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ORF - ORF1/1119: Woche vom 16.11. bis 22.11.2019


Radioprogramm ORF1 – 47. Woche vom 16.11. bis 22.11.2019


Samstag, 16. November 2019


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Schönheit im Alter". Arnold Mettnitzer, Psychotherapeut und Theologe macht sich Gedanken über die Schönheit im Herbst des Lebens. -
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Das Alter macht alt, sonst gar nichts", sagt der norwegische Erzähler Knut Hamsun (1859 – 1952). Demgegenüber aber behaupten die Italiener: "Das Alter ist die Transparenz des Lichts!" Damit meinen sie, dass ein Mensch, geläutert durch all seine Erfahrungen hindurch, niemals so durchsichtig und klar, so schön ist, wie im Herbst seines Lebens. In einer Gesellschaft, die darum weiß, wachsen Achtsamkeit, Wertschätzung und Dankbarkeit bis zum letzten Atemzug.

Im Herbst des Jahres macht sich der Psychotherapeut und katholische Theologe Arnold Mettnitzer "Gedanken für den Tag" über die Schönheit im Herbst des Lebens.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 Heimspiel


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Klassische Geschäfte. Ein Blick hinter die Kulissen privater Musikkonservatorien in Wien.
Feature von Sahel Zarinfard und der Rechercheplattform Dossier.
Ton: Anna Kuncio.
Redaktion: Eva Roither

Wiens Ruf als "Hauptstadt der klassischen Musik" kennt so gut wie keine Grenzen. Von Peking bis Teheran träumen junge Menschen davon, in der Stadt der Sängerknaben singen oder ein Instrument spielen zu lernen - und sie lassen sich das so einiges kosten.

Bis zu 11.000 Euro wurden von einem privat geführten Musikkonservatorium nach dem ersten Studienjahr verlangt. Und obwohl die Konservatorien staatlich anerkannte Zeugnisse vergeben, ist die Qualität des Unterrichts in manchen Fällen zweifelhaft.

Im Gespräch mit der Featureautorin beklagen Studierende aus dem In- und Ausland das mangelnde Niveau des Unterrichts und unerwartete Mehrkosten. Fragt man sie nach den Studiengebühren an manchen privaten Musikkonservatorien, so hört man oft den gleichen Satz: "Es kommt ein bisschen darauf an." Und ein Lehrer erzählt: "Zach wird's, wenn man schon bei der Aufnahmeprüfung erkennt – der hat kein Talent. Und man nimmt ihn trotzdem auf. Man nimmt ihn, um das Konservatorium sozusagen zu finanzieren."

Ferdinand Breitschopf, zuständiger Fachinspektor für Musikschulen und Konservatorien im Wiener Stadtschulrat erklärt: "Wir haben wirklich hervorragend geführte Konservatorien – und dann gibt es manche, die sind schon geschlossen worden, weil dort die Qualität nicht gestimmt hat. Und andere, die sind, wenn man so will, auch beratungsresistent."

Die Vorwürfe gegenüber zwei Konservatorien haben auch die Gerichte beschäftigt. Die Schulleiter/innen weisen die behördlich festgestellten Mängel kategorisch zurück.

Längst geht es nicht mehr nur um Musik. Es geht auch um Geld und um einen Geschäftszweig, den Visa-Agenturen und Studenten-Scouts als "Overseas Student Market" (Übersee-Studenten-Markt) bezeichnen. Denn Bürger aus Nicht-EU-Ländern, die von einem Wiener Musikkonservatorium aufgenommen werden, erhalten schnell und unkompliziert ein österreichisches Visum. Fälle von sogenannten "Visumsstudenten" sind in der Vergangenheit vereinzelt bekannt geworden – für die Behörden sind sie nur schwer nachzuweisen.

Fazit einer jungen Studentin nach dreieinhalb Jahren an einem Konservatorium: "Ich fühle mich um Bildung betrogen und ich fühle mich vor allem darum betrogen, zu wissen, dass ich in die Welt gehe und weiß, ich kann, was ich können muss."

Eine Zusammenarbeit von Ö1 "Hörbilder" und Dossier.at


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem RadioCafe in Wien. Gäste: Ingrid Lang, Karl Stirner.
Präsentation: Albert Hosp

Thematisch begibt sich der "Ö1 Klassik-Treffpunkt" diesmal in den zweiten Wiener Gemeindebezirk, zum Theater im Nestroyhof Hamakom, wo nach Beendigung der Sanierungsarbeiten an dem 1898 errichteten Jugendstil-Bau ab 2009 der reguläre Theaterbetrieb startete sowie auch Ausstellungen und Lesungen abgehalten werden.

Zum zehnjährigen Jubiläum begrüßt Albert Hosp im RadioCafe die künstlerische Leiterin (seit der Saison 2017/'18 gemeinsam mit Frederic Lion), Regisseurin und Schauspielerin dieser Bühne, Ingrid Lang, sowie den Musiker und Komponisten Karl Stirner. Beide erarbeiteten die im Oktober zur Uraufführung gelangte Produktion von "Der letzte Mensch" von Philipp Weiss.

Ingrid Lang, 1976 in Bruck an der Leitha geboren, absolvierte ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und sammelte erste Erfahrungen am Deutschen Nationaltheater Weimar und weitere am Théâtre National du Luxembourg, am Staatstheater Meiningen, am Vorarlberger Landestheater und in Wien am Rabenhoftheater, Kosmostheater, Volkstheater und auch schon am Theater Hamakom. Dort inszenierte sie in der Folge mehrere szenische Lesungen und entwickelte 2013 gemeinsam mit dem Regisseur und künstlerischen Leiter Frederic Lion, der das "Hamakom" schon vom provisorischen Spielbetrieb ab 2008 leitete, das Format "Sam's Bar", das sie seither kuratiert. Ihr Regiedebüt mit Caryl Churchills "In weiter Ferne" brachte eine Nominierung für den Nestroy als "Beste Offproduktion". Mit dem "Outstanding Artist Award 2019 – Darstellende Kunst" wird die Regisseurin im Dezember vom Bundeskanzleramt ausgezeichnet. Auf der 2011 erschienenen CD "weidafoan" von Ernst Molden ist Ingrid Lang gemeinsam mit Willi Resetarits als Sängerin zu hören.

Auch der 1970 in Wien geborene Zitherspieler Karl Stirner ist musikalischer Partner von Ernst Molden und Willi Resetarits. Im Duo mit Walther Soyka (Knopfharmonika) hat Stirner zwei viel beachtete CDs herausgebracht und widmet sich darüber hinaus solistisch seinem Instrument, abseits aller stilistischer Schubladen. Neben dem Zither-und Schlagzeug-Studium war Karl Stirner Kompositionsschüler bei Kurt Schwertsik am Konservatorium Wien Privatuniversität. In seinen eigenen Kompositionen verbindet Stirner Wiener Musik mit Elementen der improvisierten und elektronischen Musik. Das Ensemble Layrinthe gründete er 2007 gemeinsam mit Hannes Marek. Weiters schreibt der Künstler Hörspiele, Drehbücher und Filmmusik und arbeitet seit 2002 als Bühnenmusiker, Komponist und gelegentlich auch als Dramaturg und Übersetzer am Burgtheater Wien.

Wenn Ihr Interesse an einer der wichtigsten Mittelbühnen Wiens, an der Schnittstelle jüdischer Kultur und innovativer, ensembleorientierter Theaterarbeit geweckt wurde, dann sind Sie live dabei bei diesem "Klassik-Treffpunkt"!


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Ö1 Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Ö1 Hörspiel
"Der Bürger als Edelmann". Von Molière in einer Fassung von Hugo von Hofmannsthal. Mit Hermann Thimig, Kari Baxevanos, Peter Rene Körner, Romuald Pekny, Eva Petrus, Hanns Ernst Jäger, Alfred Balthoff u.a. sowie als Solisten: Jean Madeira, Paul Lechner und Otto Wiener. Chor der Wiener Staatsoper. Mozarteum Orchester Salzburg. Dirigent: Ernst Märzendorfer. Musik: Richard Strauss. Bearbeitung: Hugo von Hofmannsthal, Hartmann Goertz und Wilhelm Semmelroth. Regie: Wilhelm Semmelroth (NWDR/ ORF-S/SDR/RB 1955)

Hugo von Hofmannsthals Bearbeitung von Molières 1670 uraufgeführter Ballettkomödie war Teil der ursprünglichen Fassung von "Ariadne auf Naxos", wird aber seit Jahrzehnten kaum mehr aufgeführt.

Entstanden ist die Hofmannsthal/Strauss-Fassung des Molière-Stücks als Dank für Max Reinhardt. Der Regisseur rettet 1911 als "Einspringer" die Uraufführung des "Rosenkavalier" in Dresden. Hofmannsthal und Strauss planen daraufhin eine Mini-Oper – kleinste Dimensionen, bescheidener Aufwand -, die Reinhardt in ein von Hofmannsthal zu findendes und zu bearbeitendes Molière-Stück einbauen könnte.

Als Stück wird "Le bourgeois gentilhomme"/ "Der Bürger als Edelmann" ausgewählt, am Ende steht "Ariadne auf Naxos" mit ihrem Antike-/Commedia dell'arte-Mix. Doch die erste Aufführung dieses Sprech-/Musiktheater-Zwitters 1912 in Stuttgart sprengt zeitlich alle Dimensionen, nicht einmal Max Reinhardt kann sie retten. Die Autoren reagieren rasch: "Der Bürger als Edelmann" wird von "Ariadne" abgekoppelt, diese mit einem separaten szenischen Vorspiel versehen. Aus der Molière-Bühnenmusik destilliert Richard Strauss eine brillante Orchestersuite. Von der Hugo-von-Hofmannsthal-Fassung des "Bürger als Edelmann" jedoch ward kaum mehr etwas gehört, geschweige denn in Kombination mit der Strauss-Musik. Wie vergnüglich beides sein kann, zeigt diese 1955 im Landesstudio Salzburg unter Mitwirkung eines Strauss-verliebten Dirigenten entstandene Hörspielfassung.


15:35 Nachrichten


15:40 Apropos Klassik
mit Gerti Mittermeyer. Leopold Mozart – Vater, Musiker, Manager, Mensch Leopold Mozart: a) Litaniae Lauretanae Es-Dur; b) Divertimento D-Dur "Die Bauernhochzeit" (Carolyn Sampson, Marianne Beate Kielland, Benjamin Bruns, Douglas Williams, Bachchor Salzburg, Camerata Salzburg, Andrew Manze; Mozarteumorchester Salzburg, Ton Koopman)

Glühender Pädagoge, gestrenger Lehrer, liebender Vater, exzellenter Musiker oder loyaler Diener? Berechnender Ausbeuter oder nicht zu überschätzender Förderer zweier hochbegabter Wunderkinder, die zufällig seine leiblichen Kinder waren, mit denen er durch halb Europa tourte und aus ihrem Talent pures Geld machte?

Zeit seines Lebens blieb Vater Leopold seiner Tochter Nannerl verbunden. Wolfgang Amadeus begegnete seinem Vater stets mit großem Respekt. Ein umfassender Briefwechsel gibt Einblick in das kulturelle Leben wie auch in das Seelenleben der Familie Mozart. Den Vater tituliert er in seinen Briefen fast ausnahmslos mit "Mein geliebter Vater" und er empfiehlt sich als "gehorsamster Sohn".

Darüber hinaus war Leopold Mozart aber auch eine eigenständige Künstlerpersönlichkeit; am 14. November 1719, vor 300 Jahren, wurde Leopold Mozart in Augsburg geboren.


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen
Alternative Truths – Teil 2. Das Diagonal Migrationsmuseum Österreich - eröffnet in Wien Favoriten.
Präsentation: Andrea Hauer

Das Diagonal Migrationsmuseum – nennen wir es MOMA, Museum of Migration Austria befindet sich in Wien Favoriten, in einem die Migrationsgeschichte der Stadt, aber auch des ganzen Landes exemplarisch wiederspiegelnden Gebäude. 1873 eröffnet der aus Böhmen stammende "Civil- und Millitärschneider" Wenzel Tlapa eine Maßschneiderei in der heutigen Favoritenstraße. Ende der 1960er Jahre zieht das inzwischen zu einem Großbetrieb gewordene Bekleidungsgeschäft in jenes damals neu errichtete Gebäude, das heute noch in Wien an der Ecke Favoritenstraße und Landgutstraße steht. 2015 wird der Betrieb eingestellt und in diesem danach ungenutzten Gebäude lokalisieren wir ein Museum, das in Österreich bisher gefehlt hat. Migration war seit Menschengedenken ein Thema, ist aber auch eines der dominierenden unserer Gegenwart. Dem trägt Diagonal Rechnung – mit dem Migrations-Museum. Wir beleuchten Vitrinen mit Einzelschicksalen von Migrantinnen und Flüchtlingen, wir erzählen von der aktuell größten Einwanderungsgruppe in Österreich und Wien, den Deutschen, wir belauschen eine Podiumsdiskussion zum Thema Sinn und Problematik von Migrationsmuseen, lauschen im Konzertsaal des Museums der Musik der Burgenländer in Chicago; und bewundern Gegenstände und Objekte, die Migrantinnen in letzter Zeit entweder mitgebracht oder hier liebgewonnen haben. Und selbstverständlich gibt es auch einen Saal, in dem die historische Sonderausstellung "Türk, Tschusch, Ziegelböhm" gezeigt wird – es geht um Arbeitsmigration. Im Museumsrestaurant nehmen wir Teil an einer Community Kochsession – in der Menschen aus aller Herren und Damen Länder ihre Küchenkunst präsentieren und statten schließlich dem Museumsshop mit seinem ungewöhnlichen Angebot einen Besuch ab. "Dobar dan zajedno" im jüngsten Museum Österreichs!


19:00 Nachrichten


19:05 Tao – aus den Religionen der Welt
"Der Wert des Geschlechts". Gespräche mit dem Penzberger Imam und Buchautor Benjamin Idriz um mit Muslim/innen in Österreich. -
Gestaltung: Kerstin Tretina

Jungfrau und Tochter, Ehefrau und Mutter: Im Islam – und nicht nur dort – werden Frauen über ihr Verhältnis zu Männern definiert. Folgsam und schweigsam sollen sie sein, liest man in den Quellen, und bedecken sollen sie sich. Das Thema Frauen (rechte) im Koran birgt nicht wenige heikle Punkte: Von Polygamie ist da die Rede, von Gewalt gegen Frauen und von diskriminierendem Erbrecht. Aber auch von Ebenbürtigkeit und Gleichberechtigung.

"Frauenfeindlichkeit und Islam gehören für viele scheinbar zusammen. Daran gibt es nichts zu beschönigen, aber vieles zu ändern", schreibt der bayerische Imam Benjamin Idriz in seinem kürzlich erschienenen Buch "Der Koran und die Frauen". Der gebürtige Mazedonier steht der Islamischen Gemeinde Penzberg und dem "Münchner Forum für Islam" vor und hat sich zum Ziel gesetzt, die vielen Behauptungen und Positionen, die von Nicht-Muslim/innen wie Muslim/innen vertreten werden, zu hinterfragen. In seiner Gemeinde möchte er – wie er sagt – einen Islam verwirklichen, "der auf dem Boden des Koran diskriminierende Missstände im Verhältnis von Männern und Frauen überwindet".

Idriz bezeichnet den Propheten Muhamad als Kämpfer für Frauenrechte. Ist das zulässig oder nur provokant? Was sagen die Quellen des Islam tatsächlich über die Stellung der Frauen? Sind sie nur Besitz der Männer oder selbstbestimmte Subjekte? Wie interpretieren Musliminnen und Muslime die durchaus ambivalenten Aussagen im Koran? "Tao" hat mit dem Penzberger Imam Benjamin Idriz und mit Muslim/innen in Österreich gesprochen.


19:30 Giuseppe Verdi: "Rigoletto"
Mit Simon Keenlyside (Rigoletto), Saimir Pirgu (Duca di Mantova), Ekaterina Siurina (Gilda), Alisa Kolosova (Maddalena), Stanislav Trofimov (Sparafucile), Carlo Cigni (Monterone) u.a.
Philharmonia Chor Wien, Orchestre Philharmonique du Luxembourg, Dirigent: Gustavo Gimeno (aufgenommen am 5. Oktober 2018 in der Philharmonie Luxembourg)


22:00 Nachrichten


22:05 Nachtbilder – Poesie und Musik
"Mein Geliebter, der Wind". Von Elisabeth Reichart. Es liest Katharina Stemberger.
Gestaltung: Nikolaus Scholz
Redaktion: Edith-Ulla Gasser

Elisabeth Reichart legt mit "Mein Geliebter, der Wind" ihren zweiten Gedichtband vor. Nach 30 Jahren als Romanautorin hatte sie mit dem Band "In der Mondsichel und anderen Herzgegenden" erfolgreich als Lyrikerin debütiert. Die neuen Gedichte können als Poetik der gewaltigen Natur, der Elemente und der Himmelsrichtungen gelesen werden; aber auch als Poetik der Liebe und ihres Verschwindens.

Unter Kapiteltiteln wie "Eulenaugen", "Wasser", oder "Feuer/Licht" geben schwelgerisch-schmerzliche Naturgedichte den Takt vor, bevor das titelgebende Langgedicht "Mein Geliebter, der Wind" in vielen Verszeilen einen einzigen furiosen Abschied zelebriert.

Elisabeth Reichart wurde 1953 in Oberösterreich geboren und lebt nach längeren Auslandsaufenthalten in Japan und den USA heute als freie Schriftstellerin in Wien. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur und den Anton-Wildgans-Preis.


23:00 Nachrichten


23:03 Die Ö1 Jazznacht
Jazz am Biobauernhof: Zum 60. Geburtstag von Paul Zauner.
Gestaltung: Ines Reiger

Der ausgebildete Agraringenieur, Posaunist und Musikproduzent Paul Zauner veranstaltet im heimatlichen Diersbach im oberösterreichischen Bezirk Schärding seit mehr als drei Jahrzehnten eines der wichtigsten Jazzfestivals Österreichs.

Bei den INNtönen kann man alljährlich zu Pfingsten Vertreter der internationalen und nationalen Jazz-Elite im familiären und gemütlichen Ambiente des Buchmannhofs hautnah erleben. Dabei scheut sich der sympathische Innviertler nicht, Scheune und Schweinestall für seine Visionen zweckzuentfremden.

Anlässlich des nahenden 60. Geburtstags von Paul Zauner am 3. Dezember bittet Ines Reiger diesen zum Gespräch darüber, wie alles angefangen hat - und wie es weitergehen könnte. Im Anschluss wartet ein Gustostückerl aus dem Programm der INNtöne 2019: Der brasilianische Gitarrist Toninho Horta und der Wiener Violinist und Weltenbummler Rudi Berger berückten das Publikum auf Paul Zauners Bauernhof mit einem intimen Duoprogramm aus Eigenkompositionen und Antonio-Carlos-Jobim-Hits.

*

Sonntag, 17. November 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung); 01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten
Jazz am Biobauernhof: Zum 60. Geburtstag von Paul Zauner.
Gestaltung: Ines Reiger

Der ausgebildete Agraringenieur, Posaunist und Musikproduzent Paul Zauner veranstaltet im heimatlichen Diersbach im oberösterreichischen Bezirk Schärding seit mehr als drei Jahrzehnten eines der wichtigsten Jazzfestivals Österreichs.

Bei den INNtönen kann man alljährlich zu Pfingsten Vertreter der internationalen und nationalen Jazz-Elite im familiären und gemütlichen Ambiente des Buchmannhofs hautnah erleben. Dabei scheut sich der sympathische Innviertler nicht, Scheune und Schweinestall für seine Visionen zweckzuentfremden.

Anlässlich des nahenden 60. Geburtstags von Paul Zauner am 3. Dezember bittet Ines Reiger diesen zum Gespräch darüber, wie alles angefangen hat - und wie es weitergehen könnte. Im Anschluss wartet ein Gustostückerl aus dem Programm der INNtöne 2019: Der brasilianische Gitarrist Toninho Horta und der Wiener Violinist und Weltenbummler Rudi Berger berückten das Publikum auf Paul Zauners Bauernhof mit einem intimen Duoprogramm aus Eigenkompositionen und Antonio-Carlos-Jobim-Hits.


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
Lebensweisen – Glaubenswelten. Ein Panorama am Sonntagmorgen mit Reportagen und Berichten aus der Welt der Religion und Religionen


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Wir sind nicht wie Gras" – Naturgedichte aus der deutschen Moderne. Es liest Philipp Hauß.
Gestaltung: Gudrun Hamböck

Wenn es bei Herbert Achternbusch "Bergsein ist unverständlich" heißt und wenn bei Gerhard Rühm sich die Büsche die Blätter raufen, sind das zwei Seiten der gleichen Medaille: blickt der Poet in die Natur, sieht er den Menschen oder gar nichts. Die Natur ist "das Andere", jenes, dem man nicht mehr angehört, seit man ihm – mit Bewusstsein ausgestattet – gegenübersteht.

Andererseits bleibt der Mensch Teil der Natur, die, wie es bei Ernst Meister heißt, nichts von sich selbst weiß – außer durch uns. Der Gegenstand moderner und zeitgenössischer Naturlyrik ist daher oft nicht die Natur, sondern die Naturlyrik. Der romantischen Begeisterung steht das Gedicht ratlos (Joachim Ringelnatz) bis skeptisch gegenüber (Erich Frieds Frage was den Deutschen der Wald sei, endet mit dem Wort "erhängen"). Ausgerechnet eines der alt-ehrwürdigsten Naturgedichte lässt die Menschen die Köpfe senken, denn Sarah Kirschs Franziskus singt im "räudigen Stadtpark von Feldafing". Und Bertolt Brecht malt ein schlichtes Bild, in dem die Ödnis einer Natur, in der kein Mensch ist, nur übertroffen werden kann durch eine Natur, in der kein Mensch mehr ist.


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
Gibt es ein richtiges Leben im Falschen? Andreas Vitásek macht sich Gedanken
Gestaltung: Ursula Burkert

"Austrophobia" heißt Andreas Vitáseks aktuelles Kabarett-Programm, in dem er sich mit vielen begründeten und unbegründeten Ängsten auseinandersetzt, den Heimatbegriff abklopft und das Fremdsein im Vertrauten thematisiert. Außerdem stellt er sich dem Älterwerden und dem Junggewesensein in Wien, der Wahlheimat seines aus Tschechien stammenden Vaters. Aufgewachsen ist Vitáseks im 10. Gemeindebezirk und lernte da und später bei seinem Germanistik- und Theaterwissenschaftsstudium viele Facetten der österreichischen Seele kennen. Ein reicher Fundus für einen genauen Menschenbeobachter und Darsteller. Die Gelegenheit zum Mentalitäts-Vergleich bot sich ihm bei einem längeren Aufenthalt in Paris, wo der Kabarettist in den 1980er Jahren die Theaterschule von Jacques Lecoq besuchte.

Seit 1981 arbeitet er als Kabarettist, Schauspieler und Regisseur. Seine Soloprogramme haben das österreichische Kabarett seit den 1980er Jahren konstant geprägt. Vitásek wurde dafür unter anderem mit dem Salzburger Stier, zwei Mal mit dem "Österreichischen Kabarettpreis" (2007 "My Generation", 2014 "Sekundenschlaf"), 2011 mit dem Schweizer Kabarettpreis Cornichon und 2018 mit dem Ehrenpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet. Seine künstlerische Laufbahn umfasst seit jeher auch die Arbeit an den Theaterbühnen, als Schauspieler und Regisseur. Andreas Vitáseks Filmkarriere begann mit Niki Lists Filmen "Malaria" und vor allem "Müllers Büro", der zu einem fulminanten Kinohit wurde. Vitasek war seither als Schauspieler in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen.


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Reisemagazin: Overtourism – Wie gehen Tourismus-Orte mit touristischem Druck um?
Spanische Treppe: Sitzen verboten – Overtourism in Rom von Christina Höfferer
Eine Stadt stößt an ihre Grenzen – Zwei Millionen Touristinnen und Touristen jährlich in Ceský Krumlov. Ein Lokalaugenschein von Jakob Fessler
Machu Picchu – Ausverkauf oder Wertschätzung des kulturellen Erbes?
Eine Reportage von Margit Atzler

Rund um das Jahr 1800 tauchte das Wort "tourist" im englischen Sprachgebrauch auf, 200 Jahre später entstand der Begriff "overtourism" für ein Phänomen, das Stadtbewohner zur Verzweiflung treibt und das urbane Überleben ins Chaos abdriften lässt. Rom verzeichnete 2018 15,2 Millionen Ankünfte und 36,6 Millionen Nächtigungen, 1,1 Million mehr als 2017. Jetzt bemüht sich die römische Verwaltung, die Ströme an Menschen, die sich oft aus Billigfliegern in die Stadt ergießen, unter Kontrolle zu bringen. Auf der Spanischen Treppe ist es seit Kurzem verboten, sich hinzusetzen. Wer sich dennoch niederlässt, wird umgehend von Polizisten mittels Trillerpfeife zum Weitergehen aufgefordert.

Malerisch liegt die südböhmische Stadt Ceský Krumlov an den Mäandern der Moldau. Über der Altstadt thront ein Schloss mit erhalten gebliebenen Räumlichkeiten aus dem Barock und der Renaissance. Schon der Maler Egon Schiele wusste das Stadtbild als Motiv zu schätzen. Die politische Wende 1989 veränderte Ceský Krumlov. Die einst graue, vom Verfall bedrohte Kleinstadt verwandelte sich Schritt für Schritt zu einem Besuchermagneten.

Seit 1992 ist das Zentrum von Ceský Krumlov UNESCO-Weltkulturerbe. Heute wohnen rund 13.000 Menschen in der Stadt, die jährlich von mehr als zwei Millionen Tourist/innen besucht wird. Die Stadt stößt an ihre Grenzen, das weiß auch der für Tourismusfragen zuständige Vizebürgermeister Martin Hák. Ceský Krumlov sucht eine Lösung für die vielen Tagestourist/innen die mit Bussen anreisen und wenig Geld in der Stadt ausgeben.

Auf künstlerische Weise setzte sich die Tschechin Katerina ?edá mit dem Overtourism in Ceský Krumlov auseinander: Sie warb um Menschen, die eigens bezahlt wurden, um die Straßen der historischen Altstadt mit "normalem Leben" auszufüllen. 2018 wurde ihr Projekt "UNES-CO" auf der Architekturbiennale in Venedig gezeigt.

Machu Picchu – Die Ruinen der peruanischen Inkastadt werden von rund 1,5 Millionen Personen pro Jahr besucht. Die Reisenden landen meist auf dem kleinen Flughafen von Cusco. Nach jahrelangem Tauziehen laufen seit Beginn des Jahres die Bauarbeiten für den neuen Flughafen am Stadtrand des Andendorfes Chinchero. Noch können die Bewohner/innen von der Landwirtschaft und ihrer Handwerkskunst gerade so ihre Familien ernähren. Doch was passiert, wenn der Flughafen tatsächlich fertiggestellt wird? An wen sollen die Frauen ihre Webstücke dann verkaufen? Was bedeutet es für das ökologische und soziale Gleichgewicht der gesamten Region?


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee (Dolby Surround)
Wiener Symphoniker, Dirigent: Lorenzo Viotti; Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.
Arnold Schönberg: Verklärte Nacht op. 4 * Giuseppe Verdi: Quattro pezzi sacri (aufgenommen am 10. November im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee (Dolby Surround)
Wiener Symphoniker, Dirigent: Lorenzo Viotti. (aufgenommen am 10. November im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1)


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Sonntagsjournal


13:10 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Bernhard Fellinger raffinierte Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des Radiosymphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m.

Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen Ende Jänner 2020 in einer öffentlichen Superchampions-Runde um eine Ö1 Genussreise für zwei Personen ins Piemont.

Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter:
(oe1.orf.at/quiz/anmeldung|Anmeldung)


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
"Das Weltwissen der Siebenjährigen" – Die Kindheitsforscherin Donata Elschenbroich Am 20. November 1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte des Kindes.
Darin ist – neben anderen Rechten – auch das Recht der Kinder auf Bildung verankert.
Was sollte ein Kind in seinen ersten sieben Lebensjahren erfahren haben, was sollte es können und wissen? Womit sollte es zumindest in Berührung gekommen sein? Die Bildungsexpertin Donata Elschenbroich hat über Jahre in einer großangelegten Studie Menschen aller Schichten, jeden Alters und verschiedenster Bildungshintergründe befragt.

"Weltwissen der Siebenjährigen. Wie Kinder die Welt entdecken können" heißt das Buch über ihre Forschungen, das rasch zum internationalen Bestseller wurde.

Auch das "Recht auf Spiel" wird in der Kinderrechtskonvention genannt. In ihrem Band "Die Dinge. Expeditionen zu den Gegenständen des täglichen Lebens" zeigt Donata Elschenbroich, dass in den einfachen Dingen des Alltags das ganze Wissen der Welt steckt und dass die Alltagsgegenstände oft spannender sind als viele Spielzeuge.

Donata Elschenbroich hat lange auf dem Gebiet der vergleichenden Kindheitsforschung gearbeitet. Mit dem Dokumentarfilmer Otto Schweitzer produzierte sie zahlreiche Filme über die frühen Erfahrungswelten von Kindern in unterschiedlichen Ländern.

"Der Alltag ist für Kinder der wichtigste Bildungsort," sagt Donata Elschenbroich. "Jedes Elternhaus kann dabei zur Wunderkammer werden …"

Gestaltung: Heinz Janisch


14:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
Zu Gast in der Bayerischen Staatsoper in München. Ausschnitte aus "Salome" von Richard Strauss, mit Marlis Petersen (Salome), Wolfgang Koch (Jochanaan), Michaela Schuster (Herodias), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Herodes), Pavol Breslik (Narraboth) u.a., sowie dem Bayerischen Staatsorchester unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko (aufgenommen am 27. Juni 2019 im Nationaltheater München im Rahmen der "Münchner Opernfestspiele 2019").
Gestaltung: Michael Blees

Die vielseitige Sopranistin Marlis Petersen hat bei den Münchner Opernfestspielen 2019 erstmals – vom Publikum gefeiert und von der Presse für ihre enorme Präsenz und Einsatzbereitschaft gewürdigt – die fordernde Rolle der Salome interpretiert; im Theater an der Wien wird sie diese Partie in einer Neuproduktion des Werkes im Jänner 2020 übernehmen.


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen
Moderation: Nicole Dietrich Die Hölle, das sind die anderen (Jean-Paul Sartre)

Sherko Fatah: Schwarzer September, Roman, Luchterhand Verlag

Yannick Haenel: Halt deine Krone fest, Roman, Rowohlt Verlag (Übersetzung: Claudia Steinitz)

Jackie Thomae: Brüder, Roman, Hanser Berlin

Jurij Hudolin: Der Stiefsohn, Roman, Septime Verlag (Übersetzung: Daniela Kocmut)

Irmgard Fuchs: In den kommenden Nächten, Roman, Kremayr & Scheriau Verlag

Jugendbuch des Monats


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
"Jetzt wollen wir was Hübsches singen". Erika Manns Exilkabarett "Pfeffermühle".
Gestaltung: Renate Burtscher

29 Tage vor Hitlers Ernennung zum Reichskanzler gründet Erika Mann am 1. Jänner 1933 mit ihrem Bruder Klaus und der schon arrivierten Therese Giese das politisch-literarische Kabarett "Die Pfeffermühle" in München. Auf der Bühne fallen keine Namen von Personen oder Ländern, die Künstler spielen Parabeln und Gleichnisse zu den Zuständen im nationalsozialistischen Deutschland.

Nach nur wenigen Wochen wird der Spielbetrieb eingestellt. Das Ensemble emigriert und tourt erfolgreich durch Europa.


17:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
Schlafmöbel, Ruhestätte, schützendes Nest
Das Bett und seine unendlichen Möglichkeiten

Lesen, lieben, arbeiten, träumen, traurig sein, frühstücken, Krankheiten auskurieren, Pläne schmieden – man muss nicht die nötige Bettschwere haben, um einen Tag oder ein Wochenende "horizontal" zu verbringen. Schlafen ist auch eine Option.

Zum Glück sind die Zeiten des Strohsackes und der Bettgeher vorbei. Nicht für alle Menschen ist das Bett Genuss und wärmendes Nest, für viele ist es eine Stätte der Taten- oder Schlaflosigkeit.

Gestaltung: Johanna Steiner und Andrea Hauer


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
Severin Groebner – "Gut möglich"
Gestaltung: Peter Blau

"In seinem neuen Solo "Gut möglich" spielt Severin Groebner diverse Katastrophenszenarien durch. Dabei wird deutlich: Der Irrsinn entspringt nicht der Fantasie, er ist sehr real" - so urteilt der Bayerische Rundfunk über das neue Kabarettprogramm des Österreichers. Severin Groebner, am 20.10.1969 geboren, also kurz nach der Mondlandung, stellt Zukunftsfragen. Und er zitiert Georg Büchner "Meine Zukunft ist so problematisch, dass sie mich selbst zu interessieren anfängt" schrieb Büchner 1835 und zwei Jahre später war er tot. Merke: Die Beschäftigung mit der Zukunft ist ein gefährliches Geschäft.

Groebner wirft eine kabarettistische Zeitmaschine an und lädt zu einer Reise ins Mögliche. Motto seines Kabarettprogramms: Bleiben wir realistisch und erwarten wir das Unmögliche.


19:30 Ö1 Kunstsonntag
Auch im Ö1-Kunstsonntag wird die "Wende" im dann bald ehemaligen "Ostblock" vor dreißig Jahren thematisiert. Anna Soucek und Dorothee Frank gestalten diesen Kunstsonntag, der ganz bewusst nicht am Tag des Berliner Mauerfalls, sondern am 30. Jahrestag des Beginns der "samtenen Revolution" in Prag in der Tschechoslowakei, also am 17. November, zu hören ist. Anna Soucek und Dorothee Frank begleiten bis 23 Uhr durch Erinnerungen an dieses Ereignis, darin eingebettet sind um 21.00 Uhr die "Milestones" mit der legendären Platte des Berliner Free Jazz Ensembles "Zentralquartett" gemeinsame mit Wolf Biermann und Pamela Biermann, und um 22.08 Uhr die Jet Lag All Stars Radio Show, die von Wien nach Ostdeutschland blickt.


21:00 Ö1 Kunstsonntag: Milestones
" …paar eckige Runden drehn!"
Musik zum Mauerfall.
Gestaltung: Helmut Jasbar

Das Zentralquartett (früher: Synopsis) ist eine berühmte Größe des DDR-Free Jazz. Und Wolf Biermann ist: Wolf Biermann. Damit wäre alles gesagt. Die Zusammenarbeit zwischen den Musikern des Zentralquartetts und einem der größten Literaten Deutschlands wurde 2016, zum 80. Geburtstag Biermanns, im Album " … paar eckige Runden drehn!" dokumentiert.

Ernst-Ludwig Petrowsky spielte das Altsaxofon, Ulrich Gumpert Klavier und Günter "Baby" Sommer Schlagzeug. Zu diesen legendären Musikern, allesamt 1973 bereits Teil der Gründungsbesetzung, gesellte sich im "Neuen Zentralquartett" anstelle von Conny Bauer der Posaunist Christof Thewes hinzu.

Ob die Beteiligten trotz oder wegen des eigenartigen kommunistischen DDR-Regimes das geworden sind, was sie sind, wissen wir nicht. Das Zentralquartett wurde jedenfalls unfreiwillig von einer Diktatur mitgeformt, die die Musiker nicht verstoßen, sondern gerade mal so geduldet und milde subventioniert hat. So konnte das Ensemble eine völlig eigenständige ostdeutsche Free-Jazz-Institution werden.

Sängerin Pamela Biermann bestritt zahlreiche Konzerte in Deutschland mit ihrem Mann Wolf, sie ist das weibliche Gegengewicht in diesem Ensemble. Wolf Biermann, 1936 als Sohn eines in Auschwitz ermordeten Juden in Hamburg geboren, wurde im November 1965 mit Auftritts- und Publikationsverbot belegt. Er avancierte in der Folge zu einem der radikalsten Kritiker der SED-Parteidiktatur, was seine literarischen Qualitäten nicht schmälerte. Gemeinsam lassen die fünf Musiker und die eine Musikerin Wolf Biermanns Lieder in einem völlig neuen Sound erklingen. Ein Glücksfall für die Kulturgeschichte des deutschen Jazz.


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Jet Lag All Stars Radio Show
Gedankensprünge aus der DDR-Zeit mit der Autorin, Verlegerin und Fotografin Juliane Adler.
Gestaltung: Robert Czepel

Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither In ihrem Band "Vergegenwärtigungen" hat Juliane Adler in 76 Gedichten absurde, tragische und banale Situationen aus der DDR in präzise-lakonischer Alltagssprache verdichtet. Die "Jet Lag All Stars" porträtieren die seit 2003 in Österreich lebende Autorin, Verlegerin und Fotografin. Adler wurde 1947 in Schwarzenberg im Erzgebirge geboren, schreibt und fotografiert in Wien. Sie ist Mitbegründerin des Literatur- und Kunstvereins fabrik.transit.

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die "Jet Lag All Stars" Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die "Jet Lag All Star Radio Show" ist die Bügelfalte des Kunstsonntags.


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
curated by Anna Raimondo

Die italienische Künstlerin Anna Raimondo hat im Rahmen eines Stipendiums in Buenos Aires, Argentinien mit Soundkünstlerinnen zusammengearbeitet. Daraus entstanden neue Radiokunstarbeiten für das Ö1 Kunstradio.

*

Montag, 18. November 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


00:05 Gehört wiedergehört
Neues aus dem Ö1 Archiv


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Animal Spirits". Wie uns Tiere und Pflanzen aus der Krise helfen können, erzählt Oliver Tanzer, Autor und Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche". –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Tiere und Pflanzen seien in vielfacher Hinsicht sozialer und im Ganzen auch viel rationaler als Menschen, meint der Autor und Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche", Oliver Tanzer.

Der Mensch halte sich für das höchst entwickelte Wesen der Erde. Aber wenn es um Krisen geht, ist keine Art anfälliger und zerstörerischer als er. Er produziert unablässig ökonomische, politische und ökologische Krisen. Mehr noch, er ist unfähig, die Probleme, die er selbst schafft, nachhaltig zu lösen. Tiere und Pflanzen, ja sogar Einzeller sind ihm darin weit überlegen. Man sollte von ihren Strategien lernen und kann auch von ihnen lernen, meint der Journalist Oliver Tanzer. Er macht sich "Gedanken für den Tag" über die wunderbaren Ratgeber aus der Natur. Über Wölfe als bessere Betriebswirte und Manager, Fledermäuse als Egoismus-Therapeuten, Bäume als Wachstums-Genies und Menschenaffen als Beziehungsprofis.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Wenn Wut explodiert
Neue Wege in der Gewaltprävention (1).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Wie entsteht Wut, wie kann man die Gewaltspirale durchbrechen und noch besser: Wie kann man Gewalt präventiv verhindern?

Feminizide, also Frauenmorde haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Weltweit, aber auch in Österreich. Die Gesetze, die Frauen schützen sollen, gelten als gut, allerdings ist die Zahl an Plätzen in Frauenhäusern laut Expert/innen zu niedrig. Sie kritisieren auch, dass voriges Jahr weniger Betretungsverbote ausgesprochen wurden, also die Polizei Gewalttätern nicht den Zutritt zu gemeinsamen Räumlichkeiten verwehrt hat. Ein weiterer Kritikpunkt: Funktionierende Projekte wurden gestrichen – das Projekt MARAC (Multi-Agency Risk Assessment Conference) zum Beispiel, in dem die Polizei fix eingebunden und an Präventivarbeit zu Verhinderung von schwerer Gewalt tätig war. Gründe, warum Frauen in gewalttätigen Beziehungen bleiben, sind unter anderem die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Partner und das Verharmlosen von männlicher Gewalt.

Körperliche Gewalt an Männern findet in den meisten Fällen außerhalb der eigenen vier Wänden statt, innerhalb der Familie ist sie vorwiegend psychischer Natur.

Als Opfer, auch wenn sie nicht direkt von Gewalt betroffen sind, gelten Kinder in gewalttätigen Beziehungen. Seit nunmehr 30 Jahren – der Internationale Tag der Kinderrechte wird jedes Jahr am 20. November begangen – setzt sich die UN-Kinderrechtskonvention für Kinderrechte ein, für ein Leben, in dem sich Kinder möglichst gut entfalten können. Österreich hat sich vor 20 Jahren mit einem Gesetz dem Prinzip der "gewaltfreien Erziehung" verpflichtet, die "gesunde Watsche" sollte es nicht mehr geben. Dass Eltern nach wie vor ihrem Zorn mit psychischer und physischer Gewalt Luft machen, ist allerdings Fakt.

Inzwischen gibt es österreichweit wie international viele Projekte, die mit Täter/innen wie Opfern arbeiten. In Graz und am Balkan zeigt die Arbeit an männlichen Rollenbildern große Erfolge. In Brasilien bemühen sich NGOs, Jugendlichen aus gewalttätigen Milieus Wege in ein anderes, gewaltfreies Leben zu zeigen: durch kreative künstlerische Arbeiten etwa oder auch durch sozialarbeiterische Maßnahmen. Inhaftierten Jugendlichen zum Beispiel sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die verhindern sollen, dass sie wieder ins Gefängnis kommen, aber auch ein Leben außerhalb dominierender, gewalttätiger Gangs aufbauen können.


09:30 Radiokolleg – Geronimo oder Winnetou?
Indianerromantik diesseits des großen Teiches (1).
Gestaltung: Christa Nebenführ

Der österreichische Schauspieler Adi Hirschal taufte seinen Sohn zu Ehren des letzten Apachenhäuptlings auf den Namen "Geronimo", der Berliner Kieferorthopäde Winnetou Kampmann hat seinen Vornamen vom Vater geerbt und an seinen Sohn weitergegeben. Der erwählte Namenspatron des einen ist eine historische Figur, der des anderen eine Romanfigur. Doch die beiden Erscheinungsformen von Heldentum überschneiden sich in vieler Hinsicht. Wovon träumten und träumen die Menschen in der Alten Welt wenn sie den "Roten Mann" idealisieren und romantisieren? Was ersehnte Franz Kafka in seinem Kurzprosatext: "Wunsch, Indianer zu werden"?

Wer einst kindlich naiv die von Karl May beschriebene Lebensweise Winnetous für Realität hielt, wandte sich nicht selten später den Ikonen Geronimo oder Sitting Bull zu. Ein historischer Kern bewahrt jedoch nicht vor Mythenbildung und idealisierenden Zuschreibungen. So gab es zwar im 17. Jahrhundert einen Häuptling der Mohegan namens Uncas, aber dieser hatte wenig Gemeinsamkeit mit der gleichnamigen Figur in der Lederstrumpf-Reihe des Amerikaners James Fenimore Cooper. Das verbreitete Indianerbild ist die Konstruktion eines eurozentrischen Weltbilds und verrät mehr über Europas kulturellen Hintergrund und Horizont als über Amerikas Ureinwohner.

Christa Nebenführ hat einen Streifzug durch Museen, Literatur und Aufführungen unternommen und sich bei Völkerkundlern und "Indianerfreunden" erkundigt, wie viel die Dichtung über die Wahrheit verrät.


09:45 Radiokolleg – Sweet Soul Music
Zum 50er – Vier Alben mit Black Power (1).
Gestaltung: Stefan Niederwieser

In Detroit drückt die Hitze, heißer als die Hölle soll es gewesen sein, sagen Augenzeugen. Es ist Sommer im Jahr 1967. In Detroit sind die Stadtviertel noch stärker segregiert als in den Südstaaten, Armut ist allgegenwärtig, Polizeigewalt ebenfalls. Bei einer nächtlichen Feier in einer illegalen Bar werden alle Feiernden von der Polizei verhaftet, ein Funke springt über, er entzündet sich, in der Hitze der Nacht brechen Unruhen aus. Manche sagen auch Rebellion zu diesen fünf Tagen, die folgen, oder Aufstand. Am Ende ist die Polizei nicht mehr Herr der Lage, die Nationalgarde muss einrücken, 43 Menschen sind tot, über tausend verletzt und noch mehr Gebäude sind zerstört. Detroit ist damals ein Zentrum afroamerikanischer Kultur. Das Label Motown produziert hier Hits am laufenden Band, auch die junge Aretha Franklin wohnt hier. Einige Kilometer weiter schreibt Curtis Mayfield in Chicago hoffnungsvolle, stolze Songs, während Sly & The Family Stone an der Westküste multiethnischen Widerstand proben.

In diesem Radiokolleg sollen große gesellschaftspolitischen Themen dieser Zeit anhand von vier Soul-Alben nacherzählt werden.

*Retha, Rap und Revolution*
Aretha Franklin macht "Respect" zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung, später auch von Frauenbewegungen weltweit. Vor gut fünfzig Jahren veröffentlicht sie mit "Lady Soul" eines der wichtigsten Alben dieser Zeit, in der Rufe nach mehr Freiheit und Integration langsam durch den Slogan "Black Power" ersetzt wurden. Auch in ihren Songs mischten sich Maskierungen (das gelobte Land wurde etwa von Eingeweihten als politische Befreiung verstanden) mit dem Rappin' der Straße.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Eva Teimel. Mechanische Musikinstrumente

Von den Orgelwalzen im Wachsfiguren- und Kuriositätenkabinett des Grafen Deym, für die W.A. Mozart zahlreiche Werke schrieb, über Maelzels "Mechanischen Trompeter" bis hin zum Welte Mignon-Reproduktionsklavier – seit jeher faszinierten selbstspielende Musikinstrumente.

Der Mechanik bedienten sich seinerzeit zahlreiche Komponisten. Zum einen, um für Flöten- oder Harfenuhren eigene Werke zu komponieren, zum anderen jedoch auch, um sich selbst als Interpreten zu verewigen.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Ex libris-Nachlese. "Schwarzer September". Von Sherko Fatah.
Gestaltung: Peter Zimmermann


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Andreas Maurer


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Alte Musik im Konzert. Dunedin Consort, John Butt, Richard Egarr, Diego Ares und Thomas Foster, Cembalo. Johann Sebastian Bach: a) Konzert für drei Cembali C-Dur BWV 1064; b) Konzert für drei Cembali d-Moll BWV 1063; c) Brandenburgisches Konzert Nr. 5 BWV 1050; d) Konzert für vier Cembali a-Moll BWV 1065 (aufgenommen am 22. August in der Queen's Hall Edinburgh im Rahmen des "Edinburgh International Festival 2019").
Präsentation: Gerhard Hafner

Dass ein Uniorchester regelmäßig wöchentlich Kaffeehausmusik macht – das war zu Johann Sebastian Bachs Zeiten durchaus üblich. Das Collegium musicum der Universität Leipzig, das damalige Uniorchester, stand von 1729 bis 1740 unter Bachs Leitung. Jeden Freitag musizierten die Studenten im etwa 150 Personen fassenden Saal des Kaffeehauses Zimmermann, sommers im Kaffeegarten. Für diese Auftritte arbeitete er zahlreiche seiner zu höfischen Anlässen in Weimar und Köthen komponierten Werke für solistische Streich- oder Blasinstrumente zu Cembalokonzerten um. Solisten waren seine Söhne, in den ersten Jahren Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann, später auch sein geistig behinderter, aber musikalisch genialer Sohn Gottfried Heinrich Bach. Aber auch Johann Sebastian Bach selbst trat häufig als Solist auf, oft zusammen mit seinem begabten Schüler Johann Ludwig Krebs. Die Gattung des obligaten Cembalokonzertes war um 1730 etwas völlig Neues. Bach selbst hatte mit seinen Konzerten diese Gattung entwickelt und damit das Cembalo vollständig aus seiner Continuo-Rolle, also aus seiner Funktion als Harmonieverstärkung, gelöst. Beim heurigen "Edinburgh International Festival" brachten das schottische Dunedin Consort, dessen musikalischer Leiter, der Cembalist John Butt, sowie die Cembalisten Richard Egarr, Diego Ares und Thomas Foster einige von Bachs schönsten Cembalokonzerten zur Aufführung.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
Literatur ist der Rede wert – Die Literarische Soiree
Aufgenommen am 15. Oktober 2019 im Literaturhaus Graz
Moderation und Bearbeitung: Robert Weichinger

Drei literarische Neuerscheinungen, von einer Kritikerrunde unter die Lupe genommen. Unter der Leitung von Robert Weichinger diskutieren Ilse Amenitsch (ORF-Kulturredakteurin), Anna Goldenberg (Schriftstellerin) und Klaus Kastberger (Leiter des Literaturhauses Graz) über Margaret Atwood: Die Zeuginnen (Piper), Gertraud Klemm: Hippocampus (Kremayr&Scheriau) und Daria Wilke: Die Hyazinthenstimme (Residenz).


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die österreichische Dynastie der Bankiersfamilie. Mit Roman Sandgruber, emeritierter Leiter des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Johannes Keppler Universität Linz
Gestaltung: Andreas Wolf

Nie verfügte ein Familienverband über einen höheren Anteil am jeweiligen Welteinkommen, sowie Weltvermögen, wie die fünf Linien der Rothschilds im 19. Jahrhundert. Mit ihrem Reichtum stellten sie sämtliche europäischen Herrscherfamilien und Handelsdynastien wie die Medici und Fugger, aber auch indische Moguln und Maharadschas und sogar das heutige Arabische Königshaus in den Schatten.

Für den Aufstieg der Rothschilds war der 1744 unter ärmlichsten Verhältnissen im Frankfurter Juden-Getto geborene Mayer Amschel verantwortlich. Sein Sohn Salomon Mayer stieg im Vormärz zum führenden Bankier Österreichs auf. Dessen Sohn wiederum gründete die Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe. Sein Enkel galt als reichster Mann Europas. Die österreichischen Rothschilds wurden in den Adelsstand erhoben, finanzierten Staaten, Kriege, Fabriken und den Eisenbahnbau. Der Niedergang erfolgte während der Zwischenkriegszeit, an deren Ende die Enteignung und Vertreibung durch die Nationalsozialisten stand. Den Schlusspunkt unter die österreichische Dynastie setzte 1955 Louis Nathaniel Rothschild durch seinen Suizid auf Jamaika.

In jahrelanger Arbeit übersetzte der Wirtschaftshistoriker Roman Sandgruber in Londoner Archiven handschriftliche Texte, die in hebräischen Buchstaben im Frankfurter Dialekt verfasst waren. Um die schriftlichen und sprachlichen Hürden zu bewältigen, lernte Sandgruber die hebräische Schrift. Durch die Kombination aus Schrift- und Sprachkenntnissen war er der erste Wissenschafter, der die Rothschildtexte historisch aufarbeitete.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wenn Pflanzen Metall aus dem Boden ziehen
Von Birgit Dalheimer

In Albanien reichert eine unscheinbare Pflanze, das Mauersteinkraut, Nickel aus dem Boden an. Dieses Nickel können die Bauern aus der Asche der geernteten und verbrannten Pflanzen reinigen und verkaufen. Phytomining ist Fachbegriff für diesen "Bergbau" mit Pflanzen. Möglich ist er dank der Eigenschaft mancher Pflanzen, bestimmte Metalle aus dem Boden aufzunehmen und zum Beispiel in den Blättern oder im Pflanzensaft zu speichern.

Eine Vielzahl solcher "Hyperakkumulatoren" genannten Pflanzen wurde in den vergangenen Jahren entdeckt. Sie sind auf verschiedenste Metalle spezialisiert: von Nickel über die Metalle seltener Erden bis zu Gold, Platin oder Palladium. Ökologisch verträglicher Bergbau, Phytomining, ist nur eine ihrer möglichen Anwendungen. Erforscht wird unter anderem auch der Einsatz von Hyperakkumulatoren zur Sanierung verseuchter Böden.


19:30 On stage
Verträumte Griffbrett-Monologe von Bill Frisell.
Gestaltung: Jörg Duit

Enschleunigt, reflexiv, versponnen: So wird der berühmte, Bluegrass- und Country-getönte Americana-Sound von Gitarrist Bill Frisell immer wieder beschrieben. Ein Sound, mit dem der 1951 in Baltimore geborene Musiker eine unverwechselbare musikalische Signatur entwickelt hat, und dank dem er zu einem der bedeutendsten Gitarristen des Gegenwartsjazz avanciert ist.

Frisell hat von John Zorns "Naked City", über die Band mit Saxofonist Joe Lovano und Schlagzeuger Paul Motian bis hin zum eigenen Trio und dem "858 Quartet" immer wieder in bedeutenden Ensembles gearbeitet, am 16. November 2018 stellte er sich im Rahmen des von Paul Zauner kuratierten Jazz-Zyklus im Brucknerhaus Linz in kleinstmöglicher Besetzung dem Publikum: solo. Frisell intonierte neben Eigenkompositionen und Standards auch Stücke von John McLaughlin, John Lennon, Filmmusik-Komponist John Barry und dem malischen Sänger-Gitarristen Boubacar Traoré. Und er übertrug all jene Vorlagen auf höchst musikalische Weise in seine so persönliche, intime, mitunter Loop-unterstützte Klangwelt. Ein großer Abend im Brucknerhaus Linz!


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Wenn Wut explodiert. Neue Wege in der Gewaltprävention (1).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Geronimo oder Winnetou? Indianerromantik diesseits des großen Teiches (1).
Gestaltung: Christa Nebenführ

Sweet Soul Music. Zum 50er – Vier Alben mit Black Power (1).
Gestaltung: Stefan Niederwieser


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Mitschnitte von den Donaueschinger Musiktagen 2019 (Teil 1).
Gestaltung: Rainer Elstner

Eine beeindruckende Zahl an Uraufführungen boten die Donaueschinger Musiktage 2019. Die 1921 gegründeten Musiktage, die jährlich vom SWR organisiert werden, sind das weltweit älteste und renommierteste Festival für Neue Musik.

Neben den Konzerten mit dem SWR Sinfonieorchester und bedeutenden Ensembles aus Paris, Wien und Hamburg standen bei den Donaueschinger Musiktagen Formate im Mittelpunkt, die den klassischen Konzertsaal verlassen – zum Beispiel als Computerspiel angelegt sind oder im Schwimmbad unter Wasser stattfinden. Im Eröffnungskonzert brachte Simon Steen-Andersen erstmals alle drei SWR-Klangkörper – das Symphonieorchester, das Vokalensemble und die Big Band – in Donaueschingen zusammen.

*

Dienstag, 19. November 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Animal Spirits". Wie uns Tiere und Pflanzen aus der Krise helfen können, erzählt Oliver Tanzer, Autor und Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche". –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Tiere und Pflanzen seien in vielfacher Hinsicht sozialer und im Ganzen auch viel rationaler als Menschen, meint der Autor und Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche", Oliver Tanzer.

Der Mensch halte sich für das höchst entwickelte Wesen der Erde. Aber wenn es um Krisen geht, ist keine Art anfälliger und zerstörerischer als er. Er produziert unablässig ökonomische, politische und ökologische Krisen. Mehr noch, er ist unfähig, die Probleme, die er selbst schafft, nachhaltig zu lösen. Tiere und Pflanzen, ja sogar Einzeller sind ihm darin weit überlegen. Man sollte von ihren Strategien lernen und kann auch von ihnen lernen, meint der Journalist Oliver Tanzer. Er macht sich "Gedanken für den Tag" über die wunderbaren Ratgeber aus der Natur. Über Wölfe als bessere Betriebswirte und Manager, Fledermäuse als Egoismus-Therapeuten, Bäume als Wachstums-Genies und Menschenaffen als Beziehungsprofis.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Wenn Wut explodiert
Neue Wege in der Gewaltprävention (2).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Wie entsteht Wut, wie kann man die Gewaltspirale durchbrechen und noch besser: Wie kann man Gewalt präventiv verhindern?

Feminizide, also Frauenmorde haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Weltweit, aber auch in Österreich. Die Gesetze, die Frauen schützen sollen, gelten als gut, allerdings ist die Zahl an Plätzen in Frauenhäusern laut Expert/innen zu niedrig. Sie kritisieren auch, dass voriges Jahr weniger Betretungsverbote ausgesprochen wurden, also die Polizei Gewalttätern nicht den Zutritt zu gemeinsamen Räumlichkeiten verwehrt hat. Ein weiterer Kritikpunkt: Funktionierende Projekte wurden gestrichen – das Projekt MARAC (Multi-Agency Risk Assessment Conference) zum Beispiel, in dem die Polizei fix eingebunden und an Präventivarbeit zu Verhinderung von schwerer Gewalt tätig war. Gründe, warum Frauen in gewalttätigen Beziehungen bleiben, sind unter anderem die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Partner und das Verharmlosen von männlicher Gewalt.

Körperliche Gewalt an Männern findet in den meisten Fällen außerhalb der eigenen vier Wänden statt, innerhalb der Familie ist sie vorwiegend psychischer Natur.

Als Opfer, auch wenn sie nicht direkt von Gewalt betroffen sind, gelten Kinder in gewalttätigen Beziehungen. Seit nunmehr 30 Jahren – der Internationale Tag der Kinderrechte wird jedes Jahr am 20. November begangen – setzt sich die UN-Kinderrechtskonvention für Kinderrechte ein, für ein Leben, in dem sich Kinder möglichst gut entfalten können. Österreich hat sich vor 20 Jahren mit einem Gesetz dem Prinzip der "gewaltfreien Erziehung" verpflichtet, die "gesunde Watsche" sollte es nicht mehr geben. Dass Eltern nach wie vor ihrem Zorn mit psychischer und physischer Gewalt Luft machen, ist allerdings Fakt.

Inzwischen gibt es österreichweit wie international viele Projekte, die mit Täter/innen wie Opfern arbeiten. In Graz und am Balkan zeigt die Arbeit an männlichen Rollenbildern große Erfolge. In Brasilien bemühen sich NGOs, Jugendlichen aus gewalttätigen Milieus Wege in ein anderes, gewaltfreies Leben zu zeigen: durch kreative künstlerische Arbeiten etwa oder auch durch sozialarbeiterische Maßnahmen. Inhaftierten Jugendlichen zum Beispiel sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die verhindern sollen, dass sie wieder ins Gefängnis kommen, aber auch ein Leben außerhalb dominierender, gewalttätiger Gangs aufbauen können.


09:30 Radiokolleg – Geronimo oder Winnetou?
Indianerromantik diesseits des großen Teiches (2).
Gestaltung: Christa Nebenführ

Der österreichische Schauspieler Adi Hirschal taufte seinen Sohn zu Ehren des letzten Apachenhäuptlings auf den Namen "Geronimo", der Berliner Kieferorthopäde Winnetou Kampmann hat seinen Vornamen vom Vater geerbt und an seinen Sohn weitergegeben. Der erwählte Namenspatron des einen ist eine historische Figur, der des anderen eine Romanfigur. Doch die beiden Erscheinungsformen von Heldentum überschneiden sich in vieler Hinsicht. Wovon träumten und träumen die Menschen in der Alten Welt wenn sie den "Roten Mann" idealisieren und romantisieren? Was ersehnte Franz Kafka in seinem Kurzprosatext: "Wunsch, Indianer zu werden"?

Wer einst kindlich naiv die von Karl May beschriebene Lebensweise Winnetous für Realität hielt, wandte sich nicht selten später den Ikonen Geronimo oder Sitting Bull zu. Ein historischer Kern bewahrt jedoch nicht vor Mythenbildung und idealisierenden Zuschreibungen. So gab es zwar im 17. Jahrhundert einen Häuptling der Mohegan namens Uncas, aber dieser hatte wenig Gemeinsamkeit mit der gleichnamigen Figur in der Lederstrumpf-Reihe des Amerikaners James Fenimore Cooper. Das verbreitete Indianerbild ist die Konstruktion eines eurozentrischen Weltbilds und verrät mehr über Europas kulturellen Hintergrund und Horizont als über Amerikas Ureinwohner.

Christa Nebenführ hat einen Streifzug durch Museen, Literatur und Aufführungen unternommen und sich bei Völkerkundlern und "Indianerfreunden" erkundigt, wie viel die Dichtung über die Wahrheit verrät.


09:45 Radiokolleg – Sweet Soul Music
Zum 50er – Vier Alben mit Black Power (2).
Gestaltung: Stefan Niederwieser

In Detroit drückt die Hitze, heißer als die Hölle soll es gewesen sein, sagen Augenzeugen. Es ist Sommer im Jahr 1967. In Detroit sind die Stadtviertel noch stärker segregiert als in den Südstaaten, Armut ist allgegenwärtig, Polizeigewalt ebenfalls. Bei einer nächtlichen Feier in einer illegalen Bar werden alle Feiernden von der Polizei verhaftet, ein Funke springt über, er entzündet sich, in der Hitze der Nacht brechen Unruhen aus. Manche sagen auch Rebellion zu diesen fünf Tagen, die folgen, oder Aufstand. Am Ende ist die Polizei nicht mehr Herr der Lage, die Nationalgarde muss einrücken, 43 Menschen sind tot, über tausend verletzt und noch mehr Gebäude sind zerstört. Detroit ist damals ein Zentrum afroamerikanischer Kultur. Das Label Motown produziert hier Hits am laufenden Band, auch die junge Aretha Franklin wohnt hier. Einige Kilometer weiter schreibt Curtis Mayfield in Chicago hoffnungsvolle, stolze Songs, während Sly & The Family Stone an der Westküste multiethnischen Widerstand proben.

In diesem Radiokolleg sollen große gesellschaftspolitischen Themen dieser Zeit anhand von vier Soul-Alben nacherzählt werden.

*Sly Stone, Schwarze Kultur und das Konzept Soul*
Soul war in eine breite Bewegung eingebettet, Schwarze Erfahrungen wurden diskutiert, es galt sich kulturell und wirtschaftlich zu ermächtigen. Soul war dabei ein ganzheitliches Konzept, das über Musik und Essen hinausging – zu sagen wie es ist, starke Gefühle haben, aufrichtig sein. Letzten Endes war Soul ein Konzept von Humanität. Sly and The Family Stone gaben ihm auf ihrem Album "Stand!" ein multiethnisches, widerständiges Antlitz.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Vielseitigkeit jenseits der Fachgrenzen – Erinnerungen an die Sopranistin Elisabeth Söderström. Ausschnitte aus Werken von Richard Strauss, Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner, Giacomo Puccini, Leos Janacek u.a.
Gestaltung: Michael Blees

Mit ihren intensiven Gestaltungen der Emila Marty, der Katja und der Jenufa in den hochgelobten Einspielungen der Janacek-Opern "Die Sache Makropulos", "Katja Kabanova" und "Jenufa" mit den Wiener Philharmonikern unter der musikalischen Leitung von Sir Charles Mackerras ist sie in die Opern-Aufnahme-Geschichte eingegangen – die schwedische Sopranistin Elisabeth Söderström.

Aber sie war nicht nur eine bemerkenswerte Janacek-Interpretin, ihr Repertoire reichte von Monteverdi bis zu Uraufführungen. Neben Adina im "Liebestrank" und Susanna im "Figaro" sang sie auch den Komponisten in "Ariadne auf Naxos" und Eva in den "Meistersingern"; neben den vier Frauenpartien in "Hoffmanns Erzählungen" hat sie auch die Leonore in "Fidelio" übernommen – und im "Rosenkavalier" interpretierte sie sowohl Sophie als auch Octavian und Marschallin.

In Drottingholm hat die spätere "Schwedische Hofsängerin" 1947 debütiert, 1949 ist sie an die Königliche Oper von Stockholm gekommen, ab 1957 gastierte sie regelmäßig bei den Festspielen in Glyndebourne und schon 1959 gab sie ihr Debüt an der Metropolitan Opera, wo sie sich 40 Jahre später, nach einer ruhmreichen Weltkarriere, auch von der Bühne verabschiedet hat.

Vor 10 Jahren ist Elisabeth Söderström im Alter von 82 Jahren verstorben.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Warten" und andere Kurzgeschichten von Igor Alexejew. Aus dem Russischen von Studierenden des Instituts für Slavistik der Universität Regensburg unter Mitwirkung von Angelika Beller und Franz Hederer. Es liest Till Firit.
Gestaltung: Edith Vukan
Präsentation: Nicole Dietrich

"Warten ist ein Verb des Hoffens", so empfindet es der Mann aus einer der Erzählungen von Igor Alexejew und beginnt zu warten – auf alles und jeden -, ein anderer wiederum spürt in sich die Veranlagung allem und jedem dankbar zu sein, ein dritter hält die Wirklichkeit fest, indem er sich Tag für Tag fotografiert.

Der russische Autor Igor Alexejew (1959-2008) lebte als Arzt in Saratow. Neben Lyrik und Prosa veröffentlichte er auch zwei Drehbücher. In seiner Heimatstadt hat er die Gesellschaft zur Verbreitung von Literatur "Art-sistema" mitbegründet. Seine Werke wurden in zahlreichen Zeitschriften veröffentlicht.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Hans Georg Nicklaus.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert (Dolby Surround)
Wiener Symphoniker, Dirigent: Alain Altinoglu; Renaud Capuçon, Violine. Maurice Ravel: Pavane pour une infante défunte (Fassung für Orchester) * Edouard Lalo: Symphonie espagnole für Violine und Orchester d-Moll op. 21 * Johannes Brahms: Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73 (aufgenommen am 1. März 2018 im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1)


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
Am Horizont, wo sich die Perspektiven drehen.
Feature von Kathrin Wimmer
Redaktion: Alfred Koch

"Hier ist alles so, wie anderswo auf der Welt. Nur in einer kleineren Ausführung", sagt Lloyd Jones über seine Heimat Neuseeland. Viele Jahre reiste Jones als Journalist durch die Welt, es zieht ihn nach Europa, nach Asien und in die USA.

Mit dreißig Jahren veröffentlicht er seinen ersten Roman "Gilmore's Milchladen". 2006 erscheint "Mr. Pip", für den er den Commonwealth Writers' Prize erhält und auf die Shortlist für den Man Booker Prize kommt. Der Roman spielt auf der Insel Bougainville in Papua-Neuguinea, die während des Bürgerkriegs in den neunziger Jahren lange Zeit von der Außenwelt abgeriegelt war. Ein Krieg, den Lloyd Jones als Journalist miterlebte.

In seinem Roman lässt er aus der Sicht eines 13-jährigen Mädchens von dem Lehrer Mr. Watts erzählen, der seiner Klasse aus dem Charles Dickens Roman "Great Expectations" vorliest. Der Text fließt immer mehr in den Alltag der jungen Zuhörer und Zuhörerinnen ein und verändert ihre Sicht auf die Welt. Zuletzt erschien sein Roman "Geschichte der Stille".

Darin erzählt Jones von dem schweren Erdbeben, das Christchurch im Februar 2011 erschütterte. Die Betrachtung der fast völlig zerstörten Stadt wird für den Autor zu einer Suche nach der eigenen Vergangenheit, zu einer Reflexion über die verschwiegene Geschichte seiner Vorfahren - "als wären mit den verheerenden Erdstößen erst die Brüche und Lücken in Jones' eigener Familiengeschichte erkennbar geworden".


16:45 Heimspiel


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die österreichische Dynastie der Bankiersfamilie. Mit Roman Sandgruber, emeritierter Leiter des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Johannes Keppler Universität Linz
Gestaltung: Andreas Wolf

Nie verfügte ein Familienverband über einen höheren Anteil am jeweiligen Welteinkommen, sowie Weltvermögen, wie die fünf Linien der Rothschilds im 19. Jahrhundert. Mit ihrem Reichtum stellten sie sämtliche europäischen Herrscherfamilien und Handelsdynastien wie die Medici und Fugger, aber auch indische Moguln und Maharadschas und sogar das heutige Arabische Königshaus in den Schatten.

Für den Aufstieg der Rothschilds war der 1744 unter ärmlichsten Verhältnissen im Frankfurter Juden-Getto geborene Mayer Amschel verantwortlich. Sein Sohn Salomon Mayer stieg im Vormärz zum führenden Bankier Österreichs auf. Dessen Sohn wiederum gründete die Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe. Sein Enkel galt als reichster Mann Europas. Die österreichischen Rothschilds wurden in den Adelsstand erhoben, finanzierten Staaten, Kriege, Fabriken und den Eisenbahnbau. Der Niedergang erfolgte während der Zwischenkriegszeit, an deren Ende die Enteignung und Vertreibung durch die Nationalsozialisten stand. Den Schlusspunkt unter die österreichische Dynastie setzte 1955 Louis Nathaniel Rothschild durch seinen Suizid auf Jamaika.

In jahrelanger Arbeit übersetzte der Wirtschaftshistoriker Roman Sandgruber in Londoner Archiven handschriftliche Texte, die in hebräischen Buchstaben im Frankfurter Dialekt verfasst waren. Um die schriftlichen und sprachlichen Hürden zu bewältigen, lernte Sandgruber die hebräische Schrift. Durch die Kombination aus Schrift- und Sprachkenntnissen war er der erste Wissenschafter, der die Rothschildtexte historisch aufarbeitete.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Ein Gespräch mit der Bionikerin Ille Gebeshuber
Von Birgt Dalheimer

Ein Schmetterlingsflügel bringt Ille Gebeshuber ins Schwärmen: seine Nanostruktur, seine Farbe, wie er die Temperatur regulieren kann. Die Natur ist die Inspirationsquelle für die Physikerin, ihr Fachgebiet nennt sich Bionik. Der Klettverschluss – oder Lacke, von denen Flüssigkeit und Schmutz abperlen wie von einem Lotusblatt – das sind zwei der bekanntesten, schon lange marktreif umgesetzten Anwendungsbeispiele der Bionik.

Ille Gebeshuber interessiert sich für Neues: So hat sie den Klebstoff der Kieselalgen mit seinen erstaunlichen Selbstheilungskräften untersucht, erforscht die Eigenschaft von Mehlwürmern, den Kunststoff Polystyrol zu fressen oder sinniert über den Energiespeicher menschliches Bauchfett.

Sieben Jahre hatte Ille Gebeshuber eine Professur an der Universität von Malaysia. Dort war sie die meiste Zeit im Dschungel unterwegs, fasziniert von der Tier- und Pflanzenvielfalt und den endlos scheinenden Lösungen, die diese für Probleme wie Wärme- und Feuchtigkeitsregulation, Sonnenspeicher usw. entwickelt haben. 2016 kehrte sie zurück nach Österreich, ans Institut für Angewandte Physik der Technischen Universität Wien.


19:30 Das Ö1 Konzert (Dolby Surround)
Grazer Philharmoniker, Dirigentin: Oksana Lyniv; Kateryna Titova, Klavier.
Ludwig van Beethoven: Auszüge aus "Die Geschöpfe des Prometheus" op. 43 * Alexander Skrjabin: Le poème de l'extase op. 54 * Camille Saint Saens: Phaéton op. 39 (Grazer Erstaufführung) * Alexander Skrjabin: Prométhée. Le poème du feu op. 60 (Grazer Erstauffürhung) (aufgenommen am 18. Juni im Stefaniensaal Graz in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Franz Josef Kerstinger

Im Zentrum des letzten Orchesterkonzerts wird das Thema Licht wieder aufgegriffen: Saint-Saens' Phaéton thematisiert die Geschichte von Helios' Sohn, während sich weitere Werke dem Mythos des Feuerbringers Prometheus widmen, darunter Skrjabins Prométhée mit seiner eindrucksvollen Verbindung von Licht und Musiksprache.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Mitschnitte von den Donaueschinger Musiktagen 2019 (Teil 2).
Gestaltung: Rainer Elstner

Eine beeindruckende Zahl an Uraufführungen boten die Donaueschinger Musiktage 2019. Die 1921 gegründeten Musiktage, die jährlich vom SWR organisiert werden, sind das weltweit älteste und renommierteste Festival für Neue Musik.

Neben den Konzerten mit dem SWR Sinfonieorchester und bedeutenden Ensembles aus Paris, Wien und Hamburg standen bei den Donaueschinger Musiktagen Formate im Mittelpunkt, die den klassischen Konzertsaal verlassen – zum Beispiel als Computerspiel angelegt sind oder im Schwimmbad unter Wasser stattfinden.

Beim Abschlusskonzert am 20. Oktober 2019 stand Tito Ceccherini am Pult des SWR Symphonieorchesters. Neben neuen Werken von Saed Haddad, Lidia Zielinska und Jürg Frey stand auch die Uraufführung von Eva Reiters "Wächter" auf dem Programm.

*

Mittwoch, 20. November 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Animal Spirits". Wie uns Tiere und Pflanzen aus der Krise helfen können, erzählt Oliver Tanzer, Autor und Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche". –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Tiere und Pflanzen seien in vielfacher Hinsicht sozialer und im Ganzen auch viel rationaler als Menschen, meint der Autor und Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche", Oliver Tanzer.

Der Mensch halte sich für das höchst entwickelte Wesen der Erde. Aber wenn es um Krisen geht, ist keine Art anfälliger und zerstörerischer als er. Er produziert unablässig ökonomische, politische und ökologische Krisen. Mehr noch, er ist unfähig, die Probleme, die er selbst schafft, nachhaltig zu lösen. Tiere und Pflanzen, ja sogar Einzeller sind ihm darin weit überlegen. Man sollte von ihren Strategien lernen und kann auch von ihnen lernen, meint der Journalist Oliver Tanzer. Er macht sich "Gedanken für den Tag" über die wunderbaren Ratgeber aus der Natur. Über Wölfe als bessere Betriebswirte und Manager, Fledermäuse als Egoismus-Therapeuten, Bäume als Wachstums-Genies und Menschenaffen als Beziehungsprofis.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Wenn Wut explodiert
Neue Wege in der Gewaltprävention (3).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Wie entsteht Wut, wie kann man die Gewaltspirale durchbrechen und noch besser: Wie kann man Gewalt präventiv verhindern?

Feminizide, also Frauenmorde haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Weltweit, aber auch in Österreich. Die Gesetze, die Frauen schützen sollen, gelten als gut, allerdings ist die Zahl an Plätzen in Frauenhäusern laut Expert/innen zu niedrig. Sie kritisieren auch, dass voriges Jahr weniger Betretungsverbote ausgesprochen wurden, also die Polizei Gewalttätern nicht den Zutritt zu gemeinsamen Räumlichkeiten verwehrt hat. Ein weiterer Kritikpunkt: Funktionierende Projekte wurden gestrichen – das Projekt MARAC (Multi-Agency Risk Assessment Conference) zum Beispiel, in dem die Polizei fix eingebunden und an Präventivarbeit zu Verhinderung von schwerer Gewalt tätig war. Gründe, warum Frauen in gewalttätigen Beziehungen bleiben, sind unter anderem die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Partner und das Verharmlosen von männlicher Gewalt.

Körperliche Gewalt an Männern findet in den meisten Fällen außerhalb der eigenen vier Wänden statt, innerhalb der Familie ist sie vorwiegend psychischer Natur.

Als Opfer, auch wenn sie nicht direkt von Gewalt betroffen sind, gelten Kinder in gewalttätigen Beziehungen. Seit nunmehr 30 Jahren – der Internationale Tag der Kinderrechte wird jedes Jahr am 20. November begangen – setzt sich die UN-Kinderrechtskonvention für Kinderrechte ein, für ein Leben, in dem sich Kinder möglichst gut entfalten können. Österreich hat sich vor 20 Jahren mit einem Gesetz dem Prinzip der "gewaltfreien Erziehung" verpflichtet, die "gesunde Watsche" sollte es nicht mehr geben. Dass Eltern nach wie vor ihrem Zorn mit psychischer und physischer Gewalt Luft machen, ist allerdings Fakt.

Inzwischen gibt es österreichweit wie international viele Projekte, die mit Täter/innen wie Opfern arbeiten. In Graz und am Balkan zeigt die Arbeit an männlichen Rollenbildern große Erfolge. In Brasilien bemühen sich NGOs, Jugendlichen aus gewalttätigen Milieus Wege in ein anderes, gewaltfreies Leben zu zeigen: durch kreative künstlerische Arbeiten etwa oder auch durch sozialarbeiterische Maßnahmen. Inhaftierten Jugendlichen zum Beispiel sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die verhindern sollen, dass sie wieder ins Gefängnis kommen, aber auch ein Leben außerhalb dominierender, gewalttätiger Gangs aufbauen können.


09:30 Radiokolleg – Geronimo oder Winnetou?
Indianerromantik diesseits des großen Teiches (3).
Gestaltung: Christa Nebenführ

Der österreichische Schauspieler Adi Hirschal taufte seinen Sohn zu Ehren des letzten Apachenhäuptlings auf den Namen "Geronimo", der Berliner Kieferorthopäde Winnetou Kampmann hat seinen Vornamen vom Vater geerbt und an seinen Sohn weitergegeben. Der erwählte Namenspatron des einen ist eine historische Figur, der des anderen eine Romanfigur. Doch die beiden Erscheinungsformen von Heldentum überschneiden sich in vieler Hinsicht. Wovon träumten und träumen die Menschen in der Alten Welt wenn sie den "Roten Mann" idealisieren und romantisieren? Was ersehnte Franz Kafka in seinem Kurzprosatext: "Wunsch, Indianer zu werden"?

Wer einst kindlich naiv die von Karl May beschriebene Lebensweise Winnetous für Realität hielt, wandte sich nicht selten später den Ikonen Geronimo oder Sitting Bull zu. Ein historischer Kern bewahrt jedoch nicht vor Mythenbildung und idealisierenden Zuschreibungen. So gab es zwar im 17. Jahrhundert einen Häuptling der Mohegan namens Uncas, aber dieser hatte wenig Gemeinsamkeit mit der gleichnamigen Figur in der Lederstrumpf-Reihe des Amerikaners James Fenimore Cooper. Das verbreitete Indianerbild ist die Konstruktion eines eurozentrischen Weltbilds und verrät mehr über Europas kulturellen Hintergrund und Horizont als über Amerikas Ureinwohner.

Christa Nebenführ hat einen Streifzug durch Museen, Literatur und Aufführungen unternommen und sich bei Völkerkundlern und "Indianerfreunden" erkundigt, wie viel die Dichtung über die Wahrheit verrät.


09:45 Radiokolleg – Sweet Soul Music
Zum 50er – Vier Alben mit Black Power (3).
Gestaltung: Stefan Niederwieser

In Detroit drückt die Hitze, heißer als die Hölle soll es gewesen sein, sagen Augenzeugen. Es ist Sommer im Jahr 1967. In Detroit sind die Stadtviertel noch stärker segregiert als in den Südstaaten, Armut ist allgegenwärtig, Polizeigewalt ebenfalls. Bei einer nächtlichen Feier in einer illegalen Bar werden alle Feiernden von der Polizei verhaftet, ein Funke springt über, er entzündet sich, in der Hitze der Nacht brechen Unruhen aus. Manche sagen auch Rebellion zu diesen fünf Tagen, die folgen, oder Aufstand. Am Ende ist die Polizei nicht mehr Herr der Lage, die Nationalgarde muss einrücken, 43 Menschen sind tot, über tausend verletzt und noch mehr Gebäude sind zerstört. Detroit ist damals ein Zentrum afroamerikanischer Kultur. Das Label Motown produziert hier Hits am laufenden Band, auch die junge Aretha Franklin wohnt hier. Einige Kilometer weiter schreibt Curtis Mayfield in Chicago hoffnungsvolle, stolze Songs, während Sly & The Family Stone an der Westküste multiethnischen Widerstand proben.

In diesem Radiokolleg sollen große gesellschaftspolitischen Themen dieser Zeit anhand von vier Soul-Alben nacherzählt werden.

*Marvin Gaye, Motown und Selbstermächtigung*
Das Label Motown vermarktete Soul am erfolgreichsten. Anfangs pflegte man ein apolitisches Image, in einer Charm School wurde Künstler*innen gutes Benehmen beigebracht. Ökonomische Ermächtigung stand bei Motown ökonomischer Ausbeutung von Schwarzer Kultur gegenüber. Dies zeigte sich auch bei der Veröffentlichung des Albums "What's Going On" von Marvin Gaye. Auf diesem finden sich auch ökologische Töne und Kritik an der Reichtumsverteilung in den USA.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Nadja Kayali.
Joachim Raff: Oktett für Streicher C-Dur op. 176 (Academy of St. Martin in the Fields Chamber Players)

Der Schweizer Komponist Joachim Raff war eigentlich im Schuldienst beschäftigt, als er die Nachricht erhielt, dass Felix Mendelssohn-Bartholdy begeistert von seinen Klavierstücken sei und ihn an seinen Verlag empfahl.

Mutig kündigte Raff seine Anstellung und versuchte sich als freischaffender Künstler in Zürich. Mendelssohns Tod verhinderte eine weitere Förderung. Nach einigen schwierigen Jahren gelang es Raff dann, Franz Liszts Wohlwollen zu erringen.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Zu Gast in Weimar". Von George Eliot (200. Geburtstag am 22.11.). Aus dem Englischen von Nadine Erler. Es liest Sona MacDonald.
Gestaltung: Gudrun Hamböck

Im Sommer 1854 bricht der britische Schriftsteller George Henry Lewes nach Deutschland auf, um in Weimar und Berlin Material für eine Goethe-Biografie zu sammeln. Der verheiratete Lewes reist nicht allein, er wird von seiner Lebensgefährtin Mary Ann Evans begleitet, mit der er in damals skandalöser "wilder Ehe" zusammenlebt. Diese 35jährige Schriftstellerin wird später unter dem Pseudonym George Eliot mit "Middlemarch" und "Die Mühle am Fluss" bedeutende Romane des viktorianischen Zeitalters verfassen.

Ihr Blick fällt auf ein Weimar, in dem August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Franz Liszt das Kulturleben prägen, während die Größen der deutschen Klassik schon als Statuen bewundert werden und ihre Wirkungsstätten beginnende museale Verehrung erfahren, in dem das Gesellschaftsleben ungezwungener und das Essen gehaltvoller ist als in England.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Irene Suchy.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Gewandhausorchester Leipzig, Dirigent: Andris Nelsons; Lauma Skride, Klavier.
Clara Schumann: Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 7 * Robert Schumann: Symphonie Nr. 1 B-Dur op. 38, "Frühlingssymphonie" * Betsy Jolas: Letters from Bachville (Uraufführung, Auftragswerk des Gewandhausorchesters und des Boston Symphony Orchestra) (aufgenommen am 13. September im Gewandhaus Leipzig im Rahmen der "Clara-Schumann-Festwochen 2019").
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft
Unter anderem mit dem Beitrag: "Ich hab Recht!" – Jungschar kämpft für Kinderrechte

Vor 30 Jahren, am 20. November 1989, wurde die "Konvention über die Rechte des Kindes" von den Vereinten Nationen beschlossen. Die Katholische Jungschar versteht sich selbst als "Lobby für Kinder" und engagiert sich seit vielen Jahrzehnten für eine kinderfreundliche Gesellschaft, bringt die Lebensbedingungen von Kindern zur Sprache und setzt sich für eine Politik ein, die sich an den Bedürfnissen von Kindern orientiert. Die katholische Kinder- und Jugendorganisation beschränkt dabei ihr Engagement nicht auf Kinder in Österreich, sondern kämpft für Kinderrechte weltweit: gegen Kinderarbeit, Ausbeutung, mangelnde Bildungschancen und Armut von Kindern. In Kenias Hauptstadt Nairobi etwa, unterstützt die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar, mehrere Projekte für Straßenkinder. Mit Fußball und Straßentheater kämpft man hier gegen Drogenmissbrauch und sexuelle Gewalt gegenüber Kindern. –
Gestaltung: Alexandra Mantler


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die österreichische Dynastie der Bankiersfamilie. Mit Roman Sandgruber, emeritierter Leiter des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Johannes Keppler Universität Linz
Gestaltung: Andreas Wolf

Nie verfügte ein Familienverband über einen höheren Anteil am jeweiligen Welteinkommen, sowie Weltvermögen, wie die fünf Linien der Rothschilds im 19. Jahrhundert. Mit ihrem Reichtum stellten sie sämtliche europäischen Herrscherfamilien und Handelsdynastien wie die Medici und Fugger, aber auch indische Moguln und Maharadschas und sogar das heutige Arabische Königshaus in den Schatten.

Für den Aufstieg der Rothschilds war der 1744 unter ärmlichsten Verhältnissen im Frankfurter Juden-Getto geborene Mayer Amschel verantwortlich. Sein Sohn Salomon Mayer stieg im Vormärz zum führenden Bankier Österreichs auf. Dessen Sohn wiederum gründete die Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe. Sein Enkel galt als reichster Mann Europas. Die österreichischen Rothschilds wurden in den Adelsstand erhoben, finanzierten Staaten, Kriege, Fabriken und den Eisenbahnbau. Der Niedergang erfolgte während der Zwischenkriegszeit, an deren Ende die Enteignung und Vertreibung durch die Nationalsozialisten stand. Den Schlusspunkt unter die österreichische Dynastie setzte 1955 Louis Nathaniel Rothschild durch seinen Suizid auf Jamaika.

In jahrelanger Arbeit übersetzte der Wirtschaftshistoriker Roman Sandgruber in Londoner Archiven handschriftliche Texte, die in hebräischen Buchstaben im Frankfurter Dialekt verfasst waren. Um die schriftlichen und sprachlichen Hürden zu bewältigen, lernte Sandgruber die hebräische Schrift. Durch die Kombination aus Schrift- und Sprachkenntnissen war er der erste Wissenschafter, der die Rothschildtexte historisch aufarbeitete.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
30 Jahre Kinderrechtskonvention
Von Johann Kneihs

Es war ein später, aber einschneidender Schritt: Am 20. November 1989 schuf die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit dem "Übereinkommen über die Rechte des Kindes" das erste Dokument, das die besonderen Schutzbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen umfassend definiert und völkerrechtlich verbindlich macht. Staaten, die es ratifiziert haben, sind verpflichtet, der UNO über die Umsetzung der Kinderrechte Bericht zu erstatten.

Auch wenn die Kinderrechtskonvention von so vielen Ländern unterzeichnet wurde wie keine andere UNO-Konvention, ist es ein weiter Weg von Jahrtausende alten Traditionen, die Kinder als Eigentum ihrer Familien verstehen, zu modernen Rechtsauffassungen. Das zeigt beispielsweise das Fortbestehen von Kinderarbeit und Kinderehe. Doch auch in europäischen Staaten gibt es Auseinandersetzungen über den Vorrang etwa von Zuwanderungsbeschränkungen gegenüber den Rechten von Kindern.

Heuer, im Jubiläumsjahr, ist Österreich der UNO berichtspflichtig. Mit Unterstützung des Netzwerks Kinderrechte haben dabei erstmals Jugendliche selbst ihre Anliegen in Genf vorgetragen.


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
präsentiert von Colin Mason. In honorem Caeciliae

Von allen christlichen Märtyrern oder Märtyrinnen wird kaum eine Person so oft mit Musik gefeiert wie die heilige Cäcilia von Rom, die als Patronin der Tonkunst gilt und deren Feiertag der 22. November ist. Besonders Komponisten des Hochbarock und des Spätbarock haben ihr würdige und wunderbare Werke gewidmet.

Unsere Sendung präsentiert Musikwerke und Auszüge aus Musikwerken mit Bezug auf Cäcilia oder auf ihren Gedenktag von Marc-Antoine Charpentier, Henry Purcell und Georg Friedrich Händel.


21:00 Salzburger Nachtstudio
Vom Kasperl und anderen Wursteln
Gestaltung: Martin Haidinger

"Kasperl ist kein Sanierungsfall!" sagt André Heller. "Sondern Kasperl braucht Liebende, die ihm ideale Bedingungen geben um stattfinden zu können". Seit bekannt wurde, dass der Universalkünstler und Kulturmanager Heller die legendäre Puppenbühne in der Wiener Urania kauft und damit vor dem Aus rettet, sind Kasperl und Co zurück im Bewusstsein des heimischen Kulturlebens.

Der im 18. Jahrhundert von Johann La Roche geschaffene Kasperl ist bei weitem nicht die einzige Figur ihrer Art, sie hat viele Verwandte. Die Geschichte der Wursteln reicht von harmlosen Handpuppen bis zu hochpolitischen Gestalten wie dem "Hanswurst" gegen den manche Aufklärer einen regelrechten Kulturkampf führten!

Mithilfe von Expertinnen und Experten für das Kasperltum weckt Martin Haidinger so manche Erinnerungen an eigene Erlebnisse mit Kasperl, Petzi und Co. und geht auch der Frage nach der gesellschaftlichen Funktion des Wurstels nach.

Wursteln als Revolutionäre, als Reaktionäre, als Unterhalter für Groß und Klein: ein Salzburger Nachtstudio unter germanistischer und historischer Fachbegleitung.

Krawutzi!


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin.
Gestaltung: Heinrich Deisl

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.

*

Donnerstag, 21. November 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Animal Spirits". Wie uns Tiere und Pflanzen aus der Krise helfen können, erzählt Oliver Tanzer, Autor und Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche". –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Tiere und Pflanzen seien in vielfacher Hinsicht sozialer und im Ganzen auch viel rationaler als Menschen, meint der Autor und Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche", Oliver Tanzer.

Der Mensch halte sich für das höchst entwickelte Wesen der Erde. Aber wenn es um Krisen geht, ist keine Art anfälliger und zerstörerischer als er. Er produziert unablässig ökonomische, politische und ökologische Krisen. Mehr noch, er ist unfähig, die Probleme, die er selbst schafft, nachhaltig zu lösen. Tiere und Pflanzen, ja sogar Einzeller sind ihm darin weit überlegen. Man sollte von ihren Strategien lernen und kann auch von ihnen lernen, meint der Journalist Oliver Tanzer. Er macht sich "Gedanken für den Tag" über die wunderbaren Ratgeber aus der Natur. Über Wölfe als bessere Betriebswirte und Manager, Fledermäuse als Egoismus-Therapeuten, Bäume als Wachstums-Genies und Menschenaffen als Beziehungsprofis.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Wenn Wut explodiert
Neue Wege in der Gewaltprävention (4).
Gestaltung: Ute Maurnböck

Wie entsteht Wut, wie kann man die Gewaltspirale durchbrechen und noch besser: Wie kann man Gewalt präventiv verhindern?

Feminizide, also Frauenmorde haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Weltweit, aber auch in Österreich. Die Gesetze, die Frauen schützen sollen, gelten als gut, allerdings ist die Zahl an Plätzen in Frauenhäusern laut Expert/innen zu niedrig. Sie kritisieren auch, dass voriges Jahr weniger Betretungsverbote ausgesprochen wurden, also die Polizei Gewalttätern nicht den Zutritt zu gemeinsamen Räumlichkeiten verwehrt hat. Ein weiterer Kritikpunkt: Funktionierende Projekte wurden gestrichen – das Projekt MARAC (Multi-Agency Risk Assessment Conference) zum Beispiel, in dem die Polizei fix eingebunden und an Präventivarbeit zu Verhinderung von schwerer Gewalt tätig war. Gründe, warum Frauen in gewalttätigen Beziehungen bleiben, sind unter anderem die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Partner und das Verharmlosen von männlicher Gewalt.

Körperliche Gewalt an Männern findet in den meisten Fällen außerhalb der eigenen vier Wänden statt, innerhalb der Familie ist sie vorwiegend psychischer Natur.

Als Opfer, auch wenn sie nicht direkt von Gewalt betroffen sind, gelten Kinder in gewalttätigen Beziehungen. Seit nunmehr 30 Jahren – der Internationale Tag der Kinderrechte wird jedes Jahr am 20. November begangen – setzt sich die UN-Kinderrechtskonvention für Kinderrechte ein, für ein Leben, in dem sich Kinder möglichst gut entfalten können. Österreich hat sich vor 20 Jahren mit einem Gesetz dem Prinzip der "gewaltfreien Erziehung" verpflichtet, die "gesunde Watsche" sollte es nicht mehr geben. Dass Eltern nach wie vor ihrem Zorn mit psychischer und physischer Gewalt Luft machen, ist allerdings Fakt.

Inzwischen gibt es österreichweit wie international viele Projekte, die mit Täter/innen wie Opfern arbeiten. In Graz und am Balkan zeigt die Arbeit an männlichen Rollenbildern große Erfolge. In Brasilien bemühen sich NGOs, Jugendlichen aus gewalttätigen Milieus Wege in ein anderes, gewaltfreies Leben zu zeigen: durch kreative künstlerische Arbeiten etwa oder auch durch sozialarbeiterische Maßnahmen. Inhaftierten Jugendlichen zum Beispiel sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die verhindern sollen, dass sie wieder ins Gefängnis kommen, aber auch ein Leben außerhalb dominierender, gewalttätiger Gangs aufbauen können.


09:30 Radiokolleg – Geronimo oder Winnetou?
Indianerromantik diesseits des großen Teiches (4).
Gestaltung: Christa Nebenführ

Der österreichische Schauspieler Adi Hirschal taufte seinen Sohn zu Ehren des letzten Apachenhäuptlings auf den Namen "Geronimo", der Berliner Kieferorthopäde Winnetou Kampmann hat seinen Vornamen vom Vater geerbt und an seinen Sohn weitergegeben. Der erwählte Namenspatron des einen ist eine historische Figur, der des anderen eine Romanfigur. Doch die beiden Erscheinungsformen von Heldentum überschneiden sich in vieler Hinsicht. Wovon träumten und träumen die Menschen in der Alten Welt wenn sie den "Roten Mann" idealisieren und romantisieren? Was ersehnte Franz Kafka in seinem Kurzprosatext: "Wunsch, Indianer zu werden"?

Wer einst kindlich naiv die von Karl May beschriebene Lebensweise Winnetous für Realität hielt, wandte sich nicht selten später den Ikonen Geronimo oder Sitting Bull zu. Ein historischer Kern bewahrt jedoch nicht vor Mythenbildung und idealisierenden Zuschreibungen. So gab es zwar im 17. Jahrhundert einen Häuptling der Mohegan namens Uncas, aber dieser hatte wenig Gemeinsamkeit mit der gleichnamigen Figur in der Lederstrumpf-Reihe des Amerikaners James Fenimore Cooper. Das verbreitete Indianerbild ist die Konstruktion eines eurozentrischen Weltbilds und verrät mehr über Europas kulturellen Hintergrund und Horizont als über Amerikas Ureinwohner.

Christa Nebenführ hat einen Streifzug durch Museen, Literatur und Aufführungen unternommen und sich bei Völkerkundlern und "Indianerfreunden" erkundigt, wie viel die Dichtung über die Wahrheit verrät.


09:45 Radiokolleg – Sweet Soul Music
Zum 50er – Vier Alben mit Black Power (4).
Gestaltung: Stefan Niederwieser

In Detroit drückt die Hitze, heißer als die Hölle soll es gewesen sein, sagen Augenzeugen. Es ist Sommer im Jahr 1967. In Detroit sind die Stadtviertel noch stärker segregiert als in den Südstaaten, Armut ist allgegenwärtig, Polizeigewalt ebenfalls. Bei einer nächtlichen Feier in einer illegalen Bar werden alle Feiernden von der Polizei verhaftet, ein Funke springt über, er entzündet sich, in der Hitze der Nacht brechen Unruhen aus. Manche sagen auch Rebellion zu diesen fünf Tagen, die folgen, oder Aufstand. Am Ende ist die Polizei nicht mehr Herr der Lage, die Nationalgarde muss einrücken, 43 Menschen sind tot, über tausend verletzt und noch mehr Gebäude sind zerstört. Detroit ist damals ein Zentrum afroamerikanischer Kultur. Das Label Motown produziert hier Hits am laufenden Band, auch die junge Aretha Franklin wohnt hier. Einige Kilometer weiter schreibt Curtis Mayfield in Chicago hoffnungsvolle, stolze Songs, während Sly & The Family Stone an der Westküste multiethnischen Widerstand proben.

In diesem Radiokolleg sollen große gesellschaftspolitischen Themen dieser Zeit anhand von vier Soul-Alben nacherzählt werden.

*Curtis Mayfield, Blaxploitation und das Ende einer Ära*
"Curtis" von Curtis Mayfield wiederum reflektiert die Resignation, die sich mit der Wahl von Richard Nixon, mit Deindustrialisierung und einer Heroin-Epidemie unter vielen Schwarzen verbreitet hatte. Während der Soundtrack "Superfly" einen Kontrapunkt zu den billigen Blaxploitation-Filmen der Zeit bildete, konzentriert sich im Song "Move On Up" das Vermächtnis einer Ära, in der Pop-Musik so politisch war nie zuvor.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt
mit Hans Georg Nicklaus. Wie Bach Violinkonzerte Vivaldis in Werke für Cembalo solo verwandelt.

Bach ist spätestens ab dem 19. Jahrhundert als Genie, vor allem im deutschsprachigen Raum als eines der Genies der Musikgeschichte verehrt worden. Vorbildhaft galt für viele sein Tonsatz, ewig gültig seine Kunst. Aber das Genie hat sich selbst sicher anders gesehen. Bei italienischen Meistern sich etwas auszuleihen, Musik zu bearbeiten, zu transkribieren, bedeutete für ihn kein Manko an eigener Originalität.

In seiner Zeit als Hofkapellmeister in Weimar (1708-1717) transkribiert Bach über 20 Konzerte italienischer Komponisten für Cembalo oder Orgel. Allein zehn Violinkonzerte Vivaldis sind darunter, sieben arrangiert er für Cembalo, drei für Orgel – wohlgemerkt solo, d.h. ohne Orchesterbegleitung oder Continuo. Anders ist es beim berühmten Konzert in a-Moll BWV 1065 für vier Cembali und Streicher, das auf Vivaldis Konzert für vier Violinen und Streicher in h-Moll op. 3 Nr. 10 basiert.

Ausgewählt vergleicht: Original und Transkription und die Interpretationen der Bach'schen Vivaldi-Werke, z.B. eine interessante Aufnahme von 2013 mit dem Concerto Kopenhagen (geleitet von Lars Ulrich Mortensen mit u.a. Trevor Pinnock am Cembalo).


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Rapper sein." Von Maria Gainza. Aus dem argentinischen Spanisch von Peter Kultzen.
Gestaltung: Friederike Raderer

Telefonieren will auch gelernt sein! Es gehört zu den wirklichen Herausforderungen eines Anrufers, seinen Gesprächspartner aus dessen Monolog-Wahn heraus zu lotsen. Aber wie?


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Daniela Knaller.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
Der russische Liszt?

Anton Rubinstein, 125 Jahre danach Anton Rubinstein, Eugen d'Albert, Ferruccio Busoni – sie alle waren "Pianisten-Komponisten", die weit über ihr Instrument hinaus dachten und schufen. Am fernsten gerückt ist uns Heutigen von ihnen Anton Rubinstein, dessen Klavierkompositionen aus dem Repertoire verschwunden sind, von dem maximal die eine Oper "Der Dämon" hin und wieder hervorgeholt wird.

Auf 13 Opern und 6 Symphonien hat es der Universalmusiker gebracht, der bitter festhielt: "Den Juden bin ich ein Christ, den Christen ein Jude; den Russen bin ich ein Deutscher, den Deutschen ein Russe, den Klassikern ein Zukünftler, den Zukünftlern ein Retrograder usw."

Anton Rubinstein (1829 – 1894) war außerdem: Weltreisender in puncto Pianistik aller Epochen – in Wien und St. Petersburg Pionier durchorganisierter Musikausbildung – und komponierend eine Stimme zwischen Brahms, Tschaikowsky, Liszt und Bruch. Massivste Rubinstein-Neueinspielung aus jüngerer Zeit: das Opern-Oratorium "Moses" aus dem spätesten 19. Jahrhundert.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Wenn Annahmen Meinung machen
Gestaltung: Ilse Huber

Der erste Eindruck prägt, sagt man. Ein schneller Blick und schon steht die Meinung über einen Menschen fest. Seine Kleidung, sein Verhalten oder seine Sprache verleiten dazu, Stereotype walten zu lassen. Meistens sind es oberflächliche Äußerlichkeiten, die zu einem persönlichen Werturteil führen.

Wer macht sich die Mühe hinter die Fassade zu blicken? Eine Annahme, die auf vermeintlichem Wissen beruhen, hilft nur einer: der Macht des Vorurteils. Doch was ist ein Vorurteil genau? Wie kommt es zustande, wie wird es instrumentalisiert und wer profitiert davon? Welche Auswege aus der Vertrauenskrise sind möglich? Darüber denken die Ö1 Kinderunireporter/innen gemeinsam mit dem Bildungswissenschafter Jan Christoph Heiser von der Wirtschaftsuniversität Wien laut nach.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die österreichische Dynastie der Bankiersfamilie. Mit Roman Sandgruber, emeritierter Leiter des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Johannes Keppler Universität Linz
Gestaltung: Andreas Wolf

Nie verfügte ein Familienverband über einen höheren Anteil am jeweiligen Welteinkommen, sowie Weltvermögen, wie die fünf Linien der Rothschilds im 19. Jahrhundert. Mit ihrem Reichtum stellten sie sämtliche europäischen Herrscherfamilien und Handelsdynastien wie die Medici und Fugger, aber auch indische Moguln und Maharadschas und sogar das heutige Arabische Königshaus in den Schatten.

Für den Aufstieg der Rothschilds war der 1744 unter ärmlichsten Verhältnissen im Frankfurter Juden-Getto geborene Mayer Amschel verantwortlich. Sein Sohn Salomon Mayer stieg im Vormärz zum führenden Bankier Österreichs auf. Dessen Sohn wiederum gründete die Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe. Sein Enkel galt als reichster Mann Europas. Die österreichischen Rothschilds wurden in den Adelsstand erhoben, finanzierten Staaten, Kriege, Fabriken und den Eisenbahnbau. Der Niedergang erfolgte während der Zwischenkriegszeit, an deren Ende die Enteignung und Vertreibung durch die Nationalsozialisten stand. Den Schlusspunkt unter die österreichische Dynastie setzte 1955 Louis Nathaniel Rothschild durch seinen Suizid auf Jamaika.

In jahrelanger Arbeit übersetzte der Wirtschaftshistoriker Roman Sandgruber in Londoner Archiven handschriftliche Texte, die in hebräischen Buchstaben im Frankfurter Dialekt verfasst waren. Um die schriftlichen und sprachlichen Hürden zu bewältigen, lernte Sandgruber die hebräische Schrift. Durch die Kombination aus Schrift- und Sprachkenntnissen war er der erste Wissenschafter, der die Rothschildtexte historisch aufarbeitete.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wie Kurt Gödel eine Zeitreise unternahm
Von Robert Czepel

Vor 70 Jahren stößt der österreichische Mathematiker und Logiker Kurt Gödel in den Gleichungen von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie auf eine sonderbare Lösung: Sie beschreibt ein rotierendes Universum, in dem die Zeit Schleifen bilden kann. Damit sind auch Zeitreisen mehr als reine Science-Fiction, so sehen es zumindest die Theoretikerinnen in der Physik. Schon mit Einstein, dem Freund aus Princetoner Tagen, debattierte Gödel über sein wundersames kosmologisches Modell. Und die Debatte, was Gödels Befund bedeuten könnte, geht bis heute munter weiter. Könnte ein Zeitreisender sich selbst umbringen – und dadurch seine eigene Existenz rückwirkend auslöschen? Würde er dadurch nicht das eherne Prinzip von Ursache und Wirkung ad absurdum führen? Und vor allem: Was sagt Gödels Entdeckung über die Wirklichkeit aus? Leben wir in einem Universum, in dem tatsächlich Zeitreisen möglich sind?


19:30 Das Ö1 Konzert
Piotr Anderszewski, Klavier.
Johann Sebastian Bach: Aus: Das Wohltemperierte Klavier II * Robert Schumann: Sieben Klavierstücke in Fughettenform op. 126 * Ludwig van Beethoven: Sonate As-Dur op. 110 (aufgenommen am 15. Mai im Mozartsaal des Schwetzinger Schlosses im Rahmen der "Schwetzinger Festspiele 2019").
Präsentation: Stefanie Maderthaner


21:00 Im Gespräch
"Wenn irgendetwas von mir überlebt, dann sind es meine Bücher. Ich sehe mich als Autor, nicht als ikonisches Individuum." – Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Salman Rushdie, indisch-britischer Schriftsteller und Meinungsfreiheitskämpfer

Er arbeitete im Theater, als Werbetexter oder als Journalist, bevor er sich mit seinen Büchern einen Namen machen konnte. Die Erstveröffentlichung seiner "Satanischen Verse" im Jahr 1988 sorgte weltweit für politische Auseinandersetzungen. In ihnen hinterfragt der kaschmir-indische, muslimische Schriftsteller die Glaubwürdigkeit des Propheten Mohammeds und die Fundamente des Islams. Der iranische Ajatollah Ruhollah Chomeini verurteilte Rushdie zum Tode und brach die diplomatischen Beziehungen mit England, das Rushdie unter Polizeischutz nahm, ab. Rushdies Übersetzer und Buchhändler wurden Opfer gezielter Terroranschläge und sein Buch wurde in vielen Staaten zensiert und verbrannt.

1990 erschien die für sein eigenes Leben stehende Parabel "Harun und das Meer der Geschichten", die Rushdie, der in Cambridge Geschichte studiert hatte, für seinen Sohn schrieb. Zwar wurde 1998 die Fatwa, also der über sein Leben entscheidende Rechtsakt, für ungültig erklärt, doch in endgültiger Sicherheit kann sich Rushdie bis heute nicht wissen.

2012 verfasste er seine Autobiografie "Joseph Anton" – der Titel erinnert an den Namen, den Rushdie im Untergrund verwendete. 1992 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur und wurde 2007 trotz heftiger Proteste von der Queen zum Ritter geschlagen.

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz warnt der 1947 in Mumbai geborene Autor vor den Gefahren autoritärer Theokratien und erzählt, wie es sich nach Jahren in Verborgenheit anfühlt, wieder frei zu sein.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Der österreichische Komponist und Pianist Rupert Huber im "Zeit-Ton"-Porträt.
Gestaltung: Andreas Maurer

"dimensional music" nennt sich das Format, welches den Werken von Rupert Huber zugrunde liegt. Der österreichische Komponist und Pianist betrachtet Musik darin als Klang-Raum. Entstehung, Dauer und Verklingen sind die sichtbaren Pfeiler der Konstruktion, Musik wird zur klingenden Skulptur geformt. Vielfach verdichtet sich die räumliche Essenz zur Lichtinstallation oder als Bild auf der Leinwand. Selbst die traditionelle Partitur in Heftform erfährt im Werk des Künstlers eine räumliche Ausdehnung: Die vertikalen und horizontalen Achsen der Notation werden dreidimensional erweitert, interaktive Projekte lassen den Raum selbst zur Partitur werden, den Menschen zum Spielführer.

Doch die Welt von heute ist eine laute. Musik muss sich das Feld mit Flugzeugen, Autos und elektronischen Geräten teilen. Das Ergebnis: ein Raum im Raum. Mehrdimensional, unvorhersehbar.

Rupert Huber schuf Kompositionen (vorwiegend für Klavier) und Klanginstallationen u.a. für die Wiener Festwochen, das Centre Pompidou und das Ars Electronica Festival. Internationale Anerkennung erlangte er vor allem durch Tosca, sein gemeinsames Musikprojekt mit Richard Dorfmeister. Mehr als vierzehn Alben hat die Formation in den letzten 20 Jahren veröffentlicht.

*

Freitag, 22. November 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Animal Spirits". Wie uns Tiere und Pflanzen aus der Krise helfen können, erzählt Oliver Tanzer, Autor und Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche". –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Tiere und Pflanzen seien in vielfacher Hinsicht sozialer und im Ganzen auch viel rationaler als Menschen, meint der Autor und Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche", Oliver Tanzer.

Der Mensch halte sich für das höchst entwickelte Wesen der Erde. Aber wenn es um Krisen geht, ist keine Art anfälliger und zerstörerischer als er. Er produziert unablässig ökonomische, politische und ökologische Krisen. Mehr noch, er ist unfähig, die Probleme, die er selbst schafft, nachhaltig zu lösen. Tiere und Pflanzen, ja sogar Einzeller sind ihm darin weit überlegen. Man sollte von ihren Strategien lernen und kann auch von ihnen lernen, meint der Journalist Oliver Tanzer. Er macht sich "Gedanken für den Tag" über die wunderbaren Ratgeber aus der Natur. Über Wölfe als bessere Betriebswirte und Manager, Fledermäuse als Egoismus-Therapeuten, Bäume als Wachstums-Genies und Menschenaffen als Beziehungsprofis.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Österreichs Musizierende im Porträt
Musica Juventutis vom 18. November +++ Musikverein von unten – die 4 neuen Säle näher betrachtet.
Präsentation: Eva Teimel


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
"Cherubino". Von Andrea Grill. Es liest Gerda Lischka.
Gestaltung: Daniela Wagner

Zwei hochkarätige Bühnenengagements, zwei Männer und unvorhergesehener Nachwuchs – all diese Dinge will die 39jährige Iris in ihr Sängerinnenleben integrieren. Sie hält die Schwangerschaft in Künstlerkreisen geheim und bleibt in ihrer beruflichen Planung zielstrebig. Als Mezzosopranistin, deren Karriereweg sie soeben ganz nach oben an die New Yorker Metropolitan Opera und zu den Salzburger Festspielen führt, agiert sie souverän. Auch die nahende Geburt plant Iris als gut organisierte Frau sorgsam und gelassen.

Dann aber ist da noch die Tatsache, dass sie mit zwei Männern gleichzeitig liiert ist. Jeder der beiden könnte der Kindesvater sein: der lebhafte italienische Tenor Sergio, mit dem sie seit langem in einer offiziellen Beziehung lebt, aber auch der verheiratete Ludwig. Ihm ist Iris durch eine starke Sehnsucht und innere Nähe verbunden. Nicht immer gelingt Iris eine nüchterne Betrachtung ihres künftigen Lebens mit Kind, und sie weiß, dass Entscheidungen folgen müssen.

Nach Studienaufenthalten in mehreren Ländern promovierte die 1975 in Bad Ischl geborene Autorin Andrea Grill an der Universität Amsterdam in Biologie. In ihrem 2015 erschienenen Roman "Das Paradies des Doktor Caspari" thematisierte sie die ungewöhnichen Aktivitäten eines Naturwissenschafters rund um eine aussterbende Schmetterlingsart.

Ihr Romandebüt legte die Schriftstellerin 2008 mit "Tränenlachen" (Otto Müller Verlag) vor. Gedichtbände präsentierte sie 2011 mit "Happy Bastards" und 2014 mit "Safari, Innere Wildnis".

2007 nahm Andrea Grill am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb teil. Sie ist Trägerin des Förderpreises für Literatur der Stadt Wien 2013 und wurde mit ihrem jüngsten Werk "Cherubino" im August dieses Jahres auf die Longlist für den "Deutschen Buchpreis 2019" gereiht.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Philipp Weismann.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
Jazzgeschichte, live: Carla Bley, Steve Swallow, Andy Sheppard.
Gestaltung: Helmut Jasbar

Oft und gerne wird sie als "Grand Dame des Jazz" bezeichnet, als "the one and only Carla Bley" angekündigt. Und tatsächlich: Die Komponistin, Bandleaderin und Pianistin Lovella May Borg – als die sie 1936 in Oakland, Kalifornien, geboren wurde – hat die Jazzgeschichte seit den 1960er Jahren mitgeschrieben. Vor allem als Erfinderin pointierter Themen wurde sie früh – von Pianist Paul Bley - entdeckt, und in dieser Rolle weiß sie bis heute das Publikum zu begeistern.

Das zeigte Carla Bley auch in Murnau, Oberbayern, beim verdienten "Festival Grenzenlos" am 12. Oktober 2013 in einer interessanten Trio-Formation: Mit dem Briten Andy Sheppard am Saxofon und ihrem langjährigen musikalischen Partner Steve Swallow, dessen Bass-Klang stets unverwechselbar ist. Geboten wurden sublime Kompositionen aus der Feder von Carla Bley, die von ihr und ihren Partnern in ausgiebigen musikalischen Exkursen veredelt werden. Eine Feier des kammermusikalischen Jazz auf höchstem Niveau.


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß


16:00 Nachrichten


16:05 Da capo: Im Gespräch
"Wenn irgendetwas von mir überlebt, dann sind es meine Bücher. Ich sehe mich als Autor, nicht als ikonisches Individuum." – Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Salman Rushdie, indisch-britischer Schriftsteller und Meinungsfreiheitskämpfer

Er arbeitete im Theater, als Werbetexter oder als Journalist, bevor er sich mit seinen Büchern einen Namen machen konnte. Die Erstveröffentlichung seiner "Satanischen Verse" im Jahr 1988 sorgte weltweit für politische Auseinandersetzungen. In ihnen hinterfragt der kaschmir-indische, muslimische Schriftsteller die Glaubwürdigkeit des Propheten Mohammeds und die Fundamente des Islams. Der iranische Ajatollah Ruhollah Chomeini verurteilte Rushdie zum Tode und brach die diplomatischen Beziehungen mit England, das Rushdie unter Polizeischutz nahm, ab. Rushdies Übersetzer und Buchhändler wurden Opfer gezielter Terroranschläge und sein Buch wurde in vielen Staaten zensiert und verbrannt.

1990 erschien die für sein eigenes Leben stehende Parabel "Harun und das Meer der Geschichten", die Rushdie, der in Cambridge Geschichte studiert hatte, für seinen Sohn schrieb. Zwar wurde 1998 die Fatwa, also der über sein Leben entscheidende Rechtsakt, für ungültig erklärt, doch in endgültiger Sicherheit kann sich Rushdie bis heute nicht wissen.

2012 verfasste er seine Autobiografie "Joseph Anton" – der Titel erinnert an den Namen, den Rushdie im Untergrund verwendete. 1992 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur und wurde 2007 trotz heftiger Proteste von der Queen zum Ritter geschlagen.

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz warnt der 1947 in Mumbai geborene Autor vor den Gefahren autoritärer Theokratien und erzählt, wie es sich nach Jahren in Verborgenheit anfühlt, wieder frei zu sein.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die österreichische Dynastie der Bankiersfamilie. Mit Roman Sandgruber, emeritierter Leiter des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Johannes Keppler Universität Linz
Gestaltung: Andreas Wolf

Nie verfügte ein Familienverband über einen höheren Anteil am jeweiligen Welteinkommen, sowie Weltvermögen, wie die fünf Linien der Rothschilds im 19. Jahrhundert. Mit ihrem Reichtum stellten sie sämtliche europäischen Herrscherfamilien und Handelsdynastien wie die Medici und Fugger, aber auch indische Moguln und Maharadschas und sogar das heutige Arabische Königshaus in den Schatten.

Für den Aufstieg der Rothschilds war der 1744 unter ärmlichsten Verhältnissen im Frankfurter Juden-Getto geborene Mayer Amschel verantwortlich. Sein Sohn Salomon Mayer stieg im Vormärz zum führenden Bankier Österreichs auf. Dessen Sohn wiederum gründete die Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe. Sein Enkel galt als reichster Mann Europas. Die österreichischen Rothschilds wurden in den Adelsstand erhoben, finanzierten Staaten, Kriege, Fabriken und den Eisenbahnbau. Der Niedergang erfolgte während der Zwischenkriegszeit, an deren Ende die Enteignung und Vertreibung durch die Nationalsozialisten stand. Den Schlusspunkt unter die österreichische Dynastie setzte 1955 Louis Nathaniel Rothschild durch seinen Suizid auf Jamaika.

In jahrelanger Arbeit übersetzte der Wirtschaftshistoriker Roman Sandgruber in Londoner Archiven handschriftliche Texte, die in hebräischen Buchstaben im Frankfurter Dialekt verfasst waren. Um die schriftlichen und sprachlichen Hürden zu bewältigen, lernte Sandgruber die hebräische Schrift. Durch die Kombination aus Schrift- und Sprachkenntnissen war er der erste Wissenschafter, der die Rothschildtexte historisch aufarbeitete.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 matrix – computer & neue medien
Warum ein Einkauf bei Amazon mehr kostet als wir denken Online-Riesen und lokale Händler spielen nicht nach denselben Regeln. Das zeigt der Geschäftsführer des Österreichischen Handelsverbandes, Rainer Will, im Buch "Das Ende des Online Shoppings".

Müssen lokale Händler zum Beispiel Verpackungsabgaben entrichten, bleiben sie ausländischen Riesen meist erspart. Auch bei der Besteuerung suchen sich Weltkonzerne jene Plätze aus, die ihnen am meisten entgegenkommen. Die Kosten für den vermeintlich günstigeren Preis tragen letztendlich dann doch die Konsument/innen.

Franz Zeller hat mit Rainer Will u.a. über die Ungleichbehandlung von lokalen Händlern und Online-Giganten gesprochen und nach den Perspektiven für eine neue Art von Online-Handel gefragt.

Redaktion: Franz Zeller
Moderation: Wolfgang Ritschl


19:30 Jazztime
Von New York nach Wien: Chanda Rule und Gernot Bernroider.
Gestaltung: Andreas Felber
(Live aus dem RadioCafe)

Lange Jahre waren die aus Chicago stammende Vokalistin Chanda Rule und der aus dem oberösterreichischen Innviertel zugewanderte Schlagzeuger Gernot Bernroider in der New Yorker Szene umtriebig: Bernroider z.B. im von ihm gegründeten, in Name und Konzept von den experimentellen Autoren des französischen Oulipo-Kreises inspirierten Jazz-Fusion-Ensemble "The Oulipians", Chanda Rule auch als vielgefragte Gospel- und Musicalsängerin.

Bernroider bleibt der alten Heimat u.a. über den seit 2011 alljährlich im August organisierten "New York City-Musikmarathon" in Mattighofen verbunden; seit 2017 leben die beiden in Wien, wo Chanda Rule, die kürzlich die CD "Sapphire Dreams" (u.a. mit Pianist Kirk Lightsey) vorgelegt hat, an der Jam Music Lab Private University unterrichtet.

In der "Jazztime" sprechen Bernroider und Rule über ihr Leben als Musiker bzw. Musikerin jenseits und diesseits des Atlantiks und stellen sich auch in Live-Einlagen vor.


20:00 Kabarett direkt
Sebastian Krämer: "25 Lieder in 25 Jahren", live aus dem Linzer Posthof.
Moderation: Bernhard Fellinger

Es lässt sich nicht bestreiten, dass der deutsche Kabarettist und Musiker Sebastian Krämer seit nunmehr mindestens 25 Jahren auf der Bühne steht. Und bevor ihm schon wieder etwas Neues einfällt, was das Ausmaß des bisher angewachsenen Werkes ins endgültig Unüberschaubare treibt, ergreift er die Gelegenheit, die Magie dieser halbrunden Zahl werbetechnisch auszuschlachten und ein paar Abende nur mit einer Auswahl von alten und noch älteren Songs ohne thematisch-programmatischen Bogen zu gestalten.

Streng genommen ist es kein Best of, eher sind es einfach irgendwelche 25 Lieder aus irgendwelchen 25 Jahren aus dem Schaffen von Sebastian Krämer. Ein Bühnenabschied ist bei dem Mann so bald auch nicht zu befürchten, aber vielleicht ein Abschied von den meisten dieser Lieder, die fortan andere singen sollen.

Die F.A.Z. Rhein-Main-Zeitung schreibt über den feinsinnigen Musikkabarettisten: "Krämer genießt es, seine Zuhörer an der Nase herumzuführen und sich dabei erwischen zu lassen. In seinen Liedern, Gedichten und Texten legt er falsche Fährten, er schlägt Haken vom Tiefsinn zum Wahnwitz, vom schwarzen Humor zum lichten Aphorismus, von der Philosophie zum Kalauer."


22:01 Spielräume – Nachtausgabe
Klänge aus dem Weltraum.
Gestaltung: Klaus Wienerroither

Ein von Robert Moog entwickelter Synthesizer wurde durch das von Walter Carlos eingespielte "Switched on Bach"-Album Ende der 1960er-Jahre schlagartig weltberühmt.

Seine große Zeit hatte dieses elektronische Musikinstrument in den 1970er-Jahren, in der sowohl die deutschen Elektronikpioniere Kraftwerk als auch Jazzmusiker wie Chick Corea den Minimoog ausgiebig verwendeten. Diese handlichere Weiterentwicklung des ursprünglichen Synthesizers dient heute noch als Referenzgerät zur klanglichen Beurteilung aktueller Synthesizer und im PC synthetisierter Sounds.

Die "Spielräume – Nachtausgabe" huldigt einem legendären Klangerzeuger, der unzählige Klangspuren in der Pop-, Rock- und Jazzgeschichte hinterlassen hat.


00:00 Nachrichten


00:05 Spielräume – Nachtausgabe
(Fortsetzung). Klänge aus dem Weltraum.
Gestaltung: Klaus Wienerroither

Ein von Robert Moog entwickelter Synthesizer wurde durch das von Walter Carlos eingespielte "Switched on Bach"-Album Ende der 1960er-Jahre schlagartig weltberühmt.

Seine große Zeit hatte dieses elektronische Musikinstrument in den 1970er-Jahren, in der sowohl die deutschen Elektronikpioniere Kraftwerk als auch Jazzmusiker wie Chick Corea den Minimoog ausgiebig verwendeten. Diese handlichere Weiterentwicklung des ursprünglichen Synthesizers dient heute noch als Referenzgerät zur klanglichen Beurteilung aktueller Synthesizer und im PC synthetisierter Sounds.

Die "Spielräume – Nachtausgabe" huldigt einem legendären Klangerzeuger, der unzählige Klangspuren in der Pop-, Rock- und Jazzgeschichte hinterlassen hat.


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

*


Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
47. Woche – 16.11. bis 22.11.2019
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 8. November 2019

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