhaus gastierte.


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß


16:00 Nachrichten


16:05 Da capo: Im Gespräch
Renata Schmidtkunz im Gespräch mit der Journalistin und Autorin Anna Goldenberg und ihrer Großmutter, die Ärztin Helga Feldner-Bustin (Zeitgenossinnen im Gespräch am 02.12.2018 im Theater in der Josefstadt)

Anna Goldenberg wurde 1989 in Wien geboren. Sie ist Journalistin und Autorin. Nach ihrem Studium in Cambridge/GB ging sie nach New York, um dort Journalismus zu studieren. Nach dem Studium schrieb sie für die damals noch wöchentlich herausgegebene Zeitung "Jewish Daily Forward". Dort wurde sie mit der sie irritierenden Frage konfrontiert, warum Juden nach der Shoa freiwillig nach Österreich zurückgekehrt sind. Darüber hatte sie, die in einer assimilierten jüdischen Familie groß geworden war, noch nicht nachgedacht. Aber die Frage – fast mehr Vorwurf – liess sie nicht mehr los. Also machte sie sich auf die Suche nach einer Antwort. Goldenberg las die Aufzeichnungen und Erinnerungen ihres Großvaters, des Arztes Hans Feldner-Bustin und recherchierte in Archiven.

Unterstützung bekam sie von ihrer Großmutter, die 1929 in Wien geborene Ärztin Helga Feldner-Bustin, geborene Pollak. Gemeinsam mit ihrer zum Judentum konvertierten Mutter und ihrer Schwester hatte sie Theresienstadt und der Vater Buchenwald und Auschwitz überlebt. Das Ergebnis ihrer Spurensuche veröffentlichte Anna Goldenberg in ihrem ersten Buch "Versteckte Jahre. Der Mann, der meinen Großvater rettete".

Zwei Generationen – ein Thema: im Gespräch mit Renata Schmidtkunz denken Helga Feldner-Bustin (89) und ihre Enkelin Anna Goldenberg (29) über die gemeinsame Suche nach, erzählen von der zwischen ihnen entstandenen engen Beziehung und äußern die Vermutung, dass es zwischen heute und damals Parallelen geben könnte.

Im Rahmen einer Matinée, einer Kooperation zwischen dem Theater in der Josefstadt und Radio Österreich 1, sind die diesjährige Ute-Bock-Preisträgerin Helga Feldner-Bustin und die Journalistin Anna Goldenberg am 2. Dezember 2018 um 11.00 Uhr zu Gast in den Sträußelsälen des Theaters.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag. Was für uns von diesem CD-Jahr bleibt?


17:55 Betrifft: Geschichte
Österreichs Beamte in der Zwischenkriegszeit. Mit Therese Garstenauer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Isabelle Engels

Die soziale und berufliche Gruppe der Staatsbediensteten prägte die österreichische Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert. Doch nach dem Niedergang der Habsburgermonarchie im Jahr 1918 mussten die Staatsdiener einen stetigen Statusverlust hinnehmen.

Der Staat war für die Beamten mehr als ein Arbeitgeber, er sorgte für einen lebenslangen standesgemäßen Unterhalt, auch im Ruhestand. Im Gegenzug wurde von den Beamten nicht nur die Erfüllung ihrer Dienstpflichten verlangt, sondern ein standesgemäßes Verhalten – galten sie doch als Repräsentanten des Staates. "Der Beamte hat in und außer Dienst das Standesansehen zu wahren, sich stets im Einklang mit den Anforderungen der Disziplin zu verhalten und alles zu vermeiden, was die Achtung und das Vertrauen, die seine Stellung erfordert, schmälern könnte", heißt es in der Dienstpragmatik von 1914.

Das Verhältnis zwischen dem Staat und seinen Dienern – Fürsorgepflicht auf der einen und Treuepflicht auf der anderen Seite – kam durch die wirtschaftlichen und politischen Umbrüche zwischen 1918 und 1938 in ein Ungleichgewicht.

Wirtschaftskrisen führten zu einem Abbau der Beamtenschaft, um den Staatshaushalt zu sanieren, das Salär sank aufgrund der hohen Inflation. Weibliche Staatsbedienstete, die im Jahr 1922 ca. 10 % des öffentlichen Dienstes stellten, waren von den Abbaumaßnahmen besonders stark betroffen. Unter solchen Umständen war es schwer eine standesgemäße Lebensführung aufrechtzuerhalten. Was konkret unter standesgemäßem Verhalten verstanden wird, was als anständig oder unanständig gilt, kann durch das Studium von Disziplinarakten verdeutlicht werden, in denen die Fehltritte und die entsprechenden Sanktionen dokumentiert sind.

Bereits seit dem späten 19. Jahrhundert begannen Staatsbedienstete, sich in Interessensvertretungen politisch zu organisieren. In den 1920er Jahren kam es zu einigen Streiks öffentlich Bediensteter. Im Ständestaat ab 1934 waren solche Organisationen verboten und wurden durch vaterländische "Dienststellenorganisationen" ersetzt. Die nationalsozialistischen "Säuberungen" ab 1938 schließlich verschonten auch den öffentlichen Dienst nicht. Aus politischen oder rassistischen Gründen wurden viele Staatsbedienstete entlassen, pensioniert oder versetzt.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 matrix – computer & neue medien
Mit: Julia Gindl, Sarah Kriesche, Anna Masoner und Franz Zeller Endlich ist die Europäische Datenschutzgrundverordnung DSGVO in Kraft getreten und zeigt unerwünschte Nebenwirkungen, die EU zeigt IT-Monopolen zunehmend die Stirn und hinter den Verheißungen Künstlicher Intelligenz werden zunehmend auch Gefahren sichtbar.
Ein Rückblick der matrix-Redaktion auf Themen des Jahres, die uns auch 2019 beschäftigen werden.
Moderation und Redaktion: Franz Zeller


19:30 Das Ö1 Konzert
Sir András Schiff zum 65. Geburtstag. András Schiff, Klavier. Johann Sebastian Bach: Das Wohltemperierte Klavier II BWV 870 – 893 (aufgenommen am 29. August in der Royal Albert Hall in London im Rahmen der "Proms 2018").
Präsentation: Stefanie Maderthaner


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


22:23 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Der Schlagzeugtüftler Lukas König im Porträt.
Gestaltung: Marlene Schnedl

Der 30-jährige österreichische Schlagzeuger Lukas König ist Viele: Sein musikalischer Kosmos strahlt von Jazz, Pop, Neuer Musik, Elektronik, Experimentellem bis zu Rap. Grund genug um dem talentierten König ein Jeunesse Special zu widmen: An zwei Abenden – 12. und 13. Oktober – präsentierte er seine Vielfalt mit sechs Acts im Wiener Jazzclub Porgy & Bess.

Mit dabei war das vor Vitalität strotzende Trio um den Pianisten Malcom Braff und den Bassisten Reggie Washington; 2011 erschien die erste CD des Trios. Und natürlich präsentierte Lukas König seine aktuellen Projekte, mit denen er sich in der heimischen Szene auf einzigartige Weise einen Namen gemacht hat. Als König im Duo mit dem Elektronikmusiker Robo Zimmermann und auch Mopcut war zu hören, mit der Stimmperformerin Audrey Chen und dem experimentellen Gitarristen Julien Desprez. Mopcut brillierte dieses Jahr übrigens bereits am Donaufestival in Krems.

Und natürlich durfte auch seine Hauptband Kompost 3 nicht fehlen; mit dieser Formation hat 2009 vieles begonnen. Mit dem US-amerikanischen Saxofonisten Briggan Krauss, Mastermind der Gruppe Sexmob, holte sich Lukas König einen der umtriebigsten Saxofonisten der New Yorker Jazzszene auf die Bühne, komplettiert von Martin Siewert, einem Experten an der Lap- und Pedal-Steel Gitarre sowie an elektronischen Devices.


00:00 Nachrichten


00:05 Intrada
Österreichs Musizierende im Porträt.
(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

*


Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
51. Woche – 15.12. bis 21.12.2018
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 7. Dezember 2018

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