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ORF - ORF1/1150: Woche vom 20.06. bis 26.06.2020


Radioprogramm ORF1 – 26. Woche vom 20.06. bis 26.06.2020


Samstag, 20. Juni 2020


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Über die Entzauberung der modernen Welt". Anlässlich des 100. Todestages von Max Weber macht sich der evangelische Theologe Ulrich Körtner Gedanken über den Soziologen

Mit den Theorien, die er entwickelte und den Begriffen, die er prägte, hatte der Soziologe Max Weber, dessen Todestag sich am 14. Juni zum 100. Mal jährt, großen Einfluss nicht nur auf die Wirtschafts-, sondern auch auf die Religionssoziologie. So wird etwa seit seinem im Jahr 1919 gehaltenen und berühmtesten Vortrag "Politik als Beruf" zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik unterschieden. Doch auch Webers Thesen zum Verhältnis von Calvinismus und Kapitalismus, sowie von der Entzauberung der modernen Welt (Säkularisierungsthese) üben bis heute nachhaltige Wirkung aus.

Der evangelische Theologe Ulrich Körtner geht in seinen "Gedanken für den Tag" auch Webers "Polytheismus"-Konzept nach: Die Wiederkehr der Götter in Gestalt moderner Wertekonflikte. Webers Kritik an der Werteethik sei, so Körtner, gerade im Blick auf gegenwärtige Wertedebatten und den Ethikunterricht hoch aktuell.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 Heimspiel


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Das Mädchen, das vom Himmel fiel.
Die abenteuerliche Überlebensgeschichte von Juliane Koepcke.
Aufgezeichnet von Renate Maurer
(Koproduktion ORF/WDR)

Diese Sendung wurde bei den New York Festivals Radio Awards 2020 mit GOLD als weltbestes Radiofeature ausgezeichnet.

Weihnachten 1971, 24. Dezember. Auf der Strecke von Lima nach Pucallpa gerät ein Flugzeug der peruanischen Linie LANSA in ein Tropengewitter und bricht in der Luft auseinander. 91 Passagiere sterben, nur Juliane Koepcke überlebt; sie ist 17 Jahre alt, unter den Toten ist auch ihre Mutter. Aus 3.000 Metern war sie, angeschnallt an ihren Sitz, in den Regenwald gestürzt. Wie durch ein Wunder überlebt sie. Mit leichten Verletzungen, ohne Brille, mit nur einer Sandale und einem Säckchen Fruchtbonbons schlägt sie sich durch den Urwald. Fast elf Tage ist sie unterwegs, bis sie auf Einheimische trifft. Die offizielle Suchaktion durch Piloten und eine Militär-Patrouille war zu diesem Zeitpunkt bereits eingestellt worden.

Das wundersame Überleben des deutschen Teenagers macht weltweit Schlagzeilen. Journalisten verfolgen das Mädchen. Der "Stern" sichert sich ein Exklusivinterview. Ihr Vater, ein bekannter Zoologe, der in Lima arbeitet, versteinert in seiner Trauer. Er schickt Juliane wenige Monate nach dem Unglück nach Kiel zu ihrer Tante. Sie selbst kann die schrecklichen Ereignisse um den Absturz viele Jahre lang nur mit dem Verstand begreifen, fühlen kann sie sie nicht.

Sie studiert Biologie und leitet heute die Bibliothek der Zoologischen Sammlung in München. Im Frühjahr und Herbst aber ist sie jeweils für ein paar Wochen in Peru, lebt und arbeitet in der Forschungsstation "Panguana" im Regenwald. Es ist ihr eigentliches Zuhause, hier hat sie einige Naturschutzprojekte auf den Weg gebracht. Der Wald hatte ihr einst das Leben gerettet – jetzt rettet sie ihn.

Renate Maurer hat Juliane Koepke in Peru besucht. Und sie hat auch mit Juan Alfonso Zaplana Ramirez, dem damaligen Leiter der Suchaktion gesprochen.

Ton: Robert Pavlecka Sprecher/innen: Irina Wanka, Jörg Stelling
Redaktion: Eva Roither


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem Funkhaus in Wien. Gäste: Michael Sturminger, Caroline Peters.
Präsentation: Albert Hosp

Am 22.August im Jahr 1920 wurden die Salzburger Festspiele mit einer Aufführung von Hofmannsthals "Jedermann" vor der Kulisse des Salzburger Doms aus der Taufe gehoben. Im Vorfeld zu diesem Jubiläum 2020 hat Albert Hosp die neue Buhlschaft, Schauspielerin Caroline Peters, und den Regisseur Michael Sturminger zum Livegespräch eingeladen. Es finden sich aber für diese Sendung viel mehr Gesprächsthemen als "nur" der "Jedermann".

Michael Sturminger, 1963 in Wien geboren, studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst seiner Heimatstadt Regie und Drehbuch und arbeitet seit 1990 als freier Schauspiel-, Musiktheater- und Filmregisseur, darüber hinaus ist er als Autor von Theatertexten, Libretti und Drehbüchern tätig. So entstanden mehrere Musiktheaterwerke des Komponisten Bernhard Lang, die Sturminger teilweise auch inszenierte, auch zu HK Grubers "Geschichten aus dem Wienerwald" verfasste er das Libretto und übernahm die Regie der Uraufführung 2014.

Im gleichen Jahr 2014 übernahm Michael Sturminger die Intendanz der Sommerspiele Perchtoldsdorf, wo er 2019 Tschechows "Onkel Wanja" inszenierte.

Im Mozartjahr 2006 führte Michael Sturminger bei den Salzburger Festspielen Regie bei Mozarts "Il sogno di Scipione", 2017 inszenierte er bei den Osterfestspielen Salvatore Sciarrinos Kammeroper "Lohengrin" und übernahm kurzfristig die Regie beim "Jedermann". Für die Osterfestspiele 2018 sprang er für die Regie von Puccinis "Tosca" ein.

Caroline Peters war bei den Festspielen in Salzburg 2005 zum ersten Mal zu Gast, in der Uraufführung von René Polleschs "Cappuccetto Rosso", 2006 dann in Martin Kusejs Inszenierung von Nestroys "Höllenangst" und zuletzt 2018 in der Lesung "Aus der Zeit fallen" von David Grossmann.

Die Künstlerin, geboren 1971, studierte Schauspiel in Saarbrücken und wurde während des letzten Studienjahres von Andrea Breth an die Berliner Schaubühne engagiert. Weitere Engagements in Hamburg, Köln, Zürich, an der Berliner Volksbühne sowie am Burgtheater Wien (seit 2004 festes Ensemblemitglied) folgten.

Einen großen Bekanntheitsgrad erlangte Caroline Peters durch zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen und wurde für ihre Rollengestaltungen mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bayerischen Fernsehpreis 2013, mit dem Deutschen Schauspielerpreis in einer komödiantischen Rolle, 2018 mit dem Nestroy- Theaterpreis sowie zwei Mal als "Schauspielerin des Jahres" durch die Fachzeitschrift Theater.

Wie immer im "Klassik-Treffpunkt" gibt es also auch bei diesen Gästen weit mehr Gesprächsthemen als aktuelle Anlässe, nicht zuletzt durch die breitgefächerten musikalischen Interessen und Vorlieben von Caroline Peters und Michael Sturminger.


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Ö1 Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Ö1 Hörspiel
Schwerpunkt: Theater im Hörspiel
"Das Verhör des Lukullus". Von Bertolt Brecht. Mit Hanns Obonya, Ernst Meister, Dorothea Neff, Heinz Moog, Erika Pluhar, Hilde Sochor, Herta Schell, Fritz Muliar u.a., Musik: Norbert Pawlicki. Regie: Friedrich Langer (ORF 1965)

Zu den Stärken des Theaters zählt die Nichtwiederholbarkeit des Moments. Diese indirekte Erinnerung an die Bedeutung des "Jetzt" und die Vergänglichkeit von allem, schwingt bei Theater immer mit, auch wenn es einem nicht direkt bewusst ist. Wie aber lassen sich große Leistungen des Theaters und von Schauspieler/innen nachfolgenden Generationen vermitteln? Das Hörspiel ist ein, wenngleich nicht vollkommenes Mittel der Dokumentation von Theaterkunst und dem Geist einer Zeit. Die Hörspielfassung von "Das Verhör des Lukullus" aus dem Jahr 1965 mit Hanns Obonya, Ernst Meister, Dorothea Neff, Hilde Sochor, Fritz Muliar, Erika Pluhar u.a. mag dies illustrieren.

In Brechts Stück muss sich Lukullus, der berühmte römische Feldherr und Senator, nachdem er zu Grabe getragen wurde, vor einem Totengericht verantworten. Brecht hat das Stück 1940 im schwedischen Exil als Auftragsarbeit für den schwedischen Rundfunk geschrieben. Es kam dort allerdings nie zur Aufführung. Brecht bot daraufhin das Stück dem Schweizer Rundfunk an, der es im Mai 1940 über seinen im Kanton Luzern gelegenen Mittelwellensender Beromünster, der in weiten Teilen Europas empfangen werden konnte, ausstrahlte. Brechts von ihm als "Radiostück" konzipiertes "Verhör des Lukullus" ist ein Beispiel für das "Epische Theater". Wie schon in dem Gedicht "Fragen eines lesenden Arbeiters" aus dem Jahre 1935 finden wir auch im "Das Verhör des Lukullus" die Grundidee Brechts, dass Geschichte aus der Sicht der arbeitenden Menschen und nicht aus der Sicht der Herrschenden, geschrieben und bewertet werden müsse. "Das Verhör des Lukullus" wurde 1965 von Radio Wien produziert und in der Radioreihe mit dem Titel "Funkstudio für das literarische Experiment" gesendet. Brechts Werke wurden in der Zeit des Kalten Krieges von vielen als kommunistische Propaganda gedeutet und abgelehnt. Zwischen 1953 und 1963 hat keine der großen Bühnen in Wien Werke von Brecht aufgeführt. Die erste große Wiener Bühne, die diesen "Brecht-Boykott" beendete, war 1963 das Wiener Volkstheater.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Gerhard Krammer
Feiern mit Strauss & Lanner
Johann Strauss (Sohn): Ouvertüre zur Operette "Der Zigeunerbaron"; "Wiener Bonbons" Walzer op. 307; Josef Strauss: "Auf Ferienreisen" Polka schnell op. 133; Joseph Lanner: "Tarantel-Galopp" op. 125 u.a. (Wiener Johann Strauss Orchesters, Dirigent: Alfred Eschwé).

Das Wiener Johann Strauss Orchesters gibt traditionell ein "Frühlingskonzert" im Goldenen Saal im Wiener Musikverein. 2018 wurde dieses Konzert anlässlich der 35-jährigen Zusammenarbeit zwischen dem Orchester und Maestro Alfred Eschwé mitgeschnitten und als CD produziert. Apropos Klassik präsentiert dieses Konzert exklusiv. So tritt die Musik von Strauss und Lanner – einmal mehr – den Beweis an, nicht nur am ersten Jänner eine Lebensfreude und Vitalität zu vermitteln, die keine Jahreszeit kennt. Und so tanzen wir vom Frühling nahtlos in den Sommer.


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal
"Alles hat ein Ende, nur …" – Diagonal macht Schluss

Anschießend: Diagonals Feiner Musiksalon

Über 150 Mal wurde er in den vergangenen zwei Millennien einmal mehr, einmal weniger öffentlichkeitswirksam angekündigt und kam dann doch nicht: Der Weltuntergang. "Hungern nach der Apokalypse heißt eigentlich Verlangen nach der Zeit nach der Apokalypse" gibt der Publizist Maarten Keulemans in seinem Buch "Exit Mundi. Die besten Weltuntergänge" zu bedenken. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, sagt man dazu wohl im Fußball. Dazwischen liegt immer der Abpfiff. Aber wie und wann der kommt beziehungsweise gekonnt zu setzen ist, das ist stets die Frage. Der Mensch ringt mit seiner Endlichkeit, die Künste mit dem grandiosen Finale, letzten Worten und Schlussstrichen; Webseiten geben Tipps für krönende Schlusssätze in Bewerbungsschreiben und der post-industrielle Dienstleistungskapitalismus hat sich das Beziehungsende als Markt erschlossen. Auch in Österreich gibt es heute eigene Agenturen, die sich auf das professionelle Schlussmachen spezialisiert haben – sei es mit dem ehemaligen Herzblatt oder der Chefin. Diagonal zur Kunst des Aufhörens und Konjunkturen des Endes.

Präsentation: Peter Waldenberger


19:00 Nachrichten


19:05 Logos – Glauben und Zweifeln
"Die Gegner des Papstes". Eine Sendung im Rahmen des Logos-Schwerpunktes zu einer der ältesten Institutionen der Welt, dem Papsttum, einer Zentrale der Macht, die bis heute mit Kontroversen und Intrigen konfrontiert ist

Papst Franziskus ist beliebt, aber nicht bei allen. Vor allem in Kreisen pointiert konservativer und traditionalistischer Katholikinnen und Katholiken stößt er auf Kritik. Spätestens seit der Veröffentlichung seines nachsynodalen Schreibens "Amoris Laetitia", das in der Frage des Kommunionempfangs geschiedener und wiederverheirateter Katholik/innen pastorale Milde statt doktrinärer Härte signalisiert, gilt der Papst so manchem Hardliner als ein Mann mit einer gefährlichen Agenda: Er wolle die unveränderliche katholische Lehre verändern, um sie dem Zeitgeist anzupassen, heißt es.

Der Widerstand sitzt im Zentrum der Kirche. Die Kurie lässt Initiativen des Papstes ins Leere laufen, Kardinäle wie Raymond Burke oder Robert Sarah kritisieren Franziskus in aller Öffentlichkeit. Aber auch außerhalb vatikanischer Mauern haben sich die Gegner formiert. Nach Analyse des Vatikan-Journalisten Marco Politi hat der Widerstand gegen den Papst neue Dimensionen erreicht, weil sich konservative katholische Frömmigkeit mit mächtigen wirtschaftlichen und politischen Interessen verbündet hat.

LOGOS hat mit konservativen oder traditionalistischen Papstkritikern in Wien, den USA und Rom gesprochen. Ihre Motive sind durchaus unterschiedlich. Die einen kämpfen gegen eine angebliche Unterwanderung der Kirche durch humanistische Ideale, andere fürchten den Verlust ihrer katholischen Identität. Wieder andere machen sich für eine katholische Kirche stark, die sich als Verteidigerin des Abendlandes bewährt. Schwere Zeiten für Papst Franziskus.

Eine Sendung im Rahmen des Logos-Schwerpunktes zu einer der ältesten Institutionen der Welt, dem Papsttum, einer Zentrale der Macht, die bis heute mit Kontroversen und Intrigen konfrontiert ist.

Gestaltung: Christian Rathner


19:30 Vincent d'Indy: "Fervaal"
Mit Michael Spyres (Fervaal), Gaëlle Arquez (Guilhen), Jean-Sébastien Bou (Arfagard), Elisabeth Jansson (Kaito), Nicolas Legoux (Grympuig), Rémy Mathieu (Frekemnat, Moussah), Éric Huchet (Lennsmor), Kaëlig Boché (Edwig) u.a.
Chœur de la Radio Lettone, Montpellier Occitanie National Opera Chorus, Orchestre National Montpellier Occitanie; Dirigent: Michael Schonwandt (aufgenommen am 24. Juli 2019 in der Opéra Berlioz, Le Corum)


23:10 Die Ö1 Jazznacht
Anton Feinig im Gespräch, das Tobias Pustelnik Quartett bei der Jazzwerkstatt Graz 2019

Der 1971 in Klagenfurt geborene Pianist und Komponist Anton Feinig spricht mit Christian Bakonyi über seine zuletzt erschienene CD "Shine" – ein besonderes Werk, ist Feinig hier doch erstmals auch als Sänger zu hören. Zudem lässt Anton Feinig seine bisherige Karriere Revue passieren und gibt über seine Tätigkeit als Konzertveranstalter und Produzent Auskunft.

Der Konzertmitschnitt stammt vom Quartett des Grazer Saxofonisten Tobias Pustelnik. Die 2018 gegründete Formation begeisterte am 14. April 2019 im Rahmen der Jazzwerkstatt Graz mit großer Experimentierfreude das Publikum im Orpheum extra. Pustelnik, der mittlerweile in Wien lebt, hatte dafür weitere Musiker der jungen Szene der Bundeshauptstadt um sich geschart, nämlich Gitarrist Christopher Pawluk, Bassist Andreas Waelti und Schlagzeuger Valentin Duit.

Gestaltung: Christian Bakonyi

*

Sonntag, 21. Juni 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung) Anton Feinig im Gespräch, das Tobias Pustelnik Quartett bei der Jazzwerkstatt Graz 2019

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

Anton Feinig im Gespräch, das Tobias Pustelnik Quartett bei der Jazzwerkstatt Graz 2019.

Der 1971 in Klagenfurt geborene Pianist und Komponist Anton Feinig spricht mit Christian Bakonyi über seine zuletzt erschienene CD "Shine" - ein besonderes Werk, ist Feinig hier doch erstmals auch als Sänger zu hören. Zudem lässt Ton? Feinig seine bisherige Karriere Revue passieren und gibt über seine Tätigkeit als Konzertveranstalter und Produzent Auskunft.

Der Konzertmitschnitt stammt vom Quartett des Grazer Saxofonisten Tobias Pustelnik. Die 2018 gegründete Formation begeisterte am 14. April 2019 im Rahmen der Jazzwerkstatt Graz mit großer Experimentierfreude das Publikum im Orpheum extra. Pustelnik, der mittlerweile in Wien lebt, hatte dafür weitere Musiker der jungen Szene der Bundeshauptstadt um sich geschart, nämlich Gitarrist Christopher Pawluk, Bassist Andreas Waelti und Schlagzeuger Valentin Duit.

Gestaltung: Christian Bakonyi


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf
von Harald Kluge, evangelisch-refomierter Geistlicher


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
Lebensweisen – Glaubenswelten. Ein Panorama am Sonntagmorgen mit Reportagen und Berichten aus der Welt der Religion und Religionen


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
" … Nichts Schönres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein …"
Chris Pichler liest Ingeborg Bachmanns Italien-Gedichte.

Die dritte Sendung der kleinen Italienreihe ist ganz Ingeborg Bachmann und ihrem ersten längeren Italienaufenthalt gewidmet. Im Spätsommer 1953 verlässt Ingeborg Bachmann das beklemmende Nachkriegsösterreich und übersiedelt auf Einladung Hans Werner Henzes auf die Insel Ischia. Italien, ihr "erstgeborenes Land", wird zur Absprungrampe in eine produktive und erfolgreiche Schaffens- und Lebensphase.

Bis 1957 lebt sie mit kurzen Unterbrechungen auf Ischia, später dann in Neapel und Rom. Die italienische Hauptstadt begegnet ihr als "offene Stadt" mit "utopischem Charakter", schnell findet sie Anschluss an deren literarische Kreise. Die Insel Ischia, noch weit entfernt vom Massentourismus, ist in den 1950er Jahren ein inspirierender Ort mit einer lebendigen internationalen Künstlerkolonie. Dort entstehen die meisten der Gedichte von Bachmanns zweitem Lyrik-Band, "Anrufung des Großen Bären", dem alle Gedichte dieser Ausgabe von "Du holde Kunst" entnommen sind.

Zu Bachmanns Gedichte ist Musik von Ottorino Respighi, Giacomo Puccini, Franz Liszt, Reinhold Glière und Sergej Rachmaninoff zu hören.

Gestaltung: Gudrun Hamböck und Beate Linke-Fischer.
Redaktion: Gudrun Hamböck


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
Das Wirtschaftssystem muss sich ändern. Der Ökonom und Kulturwissenschafter Walter Ötsch macht sich Gedanken über das Corona-Virus und seine Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Kleiner Erreger, große Wirkung: Der Corona-Shutdown bringt dramatische Auswirkungen auf die globale Ökonomie mit sich. Die Aktienmärkte stürzen ab, Branchen brechen ein, Millionen Menschen bangen um ihre Existenz. "Die Konsequenz aus der Krise ist klar", diagnostiziert der Linzer Wirtschafts- und Kulturwissenschaftler Walter Ötsch: "Das Wirtschaftssystem muss sich ändern."

Der 70-Jährige gehört zu den prominentesten Vertretern der makroökonomischen Forschung in Österreich. In den "Gedanken" analysiert der leidenschaftliche Kritiker marktfundamentalistischer Konzeptionen, was die Corona-Krise für die Weltwirtschaft bedeutet. Ötsch fordert eine neue Balance zwischen Märkten, Staaten und dem internationalen Finanzsystem. Öffentliche Investionen auf nationaler und internationaler Ebene müssten die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Außerdem führt in seinen Augen kein Weg an einem ökologischen Umbau der Weltwirtschaft vorbei.

Gestaltung: Günter Kaindlstorfer


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Der König der Nebenrollen: Auf Besuch im Oskar Sima Museum von Hohenau.
Von der Spionin zur Kinderbuchautorin – Carwitz, das Refugium der Ruth Werner.
Bellmanhuset / Urvädersgränd 3 – des Sängers Haus in Stockholm. Der König der Nebenrollen: Auf Besuch im Oskar Sima Museum von Hohenau.

Der 1969 verstorbene Schauspieler Oskar Sima hat in mehr als 300 Spielfilmen mitgewirkt. In seinem Geburtshaus in Hohenau an der March im nordöstlichen Weinviertel hat man ein Heimatmuseum eingerichtet, dem Schauspieler ist eine Dauerausstellung gewidmet. Der korpulente Oskar Sima verkörperte in vielen Filmen das Abgründige: In seinen Rollen spielte er raunzende und weinselige Charaktere, die sowohl gemütlich und devot, aber auch hinterlistig und böse agierten. Im wirklichen Leben war Oskar Sima äußerst geschäftstüchtig: Seine Gage hatte Vorrang, danach kam die Liebe zu Pferden, zum Wein und zum Kartenspiel. Im Museum von Hohenau – die Marktgemeinde liegt an der Grenze zu Tschechien und der Slowakei – setzt man sich auch mit anderen Aspekten des Grenzortes auseinander: Etwa mit dem Dialekt der Einwohner, in dem viele tschechische Wörter vorkommen, oder mit der Soziologie des Ortes, der durch eine Zuckerfabrik geprägt wurde. Ernst Weber hat das Museum besucht.

Von der Spionin zur Kinderbuchautorin – Carwitz, das Refugium der Ruth Werner.

In den kleinen Ort Carwitz machte Ruth Werner ab dem Jahr 1953 regelmäßig Urlaub. Bevor sie sich dem Schreiben von Romanen und vor allem Kinderbüchern widmete, war sie Spionin für den sowjetischen Geheimdienst und arbeitete unter anderem in Shanghai, in der Schweiz und in Großbritannien. An ihr aufregendes Leben und ihr literarisches Schaffen erinnert heute im sogenannten Scheunenladen in Carwitz noch eine Ausstellung. Jakob Fessler hat das mecklenburgische Dorf für Ambiente besucht und sich auf eine literarische Spurensuche begeben.

Bellmanhuset / Urvädersgränd 3 – des Sängers Haus in Stockholm

Sein Tod jährte sich am 11. Februar 2020 zum 225. Mal und dennoch ist dieser Mann bis heute allen Schweden ein Begriff: Carl Michael Bellman - Sänger, Komponist & Liederdichter. Zu seinen berühmtesten Werken zählen die Liedersammlungen "Fredmans Gesänge" und "Fredmans Epistel". Diese Lieder sind überaus kunstvoll und variationsreich komponiert und gedichtet, erzählen vom prallen Leben, von fröhlicher Geselligkeit, Wein, Weib und Gesang. Sie klagen aber auch über die Vergänglichkeit. Mit seinen manchmal derben und frivolen Liedern erreichte Bellman Zuhörer aus allen Schichten. Wegen seiner Empathie für die armen Leute ist er bis heute beliebt. Schon seit 1824 gibt es in Stockholm eine Bellman-Gesellschaft, die am 26. Juli 1829 im Stockholmer Djurgården eine Bronzebüste Bellmans aufstellen ließ. Seither wird in Stockholm, der 26. Juli als Bellman-Tag gefeiert. Eines der Wohnhäuser Bellmanns an der Urvädersgränd 3 ist als Bellmann -Museum zu besichtige. Ursula Burkert war im Bellmanhuset zu Gast.


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee
Tschechische Philharmonie, Dirigent: Franz Welser-Möst. Franz Schubert: Symphonie Nr. 3 D-Dur D 200 * Richard Strauss: Symphonia domestica op. 53 (aufgenommen am 26. Juni 2019 im Dvorak-Saal des Rudolfinum in Prag)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee
Tschechische Philharmonie, Dirigent: Franz Welser-Möst (aufgenommen am 26. Juni 2019 im Dvorak-Saal des Rudolfinum in Prag)


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Sonntagsjournal


13:10 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Bernhard Fellinger Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des Radiosymphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m.

Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen in der nächsten Superchampions-Runde um eine Ö1 Kulturreise für zwei Personen nach Ägypten.

Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter:
oe1.orf.at/quiz/anmeldung


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
Ein Universalgelehrter am richtigen Platz – der Landarzt und Musikant

Ernst Huber Ernst Huber, geboren 1957, wächst in der Obersteiermark in zwei Welten auf: in einem bürgerlichen Haushalt in St. Gallen und auf einem Bauernhof im Sölktal, den er als einen Ort der Freiheit empfindet. Die zwei unterschiedlichen Welten prägen und faszinieren ihn bis heute. "Ich war ein miserabler Schüler", sagt er. "Es tut mir leid, Henry David Thoreau nicht als Lehrer gehabt zu haben".

Aus bürgerlichem Haus wird er in der Hauptschule zum Außenseiter. Er behält sich den Blick und das Faible für die Menschen am Rand, für Außenseiter in Literatur und Philosophie. "Alles, was mir etwas wert ist, habe ich außerschulisch im Selbstverfahren gelernt".

So ist es auch mit der Musik. "Ich bin ein Musikant", sagt Ernst Huber. 1982 gründet er die Band Broadlahn. Der Name Broadlahn bezieht sich auf eine Alm im Kleinsölktal, in einer Gegend, zu der Ernst Huber seit seiner Kindheit eine enge Bindung hat. Die Musik des Sextetts wird in vielen Rezensionen als "Alpen"- oder "Bauernjazz" und "urbane Volksmusik" gelobt.

1995 kommt es zur Zusammenarbeit mit Joe Zawinul. Bisher haben Broadlahn fünf Alben aufgenommen, ihre Auftritte werden als funkensprühend, virtuos und unerwartet bezeichnet. Ernst Hubers Texte sind feinfühlige, poetische Betrachtungen und Kurzgeschichten vom Leben der Menschen auf dem Land. Die Aufmerksamkeit für den Menschen zeichnet ihn auch in seinem Beruf als Landarzt in der steirischen Gemeinde Weißenbach an der Enns aus.

Gestaltung: Lukas Tremetsberger


14:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
Zu Gast im Gran Teatre del Liceu. Ausschnitte aus Pietro Mascagnis "Cavalleria rusticana" und aus Ruggero Leoncavallos "Pagliacci", mit Roberto Alagna (Turiddu und Canio), Gabriele Viviani (Alfio und Tonio), Elena Pankratova (Santuzza), Aleksandra Kurzak (Nedda) u. a. sowie Chor und Orchester des Gran Teatre del Liceu unter der musikalischen Leitung von Henrik Nánási (aufgenommen am 18. Dezember 2019 im Gran Teatre del Liceu in Barcelona).


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen
Moderation: Peter Zimmermann Völlig falsche Vorstellungen

Jhumpa Lahiri: Wo ich mich finde, Roman, Rowohlt Verlag (Übersetzung: Margit Knapp)

Helen Wolff: Hintergrund für Liebe, Roman, Weidle Verlag

Ivan Ivanji: Hineni, Roman, Picus Verlag (Übersetzung: Klaus Detlef Olof)

Hubert Achleitner: flüchtig, Roman, Zsolnay Verlag

44. Tage der deutschsprachigen Literatur/Ingeborg-Bachmann-Preis
Ein Resümee


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Die Klangfaszination "Hang"

Das Hang, ein Musikinstrument, das vorwiegend mit Fingern und Händen gespielt wird, wurde im Jahr 2000 von Felix Rohner und Sabina Schärer in Bern erfunden. Das Instrument erfreute sich binnen kürzester Zeit großer Beliebtheit unter Musikern und Musikerinnen. Trotz der hohen Nachfrage stellte die gegründet Firma PANArt Hangbau AG die Fertigung des "Hangs" Ende 2013 ein. Viele andere Hersteller entwickelten ab 2007 ähnliche Instrument die unter dem Sammelbegriff Handpan oder Pantam zusammengefasst werden. Das einzigartige Instrument fasziniert durch seinen sehr ausgewogenen Klang, der ein Gefühl der Gelassenheit erzeugt. Der perkussiv-meditative Klang des Instruments kann vielseitig und genreübergreifend eingesetzt werden.

Die beiden österreichischen Perkussionisten Peter Rosmanith und Manuel Delago stellen das Hang immer wieder ins Zentrum ihres musikalischen Schaffens.

Gestaltung: Lukas Handle


17:55 Ö1 intro


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
Statt realen EM-Spielen – Schreiben und Lesen über Fußball

Es ist noch nicht absehbar, wann es je wieder volle Fußballstadien geben wird. Die Faszination des Fußballs aber bleibt. Vieles wurde und wird über den Fußball-Sport geschrieben. Ein literarisches Ersatzprogramm zum kommerziell aufgeblasenen Fußball-EM-Spektakel, das um ein Jahr verschoben wurde. Wenn die Wörter zu Bällen werden und das Spiel munter hin und her geht, dann erhält das runde Leder seine Seele zurück, die es scheinbar schon verloren hat.

Gestaltung: Alois Schörghuber


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
Von der Ö1 Bühne beim Wiener Donauinselfest: ein Rückblick
Andreas Vitasek "39,2 Ein Fiebermonolog"
Gestaltung: Silvia Lahner

Dorfer hat frei Zum 26. Mal hätte Ö1 im Juni sein Kulturzelt beim Wiener Donauinselfest aufgeschlagen. Aufgrund der Corona-Krise wurde das traditionelle Open Air Festival in den September verlegt. CONTRA widmet seit Juni-Programm Kabarettisten und Entertainerinnen, die in den vergangenen Jahren im Ö1 Zelt zu Gast waren.

2011 zeigte Andreas Vitasek dem Ö1 Publikum sein Programm "39,2 Ein Fiebermonolog", das mit einer interessanten Frage beginnt: Versteht man nicht alles besser, wenn man den Ablauf des Lebens umkehrt und das Ende an den Anfang reiht? Der Filmklassiker "Die Dinge des Lebens" von Claude Sautet der hat den Kabarettisten zu diesem kleinen Kunstgriff inspiriert. Übrigens ein Kunstgriff mit durchaus philosophischer Dimension, wie Vitasek erläutert: denn liest man das Wort Leben rückwärts so wird es zu Nebel und allein diese kleine Übung lässt schon eine Menge über Existenz und Dasein erahnen.

Angesichts der derzeit verordneten "Bühnenabstinenz" macht sich Alfred Dorfer Gedanken über das Leben des Kabarettisten abseits des Bühnenalltags. "Satire ist nichts für Stümper" meint Alfred Dorfer und nützt die Auszeit dafür, über sein Genres, dessen Protagonisten die Welt nachzudenken.


19:30 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


19:33 Ö1 Kunstsonntag: Radiosession
Meister des Stride- und Boogiepiano: David Ruosch

Der Pianist David Ruosch ist Dozent an der Hochschule für Musik in Zürich und gehört in Sachen Swing-, Stride- und Boogie-Piano zur europäischen Oberliga. Diese historischen und authentisch live nur noch selten zu hörenden Stilistiken pflegt der gebürtige Schweizer mit Zweitwohnsitz Wien zusammen mit dem Kontrabassisten Daniel Gugolz und dem Schlagzeuger Peter Müller. Gugolz und Müller waren viele Jahre lang Mitglieder der berühmten Mojo Blues Band. Eigenkompositionen von Ruosch, eine Nummer des legendären Boogie-Pianisten Jimmy Yancey und auch ein Jazzstandard werden in der heutigen Ö1 Radiosession zu hören sein.

Gestaltung: Klaus Wienerroither


20:15 Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren
Anne Sexton – Bekenntnisse einer Dichterin
Feature von Freya Hattenberger und Peter Simon
(WDR 2018)

Die amerikanische Dichterin Anne Sexton (1928 – 1974) war verführerisch, kreativ, klug – und gnadenlos selbstzerstörerisch. Für ihr Werk erhielt sie 1967 den Pulitzer Preis.

In Boston geboren, früh verheiratet und in die Rolle von Hausfrau und Mutter gezwungen, zerspringt 1956 die Fassade ihrer Vorstadt-Idylle. Anne versucht, sich das Leben zu nehmen, und trifft in der Psychiatrie auf Dr.Orne.

Er ermutigt sie zum Schreiben – und rettet damit vorerst ihr Leben. Schonungslos, mit kühner Hand geschrieben und ihrer Zeit weit voraus, machen ihre dichterischen Bekenntnisse weibliche Lebenserfahrung greifbar.


21:00 Ö1 Kunstsonntag: Milestones
Die Oregon-Kollegen als Entourage: Ralph Towners Debüt

Das 1973 veröffentlichte Debütalbum "Trios/Solos" des US-amerikanischen Jazzgitarristen Ralph Towner ist nicht nur historisch interessant: Es ist das erste Mal, dass man Jazz auf einer klassischen Gitarre hören kann. Ralph Towner, der auch Pianist ist, hat die Logik der Klavierimprovisation eines Bill Evans auf die Gitarre übertragen. Und er war der erste, der einen polyphonen Improvisationsstil auf der klassischen und auf der zwölfsaitigen Gitarre praktizierte.

Das ECM-Album "Trios/Solos" zeigt Ralph Towner in wechselnden Konstellationen mit den Kollegen der kurz zuvor gegründeten und bis heute aktiven Band Oregon, mit Glen Moore (Kontrabass), Paul McCandless (Oboe) und Colin Walcott (Tablas). "Trios/Solos" klingt auch heute noch frisch und überraschend.

Gestaltung: Helmut Jasbar


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
"Fräulein Emma." Von Renate Welsh-Rabady. Es liest: Emmy Werner.
Redaktion: Edith-Ulla Gasser

"Eigentlich mochte ich Märchen nicht, sie bestätigten nur, dass man sich auf nichts verlassen konnte, dass Menschen sich in Raben verwandelten, in Rehe oder Drachen, dass überall der Tod lauerte". Das kleine Mädchen ist vielleicht acht Jahre alt, und betrachtet alles um sich herum sowohl mit Angst als auch mit Ehrfurcht: die größeren Kinder, die Erwachsenen, die zerbombten Häuser Wiens, die düsteren Kellerabteile und den verschütteten Fliederbaum, der später wieder austreibt. Man schreibt das Jahr 1945, als die Erzählung beginnt, sie endet 14 Jahre später. Dazwischen liegt fast das ganze Leben eines Nachbarbuben namens Tassilo, dem nicht nur der Krieg, sondern auch seine eigene Familie übel mitspielt. Auch nach ihm könnte diese Geschichte benannt sein. Aber die Autorin Renate Welsh-Rabady wählte den Titel nach einer zweiten Hauptfigur: einer Hausangestellten mit Namen "Fräulein Emma", die zwar das Kleinkind Tassilo rettet, aber Tassilo als älteren Buben dann nicht mehr beschützen kann.

Renate Welsh-Rabady wurde 1937 in Wien geboren, und es ist sicher nicht ganz falsch, zumindest einen Teil der kindlichen Beobachtungen der Autorin selbst zuzuschreiben. "Die Welt fragt nicht, ob das, was einem Kind widerfährt, zumutbar ist", sagte Renate Welsh-Rabady einmal in einem Interview.

(Erstsendung: 29.7.2018)


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended
Die Lieblingskompositionen von Kurt Schwertsik

Am 25. Juni feiert Kurt Schwertsik seinen 85. Geburtstag. Aus diesem Anlass haben wir ihn gebeten, für uns Musik zusammenzustellen, die ihn geprägt und inspiriert hat.

Schwertsik, am 25. Juni 1935 in Wien geboren, studierte in den 1950er-Jahren an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst Komposition und Horn. Ab 1960 nahm er wiederholt an den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt teil, wo er unter anderen durch Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel und John Cage wichtige Anregungen für seine kompositorische Arbeit erhielt. 1958 gründete er mit Friedrich Cerha das Ensemble "die reihe", 1965 veranstaltete Schwertsik gemeinsam mit Otto M. Zykan in Wien die ersten "Salonkonzerte", 1968 kreierte er für ein gemeinsam mit HK Gruber und Zykan gegründetes Ensemble den Namen "MOB art & tone ART". Von 1989 bis zu seiner Emeritierung 2003 lehrte Schwertsik als ordentlicher Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien.

Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
Theater im Hörspiel
"Der reizende Reigen nach dem Reigen des reizenden Herrn Arthur Schnitzler". Von Werner Schwab. Mit Maria Hofstätter, Fritz Hammel, Ulrike Beimpold, Joseph Lorenz, Corinna Kirchhoff, Frank Hoffmann, Ulli Maier, Nicholas Ofczarek, Brigitte Karner, Wolfgang Hübsch und Cornelius Obonya. Ton: Stefan Wirtitsch und Herta Werner. Bearbeitung: Wolfgang Stahl. Regie: Götz Fritsch (ORF/RBB 2004)

Als der österreichische Schriftsteller und Dramatiker Werner Schwab am 1. Jänner 1994 tot in seiner Wohnung aufgefunden wurde, hatte er 4,1 Promille Alkohol im Blut. Er war noch keine 36 Jahre alt. Innerhalb weniger Jahre war er zu einem der führenden Dramatiker geworden. In knapper Folge waren 16 Theaterstücke entstanden, sieben wurden erst nach seinem Tod uraufgeführt. Mit Stücken wie "Die Präsidentinnen" oder "Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos" schuf er eine neue, radikale Theatersprache, eroberte in kurzer Zeit die Bühnen des gesamten deutschsprachigen Raums und wurde 1992 zum "Dramatiker des Jahres" gewählt.

In "Der reizende Reigen nach dem Reigen des reizenden Herrn Arthur Schnitzler" treibt Werner Schwab das Schnitzlersche Beziehungskarussell mit derber Inbrunst in den "geschlechtlichen Totalverkehr". In der Regieanweisung dieses 1995 am Schauspielhaus Zürich uraufgeführten Stücks ist zu lesen: "Alle männlichen Figuren haben abschraubbare Geschlechtsteile. Alle weiblichen Figuren haben austauschbare Muttern. Raum: Der tendenziöse Raum ist die Voraussetzung für eine umfangreiche Sammlung. Sprache: DIE unerhörte Sprache gehört einfach standrechtlich erschossen von EINER Sprache".

*

Montag, 22. Juni 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Schulschluss". Der Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey, selbst Vater zweier Töchter, erzählt von seinen Erfahrungen und Gedanken rund um diesen ganz besonderen Schulschluss

"Wenn die Schulen noch länger geschlossen haben, werden die Eltern schneller als die Forscher einen Impfstoff entwickelt haben", konnte man satirisch auf Facebook lesen. Ein Schuljahr, das Eltern, Lehrer/innen und Schüler/nnen vor ganz neue Herausforderungen gestellt hat, geht in diesen Tagen zu Ende. Lehrer, die noch vor kurzem behauptet hatten, "Influencer auf YouTube" sei kein richtiger Beruf, saßen nun plötzlich mit Headset vor der Laptop-Kamera, um ihren Schülern die Mathematik näher zu bringen. Eltern, die immer steif und fest behauptet hatten, ihr Kind wäre ja ein hochbegabter Überflieger, wenn es nur von fähigeren Lehrern unterrichtet würde, leisteten nun heimlich Abbitte.

Schülerinnen und Schüler, in deren Ohren der Satz "Die Schule bleibt geschlossen" vor kurzem noch paradiesisch klang, sehnten sich plötzlich nach "normalen Stundenwiederholungen", Pausenglocken und sogar dem muffigen Sportschuh-Duft im Turnsaal 2 zurück. Die Erfahrungen rund um Home-Schooling und Online-Unterricht haben in den letzten Wochen so manche Sichtweise verändert und auch neue Fragen aufgeworfen. Der Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey, selbst Vater zweier Töchter, erzählt von seinen Erfahrungen und Gedanken rund um diesen ganz besonderen Schulschluss.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Die helle Seite der Macht
Rehabilitierung eines Phänomens (1).
Gestaltung: Daphne Hruby

Machthaber – alleine dieses Wort ist schon negativ konnotiert. Präsidentin, Premierminister – das klingt doch gleich viel nobler, viel demokratischer. Aber Machthaber? Medien verwenden den Begriff auch gerne, um das Bild guter Entscheidungsträger versus böser Entscheidungsträger zu kreieren. Auf diese Art erscheint unsere immer komplexer werdende Welt auch gleich um einiges simpler, wird leichter verständlich – vermeintlich. Dabei lassen Medien im selben Atemzug ihre eigenen mächtigen Muskeln spielen. Macht steht und fällt mit ihrer Präsentation.

Macht und Machtmissbrauch werden heutzutage beinahe schon als Synonym verwendet. Unterdessen braucht es ein gewisses Maß an Autorität um Dinge durchzusetzen, aber auch um Ziele zu erreichen. Müsste jeder Mensch in jeder Situation alleine für seine Rechte eintreten, würde sich stets der oder die Stärkere durchsetzen. Gleichzeitig gibt es doch so einige Beispiele, in denen Entscheidungsträgern ihre Macht zu Kopf gestiegen ist.

Macht kann aber auch eine große Bürde sein. Darf man eine Person töten, um das Überleben einer größeren Gruppe zu sichern? Das sogenannte "Trolley-Problem" wird in zahlreichen moralischen Gedankenspielen wissenschaftlich beleuchtet.

Selten sind alltägliche Entscheidungen so weitreichend. Doch Macht wird in jeder Konstellation ausgeübt – sei es nun im Beruf, in der Familie oder bei einfachen Begegnungen auf der Straße. Mit Verfügungsgewalt geht ebenso große Verantwortung einher. Sei es die Krankenschwester, die eine Medikation verabreicht, der Fluglotse, der für eine sichere Landung sorgt, oder die Ingenieurin, die eine stabile Infrastruktur ermöglicht. Gerade in Krisensituationen bedarf es geschickter Strategen und Lenkerinnen, die auch die Courage haben mitunter unbeliebte Schritte einzuleiten.

Es ist gar nicht so lange her, da ging die Menschheit wie selbstverständlich davon aus, dass manche Repräsentanten ihrer Spezies alleine durch ihr Geburtsrecht hierarchisch höher standen, dass ihnen die Macht – und damit auch die Fähigkeit zur Ausübung eben dieser – in die Wiege gelegt worden wäre. In manchen Ländern – und auch in so manchem Kreis in unseren Breitengraden – ist das bis heute der Fall. In demokratischen Gesellschaften soll die Macht vom Volke ausgehen. Politische Repräsentanten bekommen ihre Legitimität durch Wahlen – je nachdem wie gut sie ihre Macht einzusetzen wissen, können sie diese zementieren oder zum bröckeln bringen.

Auch in der Kunst spielt die Darstellung von Macht eine große Rolle. Science-Fiction-Fans denken hier wohl als erstes an die Star-Wars-Filme. Das Faszinosum reicht viel weiter zurück. Shakespeare soll von diesem zwischenmenschlichen Zustand besessen gewesen sein. Gleichzeitig haben sich Herrscher mit gewissen Werken auch ein unsterbliches Denkmal gesetzt.

Was steckt hinter dem Phänomen der Macht? Woher kommt ihr schlechter Ruf? Und können wir Menschen richtig mit ihr umgehen?


09:30 Radiokolleg – Datenpunkte im Informationszeitalter
1939, 1950, 1972, 1981 (1).
Gestaltung: Sarah Kriesche, Anna Masoner

*1939: Die Sprechmaschine*
1939 konnten die Besucher/innen der Weltausstellung eine sonderbare neue Maschine bestaunen. Eine Art Orgel, der adrett gekleidete Damen einzelne Worte entlocken konnten. Der Voder ("Voice Operation Demonstrator") war die neueste Kreation der berühmten Bell Labs und der Menschheit erster Versuch, die menschliche Stimme künstlich zu erzeugen. Musste man sich damals noch ziemlich anstrengen um aus den gelallten Silben Wörter auszumachen, so sind heute Computerstimmen von echten Stimmen kaum mehr zu unterscheiden.


09:45 Radiokolleg – Kosmos Neue Musik
Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (1).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

Ungewöhnliche Instrumente, Klänge, die man so noch nicht erlebt hat, oder überraschende Wendungen und Strukturen: Neue Musik kann ihr Publikum zum Staunen bringen, vorausgesetzt es hört neugierig und vorurteilsfrei zu. Warum aktuelle Kompositionen in den Konzertprogrammen nach wie vor auf klassische Musikliebhaber mehr abschreckend als animierend wirken, ist oft auf vorgefertigte Erwartungshaltungen zurückzuführen. Diese entstehen, weil das vielfältige Repertoire nach 1930 im schulischen Musikunterricht nach wie vor wenig Platz findet und in der Instrumentalausbildung häufig ebenso. Zusätzlich kommt oft das weitverbreitete Vorurteil zum Tragen, dass man Musik verstehen müsse.

Die Musikvermittlung nähert sich neuen Werken weniger auf intellektueller, denn auf sinnlicher, emotionaler und erlebbarer Ebene. Vielfältige Zugänge sind von Musikvermittler/innen entwickelt worden, um Musik mit verschiedenen Sinnen zu spüren, Verbindungen zum eigenen Leben zu entdecken und sich selbst kreativ auszudrücken: In Projekten und Workshops nähert man sich analog und digital den Kompositionen, gestaltet gemeinsam, versucht sich in grafischer Notation, oder macht Musik auf unterschiedlichste Arten sichtbar, um ihre Struktur kennenzulernen.

Ensembles, Musiker/innen, Veranstalter, Komponist/innen und Vermittler/innen haben in den letzten Jahrzehnten Methoden entwickelt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene an das bewusste Hören heranzuführen, um ihnen den anregenden und stilistisch breit gefächerten Klangkosmos der zeitgenössischen Musik zu offenbaren. Nicht nur, dass die Welt um uns herum immer lauter wird und von Bildern dominiert ist, auch das einander zuhören können, die Basis des sozialen Miteinanders, scheint mehr und mehr in den Hintergrund zu treten. Der Hörsinn und damit die Wahrnehmung können sensibilisiert werden, ja spielerisch trainiert werden.

Die Sendung gibt Eindrücke von Workshops wieder und zeigt in Interviews mit Teilnehmer/innen, Komponist/innen, Vermittler/innen und Wissenschafter/innen die vielfältigen Möglichkeiten der Vermittlungsarbeit im Bereich zeitgenössischer Musik auf.

Für den amerikanischen Komponisten John Cage war jeder Klang, jedes Geräusch Musik. In den 1950er Jahren ein revolutionärer Gedanke, der immer noch als Leitmotiv der Haltung für offene Ohren gelten kann. In diesem Sinne sei auch John Cages Aussage verstanden, wenn er meinte, er brauche kein Radio mehr, denn er müsse nur ein Fenster seiner New Yorker Wohnung öffnen.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Philipp Weismann
Der italienische Komponist Luigi Gatti

Der 1740 in Lazise am Gardasee geborene Luigi Gatti war zunächst vorwiegend in Mantua tätig, wo er zum Priester geweiht wurde und als Sänger und Organist an der dortigen Hofkirche wirkte. Berühmt wurde er später vor allem als Opernkomponist. 1782 wurde Gatti von Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo für das Salzburger Hofkapellmeisteramt engagiert. Bis zu seinem Tod 1817 lebte er in Salzburg. Für den Salzburger Dom entstanden mehr als 100 Kompositionen, darüber hinaus schrieb Luigi Gatti viele Werke für verschiedene Kammermusikbesetzungen. Gatti hatte ein freundschaftliches Verhältnis zu Wolfgang und Leopold Mozart und war einer der ersten, die nach W.A. Mozarts Tod dessen Musik in Salzburg weiter aufführten.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Bachmannpreis 2020 – Siegertext
Gestaltung: Michaela Monschein


11:25 nach-gehört
Edition Ö1.
Esther – Andrea Eckert / Merlin Ensemble Wien
Gestaltung: Stephan Pokorny

Esther, eine mutige Jüdin, setzt ihr Leben ein, um ihr Volk vor Verfolgung und Tod zu retten.
Ein Abend aus dem Radiokulturhaus mit Andrea Eckert und dem Merlin Ensemble Wien auf CD.


11:30 Des Cis
mit Peter Kislinger.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Alte Musik im Konzert. Ensemble Le Caravansérail, Leitung und Cembalo: Bertrand Cuillier; Rachel Redmond und Hasnaa Bennani, Sopran; Jeffrey Thompson, Tenor; Stephan MacLeod, Bass. Marc-Antoine Charpentier: "Les plaisirs de Versailles" * Michel Corette: Concerto comique No. 7 "La servante au bon tabac" * Johann Sebastian Bach: "Schweigt stille, plaudert nicht" Kantate BWV 211 ("Kaffee-Kantate") u.a. (aufgenommen am 10. November 2018 im Kulturzentrum Herne im Rahmen der "Tage Alter Musik in Herne").
Präsentation: Jörg Duit


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
Literatur ist der Rede wert
Diskussion via Skype oder Studiodiskussion
Das Ping-Pong der Meinungen der Experten soll dem Publikum Anregung und Aufforderung zum Lesen bieten, leidenschaftlich, fundiert und prägnant vorgetragen.
Bearbeitung: Christine Scheucher


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz und Rainer Elstner.


17:55 Betrifft: Geschichte
Vor 70 Jahren begann der Koreakrieg. Mit Rolf Steininger, Publizist, emeritierter Professor für Zeitgeschichte an der Universität Innsbruck.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Der Krieg zwischen Nord- und Südkorea forderte mehrere Millionen Todesopfer, die meisten von ihnen waren Zivilisten. Weltweit fürchteten sich Menschen damals vor einem Dritten Weltkrieg, denn in die Gefechte am 38.Breitengrad waren alle Großmächte verwickelt. Die USA riefen während des Koreakriegs das erste Mal in ihrer Geschichte den Notstand aus. Die Spaltung des Landes begann bereits gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als die USA und die Sowjetunion Korea in zwei Besatzungszonen aufteilten: Die Sowjetunion regierte nördlich, die USA südlich des 38. Breitengrads.

Josef Stalin unterstützte den Norden wirtschaftlich, bildete politische Kader aus und förderte Kim Il-sung als Vorsitzenden der Kommunistischen Partei (KP) Koreas. Die USA stützten ihrerseits die südkoreanische Regierung beim Aufbau ihrer – kaum ausgebildeten – Truppen. Zwar zog sich die USA ab 1948 offiziell zurück, blieb jedoch beratend für Südkorea tätig. Die Teilung des Landes wurde immer mehr zum Dauerzustand, die politische Atmosphäre verschärfte sich im Kalten Krieg. Am frühen Morgen des 25. Juni 1950 eröffneten die Nordkoreaner das Feuer.

Auf der etwa 200 Kilometer langen Front zwischen dem Gelben und dem Japanischen Meer griff Nordkorea an, unterstützt von sowjetischen Panzern und Jagdflugzeugen. Wenige Tage später stimmte der UN-Sicherheitsrat der Forderung der USA nach einem Militäreinsatz zu, um Südkorea zu unterstützen. Josef Stalin hatte am 10. Juni grünes Licht für den Überfall der Nordkoreaner gegeben. Deren Chef Kim Il Sung hatte ihm versichert, dass nach drei Tagen alles vorbei sei, noch bevor die Amerikaner eingreifen würden.

Er sollte sich irren. Der Krieg dauerte drei Jahre und kostete Millionen Menschen das Leben. Am 27. Juli 1953 endete der Koreakrieg mit einem von den USA und der Sowjetunion initiierten Waffenstillstand, der die Teilung des Landes besiegelte und bis heute zementierte.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Lynchjustiz
Tödlicher Mob
Von Antje Stiebitz

Mehr als 4.400 Menschen sollen in den USA zwischen 1877 und 1955 Lynchmorden zum Opfer gefallen sein, vor allem in den Südstaaten. Aber Lynchjustiz durch wütende Mobs gibt es überall und immer noch. Ob es gelynchte Muslime in Indien sind, Afroamerikaner in den USA oder Opfer von rechter oder linker Gewalt in Deutschland: Immer fallen die Opfer von Lynchjustiz aus dem Schutzraster des Staates heraus.

Entweder, weil Politik, Polizei oder Rechtsystem selbst Interesse an den Morden haben. Oder weil die staatlichen Organe zu wenig präsent oder zu schwach sind, um ihren Bürgern den notwendigen Schutz zu gewähren. Lynchjustiz bedeutet immer Staatsversagen.


19:30 On stage
Die Online-Bühne im Wiener RadioKulturhaus

Das Konzertgeschehen ist zurzeit zum Erliegen gekommen, musiziert wird trotzdem: Das Wiener RadioKulturhaus unterstützt die heimische Szene mit regelmäßigen, live im Internet gestreamten Konzerten in Kleinbesetzungen im RadioCafe. Jörg Duit präsentiert Highlights aus dem Programm der letzten Wochen.

Gestaltung: Jörg Duit


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen


21:55 nach-gehört
Edition Ö1.
Willi Resetarits: Glück
Gestaltung: Jörg Duit

"Ich glaub', ich bin der mit dem Glück", sagt Willi Resetarits anlässlich seines 70. Geburtstages. Wie sehr das Glück sein Leben bestimmte, welche Erlebnisse und Erfahrungen von Kindheit an für ihn prägend waren, erzählt er in diesem autobiografischen Ö1-"Menschenbild" (Gestaltung: Kurt Reissnegger). Er spricht über die "heilende Wirkung der Musik", über Politik, Gesellschaft und seine Sicht der Welt.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die helle Seite der Macht. Rehabilitierung eines Phänomens (1).
Gestaltung: Daphne Hruby

Datenpunkte im Informationszeitalter. 1939, 1950, 1972, 1981 (1).
Gestaltung: Sarah Kriesche

Anna Masoner
Kosmos Neue Musik. Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (1).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Porträt. Zum 85. Geburtstag von Kurt Schwertsik

Nach einem langen Musiker- und Komponistenleben erreicht der Wiener Komponist Kurt Schwertsik am 25. Juni 2020 seinen 85. Geburtstag. Heiterkeit, Fasslichkeit und die Beherrschung der Kunst des Komponierens sind konsequent beherzigte Parameter über alle Genres hinweg. Jenseits von Beliebtheit bei Interpreten und Publikum stellt sich sein Arbeiten - unerwartet am Anfang der Karriere – als Avantgarde heraus.

Er begann als Musiker, fügte sich in die Orchester der Niederösterreichischen Tonkünstler und der Wiener Symphoniker ein, stach als Gründer des Ensembles die reihe und des MOB art & und tone ART Ensemble hervor und gab sein Wissen als Kompositionsprofessor weiter. Über alle seine Lebensphasen hinweg blieb das Vertonen eines weiten literarischen Kosmos sein Thema, von Jandl bis Roald Dahl, denn Schwertsik ist ein Hörender und Lesender.

Gestaltung: Irene Suchy

*

Dienstag, 23. Juni 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Schulschluss". Der Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey, selbst Vater zweier Töchter, erzählt von seinen Erfahrungen und Gedanken rund um diesen ganz besonderen Schulschluss

"Wenn die Schulen noch länger geschlossen haben, werden die Eltern schneller als die Forscher einen Impfstoff entwickelt haben", konnte man satirisch auf Facebook lesen. Ein Schuljahr, das Eltern, Lehrer/innen und Schüler/nnen vor ganz neue Herausforderungen gestellt hat, geht in diesen Tagen zu Ende. Lehrer, die noch vor kurzem behauptet hatten, "Influencer auf YouTube" sei kein richtiger Beruf, saßen nun plötzlich mit Headset vor der Laptop-Kamera, um ihren Schülern die Mathematik näher zu bringen. Eltern, die immer steif und fest behauptet hatten, ihr Kind wäre ja ein hochbegabter Überflieger, wenn es nur von fähigeren Lehrern unterrichtet würde, leisteten nun heimlich Abbitte.

Schülerinnen und Schüler, in deren Ohren der Satz "Die Schule bleibt geschlossen" vor kurzem noch paradiesisch klang, sehnten sich plötzlich nach "normalen Stundenwiederholungen", Pausenglocken und sogar dem muffigen Sportschuh-Duft im Turnsaal 2 zurück. Die Erfahrungen rund um Home-Schooling und Online-Unterricht haben in den letzten Wochen so manche Sichtweise verändert und auch neue Fragen aufgeworfen. Der Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey, selbst Vater zweier Töchter, erzählt von seinen Erfahrungen und Gedanken rund um diesen ganz besonderen Schulschluss.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Die helle Seite der Macht
Rehabilitierung eines Phänomens (2).
Gestaltung: Daphne Hruby

Machthaber – alleine dieses Wort ist schon negativ konnotiert. Präsidentin, Premierminister – das klingt doch gleich viel nobler, viel demokratischer. Aber Machthaber? Medien verwenden den Begriff auch gerne, um das Bild guter Entscheidungsträger versus böser Entscheidungsträger zu kreieren. Auf diese Art erscheint unsere immer komplexer werdende Welt auch gleich um einiges simpler, wird leichter verständlich – vermeintlich. Dabei lassen Medien im selben Atemzug ihre eigenen mächtigen Muskeln spielen. Macht steht und fällt mit ihrer Präsentation.

Macht und Machtmissbrauch werden heutzutage beinahe schon als Synonym verwendet. Unterdessen braucht es ein gewisses Maß an Autorität um Dinge durchzusetzen, aber auch um Ziele zu erreichen. Müsste jeder Mensch in jeder Situation alleine für seine Rechte eintreten, würde sich stets der oder die Stärkere durchsetzen. Gleichzeitig gibt es doch so einige Beispiele, in denen Entscheidungsträgern ihre Macht zu Kopf gestiegen ist.

Macht kann aber auch eine große Bürde sein. Darf man eine Person töten, um das Überleben einer größeren Gruppe zu sichern? Das sogenannte "Trolley-Problem" wird in zahlreichen moralischen Gedankenspielen wissenschaftlich beleuchtet.

Selten sind alltägliche Entscheidungen so weitreichend. Doch Macht wird in jeder Konstellation ausgeübt – sei es nun im Beruf, in der Familie oder bei einfachen Begegnungen auf der Straße. Mit Verfügungsgewalt geht ebenso große Verantwortung einher. Sei es die Krankenschwester, die eine Medikation verabreicht, der Fluglotse, der für eine sichere Landung sorgt, oder die Ingenieurin, die eine stabile Infrastruktur ermöglicht. Gerade in Krisensituationen bedarf es geschickter Strategen und Lenkerinnen, die auch die Courage haben mitunter unbeliebte Schritte einzuleiten.

Es ist gar nicht so lange her, da ging die Menschheit wie selbstverständlich davon aus, dass manche Repräsentanten ihrer Spezies alleine durch ihr Geburtsrecht hierarchisch höher standen, dass ihnen die Macht – und damit auch die Fähigkeit zur Ausübung eben dieser – in die Wiege gelegt worden wäre. In manchen Ländern – und auch in so manchem Kreis in unseren Breitengraden – ist das bis heute der Fall. In demokratischen Gesellschaften soll die Macht vom Volke ausgehen. Politische Repräsentanten bekommen ihre Legitimität durch Wahlen – je nachdem wie gut sie ihre Macht einzusetzen wissen, können sie diese zementieren oder zum bröckeln bringen.

Auch in der Kunst spielt die Darstellung von Macht eine große Rolle. Science-Fiction-Fans denken hier wohl als erstes an die Star-Wars-Filme. Das Faszinosum reicht viel weiter zurück. Shakespeare soll von diesem zwischenmenschlichen Zustand besessen gewesen sein. Gleichzeitig haben sich Herrscher mit gewissen Werken auch ein unsterbliches Denkmal gesetzt.

Was steckt hinter dem Phänomen der Macht? Woher kommt ihr schlechter Ruf? Und können wir Menschen richtig mit ihr umgehen?


09:30 Radiokolleg – Datenpunkte im Informationszeitalter
1939, 1950, 1972, 1981 (2).
Gestaltung: Sarah Kriesche, Anna Masoner

*1950: Turing Test*
1950 schreibt der britische Mathematiker und Kryptographie Experte Alan Turing einen für die damalige Zeit ketzerischen Aufsatz. In "Computing Machinery and Intelligence" fragt er, ob es möglich ist Computer zu entwickeln, die wie das menschliche Gehirn funktionieren, also Intelligenz zeigen. Er beließ es nicht bei reinen Gedankenspielerei, sondern stellt sich einen Test vor, mit dem sich Mensch und Computer miteinander messen lassen. Im Aufsatz nahm Alan Turing vieles von dem vorweg, was Jahre später unter dem Begriff Künstliche Intelligenz ein eigenes Forschungsfeld wurde. Ab den 90er Jahren wurden Turing Tests tatsächlich abgehalten. Die Maschine ging zwei ein paar Mal als Mensch durch – allerdings mit äußerst billigen Tricks. Als intelligent gelten Computer noch immer nicht.


09:45 Radiokolleg – Kosmos Neue Musik
Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (2).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

Ungewöhnliche Instrumente, Klänge, die man so noch nicht erlebt hat, oder überraschende Wendungen und Strukturen: Neue Musik kann ihr Publikum zum Staunen bringen, vorausgesetzt es hört neugierig und vorurteilsfrei zu. Warum aktuelle Kompositionen in den Konzertprogrammen nach wie vor auf klassische Musikliebhaber mehr abschreckend als animierend wirken, ist oft auf vorgefertigte Erwartungshaltungen zurückzuführen. Diese entstehen, weil das vielfältige Repertoire nach 1930 im schulischen Musikunterricht nach wie vor wenig Platz findet und in der Instrumentalausbildung häufig ebenso. Zusätzlich kommt oft das weitverbreitete Vorurteil zum Tragen, dass man Musik verstehen müsse.

Die Musikvermittlung nähert sich neuen Werken weniger auf intellektueller, denn auf sinnlicher, emotionaler und erlebbarer Ebene. Vielfältige Zugänge sind von Musikvermittler/innen entwickelt worden, um Musik mit verschiedenen Sinnen zu spüren, Verbindungen zum eigenen Leben zu entdecken und sich selbst kreativ auszudrücken: In Projekten und Workshops nähert man sich analog und digital den Kompositionen, gestaltet gemeinsam, versucht sich in grafischer Notation, oder macht Musik auf unterschiedlichste Arten sichtbar, um ihre Struktur kennenzulernen.

Ensembles, Musiker/innen, Veranstalter, Komponist/innen und Vermittler/innen haben in den letzten Jahrzehnten Methoden entwickelt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene an das bewusste Hören heranzuführen, um ihnen den anregenden und stilistisch breit gefächerten Klangkosmos der zeitgenössischen Musik zu offenbaren. Nicht nur, dass die Welt um uns herum immer lauter wird und von Bildern dominiert ist, auch das einander zuhören können, die Basis des sozialen Miteinanders, scheint mehr und mehr in den Hintergrund zu treten. Der Hörsinn und damit die Wahrnehmung können sensibilisiert werden, ja spielerisch trainiert werden.

Die Sendung gibt Eindrücke von Workshops wieder und zeigt in Interviews mit Teilnehmer/innen, Komponist/innen, Vermittler/innen und Wissenschafter/innen die vielfältigen Möglichkeiten der Vermittlungsarbeit im Bereich zeitgenössischer Musik auf.

Für den amerikanischen Komponisten John Cage war jeder Klang, jedes Geräusch Musik. In den 1950er Jahren ein revolutionärer Gedanke, der immer noch als Leitmotiv der Haltung für offene Ohren gelten kann. In diesem Sinne sei auch John Cages Aussage verstanden, wenn er meinte, er brauche kein Radio mehr, denn er müsse nur ein Fenster seiner New Yorker Wohnung öffnen.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Gestaltung: Christoph Wagner Trenkwitz
Vor 150 Jahren ist "Die Walküre" erstmals über die Bühne gegangen.
Einzelaufnahmen aus Richard Wagners Musikdrama mit Astrid Varnay, Wolfgang Windgassen, Regina Resnik, George London, Helen Traubel u.a.

Richard Wagner wollte seinen monumentalen "Ring des Nibelungen" nur als Gesamtwerk zur Aufführung gebracht wissen, den Anordnungen des bayrischen Königs Ludwig II., seinem Gönner und finanziellen Förderer, konnte er sich letztendlich aber nicht widersetzen. Gegen den Willen des Komponisten und noch vor der Fertigstellung des gesamten "Rings" wurde auf Wunsch des Königs 1869 in München "Das Rheingold" uraufgeführt und 1870 – vor 150 Jahren – "Die Walküre".

Dieser "Erste Abend" der Tetralogie sollte auf Grund seiner Geschlossenheit in der Handlung auch in der Folge (bis in die Gegenwart) jene "Ring"-Oper bleiben, die immer wieder auch losgelöst von den anderen Teilen des Zyklus zur Aufführung gebracht wurde und wird – in der jüngeren Vergangenheit sogar bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Literarische Reise – Österreich "Die Stadt. Entdeckungen im Inneren von Wien". Von Gerhard Roth. Es liest Helmut Berger.

Gerhard Roths Stadterkundungen führen ihn hinter die Kulissen des Naturhistorischen Museums und der Nationalbibliothek, durch das k. u. k. Hofkammerarchiv und die Wunderkammern der Habsburger, durch die Sammlung anatomischer Wachsmodelle des Josephinums und ins Gerichtsmedizinische Museum, über den Zentralfriedhof und ins Uhrenmuseum. In Letzterem, umgeben von tickenden Automaten, stellt er seine Überlegungen zum Phänomen der Zeit an, die ihn von Lewis Carrolls Kaninchenbau, über Francisco de Goyas seine Kinder fressenden Chronos und Salvador Dalís zerlaufenen Uhren bis zur Eigenzeit in der Relativitätstheorie und Joseph Haydns 101. Symphonie in D-Dur führen.

Gestaltung: Barbara Belic
Präsentation: Gudrun Hamböck


11:25 nach-gehört
Edition Ö1.
Willi Resetarits: Glück
Gestaltung: Jörg Duit

"Ich glaub', ich bin der mit dem Glück", sagt Willi Resetarits anlässlich seines 70. Geburtstages. Wie sehr das Glück sein Leben bestimmte, welche Erlebnisse und Erfahrungen von Kindheit an für ihn prägend waren, erzählt er in diesem autobiografischen Ö1-"Menschenbild" (Gestaltung: Kurt Reissnegger). Er spricht über die "heilende Wirkung der Musik", über Politik, Gesellschaft und seine Sicht der Welt.


11:30 Des Cis
mit Andreas Maurer.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Grazer Philharmoniker, Dirigent: Ingo Ingensand; Willard Carter, Artyom Ioanisyan, Philipp Schupelius, Ettore Pagano, Petar Pejcic und Konstanze Pietschmann, Violoncello. Joseph Haydn: Violoncellokonzert C-Dur Hob. VIIb/1 * Camille Saint-Saëns: Violoncellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33 * Edward Elgar: Violoncellokonzert e-Moll op. 85 (aufgenommen am 22. Februar in der Grazer Oper).
Präsentation: Franz Josef Kerstinger

70 junge Musikerinnen und Musiker aus 28 Ländern waren fast zwei Wochen lang in Graz zu Gast, um am ersten von der Grazer Kunstuniversität veranstalteten Cellowettbewerb teilzunehmen, der nach der 1841 in Siebenbürgen geborenen Cellokünstlerin Anna Kull benannt worden ist.

Der Wettbewerb wurde in drei Altersklassen durchgeführt, und die ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstler der zweiten und dritten Altersgruppe wurden eingeladen, sich am 22. Feber in der Grazer Oper zu präsentieren; mit den Grazer Philharmonikern und Ingo Ingensand am Dirigentenpult.

Das Publikum konnte einen festlichen Galaabend mit vital musizierenden Solistinnen und Solisten erleben, die ihre interpretatorische Kunst in Cellokonzerten von Joseph Haydn, Camille Saint-Saëns und Edward Elgar versprüht haben.

Die sechs Ausgezeichneten haben sich die drei Cellokonzerte, die an diesem Abend erklungen sind, aufgeteilt.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
Anne Sexton – Bekenntnisse einer Dichterin
Feature von Freya Hattenberger und Peter Simon
(WDR 2018)

Die amerikanische Dichterin Anne Sexton (1928 – 1974) war verführerisch, kreativ, klug – und gnadenlos selbstzerstörerisch. Für ihr Werk erhielt sie 1967 den Pulitzer Preis.

In Boston geboren, früh verheiratet und in die Rolle von Hausfrau und Mutter gezwungen, zerspringt 1956 die Fassade ihrer Vorstadt-Idylle. Anne versucht, sich das Leben zu nehmen, und trifft in der Psychiatrie auf Dr.Orne.

Er ermutigt sie zum Schreiben – und rettet damit vorerst ihr Leben. Schonungslos, mit kühner Hand geschrieben und ihrer Zeit weit voraus, machen ihre dichterischen Bekenntnisse weibliche Lebenserfahrung greifbar.


16:45 Heimspiel


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Vor 70 Jahren begann der Koreakrieg. Mit Rolf Steininger, Publizist, emeritierter Professor für Zeitgeschichte an der Universität Innsbruck.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Der Krieg zwischen Nord- und Südkorea forderte mehrere Millionen Todesopfer, die meisten von ihnen waren Zivilisten. Weltweit fürchteten sich Menschen damals vor einem Dritten Weltkrieg, denn in die Gefechte am 38.Breitengrad waren alle Großmächte verwickelt. Die USA riefen während des Koreakriegs das erste Mal in ihrer Geschichte den Notstand aus. Die Spaltung des Landes begann bereits gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als die USA und die Sowjetunion Korea in zwei Besatzungszonen aufteilten: Die Sowjetunion regierte nördlich, die USA südlich des 38. Breitengrads.

Josef Stalin unterstützte den Norden wirtschaftlich, bildete politische Kader aus und förderte Kim Il-sung als Vorsitzenden der Kommunistischen Partei (KP) Koreas. Die USA stützten ihrerseits die südkoreanische Regierung beim Aufbau ihrer – kaum ausgebildeten – Truppen. Zwar zog sich die USA ab 1948 offiziell zurück, blieb jedoch beratend für Südkorea tätig. Die Teilung des Landes wurde immer mehr zum Dauerzustand, die politische Atmosphäre verschärfte sich im Kalten Krieg. Am frühen Morgen des 25. Juni 1950 eröffneten die Nordkoreaner das Feuer.

Auf der etwa 200 Kilometer langen Front zwischen dem Gelben und dem Japanischen Meer griff Nordkorea an, unterstützt von sowjetischen Panzern und Jagdflugzeugen. Wenige Tage später stimmte der UN-Sicherheitsrat der Forderung der USA nach einem Militäreinsatz zu, um Südkorea zu unterstützen. Josef Stalin hatte am 10. Juni grünes Licht für den Überfall der Nordkoreaner gegeben. Deren Chef Kim Il Sung hatte ihm versichert, dass nach drei Tagen alles vorbei sei, noch bevor die Amerikaner eingreifen würden.

Er sollte sich irren. Der Krieg dauerte drei Jahre und kostete Millionen Menschen das Leben. Am 27. Juli 1953 endete der Koreakrieg mit einem von den USA und der Sowjetunion initiierten Waffenstillstand, der die Teilung des Landes besiegelte und bis heute zementierte.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Produktiv im Kreis gehen
Außeruniversitäre Diskussionszirkel im Wien der Zwischenkriegszeit
Von Sabrina Adlbrecht

Wien war um 1900 ein fruchtbarer Boden für Ideen und Theorien, die weit ins 20. Jahrhundert fortwirkten. Dieses blühende geistige Zentrum wurde durch den Ersten Weltkrieg und den Zerfall der Donaumonarchie erschüttert. Hochschullehrende konnten nicht mehr wie zu Kaisers Zeiten ganz selbstverständlich anderswohin berufen werden, und an der Universität Wien gab es für die wenigen freien Stellen viel zu viele hochqualifizierte Bewerber. Ab den 1920er Jahren verhärteten sich zudem die Fronten zwischen den konservativen und liberalen politischen Lagern.

Jüdische Intellektuelle, Andersdenkende und Frauen wurden an der Universität Wien zunehmend an den Rand gedrängt. In dieser Zeit begannen sich außerhalb dieser Institution Diskussionszirkel zu etablieren. Ein eifriger Teilnehmer war beispielsweise Alfred Schütz, der Begründer der phänomenologisch orientierten Soziologie. Er besuchte das Ludwig Mises Privatseminar, den "Geistkreis" und den Zirkel um Hans Kelsen. Sein 1932 verfasstes Frühwerk "Der sinnhafte Aufbau der sozialen Welt" ist ein Spiegel des fruchtbaren Dialogs, der damals zwischen Nationalökonomie, Rechtswissenschaften, Philosophie, Psychologie und Geschichtswissenschaften geführt wurde.


19:30 Das Ö1 Konzert
ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Stefan Asbury; Wolfgang Kogert, Orgel. Benjamin Britten: Four Interludes aus der Oper "Peter Grimes" op. 33a * Bernd Richard Deutsch: "Okéanos", Konzert für Orgel und Orchester (2015) * Dmitri Schostakowitsch: Symphonie Nr. 11 g-Moll op. 103, "Das Jahr 1905" (aufgenommen am 26. November 2015 im Großen Musikvereinssaal in Wien).
Präsentation: Gerhard Krammer

Die Welt – ein wildes Meer, oder zumindest ein bedrohliches? Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Stefan Asbury geht dieser Frage vielfältig nach. Benjamin Britten zeigt in seinen 4 Interludes aus der Oper "Peter Grimes" die Instabilität menschlichen Lebens im Spiegel der See – der österreichische Komponist Bernd Richard Deutsch nennt sein Konzert für Orgel und Orchester "Okéanos", was Schlüsse zu einer der griechischen Urgottheiten und deren Kraft und Gefährlichkeit evoziert, der sich der Mensch als Schiffer allerdings auch anvertraut.

Schostakowitschs "11." lässt uns ein gefrorenes, völlig vereistes Meer hören – jenes der Macht, die für nichts anderes da ist, als um an sich selbst zu hängen. Mit Leidenschaft und unter Aufbietung aller seiner kompositorischen Könnerschaft fordert der Komponist die Zuhörenden zu heißen Tränen heraus, die das Eisen schmelzen lassen mögen.


21:55 nach-gehört
Edition Ö1.
Franz Schuh: Fortuna
Gestaltung: Jörg Duit

Wird der Mensch erwachsen, was man daran sieht, dass er Steuern zahlt und dass seine Lebenszeit verrinnt, kann er im Rückblick erkennnen, ob er Glück hatte. In der Vorausschau kann er sich ausrechnen, wieviel Glück er noch unbedingt haben muss, um gut durchzukommen. Es liest Franz Schuh

Franz Schuh: Fortuna
ORF-CD795
Bestellnr.: 2017112


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die helle Seite der Macht. Rehabilitierung eines Phänomens (2).
Gestaltung: Daphne Hruby

Datenpunkte im Informationszeitalter. 1939, 1950, 1972, 1981 (2).
Gestaltung: Sarah Kriesche

Anna Masoner
Kosmos Neue Musik. Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (2).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Von Adams bis Zipp. Komponieren mit Beethoven (2)

Das Beethoven-Haus Bonn hat sich die Aufgabe gestellt, Kompositionen aus der Zeit von Beethovens 100. Geburtstag 1870 bis heute zusammen zu tragen, für welche Beethoven eine maßgebliche Rolle spielt. Entstehen soll eine Materialsammlung, die Anregungen zur Programmkonzeption liefert und als Grundlage für eine ab 2020 geplante wissenschaftliche Auswertung dient.

Eine online gestellte Liste wird im Beethoven-Haus weiter bearbeitet, soll jedoch bereits jetzt als "Work in Progress" dazu anregen, ergänzende Informationen bzw. weitere Kompositionen zu melden. Schon mit den bisher gesammelten Kompositionen der letzten 50 Jahre, die sich mit Beethoven auseinandersetzen, könnten 2020 alle "Zeit-Ton"-Sendungen programmiert werden.

Gestaltung: Peter Kislinger

*

Mittwoch, 24. Juni 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Schulschluss". Der Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey, selbst Vater zweier Töchter, erzählt von seinen Erfahrungen und Gedanken rund um diesen ganz besonderen Schulschluss

"Wenn die Schulen noch länger geschlossen haben, werden die Eltern schneller als die Forscher einen Impfstoff entwickelt haben", konnte man satirisch auf Facebook lesen. Ein Schuljahr, das Eltern, Lehrer/innen und Schüler/nnen vor ganz neue Herausforderungen gestellt hat, geht in diesen Tagen zu Ende. Lehrer, die noch vor kurzem behauptet hatten, "Influencer auf YouTube" sei kein richtiger Beruf, saßen nun plötzlich mit Headset vor der Laptop-Kamera, um ihren Schülern die Mathematik näher zu bringen. Eltern, die immer steif und fest behauptet hatten, ihr Kind wäre ja ein hochbegabter Überflieger, wenn es nur von fähigeren Lehrern unterrichtet würde, leisteten nun heimlich Abbitte.

Schülerinnen und Schüler, in deren Ohren der Satz "Die Schule bleibt geschlossen" vor kurzem noch paradiesisch klang, sehnten sich plötzlich nach "normalen Stundenwiederholungen", Pausenglocken und sogar dem muffigen Sportschuh-Duft im Turnsaal 2 zurück. Die Erfahrungen rund um Home-Schooling und Online-Unterricht haben in den letzten Wochen so manche Sichtweise verändert und auch neue Fragen aufgeworfen. Der Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey, selbst Vater zweier Töchter, erzählt von seinen Erfahrungen und Gedanken rund um diesen ganz besonderen Schulschluss.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Die helle Seite der Macht
Rehabilitierung eines Phänomens (3).
Gestaltung: Daphne Hruby

Machthaber – alleine dieses Wort ist schon negativ konnotiert. Präsidentin, Premierminister – das klingt doch gleich viel nobler, viel demokratischer. Aber Machthaber? Medien verwenden den Begriff auch gerne, um das Bild guter Entscheidungsträger versus böser Entscheidungsträger zu kreieren. Auf diese Art erscheint unsere immer komplexer werdende Welt auch gleich um einiges simpler, wird leichter verständlich – vermeintlich. Dabei lassen Medien im selben Atemzug ihre eigenen mächtigen Muskeln spielen. Macht steht und fällt mit ihrer Präsentation.

Macht und Machtmissbrauch werden heutzutage beinahe schon als Synonym verwendet. Unterdessen braucht es ein gewisses Maß an Autorität um Dinge durchzusetzen, aber auch um Ziele zu erreichen. Müsste jeder Mensch in jeder Situation alleine für seine Rechte eintreten, würde sich stets der oder die Stärkere durchsetzen. Gleichzeitig gibt es doch so einige Beispiele, in denen Entscheidungsträgern ihre Macht zu Kopf gestiegen ist.

Macht kann aber auch eine große Bürde sein. Darf man eine Person töten, um das Überleben einer größeren Gruppe zu sichern? Das sogenannte "Trolley-Problem" wird in zahlreichen moralischen Gedankenspielen wissenschaftlich beleuchtet.

Selten sind alltägliche Entscheidungen so weitreichend. Doch Macht wird in jeder Konstellation ausgeübt – sei es nun im Beruf, in der Familie oder bei einfachen Begegnungen auf der Straße. Mit Verfügungsgewalt geht ebenso große Verantwortung einher. Sei es die Krankenschwester, die eine Medikation verabreicht, der Fluglotse, der für eine sichere Landung sorgt, oder die Ingenieurin, die eine stabile Infrastruktur ermöglicht. Gerade in Krisensituationen bedarf es geschickter Strategen und Lenkerinnen, die auch die Courage haben mitunter unbeliebte Schritte einzuleiten.

Es ist gar nicht so lange her, da ging die Menschheit wie selbstverständlich davon aus, dass manche Repräsentanten ihrer Spezies alleine durch ihr Geburtsrecht hierarchisch höher standen, dass ihnen die Macht – und damit auch die Fähigkeit zur Ausübung eben dieser – in die Wiege gelegt worden wäre. In manchen Ländern – und auch in so manchem Kreis in unseren Breitengraden – ist das bis heute der Fall. In demokratischen Gesellschaften soll die Macht vom Volke ausgehen. Politische Repräsentanten bekommen ihre Legitimität durch Wahlen – je nachdem wie gut sie ihre Macht einzusetzen wissen, können sie diese zementieren oder zum bröckeln bringen.

Auch in der Kunst spielt die Darstellung von Macht eine große Rolle. Science-Fiction-Fans denken hier wohl als erstes an die Star-Wars-Filme. Das Faszinosum reicht viel weiter zurück. Shakespeare soll von diesem zwischenmenschlichen Zustand besessen gewesen sein. Gleichzeitig haben sich Herrscher mit gewissen Werken auch ein unsterbliches Denkmal gesetzt.

Was steckt hinter dem Phänomen der Macht? Woher kommt ihr schlechter Ruf? Und können wir Menschen richtig mit ihr umgehen?


09:30 Radiokolleg – Datenpunkte im Informationszeitalter
1939, 1950, 1972, 1981 (3).
Gestaltung: Sarah Kriesche, Anna Masoner

*1972: TCP/IP*
der amerikanische Informatiker Robert Elliot Kahn, der für das Systemdesign des Arpanet, des ersten paketvermittelten Netzwerks verantwortlich ist, demonstriert auf der Computerkommunikationskonferenz ein ARPANET-Netzwerk, das 40 verschiedene Computer miteinander verbindet. Gemeinsam mit dem Informatiker Vinton Cerf entwickelt er das populärste Netzwerkprotokoll der Welt, die TCP/IP-Protokollsuite. Es handelt sich dabei um eine Reihe von Kommunikationsprotokollen, die für das Internet und andere ähnliche Netzwerke verwendet werden. Sie ist nach zwei der wichtigsten Protokolle benannt: dem Transmission Control Protocol (TCP) und dem Internet Protocol (IP), die die ersten beiden in diesem Standard definierten Netzwerkprotokolle waren. 1982 erklärt das US-Verteidigungsministerium TCP/IP zum Standard für alle militärischen Computernetzwerke. Mittlerweile enthalten nahezu alle heute gebräuchlichen Betriebssysteme, eine TCP/IP-Implementierung

Gestaltung: Sarah Kriesche


09:45 Radiokolleg – Kosmos Neue Musik
Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (3).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

Ungewöhnliche Instrumente, Klänge, die man so noch nicht erlebt hat, oder überraschende Wendungen und Strukturen: Neue Musik kann ihr Publikum zum Staunen bringen, vorausgesetzt es hört neugierig und vorurteilsfrei zu. Warum aktuelle Kompositionen in den Konzertprogrammen nach wie vor auf klassische Musikliebhaber mehr abschreckend als animierend wirken, ist oft auf vorgefertigte Erwartungshaltungen zurückzuführen. Diese entstehen, weil das vielfältige Repertoire nach 1930 im schulischen Musikunterricht nach wie vor wenig Platz findet und in der Instrumentalausbildung häufig ebenso. Zusätzlich kommt oft das weitverbreitete Vorurteil zum Tragen, dass man Musik verstehen müsse.

Die Musikvermittlung nähert sich neuen Werken weniger auf intellektueller, denn auf sinnlicher, emotionaler und erlebbarer Ebene. Vielfältige Zugänge sind von Musikvermittler/innen entwickelt worden, um Musik mit verschiedenen Sinnen zu spüren, Verbindungen zum eigenen Leben zu entdecken und sich selbst kreativ auszudrücken: In Projekten und Workshops nähert man sich analog und digital den Kompositionen, gestaltet gemeinsam, versucht sich in grafischer Notation, oder macht Musik auf unterschiedlichste Arten sichtbar, um ihre Struktur kennenzulernen.

Ensembles, Musiker/innen, Veranstalter, Komponist/innen und Vermittler/innen haben in den letzten Jahrzehnten Methoden entwickelt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene an das bewusste Hören heranzuführen, um ihnen den anregenden und stilistisch breit gefächerten Klangkosmos der zeitgenössischen Musik zu offenbaren. Nicht nur, dass die Welt um uns herum immer lauter wird und von Bildern dominiert ist, auch das einander zuhören können, die Basis des sozialen Miteinanders, scheint mehr und mehr in den Hintergrund zu treten. Der Hörsinn und damit die Wahrnehmung können sensibilisiert werden, ja spielerisch trainiert werden.

Die Sendung gibt Eindrücke von Workshops wieder und zeigt in Interviews mit Teilnehmer/innen, Komponist/innen, Vermittler/innen und Wissenschafter/innen die vielfältigen Möglichkeiten der Vermittlungsarbeit im Bereich zeitgenössischer Musik auf.

Für den amerikanischen Komponisten John Cage war jeder Klang, jedes Geräusch Musik. In den 1950er Jahren ein revolutionärer Gedanke, der immer noch als Leitmotiv der Haltung für offene Ohren gelten kann. In diesem Sinne sei auch John Cages Aussage verstanden, wenn er meinte, er brauche kein Radio mehr, denn er müsse nur ein Fenster seiner New Yorker Wohnung öffnen.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Nadja Kayali
Für Ludwig: Mit Bläsern und Streichern Beethoven beim Experimentieren.

Bei Stücken mit Bläsern und Streichern steht meist die Klangfarbe im Vordergrund. Dem Komponisten geht es in diesem Sextett aber mehr um ein Herausarbeiten der Virtuosität der Hörner, denen er alles abverlangt. Dennoch ist dieses Werk kein kammermusikalisches Konzert, es bietet vielmehr die Möglichkeit einer Reflexion über Genre, Spielformen und Zielpublikum. Darüberhinaus wird auch die Frage diskutiert, ob es sich um ein authentisches Stück Beethovens handelt und wie die Beschäftigung der Forschung mit solchen Fragen aussieht.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Literarische Reise – Österreich: "Die Flussufer von früher" von Peter Rosei. Es liest Michael Dangl.

Diese Erzählung kommt auf leisen Sohlen daher. Peter Rosei beschreibt den Ort Haslach am Rand des Hollabrunner Beckens: "Hinter dem Haus, wo wir wohnten, war ein Wäldchen aus Nussbäumen, das ohne Trennlinie in eine Akazienwaldung überging. Sommers saßen wir im grünen Schatten der Nussbäume und redeten."

In ihrem späteren Verlauf entpuppt sich die kleine Geschichte als eine Abhandlung über das Erinnern, über das Funktionieren des menschlichen Geistes an sich. Mit der Wehmut über den Verlust des Erinnerten kommt der Schmerz über die Möglichkeit des Erinnerungsverlustes: "Man kann nicht aufhören zu erinnern. Jedes Bild ruft ein anderes hervor. Ist einmal Finsternis, beginnt sie gleich an den Rändern zu glosen."

Peter Rosei wurde 1946 in Wien geboren, er schlug zunächst den Berufsweg des Juristen ein. Rosei veröffentlichte seit den 70er Jahren ein umfangreiches Werk: Romane, Erzählungen, Essays und Gedichte. Der Autor erhielt zahlreiche renommierte Auszeichnungen, unter anderen den Franz-Kafka-Preis, den Großen Preis der Stadt Wien und den Anton-Wildgans-Preis.

Gestaltung: Edith-Ulla Gasser
Präsentation: Nicole Dietrich


11:25 nach-gehört
Edition Ö1.
Franz Schuh: Fortuna
Gestaltung: Jörg Duit

Wird der Mensch erwachsen, was man daran sieht, dass er Steuern zahlt und dass seine Lebenszeit verrinnt, kann er im Rückblick erkennnen, ob er Glück hatte. In der Vorausschau kann er sich ausrechnen, wieviel Glück er noch unbedingt haben muss, um gut durchzukommen. Es liest Franz Schuh

Franz Schuh: Fortuna
ORF-CD795
Bestellnr.: 2017112


11:30 Des Cis
mit Rainer Elstner.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Javier Martínez, Klarinette; Manuel Fernández, Horn; Karina Azizova, Klavier; Rubén Darío Reina, Violine. Carl Reinecke: Trio für Klarinette, Horn und Klavier B-Dur op. 274 * Aram Chatschaturjan: Trio für Klarinette, Violine und Klavier * Johannes Brahms: Trio für Horn, Violine und Klavier Es-Dur op. 40 * Astor Piazzolla/Rubén Darío Reina: "Frühling" aus Las Estaciones Portenas (Die vier Jahreszeiten) (aufgenommen am 9. Februar 2019 im Teatro Monumental, Madrid).
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Vor 70 Jahren begann der Koreakrieg. Mit Rolf Steininger, Publizist, emeritierter Professor für Zeitgeschichte an der Universität Innsbruck.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Der Krieg zwischen Nord- und Südkorea forderte mehrere Millionen Todesopfer, die meisten von ihnen waren Zivilisten. Weltweit fürchteten sich Menschen damals vor einem Dritten Weltkrieg, denn in die Gefechte am 38.Breitengrad waren alle Großmächte verwickelt. Die USA riefen während des Koreakriegs das erste Mal in ihrer Geschichte den Notstand aus. Die Spaltung des Landes begann bereits gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als die USA und die Sowjetunion Korea in zwei Besatzungszonen aufteilten: Die Sowjetunion regierte nördlich, die USA südlich des 38. Breitengrads.

Josef Stalin unterstützte den Norden wirtschaftlich, bildete politische Kader aus und förderte Kim Il-sung als Vorsitzenden der Kommunistischen Partei (KP) Koreas. Die USA stützten ihrerseits die südkoreanische Regierung beim Aufbau ihrer – kaum ausgebildeten – Truppen. Zwar zog sich die USA ab 1948 offiziell zurück, blieb jedoch beratend für Südkorea tätig. Die Teilung des Landes wurde immer mehr zum Dauerzustand, die politische Atmosphäre verschärfte sich im Kalten Krieg. Am frühen Morgen des 25. Juni 1950 eröffneten die Nordkoreaner das Feuer.

Auf der etwa 200 Kilometer langen Front zwischen dem Gelben und dem Japanischen Meer griff Nordkorea an, unterstützt von sowjetischen Panzern und Jagdflugzeugen. Wenige Tage später stimmte der UN-Sicherheitsrat der Forderung der USA nach einem Militäreinsatz zu, um Südkorea zu unterstützen. Josef Stalin hatte am 10. Juni grünes Licht für den Überfall der Nordkoreaner gegeben. Deren Chef Kim Il Sung hatte ihm versichert, dass nach drei Tagen alles vorbei sei, noch bevor die Amerikaner eingreifen würden.

Er sollte sich irren. Der Krieg dauerte drei Jahre und kostete Millionen Menschen das Leben. Am 27. Juli 1953 endete der Koreakrieg mit einem von den USA und der Sowjetunion initiierten Waffenstillstand, der die Teilung des Landes besiegelte und bis heute zementierte.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:30 Klartext
mit Klaus Webhofer


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
präsentiert von Gerhard Hafner
Werke von u. a. Johann Joseph Fux, Johann Sebastian Bach, Matthew Locke, Henry Purcell und William Byrd
Mit u.a. Le Concert des Nations, Leitung: Jordi Savall, Concentus Musicus Wien, Leitung: Stefan Gottfried, Zefiro Barockorchester: Alfredo Bernardini, The King's Singers.
(Aufgenommen im Rahmen der "styriarte" 2019)

Die heurige "styriarte" kann nicht wie geplant stattfinden. Dem Intendanten der steirischen Festspiele Mathis Huber ist es dennoch gelungen, einige Programmpunkte zu verwirklichen, mit denen in den ersten beiden Juli-Wochen das steirische Kulturleben wieder wach geküsst wird. Zur akkustischen Einstimmung blickt die diese Ausgabe von "Alte Musik – neu interpretiert" auf die letztjährige "styriarte" zurück.

Dabei war unter anderem die Kammeroper "Dafne in Lauro" von Johann Joseph Fux szenisch zu erleben, der Concentus Musicus Wien brachte die "Brandenburgischen Konzerte" von Johann Sebastian Bach zur Aufführung, The King's Singers entführten ins elisabethanische Zeitalter und Jordi Savall ließ die Londoner Theaterwelt des 17. Jahrhunderts akustisch wieder auferstehen.


21:00 Salzburger Nachtstudio
75 Jahre Vertreibung aus der Tschechoslowakei
Gestaltung: Martin Haidinger

Im Mai 1945, sofort nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, begannen in Böhmen und Mähren die Vertreibung, Entrechtung und Ermordung der dort lebenden Deutschen. Es war das blutige Ende der deutsch-tschechischen "Konfliktgemeinschaft" (der tschechische Historiker Jan Kren) in Böhmen und Mähren nach dem Zivilisationsbruch der Nazi-Herrschaft.

Der aus dem Exil in London über Moskau nach Prag zurückgekehrte Staatspräsident Edvard Benes rief wie die meisten Politiker seines Landes dazu auf, die deutsche Frage endgültig zu "liquidieren" und einen "slawischen Nationalstaat" im Rahmen einer sozialen und nationalen Revolution zu schaffen.

Im Fall der Deutschen gelang das nachhaltig mit zehntausenden Opfern von Gewaltakten bzw. Morden und einer Vertreibung, die zentral von Prag aus gesteuert wurde, um noch vor einer endgültigen Entscheidung der alliierten Sieger so viele Deutsche wie möglich aus dem Land zu bringen.

Insgesamt wurden so bis zur Konferenz von Potsdam im August 1945 800.000 Menschen gewaltsam zu Fuß aus dem Land getrieben, zum Teil in den berüchtigten Todesmärschen an die Grenze wie in Brünn und Iglau. Im Jänner 1946 begann der "Abschub", die geregelte Aussiedelung unter alliierter Kontrolle von etwa zwei Millionen Menschen. Rechtliche Grundlage für die Enteignung und Entrechtung der Deutschen (und Ungarn) boten einige der sogenannten "Benes-Dekrete", die das folgende kommunistische Regime übernahm und die zum Teil bis heute Gesetzeskraft haben.

Wie arbeitet der moderne tschechische Staat diese Vertreibung auf, wo sie doch tschechische Politiker bis hinauf zum amtierenden Staatspräsidenten nach wie vor gutheißen? Welche Erfolge können tschechische und österreichische Historiker wie der Österreicher Niklas Perzi mit dem Sammelband "Nachbarn. Ein tschechisch-österreichisches Geschichtsbuch" im Ringen um die Aussöhnung von Heimatvertriebenen und Tschechen vorweisen?


21:55 nach-gehört
Edition Ö1.
March Movie. Hörspiel von Michael Köhlmeier & Peter Klein
Gestaltung: Stephan Pokorny

Als 1968 bei einem Musikfest in Hohenems eine Blasmusikkapelle verschwindet, scheint dies weder die Behörden noch die Bevölkerung besonders zu kümmern. Nur der Bahnschrankenwärter Oskar Zambanini, nimmt sich der Sache an. Seine Hartnäckigkeit macht ihn zum Außenseiter.

Nach vierzehn Jahren der Suche aber werden seine Bemühungen belohnt: Unter einem Stein findet er die verschollene Blaskapelle, allerdings in stark verändertem Zustand. Ein ORF-Team macht sich auf, um über den Fall zu berichten ?

"March Movie", ein Stück, das die Mittel und Möglichkeiten des Features und des Hörspiels verschränkt, gilt heute als Klassiker und zählt zu den meistgespielten Hörspielen im deutschsprachigen Raum. Ö1 veröffentlicht die Produktion zum 35-jährigen Jubiläum der Erstausstrahlung.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die helle Seite der Macht. Rehabilitierung eines Phänomens (3).
Gestaltung: Daphne Hruby

Datenpunkte im Informationszeitalter. 1939, 1950, 1972, 1981 (3).
Gestaltung: Sarah Kriesche, Anna Masoner

Kosmos Neue Musik. Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (3).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen die spannendsten Neuveröffentlichungen aus allen Bereichen neuer und experimenteller Musik.
Gestaltung: Marlene Schnedl

*

Donnerstag, 25. Juni 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Schulschluss". Der Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey, selbst Vater zweier Töchter, erzählt von seinen Erfahrungen und Gedanken rund um diesen ganz besonderen Schulschluss

"Wenn die Schulen noch länger geschlossen haben, werden die Eltern schneller als die Forscher einen Impfstoff entwickelt haben", konnte man satirisch auf Facebook lesen. Ein Schuljahr, das Eltern, Lehrer/innen und Schüler/nnen vor ganz neue Herausforderungen gestellt hat, geht in diesen Tagen zu Ende. Lehrer, die noch vor kurzem behauptet hatten, "Influencer auf YouTube" sei kein richtiger Beruf, saßen nun plötzlich mit Headset vor der Laptop-Kamera, um ihren Schülern die Mathematik näher zu bringen. Eltern, die immer steif und fest behauptet hatten, ihr Kind wäre ja ein hochbegabter Überflieger, wenn es nur von fähigeren Lehrern unterrichtet würde, leisteten nun heimlich Abbitte.

Schülerinnen und Schüler, in deren Ohren der Satz "Die Schule bleibt geschlossen" vor kurzem noch paradiesisch klang, sehnten sich plötzlich nach "normalen Stundenwiederholungen", Pausenglocken und sogar dem muffigen Sportschuh-Duft im Turnsaal 2 zurück. Die Erfahrungen rund um Home-Schooling und Online-Unterricht haben in den letzten Wochen so manche Sichtweise verändert und auch neue Fragen aufgeworfen. Der Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey, selbst Vater zweier Töchter, erzählt von seinen Erfahrungen und Gedanken rund um diesen ganz besonderen Schulschluss.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Die helle Seite der Macht
Rehabilitierung eines Phänomens (4).
Gestaltung: Daphne Hruby

Machthaber – alleine dieses Wort ist schon negativ konnotiert. Präsidentin, Premierminister – das klingt doch gleich viel nobler, viel demokratischer. Aber Machthaber? Medien verwenden den Begriff auch gerne, um das Bild guter Entscheidungsträger versus böser Entscheidungsträger zu kreieren. Auf diese Art erscheint unsere immer komplexer werdende Welt auch gleich um einiges simpler, wird leichter verständlich – vermeintlich. Dabei lassen Medien im selben Atemzug ihre eigenen mächtigen Muskeln spielen. Macht steht und fällt mit ihrer Präsentation.

Macht und Machtmissbrauch werden heutzutage beinahe schon als Synonym verwendet. Unterdessen braucht es ein gewisses Maß an Autorität um Dinge durchzusetzen, aber auch um Ziele zu erreichen. Müsste jeder Mensch in jeder Situation alleine für seine Rechte eintreten, würde sich stets der oder die Stärkere durchsetzen. Gleichzeitig gibt es doch so einige Beispiele, in denen Entscheidungsträgern ihre Macht zu Kopf gestiegen ist.

Macht kann aber auch eine große Bürde sein. Darf man eine Person töten, um das Überleben einer größeren Gruppe zu sichern? Das sogenannte "Trolley-Problem" wird in zahlreichen moralischen Gedankenspielen wissenschaftlich beleuchtet.

Selten sind alltägliche Entscheidungen so weitreichend. Doch Macht wird in jeder Konstellation ausgeübt – sei es nun im Beruf, in der Familie oder bei einfachen Begegnungen auf der Straße. Mit Verfügungsgewalt geht ebenso große Verantwortung einher. Sei es die Krankenschwester, die eine Medikation verabreicht, der Fluglotse, der für eine sichere Landung sorgt, oder die Ingenieurin, die eine stabile Infrastruktur ermöglicht. Gerade in Krisensituationen bedarf es geschickter Strategen und Lenkerinnen, die auch die Courage haben mitunter unbeliebte Schritte einzuleiten.

Es ist gar nicht so lange her, da ging die Menschheit wie selbstverständlich davon aus, dass manche Repräsentanten ihrer Spezies alleine durch ihr Geburtsrecht hierarchisch höher standen, dass ihnen die Macht – und damit auch die Fähigkeit zur Ausübung eben dieser – in die Wiege gelegt worden wäre. In manchen Ländern – und auch in so manchem Kreis in unseren Breitengraden – ist das bis heute der Fall. In demokratischen Gesellschaften soll die Macht vom Volke ausgehen. Politische Repräsentanten bekommen ihre Legitimität durch Wahlen – je nachdem wie gut sie ihre Macht einzusetzen wissen, können sie diese zementieren oder zum bröckeln bringen.

Auch in der Kunst spielt die Darstellung von Macht eine große Rolle. Science-Fiction-Fans denken hier wohl als erstes an die Star-Wars-Filme. Das Faszinosum reicht viel weiter zurück. Shakespeare soll von diesem zwischenmenschlichen Zustand besessen gewesen sein. Gleichzeitig haben sich Herrscher mit gewissen Werken auch ein unsterbliches Denkmal gesetzt.

Was steckt hinter dem Phänomen der Macht? Woher kommt ihr schlechter Ruf? Und können wir Menschen richtig mit ihr umgehen?


09:30 Radiokolleg – Datenpunkte im Informationszeitalter
1939, 1950, 1972, 1981 (4).
Gestaltung: Sarah Kriesche, Anna Masoner

*1981: Chaos Computer Club*
Herwart Holland-Moritz, besser bekannt als Wau Holland und Klaus Schleisiek, alias Tom Twiddlebit, gründen eine "galaktische Gemeinschaft von Lebewesen, unabhängig von Alter, Geschlecht und Abstammung". Am 1. September veröffentlichen sie mit Wolf Gevert, Wulf Müller und Jochen Büttner in der Zeitung "TAZ" einen Aufruf zum ersten "Komputerfriektreffen", zu dem rund 20 Teilnehmer erscheinen. Der Grundstein für den "Chaos Computer Club" ist gelegt. Aufsehen erregte der Verein 1984 und dem BTX-Hack der Hamburger Sparkassa.

Um die Schwachstellen des seinerzeit neuartigen BTX-Systems zu demonstrieren, erbeuteten Steffen Wernéry und Wau Holland über Nacht 134.694,70 DM, das sie zwei Tage später zurückgaben. Ihr Ziel, dass Datensicherheit in BTX öffentlich diskutiert wurde, war erreicht. Mit 7.900 Mitglieder im Jahr 2020 bewegt sich der Chaos Computerclub seitdem Im Spannungsfeld zwischen Technik und Gesellschaft.

Gestaltung: Sarah Kriesche


09:45 Radiokolleg – Kosmos Neue Musik
Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (4).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

Ungewöhnliche Instrumente, Klänge, die man so noch nicht erlebt hat, oder überraschende Wendungen und Strukturen: Neue Musik kann ihr Publikum zum Staunen bringen, vorausgesetzt es hört neugierig und vorurteilsfrei zu. Warum aktuelle Kompositionen in den Konzertprogrammen nach wie vor auf klassische Musikliebhaber mehr abschreckend als animierend wirken, ist oft auf vorgefertigte Erwartungshaltungen zurückzuführen. Diese entstehen, weil das vielfältige Repertoire nach 1930 im schulischen Musikunterricht nach wie vor wenig Platz findet und in der Instrumentalausbildung häufig ebenso. Zusätzlich kommt oft das weitverbreitete Vorurteil zum Tragen, dass man Musik verstehen müsse.

Die Musikvermittlung nähert sich neuen Werken weniger auf intellektueller, denn auf sinnlicher, emotionaler und erlebbarer Ebene. Vielfältige Zugänge sind von Musikvermittler/innen entwickelt worden, um Musik mit verschiedenen Sinnen zu spüren, Verbindungen zum eigenen Leben zu entdecken und sich selbst kreativ auszudrücken: In Projekten und Workshops nähert man sich analog und digital den Kompositionen, gestaltet gemeinsam, versucht sich in grafischer Notation, oder macht Musik auf unterschiedlichste Arten sichtbar, um ihre Struktur kennenzulernen.

Ensembles, Musiker/innen, Veranstalter, Komponist/innen und Vermittler/innen haben in den letzten Jahrzehnten Methoden entwickelt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene an das bewusste Hören heranzuführen, um ihnen den anregenden und stilistisch breit gefächerten Klangkosmos der zeitgenössischen Musik zu offenbaren. Nicht nur, dass die Welt um uns herum immer lauter wird und von Bildern dominiert ist, auch das einander zuhören können, die Basis des sozialen Miteinanders, scheint mehr und mehr in den Hintergrund zu treten. Der Hörsinn und damit die Wahrnehmung können sensibilisiert werden, ja spielerisch trainiert werden.

Die Sendung gibt Eindrücke von Workshops wieder und zeigt in Interviews mit Teilnehmer/innen, Komponist/innen, Vermittler/innen und Wissenschafter/innen die vielfältigen Möglichkeiten der Vermittlungsarbeit im Bereich zeitgenössischer Musik auf.

Für den amerikanischen Komponisten John Cage war jeder Klang, jedes Geräusch Musik. In den 1950er Jahren ein revolutionärer Gedanke, der immer noch als Leitmotiv der Haltung für offene Ohren gelten kann. In diesem Sinne sei auch John Cages Aussage verstanden, wenn er meinte, er brauche kein Radio mehr, denn er müsse nur ein Fenster seiner New Yorker Wohnung öffnen.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt
mit Mirjam Jessa
Isaac Albeniz – Dichtung und Wahrheit und große Musik (I)

Vor 160 Jahren wurde in einer kleinen spanischen Stadt in den Pyrenäen Isaac Albeniz geboren, der nicht nur als Wunderkind am Klavier galt, sondern auch einer der wichtigsten spanischen Komponisten werden sollte; er und Enrique Granados verkörperten außerdem die katalanische Pianistenschule. Über das kurze Leben des so einflussreichen Komponisten Isaac Albeniz kursieren nach wie vor so haarsträubend falsche Mythen, dass einer eingehenden Auseinandersetzung mit seinem Werk und dessen so unterschiedlichen Interpretationen, seine Biographie vorangestellt werden muss, die auch ohne frei erfundenen Firlefanz beeindruckt.

Denn – nein – das Kind Albeniz hat sich nicht allein als blinder Passagier nach Südamerika eingeschifft und sich dort mit Klavierspielen auf abenteuerlichen Wegen von Buenos Aires über Kuba bis San Francisco durchgeschlagen. Er hätte zwar gerne bei Franz Liszt studiert, aber als er deshalb extra nach Budapest fuhr, musste er feststellen, dass Liszt in Weimar dirigierte und unterrichtete. Usw. usf. Die internationalen Konzertreisen als Jugendlicher, auch nach Süd- und Nordamerika, gab es jedoch, allerdings immer in Obhut seines Vaters. Zwischen 1889 und 1892 zähle er offenbar zu den gefragtesten europäischen Klaviervirtuosen, tourte im ganzen Kontinent und lebte zeitweilig in Paris und London. Das war auch die Zeit, in der er in London den Auftrag erhielt, drei "King Arthur"-Opern zu schrieben. Die erste "Merlin" konnte er auch tatsächlich noch vollenden.

Seine früheren Stücke unterscheiden sich eklatant von seiner mittleren Periode und vor allem von seinem Hauptwerk, das er in seinen letzten Jahren in Paris komponiert hat, allen voran sein umfangreicher Klavierzyklus "Iberia". In diese Zeit fallen auch seine drei vollendeten Opern und u.a. seine Orchesterwerke "Spanische Rhapsodie" und "Cataluña". 1909 starb er mit nur 48 Jahren an einer Nierenentzündung.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Literarische Reise – Österreich: "Der zerbrochene Ring" von Eva Menasse und eine kurze Betrachtung der Wiener Ringstraße von Marlene Streeruwitz. Es liest Michou Friesz.

Eva Menasse, gebürtige Wienerin, pendelt in Gedanken über "Ring" und "Gürtel" – über die Ringstraße, an der sich ein Prunkbau an den anderen reiht, und den Gürtel mit seinen Lokalen, Bars und Bordellen. Ohne böse sein zu wollen, wie sie betont, stellt sie fest, dass das Zentrum von Wien eigentlich leer ist.

Eva Menasse, geboren 1970, begann als Journalistin beim Nachrichtenmagazin "Profil" und schrieb dann für das Feuilleton der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Ihr erstes Buch – "Der Holocaust vor Gericht", eine Sammlung von Reportagen über den Holocaust-Leugner David Irving – erschien 2000. 2005 folgte ihr erster Roman "Vienna", 2009 veröffentlichte sie den Erzählband "Lässliche Todsünden" und 2013 den viel beachteten Roman "Quasikristalle". – Eva Menasse lebt seit 2003 als Publizistin und freie Schriftstellerin in Berlin.

Malrene Streeruwitz, geboren in Baden bei Wien, begann als Regisseurin und Autorin von Theaterstücken und Hörspielen. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Marlene Streeruwitz lebt und arbeitet in Wien, Berlin, London und New York.

Gestaltung: Edith Vukan
Präsentation: Nicole Dietrich


11:25 nach-gehört
Edition Ö1.
March Movie. Hörspiel von Michael Köhlmeier & Peter Klein
Gestaltung: Stephan Pokorny

Als 1968 bei einem Musikfest in Hohenems eine Blasmusikkapelle verschwindet, scheint dies weder die Behörden noch die Bevölkerung besonders zu kümmern. Nur der Bahnschrankenwärter Oskar Zambanini, nimmt sich der Sache an. Seine Hartnäckigkeit macht ihn zum Außenseiter.

Nach vierzehn Jahren der Suche aber werden seine Bemühungen belohnt: Unter einem Stein findet er die verschollene Blaskapelle, allerdings in stark verändertem Zustand. Ein ORF-Team macht sich auf, um über den Fall zu berichten ?

"March Movie", ein Stück, das die Mittel und Möglichkeiten des Features und des Hörspiels verschränkt, gilt heute als Klassiker und zählt zu den meistgespielten Hörspielen im deutschsprachigen Raum. Ö1 veröffentlicht die Produktion zum 35-jährigen Jubiläum der Erstausstrahlung.


11:30 Des Cis
mit Marie-Theres Himmler. BEETHOVEN ESSENZIELL

DesCis bringt anlässlich des Beethovenjahres 2020 eine wöchentliche Serie unter dem Titel "Beethoven – essenziell". In 250 Sekunden wollen wir immer am Donnerstag versuchen den Menschen, das Werk, die Zeit und die Auswirkungen dieses so herausragenden Künstlers zu beleuchten – zur Feier der 250. Wiederkehr des Geburtstages Beethovens.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
Drei schwedische Baritone mit schwedischer Musik: Ingvar Wixell, Hakan Hagegard, Peter Mattei

Würden nicht ehrwürdige Maestri wie Herbert Blomstedt oder Neeme Järvi regelmäßig Musik von Wilhelm Stenhammar auf ihre Konzertprogramme setzen, wo bliebe dann international diese Spielart schwedischer Romantik? Zu der auch Wilhelm Peterson Berger gehört, der mit "Arnljot" 1910 ausdrücklich ein schwedisches Gegenstück zu den deutsch-nationalen Bühnendramen Richard Wagners schaffen wollte.

Sänger wie der mit Opern von Mozart bis Mascagni seinerzeit international gefragte Bariton Ingvar Wixell haben darüber hinaus immer wieder auf die orchesterbegleiteten Balladen von August Söderman hingewiesen, die – wie alles aus diesem Umfeld – von hoher dramatischer Treffsicherheit und romantischer Klangschönheit sind. Sein jüngerer Kollege Hakan Hagegard weitete den Radius in Richtung Hugo Alfvén, Ragnar Althen und Tor Aulin; ein Weg, auf dem ihm der eben 55 gewordene Peter Mattei nachfolgt.


15:30 Moment


15:55 Ö1 Kinderjournal
Rudi präsentiert jeden Donnerstag das Ö1 Kinderjournal

Rudi besucht seine Kolleginnen und Kollegen in der Nachrichtenredaktion. Denn Donnerstag ist Nachrichtentag. Der Radiohund fragt, was es diese Woche in Österreich, Europa und der Welt Neues gibt.


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Wie funktioniert die Wirbelsäule?
Eine bewegliche Stütze von Mensch und Tier
Gestaltung: Isabelle Engels

Die Wirbelsäule verleiht unserem Körper Stabilität und sorgt dafür, dass wir uns in alle Richtungen beugen und strecken können. Sie reicht vom Kopf bis zum Po bzw. dem Steißbein. Man spricht von den drei Abschnitten Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Zwischen den Wirbeln befinden sich die Bandscheiben, die wie Stoßdämpfer wirken. Dazu trägt auch die Doppel-S-förmige Krümmung der Wirbelsäule bei.

In der Tierwelt gibt es wirbellose Wesen, aber viele Tiere haben ebenfalls eine Wirbelsäule. Wenn wir beobachten, wie sich Katze, Krokodil und Affe fortbewegen, sehen wir, dass sie zwar alle auf vier Beinen gehen, aber Vorder- und Hinterbeine unterschiedlich koordinieren. Auch die Wirbelsäule muss unterschiedliche Bewegungen machen. Probiert mal, sie nachzumachen, dann werdet ihr es auch spüren!

Was ist ein Kreuz- und was ein Passgang? Hat eine Giraffe mehr Halswirbel als ein Mensch? Was ist das Beste für unsere Wirbelsäule: liegen, sitzen oder gehen?

Die Ö1-Kinderunireporter/innen Adrian Ares, Isabella und Sena erkunden den Stützapparat gemeinsam mit der Physiotherapeutin Renate Zettl von der FH Campus Wien.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.


17:55 Betrifft: Geschichte
Vor 70 Jahren begann der Koreakrieg. Mit Rolf Steininger, Publizist, emeritierter Professor für Zeitgeschichte an der Universität Innsbruck.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Der Krieg zwischen Nord- und Südkorea forderte mehrere Millionen Todesopfer, die meisten von ihnen waren Zivilisten. Weltweit fürchteten sich Menschen damals vor einem Dritten Weltkrieg, denn in die Gefechte am 38.Breitengrad waren alle Großmächte verwickelt. Die USA riefen während des Koreakriegs das erste Mal in ihrer Geschichte den Notstand aus. Die Spaltung des Landes begann bereits gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als die USA und die Sowjetunion Korea in zwei Besatzungszonen aufteilten: Die Sowjetunion regierte nördlich, die USA südlich des 38. Breitengrads.

Josef Stalin unterstützte den Norden wirtschaftlich, bildete politische Kader aus und förderte Kim Il-sung als Vorsitzenden der Kommunistischen Partei (KP) Koreas. Die USA stützten ihrerseits die südkoreanische Regierung beim Aufbau ihrer – kaum ausgebildeten – Truppen. Zwar zog sich die USA ab 1948 offiziell zurück, blieb jedoch beratend für Südkorea tätig. Die Teilung des Landes wurde immer mehr zum Dauerzustand, die politische Atmosphäre verschärfte sich im Kalten Krieg. Am frühen Morgen des 25. Juni 1950 eröffneten die Nordkoreaner das Feuer.

Auf der etwa 200 Kilometer langen Front zwischen dem Gelben und dem Japanischen Meer griff Nordkorea an, unterstützt von sowjetischen Panzern und Jagdflugzeugen. Wenige Tage später stimmte der UN-Sicherheitsrat der Forderung der USA nach einem Militäreinsatz zu, um Südkorea zu unterstützen. Josef Stalin hatte am 10. Juni grünes Licht für den Überfall der Nordkoreaner gegeben. Deren Chef Kim Il Sung hatte ihm versichert, dass nach drei Tagen alles vorbei sei, noch bevor die Amerikaner eingreifen würden.

Er sollte sich irren. Der Krieg dauerte drei Jahre und kostete Millionen Menschen das Leben. Am 27. Juli 1953 endete der Koreakrieg mit einem von den USA und der Sowjetunion initiierten Waffenstillstand, der die Teilung des Landes besiegelte und bis heute zementierte.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
dimensionen. diskussionen

Das neue Gesprächsformat der "Dimensionen" am Donnerstag: mit Diskussionen zu aktuellen Wochenthemen oder Hintergrundgesprächen, wissenschaftlichen Disputen, interdisziplinären Dialogen, Werkstattgesprächen.


19:30 Das Ö1 Konzert
Ein "Ö1 Konzert" samt "Irdischer Klänge" und "Baumgesänge" zum 85. Geburtstag von Kurt Schwertsik.
Gestaltung: Christian Scheib

Der Komponist Kurt Schwertsik, auch im angloamerikanischen, sprich britischen Raum gern rezipiert: Er spielte im Wiener und im internationalen Musikleben über Jahrzehnte eine schillernde Rolle zwischen Avantgarde und Ironie, Rückbezüglichkeit und Vorausdenken. Die Romantik ist ihm nichts Romantisches, sondern der Beginn des auf sich selbst gestellten, modernen Lebens am Abgrund. Auf avantgardistische Werke und Freundschaften mit Cornelius Cardew und Christian Wolff folgten ab der Mitte der 60er Jahre Experimente mit der Tonalität, samt größerer Orchesterzyklen und Opern.

Kurt Schwertsik ist ein Meister des reflexiven, wenn nicht selbstreflexiven Komponierens. Das mag eine überraschende Behauptung sein: Kurt Schwertsik zeigte über Jahrzehnte nach außen hin gerne ironisch-wirkende, unterhaltsame Facetten. Das Unterhaltend-Quertreibende ist zwar einerseits essentiell für Kurt Schwertsik, zugleich aber eine Art Oberfläche seiner Kunst Und wer gewillt war und ist, dahinterzuhören, kann seit den 60er Jahren seine Musik als eine Reflexion über den Umgang mit Geschichte und Musikgeschichte hören.


21:00 Im Gespräch
Marlene Streeruwitz zum 70. Geburtstag – "Ich will als handelndes und denkendes Subjekt wahrgenommen werden!" Die Schriftstellerin im Gespräch mit Renata Schmidtkunz

Sie ist eine schonungslose Feministin und eine politisch klar positionierte Schriftstellerin. Und umgekehrt. Marlene Streeruwitz, geboren am 28. Juni 1950 in Baden bei Wien, zieht keine Trennlinie zwischen Ästhetik und politischem Standpunkt. Das eine bedingt für sie das andere.

Die ausgebildete Slawistin und Kulturwissenschafterin Marlene Streeruwitz, deren komisch-dramatisch-feministischen Stücke ab 1992 an allen großen deutschsprachigen Theaterhäusern gespielt wurden und deren Bücher mit großen Literaturpreisen ausgezeichnet wurden, begeistert und irritiert das Publikum gleichermaßen.

Marlene Streeruwitz schreibt von Frauen und deren Versuch, sich in dieser Welt des für sie falschen, pathetischen, gewalttätigen, postfaschistoiden und männlich dominierten Lebens zu arrangieren. Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz verdeutlicht sie ihren feministisch-politischen Ansatz.


21:55 nach-gehört
Edition Ö1.
Helga Pollak-Kinsky: Theresienstadt
Gestaltung: Jörg Duit

Am 29. Jänner 2017 fand im Stadtsaal in Wien anlässlich des Holocaust-Gedenktages eine Matinee mit Helga Pollak-Kinsky, dem Ensemble Zwockhaus und der Berliner Journalistin Hannelore Brenner-Wonschick statt. Thema der Matinee war das Tagebuch, das die am 28. Mai 1930 geborene Helga Pollak als junges Mädchen im Ghetto Theresienstadt, wohin sie im Jänner 1943 deportiert wurde, geschrieben hatte und das weitgehend erhalten geblieben ist.

Helga Pollak-Kinsky las aus ihren Tagebuchaufzeichnungen, das Ensemble Zwockhaus brachte authentische Kabarettsongs aus Theresienstadt zum Vortrag, Hannelore Brenner-Wonschick spannte den erzählerischen Bogen.

CD1: Teil-Mitschnitt aus dem Stadtsaal, ergänzt mit Studioaufnahmen
CD 2: Sendung Menschenbilder mit Helga Pollak-Kinsky vom 26. März 2017.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die helle Seite der Macht. Rehabilitierung eines Phänomens (4).
Gestaltung: Daphne Hruby

Datenpunkte im Informationszeitalter. 1939, 1950, 1972, 1981 (4).
Gestaltung: Sarah Kriesche

Anna Masoner
Kosmos Neue Musik. Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (4).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zum 85. Geburtstag von Terry Riley

Als einer der wichtigsten Vertreter des Minimalismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat der kalifornische Komponist und Pianist Terry Riley viele wegweisende Entdeckungen gemacht. Das Stück "In C" hat etwa keine durchgehende Notation, sondern besteht aus vorgegebenen Phrasen, die von den Interpret/innen beliebig oft wiederholt werden dürfen. Seine Erfindung des "time-lag accumulators", bei dem zwei Tonbandmaschinen ewige musikalische Schleifen erzeugen können, legte den Grundstein für loop-basierte elektronische Musik.

Auch seine Experimente mit Synthesizern und seine intensive Beschäftigung mit indischer Musik hat nachfolgende Generationen geprägt. Doch Terry Riley hat keine Lust auf Ruhestand oder das Ausruhen auf seinen vielen Lorbeeren, er steht immer noch auf der Bühne und sucht immer noch nach neuen Sichtweisen auf die Musik. Zum halbrunden Geburtstag hören wir wichtige Stücke aus Terry Rileys Werk und Auszüge aus einem Gespräch mit dem Minimalismus-Meister.

Gestaltung: Stefan Trischler

*

Freitag, 26. Juni 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Schulschluss". Der Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey, selbst Vater zweier Töchter, erzählt von seinen Erfahrungen und Gedanken rund um diesen ganz besonderen Schulschluss

"Wenn die Schulen noch länger geschlossen haben, werden die Eltern schneller als die Forscher einen Impfstoff entwickelt haben", konnte man satirisch auf Facebook lesen. Ein Schuljahr, das Eltern, Lehrer/innen und Schüler/nnen vor ganz neue Herausforderungen gestellt hat, geht in diesen Tagen zu Ende. Lehrer, die noch vor kurzem behauptet hatten, "Influencer auf YouTube" sei kein richtiger Beruf, saßen nun plötzlich mit Headset vor der Laptop-Kamera, um ihren Schülern die Mathematik näher zu bringen. Eltern, die immer steif und fest behauptet hatten, ihr Kind wäre ja ein hochbegabter Überflieger, wenn es nur von fähigeren Lehrern unterrichtet würde, leisteten nun heimlich Abbitte.

Schülerinnen und Schüler, in deren Ohren der Satz "Die Schule bleibt geschlossen" vor kurzem noch paradiesisch klang, sehnten sich plötzlich nach "normalen Stundenwiederholungen", Pausenglocken und sogar dem muffigen Sportschuh-Duft im Turnsaal 2 zurück. Die Erfahrungen rund um Home-Schooling und Online-Unterricht haben in den letzten Wochen so manche Sichtweise verändert und auch neue Fragen aufgeworfen. Der Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey, selbst Vater zweier Töchter, erzählt von seinen Erfahrungen und Gedanken rund um diesen ganz besonderen Schulschluss.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Österreichs Musizierende im Porträt
"Damenwahl" mit dem Ensemble Café Alt Wien +++ Die Harfenistin Sara Kowal +++ Die Ö1-Talentebörse.
Präsentation: Eva Teimel


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
Literarische Reise – Österreich: "Städtebeschimpfungen". Von Thomas Bernhard. Die österreichischen Orte (Ausschnitte). Mit Peter Simonischek und Michael König. Regie: Götz Fritsch (Koproduktion HR/BR/ORF 2017)

"Ich gehöre zu den Menschen, die im Grunde keinen Ort auf der Welt aushalten, und die nur glücklich sind zwischen den Orten, von denen sie weg und auf sie zufahren", schrieb Thomas Bernhard in "Wittgensteins Neffe". "Die Stadt Wien ist eine einzige stumpfsinnige Niederträchtigkeit", heißt es in "Heldenplatz" und "In Graz muss niemand gewesen sein" – und Altaussee? "Altaussee habe ich immer gehasst …. Ich weiß schon, warum ich in Altaussee keine Luft bekomme. Es ist nicht nur wegen der Berge. Es ist wegen der vielen Nazis, die dort ansässig sind. Die schönsten Gegenden Österreichs haben immer die meisten Nazis angezogen: Salzburg, Gmunden, Altaussee" (aus "Elisabeth II.").

Raimund Fellinger, langjähriger Lektor bei Suhrkamp, hat aus unterschiedlichen Werken Thomas Bernhards dessen "Städtebeschimpfungen" kompiliert. Diese Produktion ist 2017 als Koproduktion des Hessischen Rundfunks, des Bayerischen Rundfunks und des Österreichischen Rundfunks entstanden (Redaktion: Ruthard Stäblein, Regie: Götz Fritsch) und auch auf 3 CDs erschienen. Sie erhielt 2018 den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.

Peter Simonischek liest im "Österreich-Teil" Bernhards Beschreibungen von Altaussee, Bad Gastein, Bad Ischl, Bruck an der Leitha, Goldegg-Wenig, Graz, Innsbruck, Kitzbühel, Krottendorf bei Weiz, Leoben, Linz, Mattighofen, Salzburg, Schwarzach und Wien. Michael König ergänzt Reaktionen der Zeitgenossen.

Gestaltung: Stefanie Zussner


11:25 nach-gehört
Edition Ö1.
Helga Pollak-Kinsky: Theresienstadt
Gestaltung: Jörg Duit

Am 29. Jänner 2017 fand im Stadtsaal in Wien anlässlich des Holocaust-Gedenktages eine Matinee mit Helga Pollak-Kinsky, dem Ensemble Zwockhaus und der Berliner Journalistin Hannelore Brenner-Wonschick statt. Thema der Matinee war das Tagebuch, das die am 28. Mai 1930 geborene Helga Pollak als junges Mädchen im Ghetto Theresienstadt, wohin sie im Jänner 1943 deportiert wurde, geschrieben hatte und das weitgehend erhalten geblieben ist.

Helga Pollak-Kinsky las aus ihren Tagebuchaufzeichnungen, das Ensemble Zwockhaus brachte authentische Kabarettsongs aus Theresienstadt zum Vortrag, Hannelore Brenner-Wonschick spannte den erzählerischen Bogen.

CD1: Teil-Mitschnitt aus dem Stadtsaal, ergänzt mit Studioaufnahmen
CD 2: Sendung Menschenbilder mit Helga Pollak-Kinsky vom 26. März 2017.


11:30 Des Cis
mit Daniela Knaller.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
All-Star-Dreier des skandinavischen Jazz in Spiellaune

Bobo Stenson ist ein Virtuose des Filigranen, er repräsentiert eine Spielweise, die mitunter "Broken Swing" genannt wird und den Klang seines Labels ECM maßgeblich mitgeprägt hat. Der schwedische Pianist gilt als Meister der Ballade, seine Improvisationen, so abstrakt sie auch sein mögen, sind dennoch immer gut geerdet. Umso überraschender leuchten dann die Momente auf, in denen es richtig zur Sache geht. Das Konzert am 7. Oktober 1998 in der Estonia Concert Hall in Tallinn, Estland, bestand vor allem aus Klassikern von Duke Ellington bis George Gershwin, zudem waren Kompositionen des Kontrabassisten Anders Jormin zu hören. Und es bietet die Gelegenheit, den heuer im Februar verstorbenen norwegischen Schlagzeugmeister Jon Christensen wieder zu erleben.

Gestaltung: Helmut Jasbar


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß


16:00 Nachrichten


16:05 Da capo: Im Gespräch
Marlene Streeruwitz zum 70. Geburtstag
"Ich will als handelndes und denkendes Subjekt wahrgenommen werden!"
Die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz im Gespräch mit Renata Schmidtkunz

Sie ist eine schonungslose Feministin und eine politisch klar positionierte Schriftstellerin. Und umgekehrt. Marlene Streeruwitz, geboren am 28. Juni 1950 in Baden bei Wien, zieht keine Trennlinie zwischen Ästhetik und politischem Standpunkt. Das eine bedingt für sie das andere.

Die ausgebildete Slawistin und Kulturwissenschafterin Marlene Streeruwitz, deren komisch-dramatisch-feministischen Stücke ab 1992 an allen großen deutschsprachigen Theaterhäusern gespielt wurden und deren Bücher mit großen Literaturpreisen ausgezeichnet wurden, begeistert und irritiert das Publikum gleichermaßen.

Marlene Streeruwitz schreibt von Frauen und deren Versuch, sich in dieser Welt des für sie falschen, pathetischen, gewalttätigen, postfaschistoiden und männlich dominierten Lebens zu arrangieren. Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz verdeutlicht sie ihren feministisch-politischen Ansatz.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag.


17:55 Betrifft: Geschichte
Vor 70 Jahren begann der Koreakrieg. Mit Rolf Steininger, Publizist, emeritierter Professor für Zeitgeschichte an der Universität Innsbruck.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Der Krieg zwischen Nord- und Südkorea forderte mehrere Millionen Todesopfer, die meisten von ihnen waren Zivilisten. Weltweit fürchteten sich Menschen damals vor einem Dritten Weltkrieg, denn in die Gefechte am 38.Breitengrad waren alle Großmächte verwickelt. Die USA riefen während des Koreakriegs das erste Mal in ihrer Geschichte den Notstand aus. Die Spaltung des Landes begann bereits gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als die USA und die Sowjetunion Korea in zwei Besatzungszonen aufteilten: Die Sowjetunion regierte nördlich, die USA südlich des 38. Breitengrads.

Josef Stalin unterstützte den Norden wirtschaftlich, bildete politische Kader aus und förderte Kim Il-sung als Vorsitzenden der Kommunistischen Partei (KP) Koreas. Die USA stützten ihrerseits die südkoreanische Regierung beim Aufbau ihrer – kaum ausgebildeten – Truppen. Zwar zog sich die USA ab 1948 offiziell zurück, blieb jedoch beratend für Südkorea tätig. Die Teilung des Landes wurde immer mehr zum Dauerzustand, die politische Atmosphäre verschärfte sich im Kalten Krieg. Am frühen Morgen des 25. Juni 1950 eröffneten die Nordkoreaner das Feuer.

Auf der etwa 200 Kilometer langen Front zwischen dem Gelben und dem Japanischen Meer griff Nordkorea an, unterstützt von sowjetischen Panzern und Jagdflugzeugen. Wenige Tage später stimmte der UN-Sicherheitsrat der Forderung der USA nach einem Militäreinsatz zu, um Südkorea zu unterstützen. Josef Stalin hatte am 10. Juni grünes Licht für den Überfall der Nordkoreaner gegeben. Deren Chef Kim Il Sung hatte ihm versichert, dass nach drei Tagen alles vorbei sei, noch bevor die Amerikaner eingreifen würden.

Er sollte sich irren. Der Krieg dauerte drei Jahre und kostete Millionen Menschen das Leben. Am 27. Juli 1953 endete der Koreakrieg mit einem von den USA und der Sowjetunion initiierten Waffenstillstand, der die Teilung des Landes besiegelte und bis heute zementierte.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 matrix – computer & neue medien
Gesichtserkennung – das Ende der Anonymität?
Warum wir manchmal unerkannt bleiben wollen

Die Maske ist kein Problem für die automatische Gesichtserkennung – das jedenfalls behauptete kürzlich eine chinesische Tech-Firma. Ihre Systeme könnten auch verhüllte Gesichter erkennen. China setzt nicht erst dem Ausbruch von Covid-19 verstärkt auf Gesichtserkennung, um seine Bürger/innen unter Kontrolle zu behalten. Seit Jahren zeigt das Land demonstrativ, dass es in Forschung und Entwicklung aber auch im Einsatz automatisierter Systeme, Spitzenreiter ist.

Die Technologie hat in den letzten Jahren einerseits sehr viele Fortschritte gemacht. Seit wir mit Blick auf den Bildschirm unser Smartphone entsperren, ist sie auch gesellschaftsfähig geworden. Und doch erhebt sich gegen Gesichtserkennung derzeit auch empfindlicher Protest. San Francisco hat als Reaktion im Herbst behördliche Gesichtserkennung im öffentlichen Raum verboten, immer mehr Städte und Gemeinden in USA ziehen nach. In Österreich testet das Innenministerium seit Monaten eine Gesichtsdatenbank zur Verbrechensbekämpfung. Datenschützer, Aktivistinnen aber auch viele Wissenschafter finden die Technologie trotz aller Fortschritte zu fehleranfällig und den Eingriff in die Privatsphäre unverhältnismäßig. Matrix mit einem Überblick über die Debatte.

Redaktion: Franz Zeller
Moderation: Wolfgang Ritschl


19:30 Jazztime
Die Rapperin und Spoken-Word-Künstlerin Yasmin Hafedh zu Gast bei Johann Kneihs
Live aus dem RadioCafe

Sie nimmt sich buchstäblich kein Blatt vor den Mund. Denn beim Rappen entstehen Texte oft spontan, ohne Vorlage. In dieser Disziplin, aber auch bei Poetry Slams hat Yasmin Hafedh alias Yasmo sich als vielfach ausgezeichnete und vielseitige Wort-Künstlerin profiliert, die zum Jetzt und Hier einiges zu sagen hat.

Yasmo spricht mit Johann Kneihs über Jazz als Kunstform und Lebenshaltung, ihre Arbeit mit der Jazzband Die Klangkantine, ihre musikalischen Interessen sowie das Improvisieren im Rap, in Musik und Literatur, jenseits abgenutzter Phrasen. Und sie demonstriert ihren Standpunkt mit klingenden Beispielen.


20:00 Kabarett direkt
Satire auf der Ö1 Radiobühne
Kabarett direkt mit Alfred Dorfer, Josef Hader, Lukas Resetarits und dem Musik-Kabarett-Duo RaDeschnig
Live aus dem Radiokulturhaus
Moderation: Doris Glaser

"Bitte warten" heißt es seit geraumer Zeit für viele Kunstschaffende, die davon leben, ihre Darbietungen auf einer Bühne und vor zahlendem Publikum zu präsentieren. Diese Corona-bedingte "Bühnenabstinenz" gilt auch für die heimische Kabarettszene. Aber: die Satire will und soll auch weiterhin verbreitet werden.

Im Rahmen einer Spezial-Ausgabe der monatlichen Live-Sendung "Kabarett direkt" wird u.a. Alfred Dorfer Geschichten aus seinem Corona-Tagebuch lesen. Gemeinsam mit Josef Hader blättert Alfred Dorfer im Textbuch des Kabarett-Klassikers "Indien" und beide werden einige Kult-Momente der Protagonisten Heinz Bösel und Kurt Fellner auf die Bühne bringen.

Dass nichts "Wurscht" ist, das veranschaulicht Lukas Resetarits in seinem gleichnamigen aktuellen Solo, in dem er u.a. über den Wert des Menschen im Zeitalter von Pflege-Robotern und selbstfahrenden Autos sinnierte. Und er stellt die Frage, wodurch sich Satire und Realität heute noch zweifelsfrei voneinander unterscheiden.

Das Duo RaDeschnig lädt zu einem heiter musikalischen Parcours durch das Internet, mit aberwitzigen Dialogen, schaurigen Schlagern und scharfsinniger Komik.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Spielräume – Nachtausgabe
Die Online-Bühne im Wiener RadioKulturhaus zum Wiederhören

Das Konzertgeschehen ist zurzeit zum Erliegen gekommen, musiziert wird trotzdem: Das ORF Radiokulturhaus unterstützt die heimische Szene mit regelmäßigen, live im Internet gestreamten Konzerten in Kleinbesetzungen im Wiener Radiocafé. In der Spielräume-Nachtausgabe sind Highlights aus dem Programm der letzten Wochen zu hören.

Gestaltung: Klaus Wienerroither


00:00 Nachrichten


00:05 Spielräume – Nachtausgabe
(Fortsetzung). Die Online-Bühne im Wiener RadioKulturhaus zum Wiederhören

Das Konzertgeschehen ist zurzeit zum Erliegen gekommen, musiziert wird trotzdem: Das ORF Radiokulturhaus unterstützt die heimische Szene mit regelmäßigen, live im Internet gestreamten Konzerten in Kleinbesetzungen im Wiener Radiocafé. In der Spielräume-Nachtausgabe sind Highlights aus dem Programm der letzten Wochen zu hören.

Gestaltung: Klaus Wienerroither


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
26. Woche – 20.06. bis 26.06.2020
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 12. Juni 2020

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