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ORF - ORF1/1151: Woche vom 27.06. bis 03.07.2020


Radioprogramm ORF1 – 27. Woche vom 27.06. bis 03.07.2020


Samstag, 27. Juni 2020


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Schulschluss". Der Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey, selbst Vater zweier Töchter, erzählt von seinen Erfahrungen und Gedanken rund um diesen ganz besonderen Schulschluss

"Wenn die Schulen noch länger geschlossen haben, werden die Eltern schneller als die Forscher einen Impfstoff entwickelt haben", konnte man satirisch auf Facebook lesen. Ein Schuljahr, das Eltern, Lehrer/innen und Schüler/nnen vor ganz neue Herausforderungen gestellt hat, geht in diesen Tagen zu Ende. Lehrer, die noch vor kurzem behauptet hatten, "Influencer auf YouTube" sei kein richtiger Beruf, saßen nun plötzlich mit Headset vor der Laptop-Kamera, um ihren Schülern die Mathematik näher zu bringen. Eltern, die immer steif und fest behauptet hatten, ihr Kind wäre ja ein hochbegabter Überflieger, wenn es nur von fähigeren Lehrern unterrichtet würde, leisteten nun heimlich Abbitte.

Schülerinnen und Schüler, in deren Ohren der Satz "Die Schule bleibt geschlossen" vor kurzem noch paradiesisch klang, sehnten sich plötzlich nach "normalen Stundenwiederholungen", Pausenglocken und sogar dem muffigen Sportschuh-Duft im Turnsaal 2 zurück. Die Erfahrungen rund um Home-Schooling und Online-Unterricht haben in den letzten Wochen so manche Sichtweise verändert und auch neue Fragen aufgeworfen. Der Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey, selbst Vater zweier Töchter, erzählt von seinen Erfahrungen und Gedanken rund um diesen ganz besonderen Schulschluss.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 Heimspiel


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Willkommen in Weikendorf- Szenen einer öffentlichen Erregung
Feature von Claudia Gschweitl

Im Sommer 2019 geriet der kleine Ort Weikendorf im Marchfeld landesweit in die Schlagzeilen. Eine palästinensische Familie wollte dort ein Haus kaufen, doch der Bürgermeister verweigerte seine Zustimmung. In einer ersten Stellungnahme begründete er die Ablehnung damit, "dass die unterschiedlichen Kulturkreise der islamischen sowie der westlichen Welt in ihren Wertvorstellungen, Sitten und Gebräuchen weit auseinander liegen." Diese Feststellung sorgte in der Folge für einigen Wirbel. Da die Flüchtlingsfamilie keine österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, brauchte sie die Genehmigung der Gemeinde für den Hauskauf.

Erschüttert schrieb Khalid Abu El Hosna, der Vater der Familie, Briefe an den Bundespräsidenten und die damalige Bundeskanzlerin, die allerdings unbeantwortet blieben. Stattdessen starteten die Bürgerinnen und Bürger aus Weikendorf eine Unterschriftenliste gegen den Zuzug der Muslime. In den sozialen Medien wurde die 11-köpfige Familie heftig angegriffen. Die DorfbewohnerInnen wiederum fühlten sich von den Medien zu Unrecht als Rassisten dargestellt.

Ton: Manuel Radinger
Redaktion: Elisabeth Stratka

Diese Sendung ist entstanden im Rahmen des internationalen Ake Blomström Awards, Coach: Simon Elmes (BBC)


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem Funkhaus in Wien. Gäste: Mira Lu Kovacs und Die Strottern.
Präsentation: Albert Hosp

Sie sind schon mehrmals am selben Ort aufgetreten und kennen einander gut, auch wenn sie noch nie miteinander musiziert haben, die Gäste von Albert Hosp: die Singer-Songwriterin und Gitarristin Mira Lu Kovacs sowie Klemens Lendl und David Müller, besser bekannt als "Die Strottern".

Die 1988 in Oberpullendorf geborene Mira Lu Kovacs ist Sängerin, Gitarristin, Songschreiberin und Texterin, ausgebildet in Klassik, Jazz und Elektronik. So vielschichtig, freigeistig ihre in englischer Sprache verfassten und vorgetragenen Lieder sind, so unterschiedlich und zahlreich sind auch die Formationen, denen sie ihre Stimme gibt und mit denen sie musiziert.

Bekanntheit erlangte sie vor allem durch ihre Band "Schmieds Puls", der Name liegt nahe, bedeutet "Kovacs" schließlich "Schmied". Unter diesem Namen veröffentlichte sie nicht nur drei außergewöhnliche und erfolgreiche (u.a. FM4 Award 2016 ) Alben, sondern trat auch etwa im "Solo together" mit dem Pianisten Clemens Wenger auf. Ebenso viel Aufsehen erregte in den letzten Jahren ihr Mitwirken in der Band "5K HD" sowie die 2019 gegründete Formation "My Ugly Clementine". Die CD "Vitamin C" kam im März des heurigen Jahres heraus.

Hinzu kommen noch die Mitwirkung in ungewöhnlichen Theater- und Museumsproduktionen, wie z.B. "Ganymed in Love" des KHM, ein Projekt der Österreichischen Galerie Belvedere, die Eröffnung der Wiener Festwochen 2018, die Arbeit als Kuratorin beim Popfest Wien.

Ein eingespieltes Akustik-Duo sind Die Strottern, die beiden Musiker Klemens Lendl (Gesang und Violine) und David Müller (Gesang und Gitarre), die bereits seit über 20 Jahren miteinander musizieren und das Genre Wienerlied musikalisch wie inhaltlich gründlich entstaubt haben. Zu ihrer musikalischen Heimat wurde das Neue Wienerlied allerdings erst so richtig in der Zusammenarbeit mit dem Wiener Poeten Peter Ahorner. Musikalisch experimentieren die beiden immer wieder im Zusammenspiel mit Ensembles wie u.a. Franui, Ensemble Mikado, Ramsch & Rosen und Musiker/innen wie Matthias Schorn, Matthias Loibner, Maja Osojnik, Willi Resetarits und vielen anderen Künstler/innen.

Kinderprogramme und das Genre Theater übergreifende Produktionen (wie z.B. die Ganymed-Serie des KHM), die Teilnahme am "Wean hean"-Festival, Produktionen der JazzWerkstatt Wien und die Herausgabe von bisher zehn CDs sowie Auszeichnungen (Deutscher Weltmusikpreis und ein Amadeus Austrian Music Award) beweisen, dass Die Strottern und ihre Ausrichtung und Interpretation des Genres Wienerlied weiterhin ihr Publikum haben und neue Publikums-Schichten erschließen können.

Die Gäste von Albert Hosp stehen für zwei Seiten der ganz besonderen poetischen Kraft, die Österreichs Musikszene aufzuweisen hat und alle drei stehen für Virtuosität und Intuition mit Instrument und Stimme!


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Ö1 Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Ö1 Hörspiel
Schwerpunkt: Theater im Hörspiel
"Elisabeth II.".
Von Thomas Bernhard. Mit Wolfgang Gasser, Irm Hermann, Peter Matic, Peter Simonischek, Bibiana Zeller, Joseph Lorenz, Helmut Berger, Michael König, Vera Borek, Monika Tajmar, Hella Ferstl-Reichmann, Roland Knie u.a., Ton: Markus Gassner, Herta Werner und Gerhard Wieser. Bearbeitung und Regie: Ulrich Gerhardt (NDR/ORF 2004)

Mit seinem vorletzten Stück knüpft Bernhard nicht nur an den soziologischen Hintergrund von "Ritter, Dene, Voss" an, sondern er blendet noch einmal zurück an den Anfang seiner dramatischen Produktion. Der 87-jährige Großindustrielle Herrenstein ist ein letztes Beispiel für die verkrüppelten, "künstlichen" Menschen in diesem Werk. Wie die Gute in "Ein Fest für Boris" ist er auf die Hilfe seines Dieners angewiesen, denn er trägt Kunstbeine und ist durch seine "Hinfälligkeit" alleine nicht mehr lebensfähig. Das Zentrum des Stückes bildet allerdings der Besuch von Bekannten Herrensteins, die von seinem Balkon aus den Besuch der englischen Königin beobachten wollen und der Begegnung mit der letzten weiblichen "Mächtigen" in Bernhards Stücken zum Opfer fallen. Denn als der Festzug vorbeikommt, stürzt der Balkon ab und reißt alle mit in die Tiefe – außer dem Protagonisten und seinem Diener, die auf den Anblick verzichtet haben.

1987 veröffentlicht, wurde "Elisabeth II. – Keine Komödie" am 5. November 1989 am Schillertheater in Berlin uraufgeführt und ist damit das einzige nach Bernhards Tod uraufgeführte Theaterstück des Autors. Der Intendant Claus Peymann sah sich damals nicht in der Lage, das Stück möglichst zeitnah zum Publikationstermin auf den Spielplan des Wiener Burgtheaters zu setzen. Die Enttäuschung des Autors darüber war groß, da er, wie sich leider herausstellen sollte, zu Recht befürchtete, eine noch spätere Uraufführung seines Stückes nicht mehr miterleben zu können. Thomas Bernhard starb am 12. Februar 1989. Aufgrund des testamentarisch (zwei Tage vor seinem Tod) ausdrücklich von ihm selbst erteilten und das Gesamtwerk betreffenden Aufführungs- bzw. Publikationsverbots für Österreich konnte das Stück dort zunächst nicht gespielt werden. Allerdings gelang es dem Burgtheater, "Elisabeth II." im Sommer 1990 im Rahmen der Wiener Festwochen als Gastspiel in Bratislava viermalig aufzuführen. Doch erst nach der Neuregelung des Nachlasses konnte die österreichische Erstaufführung am 30. Mai 2002 am Burgtheater stattfinden.


15:30 Nachrichten


15:35 Apropos Klassik
Carl Orff zum 125. Geburtstag
Gestaltung: Gerti Mittermeyer
Moderation: Philipp Weismann

Carl Orffs "Carmina burana" sind weltberühmt, das Konzept der musikalischen Früherziehung ist ohne ihn undenkbar. Seine Kunstauffassung war ganzheitlich, eine Synthese aus Musik, Tanz und Sprache. Die Universität Mozarteum hat nach ihm ein berühmtes Institut benannt, sein ORFF Schulwerk ist legendär – und einige seiner Werke wurden bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt. Im Juli dieses Jahres jährt sich der Geburtstag des vielseitigen, in München geborenen und verstorbenen Komponisten zum 125. Mal.


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal
Elastisch wie ein Gummiband – Diagonal zum Thema Resilienz

Anschießend: Diagonals Feiner Musiksalon

In der Welt der Ratgeber und ihrer Literatur ist "Resilienz" das Wort der Stunde. Wer möchte auch nicht lernen, dramatische Lebensumstände möglichst unbeschadet zu überstehen und vielleicht auch noch Stärke daraus zu gewinnen? Doch, so einfach ist das nicht. Resilienz war, bevor der Begriff Eingang in alle möglichen wissenschaftlichen Fachrichtungen genommen hat, eine Eigenschaftszuschreibung aus der Materialforschung: demnach hat ein Stoff eine hohe Resilienz, wenn er nach extremer Beanspruchung wieder in seine ursprüngliche Form zurückfindet – wie ein Gummiband eben. Dann haben sich Psychologie, Städtebau, Ökologie und Ökonomie den Begriff geschnappt und versuchen, damit festzustellen, unter welchen Umständen Menschen oder Städte eine Katastrophe besser überstehen als andere oder wie lange das Klima oder die Wirtschaft einer außergewöhnlichen Belastung standhalten, bevor sie crashen. Interessanterweise, und das kann jetzt schon verraten werden, gelingt die Erholung nie ohne: Transparenz in der Kommunikation und dadurch die Möglichkeit, genau hinzuschauen, auch, wenn es weh tut; Spielraum und Reserven – ein rares Gut in Zeiten des Turbokapitalismus – und Gemeinschaft. Alleine geht es nicht, ob beim Überwinden psychischer Traumata oder nach der Naturkatastrophe in New Orleans. Das Versprechen der Resilienz-Ratgeber-Literatur also, wonach man sein Ich ganz für sich allein zum Gummiband trainieren kann, ist Makulatur. Und so ist der Frühsommer 2020 wohl ein guter Moment, um über Verbündete nachzudenken.

Präsentation: Ines Mitterer


19:00 Nachrichten


19:05 Tao – aus den Religionen der Welt
"Nunqui und der Rosa Delfin".

Während ihr Lebensraum zerstört wird, versuchen die Menschen am Amazonas den Spagat zwischen alten Weisheiten und modernen Lebensweisen zu bewältigen Mythische Überlieferungen, die Jahrtausende zurückreichen. Überlieferungen, die die Basis einer vielfältigen Kultur bilden. Prinzipien, die gewährleisten, dass Mensch und Natur im Einklang miteinander leben können: Indigene Traditionen und Spiritualitäten im Amazonasgebiet, dem mit fast 7,9 Millionen Quadratkilometern größten zusammenhängenden Waldgebiet der Welt, sind vielfältig und facettenreich. Allen geht es darum, das Gleichgewicht zu (be)halten: zwischen Mensch und Natur, Individuum und Gemeinschaft, zwischen Tätigsein und Rückzug bzw. Kontemplation, alltäglicher Arbeit und religiösen Riten. Deutlich wird das etwa am Rosa Delfin, ein tatsächlich im Amazonas lebendes Tier, dem übernatürliche Fähigkeiten zugeschrieben werden.

Oder am Beispiel eines göttlichen Wesens: Nunqui. Sie gilt als Mutter der Pflanzen, die für deren Wachstum und Wohlergehen sorgt. Und sie ist ein Vorbild für all jene Frauen, die in ihren Hausgärten Pflanzen für den Eigengebrauch ziehen. Aber indigene Traditionen haben auch ihre Schattenseiten: brutale Initiationsriten für Mädchen etwa oder den sogenannten Schadenszauber.

Indigene Menschen am Amazonas versuchen, den Spagat zwischen alten Weisheiten und modernen Lebensweisen zu bewältigen – währenddessen immer mehr ihres Lebensraums zerstört wird. Brigitte Krautgartner war im Amazonasgebiet und hat sich für TAO ein Bild gemacht.


19:30 Giuseppe Verdi: "Falstaff"
Mit Ambrogio Maestri (Falstaff), Ludovic Tézier (Ford), Paolo Fanale (Fenton), Carmen Giannattasio (Alice Ford), Hila Fahima (Nannetta), Marie-Nicole Lemieux (Mrs. Quickly), Lilly Jorstad (Meg Page), Thomas Ebenstein (Dr. Cajus), Herwig Pecoraro (Bardolfo) und Riccardo Fassi (Pistola).
Präsentation: Michael Blees
Chor und Orchester der Wiener Staatsoper; Dirigent: Zubin Mehta
(aufgenommen am 04. Dezember 2016)


22:00 Nachrichten


22:05 Nachtbilder – Poesie und Musik
"Ich hab so Angst, daß die Chinesen kommen". Neuerschienene Gedichte von Andreas Okopenko anlässlich seines 10. Todestages am 27.Juni.
Gestaltung: Nikolaus Scholz
Redaktion: Edith-Ulla Gasser.

Andreas Okopenko war einer der großen Einzelgänger der österreichischen Literatur. Geboren 1930 in der Tschechoslowakei als Sohn eines ukrainischen Vaters und einer österreichischen Mutter, lebte er ab 1939 in Wien, wo er am 27. Juni 2010 starb. Der Autor von Gedichten und Liedern sowie von formal innovativen Romanen war einer, der sich zeitlebens abseits gehalten hat. Neben Zeitgenossen und Wegbegleitern wie H. C. Artmann und Ernst Jandl gilt er jedoch als einer der bedeutendsten Lyriker der österreichischen Literatur nach 1945. Mit seinen Spleengesängen, Lockergedichten und Schwänzelliedern hat Okopenko eigene Genres geschaffen. Das Buch ist eine handverlesene Auswahl aus erstmals erschienenen Gedichten, herausgegeben und eingeleitet von Daniel Wisser, einem der besten Kenner von Andreas Okopenkos Werk. Daniel Wisser, geboren 1971 in Klagenfurt, lebt als Autor und Musiker in Wien. Für seinen Roman "Königin der Berge" erhielt er 2018 den Österreichischen Buchpreis.


23:00 Nachrichten


23:03 Die Ö1 Jazznacht
Reinhard Brunner im Interview, Arthur Sadowsky & The Troubadours beim Outreach-Festival 2019

Seit der Gründung 1987 hat sich das oberösterreichische Label ATS Records als bedeutende Veröffentlichungsplattform vor allem für die heimische Jazzszene etabliert. Schlagzeuger und Eigentümer Reinhard "Bux" Brunner, der auch ein Studio und einen Verlag betreibt, darf mit Stolz auf mittlerweile 550 Produktionen zurückblicken. Nicht nur prominente österreichische Musiker und Musikerinnen wie das Saxofonquartett Saxofour, Tubist Jon Sass oder das Upper Austrian Jazz Orchestra fanden in Brunner einen kompetenten Partner, auch internationale Größen wie Mike Stern, Maria João oder Richard Bona haben in seinem "Aktiv-Tonstudio" nahe Molln aufgenommen.

Ines Reiger bittet Reinhard Brunner zum Gespräch und präsentiert das Konzert von Arthur Sadowsky & The Troubadours beim Outreach-Festival in Schwaz 2019. Die Band des aus Russland stammenden, seit vielen Jahren in New York City lebenden E-Bassisten bot ein buntes Programm mit Kompositionen von Stevie Wonder bis Charles Mingus und ließ dabei auch Einflüsse von Joe Zawinul erkennen; neben Outreach-Impresario Franz Hackl (Trompete) mischten Perkussionist Mino Cinelu und Pianist Adam Holzman als Gäste mit.

Gestaltung: Ines Reiger

*

Sonntag, 28. Juni 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung) Reinhard Brunner im Interview, Arthur Sadowsky & The Troubadours beim Outreach-Festival 2019

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

Seit der Gründung 1987 hat sich das oberösterreichische Label ATS Records als bedeutende Veröffentlichungsplattform vor allem für die heimische Jazzszene etabliert. Schlagzeuger und Eigentümer Reinhard "Bux" Brunner, der auch ein Studio und einen Verlag betreibt, darf mit Stolz auf mittlerweile 550 Produktionen zurückblicken. Nicht nur prominente österreichische Musiker und Musikerinnen wie das Saxofonquartett Saxofour, Tubist Jon Sass oder das Upper Austrian Jazz Orchestra fanden in Brunner einen kompetenten Partner, auch internationale Größen wie Mike Stern, Maria João oder Richard Bona haben in seinem "Aktiv-Tonstudio" nahe Molln aufgenommen.

Ines Reiger bittet Reinhard Brunner zum Gespräch und präsentiert das Konzert von Arthur Sadowsky & The Troubadours beim Outreach-Festival in Schwaz 2019. Die Band des aus Russland stammenden, seit vielen Jahren in New York City lebenden E-Bassisten bot ein buntes Programm mit Kompositionen von Stevie Wonder bis Charles Mingus und ließ dabei auch Einflüsse von Joe Zawinul erkennen; neben Outreach-Impresario Franz Hackl (Trompete) mischten Perkussionist Mino Cinelu und Pianist Adam Holzman als Gäste mit.

Gestaltung; Ines Reiger


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf
von Claudia Prutscher, Vizepräsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Wien


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
Lebensweisen – Glaubenswelten. Ein Panorama am Sonntagmorgen mit Reportagen und Berichten aus der Welt der Religion und Religionen


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Venedig sehen und leben". Michael Dangl liest Gedichte über die Lagunenstadt.

Die letzte Sendung der Italien-Reihe dreht sich um einen Sonderfall und gleichzeitig Inbegriff Italiens: Venedig. Das Sehnsuchtsmärchen aus der Ferne, das bange Glück an einem Ort, an dem die Zeit schläft, der unterseeische Zauber und seine Auflösung durch Geschichtsunterricht und die gleichmütigen Wellen über der Versunkenen.

Venedig-Gedichte von Rose Ausländer, Hermann Hesse, Friedrich Hebbel, Stefan Zweig, August von Platen, Conrad Ferdinand Meyer, Peter Huchel und Peter Gan. Dazu Musik von Louis Spohr, Edward Elgar, Heinrich von Herzogenberg, Richard Strauss, Felix Blumenfeld, Jean Sibelius, Valentin Silvestrov, Gabriel Fauré und Benjamin Godard.

Gestaltung: Edith Vukan und Michael Blees. Redaktion: Gudrun Hamböck.


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
Dirk Stermann. Der Kabarettist und Schriftsteller über das Reisen und das Verharren in Zeiten von Covid-19.

Der deutsche Humorist Dirk Stermann lebt seit über 30 Jahren in Wien. Der Moderator der ORF-Satire-Talkshow "Willkommen Österreich" ist ein Zugereister und ein Vielreisender. In Zeiten von Covid-19-Reisebeschränkungen sind die Tourneen mit seinem Kabarett-Partner Christoph Grissemann auf Eis gelegt. Die nächtliche Besuchsserie in kleinen, dunklen Hotelzimmern in der Provinz lässt Dirk Stermann derzeit aus. Die ausverkauften Auftritte vor Publikum fallen flach. Dennoch beschäftigt Stermann nach wie vor das (Nicht)Reisen. In den Ö1 Gedanken hängt Dirk Stermann seiner Lieblingsbeschäftigung nach, seiner Sucht nach der Ferne. Sie ist die Inspirationsquelle für seine kreative Arbeit und witzigen Beobachtungen. Auch für den Kabarettisten heißt das Motto derzeit Staycation. Sommerurlaub und Arbeit zu Hause sind angesagt, aber wie? Immerhin bleibt Zeit genug über das (Nicht)Reisen zu sinnieren.

Andere Kulturen und unvertraute Orten waren stets Teil des Schreibprozesses von Dirk Stermann. Ob als Gag-Autor gemeinsam mit Christoph Grissemann oder auch für seine Romane, Dirk Stermann war immer unterwegs. Vor drei Jahren hat er seinen Roman "Der Junge bekommt das Gute zuletzt" veröffentlicht. Das melancholisch vergnügliche Buch erzählt vom Leben eines Teenagers, dessen gutsituierten Eltern sich getrennt haben. Die Freundschaft zum serbischen Chauffeur Dirko jedoch bleibt bestehen.

Im Jahr 2019 ist Stermanns Roman "Hammer" im Rowohlt Verlag erschienen. Im Zentrum steht der ehrgeizige und sprachbegabte Joseph Hammer, den es tatsächlich gegeben hat. Der Wiener Orientalist wurde im 19. Jahrhundert von Hof u.a. nach Konstantinopel geschickt. Der von sich stark eingenommene Mann war Zeuge der Feldzüge gegen Napoleon in Ägypten und erlebte all das, was er sich zunächst aus der Literatur angeeignet hatte. Stermann recherchierte intensiv die Biografie von Joseph Hammer und schreibt voller Ironie vom Hin- und Hergerissensein seiner Hauptfigur zwischen Okzident und Orient, zwischen seiner Geltungssucht und Begabung.

"So anstrengend diese Grabungsarbeiten auch sind, die Arbeit an einem historischen Roman wird zur Abenteuerreise.", sagt Stermann. In diesem Fall hat ihn die Reise in die Vergangenheit Wiens geführt, als es Anfang des 19. Jahrhundert noch die "verstunkenste Hauptstadt Europas" war. Das zu beschreiben war Dirk Stermann und den Leser*innen ein großes Vergnügen.

Gestaltung: Petra Erdmann


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Der Baikalsee in Sibirien

Er ist mythenumwoben, von Schamanen geschätzt und in vielerlei Hinsicht Rekordinhaber: Der Baikalsee in Ostsibirien. Er ist der älteste (25 Millionen Jahre) und der tiefste (1642 Meter) Süßwassersee der Welt und enthält 20 Prozent der globalen flüssigen Süßwasserreserven. Hunderte Flüsse und Bäche speisen den See, den Besucher vor allem wegen seiner Schönheit schätzen. Wie ein Meer liegt er da inmitten zahlreicher Gebirgszüge, die bis zu 3.000 Meter hoch ansteigen.

Zahlreiche endemische Tier- und Pflanzenarten bevölkern die Region, Gäste halten insbesondere nach der Baikal-Robbe Ausschau, der einzigen Süßwasserrobbe der Welt. Wandern und Campen sind in der Region sehr beliebt. Seit 2003 arbeitet die – inzwischen auch von staatlicher russischer Seite unterstützte – Organisation "Der Große Baikalweg" am Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur. 500 Kilometer Wanderwege sind bereits angelegt und werden regelmäßig überprüft, 2.000 sollen es auf jeden Fall werden.

Freiwillige aus allen Teilen der Welt helfen dabei mit. Denn rücksichtsloser Tourismus stellt neben Industrie, Waldbränden und genereller Umweltverschmutzung eine große Bedrohung für das Gebiet dar, das 1996 in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen wurde. Das Thema Umweltschutz wurde bereits in den 1970er Jahren, also noch zu Sowjetzeiten, von sibirischen Aktivisten und Schriftstellern wie Valentin Rasputin aufgegriffen.

So behandelte er in einem seiner Romane den Staudammbau und die damit verbundene Überflutung zahlreicher Dörfer. Im Zuge dieser Großprojekte wurde ein mit hohem technischem Aufwand errichteter Trakt der Transsibirischen Eisenbahn außer Betrieb genommen. Heute wird er als Touristenstrecke genutzt. Ebenfalls besuchen kann man die Angara, einen Eisbrecher, der Anfang des 20. Jahrhunderts im Einsatz war. Olchon ist die einzig bewohnte Insel im Baikalsee.

Von der Stadt Irkutsk aus fahren Marschrutkas (Minibusse) durch die Steppen- und Berglandschaften Richtung Norden, per Fähre gelangt nach Olchon, wo es nur mehr Schotter- und Lehmpisten gibt. Erst 2005 wurde die Insel ans Stromnetz angeschlossen, aber noch suchen viele, die dorthin fahren, ohnehin Natur, Ruhe und den berühmten Schamanenfelsen.

Gestaltung: Brigitte Voykowitsch
Redaktion: Ursula Burkert


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Zubin Mehta; Rudolf Buchbinder, Klavier. Johannes Brahms: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-Moll op. 15 * Claude Debussy: La Mer, Trois Esquisses symphoniques * Maurice Ravel: La Valse, Poème chorégraphique (aufgenommen am 25. September 2016 Großen Musikvereinssaal in Wien)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Zubin Mehta (aufgenommen am 25. September 2016 Großen Musikvereinssaal in Wien)


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Sonntagsjournal


13:10 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Doris Glaser raffinierte Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des Radiosymphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m.

Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen in der nächsten Superchampions-Runde um eine Ö1 Kulturreise für zwei Personen nach Ägypten.

Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter:
oe1.orf.at/quiz/anmeldung


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
"Geschichten erzählen" – Die Schriftstellerin Christine Nöstlinger
Eine Erinnerung zum 2.Todestag

Vor zwei Jahren, am 28. Juni 2018, verstarb mit Christine Nöstlinger eine der großen Erzählerinnen der österreichischen Literatur.

Ihre Bücher wie "Maikäfer flieg", "Rosa Riedl Schutzgespenst" oder "Hugo, das Kind in den besten Jahren" sind längst zu modernen Klassikern der Kinder- und Jugendliteratur avanciert, in Kolumnen und pointierten Kommentaren hat sie immer wieder zu aktuellen Ereignissen Stellung bezogen.

Am 4. Juni 2003 wurde Christine Nöstlinger in Stockholm der "Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis" verliehen. Der von der Schwedischen Regierung gestiftete Preis ist mit 5 Millionen schwedischer Kronen (ca. 540.000 Euro) hoch dotiert und wird an Künstler vergeben, die im Geiste Astrid Lindgrens im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur tätig sind. Mit der gefeierten, schwedischen Autorin verband Christine Nöstlinger eine lebenslange Freundschaft.

Es ist daher nur folgerichtig, dass auf einer CD der Ö1-Edition "Menschenbilder" gleich zwei unvergessene Stimmen zu hören sind -Astrid Lindgren und Christine Nöstlinger, In ihrem "Menschenbild" erzählt Christine Nöstlinger von ihrer eigenen Kindheit in Wien, von frühen prägenden Erlebnissen, von ihren missglückten Versuchen als Zeichnerin, von ihren ersten Erfolgen als Schriftstellerin.

Eine Erinnerung an "die Nöstlinger".
Gestaltung: Heinz Janisch


14:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
Mit Michael Blees.
10 Jahre Staatsopern-Direktion Dominique Meyer – Ein Rückblick

In diesem Monat endet die Periode von Dominique Meyer als Direktor der Wiener Staatsoper; seit September 2010 hat der gebürtige Elsässer die Geschicke der ersten Opernbühne Österreichs geleitet. In seiner Direktion sind nach langer Zeit wieder Barockopern in der Staatsoper gespielt worden, genauso wie das Repertoire mit Spielplan-Raritäten bis hin zu Ur- und Erstaufführungen zeitgenössischer Werke bereichert wurde. Schon während der Zeit seines Wirtschaftsstudiums in Paris hat Meyer - laut eigenen Angaben – fast täglich Opern- und Theatervorstellungen sowie Konzerte besucht, doch sein beruflicher Weg führte ihn zuerst in die Politik.

Kurzzeitig leitete er Ende der 1990er Jahre die Pariser Oper, von 1994 bis 1999 war er Generaldirektor der Oper Lausanne, danach Generalintendant und künstlerischer Leiter des Théâtre des Champs-Elysées in Paris – und wurde schließlich Direktor der Wiener Staatsoper.

Ein Haus, an dem er, wie er mehrmals betonte, am liebsten für immer geblieben wäre. Doch sein Vertrag wurde über die Saison 2019/20 nicht verlängert.


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen
Moderation: Nicole Dietrich Unter Unbehausten

Nadeschda Mandelstam: Erinnerungen an das Jahrhundert der Wölfe, Die Andere Bibliothek (Übersetzung: Ursula Keller)

Sven Ahnert
Fjodor M. Dostojewski: Aufzeichnungen aus einem toten Haus, Roman, Hanser Verlag (Übersetzung: Barbara Conrad)

Maria Lazar: Leben verboten!, Roman, dvb Verlag

Fritz Rosenfeld: Johanna, Roman, Edition Atelier

Der lyrische Salon

Alexandru Bulucz: was Petersilie über die Seele weiß, Gedichte, Schöffling & Co

Jugendbuch des Monat


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Blake & Löschel, Cummings & Punches & Judies, Shakespeare & Oberian

Wozu wären sie denn sonst da, die großen Klassiker, wenn nicht dazu, sich mit ihnen zu beschäftigen und sie in neue Richtungen weiterzuführen? Genau das haben drei österreichische Ensembles mit drei Klassikern der englischsprachigen Literatur gemacht. Der Tiroler Komponist und Akkordeonist Florian Oberlechner hat Shakespeares "Sturm" zum thematischen Ausgangspunkt genommen, um mit seinem Quintett "Oberian" auf dem Album "Caliban Island" die Ungerechtigkeiten zu thematisieren, die Politik, Religion und Kolonialismus mit sich bringen. Der niederösterreichische Jazzbassist und Komponist Josef Wagner hat für das Ensemble "Punches & Judies" vielschichtige Vertonungen der ebenso vielschichtigen Gedichte von E.E. Cummings geschaffen. Bereits eine gute Dekade alt ist hingegen das Album "Songs of Innocence", auf dem sich der Wiener Hannes Löschel der Lyrik von William Blake widmet.

Gestaltung: Michael Neuhauser


17:55 Ö1 intro


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
Gebrauchsgegenstand. Modeaccessoire. Spekulationsobjekt.
Wie Sneakers zu einem globalen Schuh-Phänomen wurden

Einst bedienten nur die klassischen Sportschuh-Produzenten wie Adidas, Puma oder Nike den Markt. Dann stiegen auch Marken wie Chanel, Louis Vuitton und Co. ein in den hochprofitablen Markt jener bequemen sportlichen Schuhe, die sich längst vom reinen Dasein in Turnhallen und auf Fußballplätzen emanzipiert hatten.

Sneakers werden recycelt, gesammelt, versteigert, ausgestellt und stehen gleichsam für Lockerheit und Luxus.

Der Aufstieg eines Schuhes, der vor mehr als 100 Jahren erfunden wurde.

Gestaltung: Noel Kriznik


18:55 Magazin des Glücks
Von und mit Franz Schuh


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
Von der Ö1 Bühne beim Wiener Donauinselfest: ein Rückblick
Martina Schwarzmann "Wer Glück hat kommt"
Gestaltung: Elisabeth Stratka

Dorfer hat frei
Zum 26. Mal hätte Ö1 im Juni sein Kulturzelt beim Wiener Donauinselfest aufgeschlagen. Aufgrund der Corona-Krise wurde das traditionelle Open Air Festival in den September verlegt. CONTRA widmet seit Juni-Programm Kabarettisten und Entertainerinnen, die in den vergangenen Jahren im Ö1 Zelt zu Gast waren.

Martina Schwarzmann stellte 2011 auf der Ö1 Bühne ihr 4.Solo vor "Wer Glück hat, kommt". Darin erzählt die bayerische Kabarettistin und mehrfache Mutter Geschichten aus ihrem Alltag am Land. Dabei kommt sie zu dem Schluss, dass es sich bei der Fähigkeit zu Multitasking nur um ein Gerücht handeln kann und dass es eine geheime Verordnung geben muss, in der die flächendeckende Versorgung mit Nagelstudios festgeschrieben wurde.

Angesichts der derzeit verordneten "Bühnenabstinenz" macht sich Alfred Dorfer Gedanken über das Leben des Kabarettisten abseits des Bühnenalltags. "Satire ist nichts für Stümper" meint Alfred Dorfer und nützt die Auszeit dafür, über sein Genres, dessen Protagonisten die Welt nachzudenken.


19:30 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


19:33 Ö1 Kunstsonntag: Radiosession
Sterzinger III Extended im Studio 2 des Wiener Funkhauses

Akkordeonist und Sänger Stefan Sterzinger, in den 1980ern mit "Franz Franz & The Melody Boys" bekannt geworden, hat sich mit einigen ebenso beherzten wie etablierten Kollegen zusammengetan, um für das Schrammelklang-Festival im niederösterreichischen Litschau 2019 die "Iceland Calypso Suite" zu konzipieren. Der Beginn eines neuen, vielversprechenden Projekts?

Mit Saxofonist Gerald Preinfalk, Gitarrist Edi Köhldorfer, Kontrabassist Franz Schaden, Schlagzeuger Jörg Mikula und der exzellenten Sängerin Anna Anderluh wird das Sextett jedenfalls eine Radiosession-Fassung der "Iceland Calypso Suite" darbieten. Viel Groove und freie Musik, kombiniert mit den hochenergetischen Soli Gerald Preinfalks – und mit Stefan Sterzinger als Erzähler.

Gestaltung: Helmut Jasbar


20:15 Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren
Zum 120.GT von Antoine de Saint-Exupéry am 29.Juni
Stimmen im Äther. Der letzte Flug von Saint Exupèry.
Von Walter Aue und Klaus Lindemann

Am 31. Juli 1944 startete der französische Luftwaffenoffizier Antoine-Marie-Roger de Saint Exupèry mit seiner Lightning P-38 zu einem Aufklärungsflug über Korsika. Der weltberühmte Autor wird von diesem Flug nicht zurückkehren.

Fast zur gleichen Zeit erheben sich vom Flugplatz Orange die beiden Focke-Wulf des Oberfähnrichs Heichele und des Unteroffiziers Högel, um die Lufttätigkeit feindlicher Verbände zwischen Marseille, Menton und dem Hinterland zu erkunden.

Später sollte der Oberfähnrich Heichele in seinem Gefechtsbericht schreiben: "Im Verlauf des sich entwickelnden Luftkampfes kam ich hinter der Lightning in Schussposition, die Entfernung betrug zwischen 150 und 200 Meter. Ich schoss, setzte nach, näherte mich auf 60 bis 40 Meter und feuerte mit meinen Bordwaffen. Der Absturz erfolgte um 12 Uhr 15 etwa zehn Kilometer südlich von St. Raphael im Planquadrat AT."


21:00 Ö1 Kunstsonntag: Milestones
Der internationale Durchbruch des Esbjörn Svensson Trios

Es war das vierte Album der Band und das erste, das außerhalb Skandinaviens veröffentlicht wurde. "From Gagarin's Point of View" bedeutete den Durchbruch von e.s.t., dem Trio des schwedischen Pianisten Esbjörn Svensson, das in der Folge zu Festivals wie JazzBaltica und Montreux eingeladen wurde und bald danach in den USA und Japan zu Gast war. 2005 war e.s.t als erste europäische Formation auf der Titelseite des renommierten, immerhin 71 Jahre zuvor gegründeten US-Magazins "Down Beat" zu sehen.

Mit Anleihen bei Pop und Rock sowie der Musik Johann Sebastian Bachs brachte e.s.t. die Weiten des Jazz einer ganz neuen Hörerschaft näher und avancierte bis zu Esbjörn Svenssons tragischem Unfalltod 2008 zu einer der erfolgreichsten Formationen des Jazz. "Gagarin's Point of View" spannte einen Bogen von atmosphärischen Balladen zu rockigen Ausbrüchen, wenn der um Soundeffekte erweiterte Kontrabass Dan Berglunds zur Lead-Gitarre mutierte, während Schlagzeuger Magnus Öström für treibende Energie sorgte.

Die Musik durfte fließen, was auch zum Titel passt, wie die Band schrieb: "Gagarin war ja der erste, der jemals die Erde vom Weltraum aus sehen konnte. Von da oben in der Einsamkeit hatte er den Überblick über all das, was unten passierte. Uns gefiel diese Vorstellung als Titel und Idee des ganzen Albums".

Gestaltung: Astrid Schwarz


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
"Ö1 Kunstgeschichten": "Sonnen, in Gläsern gefangen, gehen ebenfalls unter". Andrea Drumbl über die Künstlerin Valie Export.
Gestaltung: Michaela Monschein

Eine literarische Annäherung an die fotographischen Arbeiten "Geburtenmadonna " und "Aktionshose Genital Panic" der Bildenden Künstlerin Valie Export, die im Mai 80 Jahre alt geworden ist.


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Jet Lag All Stars Radio Show
Gedankensprünge aus dem Musterbuch des Jetlags.
Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags.


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
Theater im Hörspiel
"kasperl am elektrischen stuhl". Von Konrad Bayer. Mit Franz Schuh.
Musik: Hannah Hinsch. Regie: Philip Scheiner (ORF 2020)

"Konrad Bayer, das ist so etwas wie die ewige Jugend der österreichischen Avantgarde", schreibt der Literaturwissenschafter Klaus Kastberger über die "schillerndste Figur der ?Wiener Gruppe'". In seinem schmalen Lebenswerk (kaum mehr als 600 Seiten) zerlege Bayer alle vorschnellen Überzeugungen. "Alle unsere vorfahren", so heißt es in "der stein der weisen", "haben die sprache zusammengebosselt und ihre reaktionen damit eingerüstet und so wurde mit der sprache alles gleich gemacht und nun ist alles das gleiche und keiner merkt es."

"Franz Schuh hat darauf hingewiesen, dass die Texte Bayers die Ordnungen der Macht, die gern aus großen repräsentativen Einheiten gebaut erscheinen möchten, schon aufgrund ihrer formalen Anlage denunzieren. Die Texte Bayers sind stets kleingeschrieben und splittern sich in viele unverbundene Teile auf. (?) Die ganze Originalität seiner Literatur wendet er auf, um dem Erstarren im Konventionellen zu entgehen. Wie kaum ein anderer Autor der österreichischen Avantgarde setzt Bayer dabei in seinen Texten auf ein Mittel, das man als eine Art von erkenntnistheoretischem Humor bezeichnen könnte." (Klaus Kastberger)

Humor zeichnet auch Bayers Stück "kasperl am elektrischen stuhl" aus. Dazu kommen Melancholie und Aberwitz – Kulturtechniken, die der Philosoph und Schriftsteller Franz Schuh beherrscht. Die Figuren dieses Sprechtheaters zeigen sich zunehmend von ihrer eigenen Sprache überwältigt und entgleiten ihr – oder umgekehrt? Franz Schuh ist in dieser Hörspielfassung in allen Rollen zu erleben.

*

Montag, 29. Juni 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Traum-Reisen". Träume begleiten die Menschen, meint der katholische Theologe und Priester Johann Pock, Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien

So viele geplante Traumreisen können in diesem Sommer nicht stattfinden. Träume von fernen Ländern und Menschen, die zumindest vorläufig unerfüllt bleiben. Doch Träume begleiten die Menschen, meint der katholische Theologe und Priester Johann Pock, Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien. Träume spielen schon in der Bibel eine wichtige Rolle und sie ranken sich besonders um die wichtigen Ereignisse im Leben: Von der Traumhochzeit bis zum Traumhaus. "Für mich war es ein Traum, in Rom zu studieren, im Zentrum der römisch-katholischen Welt", erzählt Pock in seinen "Gedanken für den Tag" rund um das Fest Peter und Paul (29.6.), an dem traditionellerweise in der katholischen Kirche Priesterweihen stattfinden.

Sieben Pilgerkirchen findet man in Rom – darunter St. Peter und St. Paul. St. Paul liegt vor den alten Stadtmauern: Hier finden sich als Reliquien die Köpfe der beiden großen Apostel nebeneinander, friedlich vereint. Doch so friedlich war das Verhältnis nicht: Petrus war einer der ersten Begleiter Jesu – und jüdisch geprägt. Erst durch einen Traum lernte er, dass nicht nur Juden, sondern auch die Heiden getauft werden konnten. Und auch Paulus hatte Visionen.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Weltbaustein CO2
Ein global gut gemischtes Gas auf dem Prüfstand (1).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Es war einmal ein Planet ohne Lebewesen. Zuerst war er ein wahrer Hexenkessel aus verschiedenen Gasen, die sich mischten und um eine Achse drehten. Es war unvorstellbar heiß. Die Schwerkraft kam ins Spiel, die Gase verdichteten sich, ein fester Körper entstand. Schließlich bildete sich die Atmosphäre. Es begann zu regnen. Aus dem Gasgemisch in der Atmosphäre verband sich Wasserstoff mit Sauerstoff, fiel als Tropfen auf die glühende Oberfläche des Balls, verdunstete sofort und stieg als Dampf wieder auf.

So ging das Millionen von Jahre, bis die Glut abgekühlt war und die Weltmeere entstanden. Die Kontinente wurden geboren und Kohlenstoff, der Grundbaustein für alles auf der Welt, formte sich zu Baumriesen, aber auch zu Gebirgen. Die Bäume trugen dazu bei, dass das Weltklima abkühlte, denn bei der Photosynthese wird das klimaerwärmende Gas CO2 - zwei Moleküle Sauerstoff und ein Molekül Kohlenstoff – aus der Luft gefiltert. Der Kohlenstoff wandert in den Baum, der Sauerstoff wird freigesetzt. Riesige Wälder entstanden, die Milliarden Tonnen CO2 banden. In den Weltmeeren lebten Millionen Tonnen Algen. Diese Wasserpflanzen tun dasselbe wie Bäume und andere grüne Pflanzen: sie wandeln mittels Photosynthese Kohlendioxid in Kohlenstoff und Sauerstoff um. Wenn ihr Lebenszyklus beendet ist, sinken sie auf den Meeresgrund. Dort mischten sich in der Frühzeit der Erde Millionen Tonnen organisches, kohlenstoffreiches Material mit Sedimenten. Unter hohem Druck entstanden in einem langen Prozess riesige Erdölreservoirs. Erdgas, das oft an denselben Fundstätten wie Erdöl lagert, entsteht auf ähnliche Weise: organisches Material, große Tiefe, Druck und Hitze sind daran beteiligt.

Der Kohlenstoff in den Baumriesen der Erd-Urzeit hingegen verwandelte sich in Kohle. Gemeinsam ist den drei Substanzen: Werden sie verbrannt, wird Kohlenstoff freigesetzt. Er verbindet sich mit Sauerstoff und das Treibhausgas CO2 entsteht. Kein Wunder, dass es auf der Welt heißer wird, denn vereinfacht gesagt passiert nun alles rückwärts. Wir setzen frei, was einst frei war. Und jetzt kommt's: Die Summe aller Energien bleibt gleich. Wenn wir so weitermachen, wird das frei gesetzte CO2 unsere Erde möglicherweise wieder in einen glühenden Ball verwandeln. Doch was genau ist CO2? Wie entsteht es? Wie vergeht es? Warum verwandeln sich 500 Tonnen Treibstoff in 1000 Tonnen CO2? Warum ist das schädliche Klima-Gas so haltbar?


09:30 Radiokolleg – 30 Jahre Gender Trouble
Wie Judith Butler die queer Theory erfand (1).
Gestaltung: Irmgard Wutscher

Dieses Jahr wird eines der einflussreichsten philosophischen Werke dreißig Jahre alt: "Gender Trouble" erschienen 1990 auf Englisch, 1991 unter dem Titel "Das Unbehagen der Geschlechter" auf Deutsch machte Judith Butler zu einer der bekanntesten Philosoph/innen überhaupt. Sie genießt Popstar-Status und auf den Universitäten gab es seit den 1990er Jahren einen regelrechten Butler-Hype.

Die Einsicht zu "Gender Trouble" soll der jungen Judith Butler beim Besuch einer Travestie-Show gekommen sein, wo sie feststellen musste, dass diese Männer* Weiblichkeit wesentlich überzeugender darstellten, als sie es je können würde.

Aus diesem Gendanken heraus, so die Legende, entwickelte Butler ihre Ideen zur Dekonstruktion von Gender.

Ausgehend von Simone de Beauvoirs Aussage "Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht" postuliert Butler, dass Geschlecht keine natürliche oder ontologische Tatsache ist, sondern durch Handlungen hergestellt werden muss – doing gender. Frau-Sein oder Mann-Sein sind sehr instabile Angelegenheiten, es gibt z.b. widersprüchliche Anforderungen was Mann-Sein in welchem Kontext bedeutet, deswegen muss die Verwirklichung von Männlichkeit scheitern beziehungsweise permanent aufs Neue performativ hergestellt werden.

Das bezieht Butler nicht nur auf das soziale Geschlecht – gender - sondern auch auf das biologische Geschlecht – sex. Auch der Geschlechtskörper existiert laut Butler nicht als natürliche Tatsache außerhalb einer sprachlichen Realität.

So abstrakt diese Gedanken aber erst einmal sind, so praktisch haben sie sich in den letzten dreißig Jahren auf unser Leben ausgewirkt: Etwa bei der Gender Medizin, wo erkannt wurde, dass Medikamente sich auf Frauenkörper anders auswirken als auf Männerkörper. Oder die (stärkere) öffentliche Wahrnehmung von Transgender-Rechten und Intersex-Personen, was unter anderem zu einer dritten Geschlechtsoption im Pass geführt hat und auf Facebook zu der Tatsache, dass mensch zwischen 58 Option auswählen kann, das eigene Gender zu benennen.

Gerade die Dekonstruktion der Kategorien "Frau" und "Mann" ist es aber auch, die Butler zu einer der prominentesten Reibefiguren gemacht hat - in den unterschiedlichsten Kontexten. Zum einen stellt Butler eine der zentralen Kategorien der feministischen Wissenschaft "die Frau" infrage, was auch ein Problem für politische Forderungen des Feminismus darstellt. Auf der anderen Seite ist Gender vor allem für die rechtspopulistische Welt ein rotes Tuch, für Politiker wie Orban über Bolsonaro bis zur FPÖ.

Was kann man also sagen über ein hochphilosophisches Werk, das wahrscheinlich die wenigsten gelesen haben und zu dem trotzdem jede*r eine Meinung hat? Irmgard Wutscher arbeitet Gender Trouble noch einmal auf und fragt sich, welche Veränderungen es in den letzten dreißig Jahren ausgelöst hat.


09:45 Radiokolleg – Die Insel der Klänge
Eine musikalische Reise durch Sardinien (1).
Gestaltung: Verena Gruber

Wer nach Sardinien reist, findet nicht nur ein Badeparadies. Die Insel ist auch ein Paradies der musikalischen Sprachen, die alle einen Ursprung haben: Die Musik entspringt der Natur, die in Sardinien gleichermaßen schroff und karg, wild und windig, exotisch und still ist. Vom archaischen Gesang des Canto a Tenore über die Schilfrohrpfeife, die Launeddas, von den traditionellen ethnischen Klängen hin zu den Jazzfestivals – die Spuren gehen zurück zu den Anfängen.

Die Launedda wurde bereits vor 3.000 Jahren in Sardinien nachgewiesen.

Sie soll bereits in der jahrtausendalten Nuraghenkultur eine Rolle gespielt haben. Der Canto a Tenore, der mehrstimmigen a capella Männergesang, ist eine der ältesten Gesangsformen Europas und gehört zum immateriellen Weltkulturerbe. An deren Anfang stehen die Schafhirten auf den einsamen Weiden in den Bergen Sardiniens standen.

Heute wird in Sardinien bei Volksfesten und Prozessionen, auf Dorfplätzen und in Vereinen, immer noch die alte Tradition gepflegt. In den Musikschulen und Konservatorien, in Konzerthäusern und in den Clubs der Insel wird experimentiert und viele sardische Musiker*innen touren heute erfolgreich durch Europa.

Das Vokalquartett "Tenores di Bitti" arbeitete mit Lester Bowie oder Ornette Coleman zusammen und trägt den sardischen Männergesang in die Welt. Belgische Musiker vom Ensemble Graindelavoix und italienische Sänger treffen aufeinander. Paolo Fresu, Gavino Murgia oder Enzo Favata vereinen in ihrer Musik den zeitgenössischen Jazz, mit Folklore, Minimalismus, Avantgarde und Soundscapes. Elena Ledda, eine der führenden Sängerinnen der Insel, ist ausgebildete Opernsängerin und sammelt seit Jahren die alten Gesänge ihrer Heimat und kreiert damit neue freie Musikformen. Die sardische Sängerin Franca Masu, eine weitere Grande Dame des Mittelmeeres, lässt in ihre Lieder die Lebensfreude des Jazz, die Saudade des Fados und die Leidenschaft des Tangos fließen. Eine Radiokollegreihe von Verena Gruber ist eine Reise durch die spannenden und geheimnisvollen Klangwelten Sardiniens. Fernweh garantiert!


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Eva Teimel
Zum 100. Geburtstag des Kontrabassisten Ludwig Streicher

Nein, geboren wurde er nicht in Wels, sondern im niederösterreichischen Ziersdorf. Doch den Spruch "Von Wels in die Welt" pflegte Ludwig Streicher gerne mit einem Schmunzeln zu sagen, wenn er sich an sein erstes Solokonzert erinnerte, das 1966 ebendort stattfand. Gering wurde das manchmal behäbig wirkende Instrument damals geschätzt als Soloinstrument – dem schuf Ludwig Streicher Abhilfe. Schon bald bereiste er mit dem Kontrabass die ganze Welt, trat in Fernsehshows auf und leistete im Bereich der Recherche und des Repertoires Pionierarbeit.

Und letztlich war Streicher vor allem als Pädagoge wegweisend. An der Wiener Musikhochschule (heute: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) baute er eine international beachtete Kontrabass-Klasse auf und verfasste mit seiner Schule "Mein Musizieren auf dem Kontrabass" ein Lehrwerk, das heute zum Standard im Bereich der professionellen Ausbildung am Kontrabass gehört. Am 26. Juni jährte sich der Geburtstag von Ludwig Streicher zum 100. Mal.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Literarische Reise – Österreich: "Graz" von Bart Moeyaert. Luftschacht Verlag. Es liest Vitus Wieser.

Hermann Eichler führt die Apotheke seiner verstorbenen Eltern in Graz. Er macht das souverän, gibt zu jeder Pille einen guten Rat, und kann an den verlangten Medikamenten die Jahreszeiten bestimmen. Nur wenn es um ihn selbst geht, weiß er nicht weiter, und hat das Gefühl, nicht Herr über sein eigenes Leben zu sein. Bis eines Nachts vor seiner Tür ein Unfall passiert. Eichler sieht das Fahrrad liegen, dann das Mädchen daneben. Und er macht sich auf den Weg durch die Stadt, hin zu einer radikalen persönlichen Einsicht.

Der Flame Bart Moeyaert, für seine Kinder- und Jugendbücher vielfach ausgezeichnet, legt mit "Graz" sein Prosadebüt für Erwachsene vor. Der Spaziergang seines Protagonisten durch das winterliche Graz in einer Nacht aus Schnee und Wind und Licht gerät nicht nur zu einer Hommage an die Stadt, in der der Autor selbst eine Zeitlang lebte, sondern auch zu einer Parabel über Erinnerung, Liebe und Einsamkeit.

Bart Moeyaert wurde 1964 in Brügge geboren. Er studierte Geschichte, Niederländisch und Deutsch in Brüssel.

Gestaltung: Edith-Ulla Gasser
Präsentation: Peter Zimmermann


11:25 nach-gehört
Edition Ö1.
Joesi Prokopetz: Vorletzte Worte
Gestaltung: Jörg Duit

Joesi Prokopetz spannt den Bogen von feuilletonistischen Betrachtungen über (vor-)letzte Worte, erschütternde Enthüllungen über das Leben als Pavian, stellt sich und uns die Gewissensfrage: "Sind Sie bestechlich?" und erkennt dankbar: Zum Glück halten Frauen es für Liebe, wenn man sich für ihren Körper interessiert. Mitschnitt aus dem CasaNova Theater.


11:30 Des Cis
Hans Georg Nicklaus.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Alte Musik im Konzert. Deutsches Symphonieorchester Berlin, Leitung: Andrea Marcon; Sergey Malov, Violine und Violoncello da spalla. Jean-Baptiste Lully: "Marche pour la cérémonie des Turcs"
* Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur KV 219 * Luigi Boccherini: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 7 G-Dur * Franz Schubert: Symphonie Nr. 5 B-Dur D 485 (aufgenommen am 9. Dezember 2019 in der Berliner Philharmonie).
Präsentation: Gerhard Hafner

Der Organist, Cembalist und Dirigent Andrea Marcon ist gegenwärtig einer der anerkanntesten Musiker und Spezialisten für Alte Musik. Am 8. Dezember 2019 gab der gebürtige Italiener sein Debüt am Pult des Deutschen Symphonieorchesters Berlin. Dabei führte Andrea Marcon Werke von Jean-Baptiste Lully, Wolfgang Amadeus Mozart, Luigi Boccherini und Franz Schubert zu einem abwechslungsreichen Programm zusammen.

An diesem Abend in der Berliner Philharmonie gab auch Sergey Malov sein DSO-Debüt. Dafür hatte der russische Violin- und Violavirtuose ein selten zu hörendes Instrument mit im Gepäck: ein Violoncello da spalla, ein "Schultercello". Es ist kleiner als das übliche Cello, verfügt über fünf, manchmal sogar sechs Saiten; es wird über die Schulter gehängt wie eine Gitarre und mit einer ähnlichen Griff- und Bogentechnik gespielt wie Violine und Viola.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
Der Krieg, die Lüge und das Überleben
Die Darstellung menschlicher Existenz in schonungsloser Offenheit bei den Schriftstellern Imre Kertesz und Aleksandar Tisma
Von: Gerhard Moser & Robert Weichinger

Sie entstammen beide derselben Generation. Sie kommen beide aus der Region, die in Politikerreden so gerne als "Mitteleuropa" bezeichnet wird. Sie haben beide – auf völlig unterschiedliche Weise – Krieg, Vertreibung und Vernichtung erlebt und überlebt. Unabhängig voneinander haben beide ihre Verletzungen und Traumata – zugleich die eines Jahrhunderts – protokolliert und aufgearbeitet. "Was ist das, was in uns lügt, mordet, hurt und stielt", fragt Georg Büchners 'Danton'.

Ein Satz, der wie maßgeschneidert die monströsen Opfer-Täter-Rollen-spiele eines Aleksandar Tisma bezeichnet. Imre Kertesz gibt sich mit diesem fatalistischen Ansatz nicht zufrieden: Für das Böse gibt es immer eine vernünftige Erklärung, lautet seine Überzeugung. Und doch – was beide Schriftsteller verbindet, ist die Darstellung menschlicher Existenz in schonungsloser Offenheit. Willensfreiheit, Gerechtigkeit und Moral – die Tugenden einer bürgerlichen Gesellschaft – sind ein für alle Mal auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs und in den Krematorien der Vernichtungslager zugrunde gegangen.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Das Objekt der Begierde
Ein Sommer voller Museen in Österreich 1


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz und Rainer Elstner.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die historische Rolle der frühmittelalterlichen Troubadoure. Mit Peter Cichon, Institut für Romanistik, Universität Wien.
Gestaltung: Ute Maurnböck

Die fin´damor, die feine Minne, gehörte zum Höchsten im Repertoire der frühmittelalterlichen Troubadours und Trouvères. Sie waren Dichter, Sänger und Komponisten. In Südfrankreich wirkten die Troubadours (Trobadors), die in der galloromanischen Sprache Okzitanisch dichteten, in Nordfrankreich ihr Pendant, die Trouvères. Wie in der mittelhochdeutschen Minnelyrik verklärte der Interpret in einer ausgearbeiteten Poesiesprache auf kunstvolle Weise seine platonische Liebe zu einer domna, der idealen Frau.

Ihre Schönheit und Tugend, ihre Sittsamkeit wie auch ihr Auftreten wurden besungen – und immer war sie, weil mit dem Lehensherr verheiratet, unerreichbar.

Ob bürgerlich, aus dem Hochadel oder Klerus: die Interpreten lernten ihr Handwerk meist in eigenen Schulen und begleiteten sich auf der Drehleier. Als erster überlieferter Troubadour/Trobador gilt Wilhelm IX, der Herzog von Aquitanien. Aber auch weibliche Gegenstücke gab es: Troubairitz genannt, die ihr Ideal der höfischen Liebe besangen. Mit den Kreuzzügen gegen die Katharer (Albigenser) fand die okzitanische höfische Gesellschaft mit ihren Bräuchen ein Ende.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Flucht und Asyl im historischen Kontext
Von Gabriele Anderl

In den Debatten um das Asylrecht nach 1945 ging es - wie Analysen zeigen – stets um sehr grundlegende Fragen der politisch-moralischen Orientierung der jeweiligen Gesellschaften. Den ideologischen Rahmenbedingungen kam eine zentrale Rolle zu. So wurden Flüchtende aus kommunistischen Ländern während des Kalten Krieges vergleichsweise wohlwollend aufgenommen.

Doch selbst damals konnte die "Willkommenskultur" leicht in Ablehnung kippen, wie sich am Beispiel der Fluchthilfe aus der DDR in die BRD zeigen lässt. Der Historiker Patrice G. Poutros erinnert daran, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Flüchtlings- und Asylpolitik in Deutschland und Österreich von dem Motiv geleitet gewesen sei, die ethnische Homogenität in Gesellschaften aufrechtzuerhalten und die Entstehung von Diasporas so weit wie möglich zu verhindern.


19:30 On stage
Die Online-Bühne im Wiener Porgy & Bess

Das Konzertgeschehen ist zurzeit zum Erliegen gekommen, musiziert wird trotzdem: Der Wiener Jazzclub Porgy & Bess unterstützt die heimische Szene im Rahmen der Reihe "The Show Must Go On (line)" mit regelmäßigen, live im Internet gestreamten Konzerten in Kleinbesetzungen. Marlene Schnedl präsentiert Highlights aus dem Programm der letzten Wochen.

Gestaltung: Marlene Schnedl


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen


21:55 nach-gehört
Edition Ö1.
Joesi Prokopetz: Vorletzte Worte
Gestaltung: Jörg Duit

Joesi Prokopetz spannt den Bogen von feuilletonistischen Betrachtungen über (vor-)letzte Worte, erschütternde Enthüllungen über das Leben als Pavian, stellt sich und uns die Gewissensfrage: "Sind Sie bestechlich?" und erkennt dankbar: Zum Glück halten Frauen es für Liebe, wenn man sich für ihren Körper interessiert. Mitschnitt aus dem CasaNova Theater.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Weltbaustein CO2.Ein global gut gemischtes Gas auf dem Prüfstand (1).
Gestaltung: Sabine Nikolay

30 Jahre Gender Trouble. Wie Judith Butler die queer Theory erfand (1).
Gestaltung: Irmgard Wutscher

Die Insel der Klänge. Eine musikalische Reise durch Sardinen (1).
Gestaltung: Verena Gruber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Das Ensemble Zeitfluss konzertiert zum 70. Geburtstag der ÖGZM

Am 19. November 2019 hat die Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik (ÖGZM) mit einem Festkonzert ihren 70. Geburtstag begangen. Zeitfluss, das Ensemble in Residence der ÖGZM, hat im Reaktor Wien Werke von Thomas Wally, Manuela Kerer, Judith Unterpertinger, Orestis Toufektsis, Simon Vosecek, Amit Weiner sowie ein neues Werk von Thomasz Skweres zur Aufführung gebracht. Ein kräftiges., innovatives Lebenzeichen aktueller österreichischer Musik.

Gestaltung: Gerhard Krammer

*

Dienstag, 30. Juni 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Traum-Reisen". Träume begleiten die Menschen, meint der katholische Theologe und Priester Johann Pock, Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien

So viele geplante Traumreisen können in diesem Sommer nicht stattfinden. Träume von fernen Ländern und Menschen, die zumindest vorläufig unerfüllt bleiben. Doch Träume begleiten die Menschen, meint der katholische Theologe und Priester Johann Pock, Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien. Träume spielen schon in der Bibel eine wichtige Rolle und sie ranken sich besonders um die wichtigen Ereignisse im Leben: Von der Traumhochzeit bis zum Traumhaus. "Für mich war es ein Traum, in Rom zu studieren, im Zentrum der römisch-katholischen Welt", erzählt Pock in seinen "Gedanken für den Tag" rund um das Fest Peter und Paul (29.6.), an dem traditionellerweise in der katholischen Kirche Priesterweihen stattfinden.

Sieben Pilgerkirchen findet man in Rom – darunter St. Peter und St. Paul. St. Paul liegt vor den alten Stadtmauern: Hier finden sich als Reliquien die Köpfe der beiden großen Apostel nebeneinander, friedlich vereint. Doch so friedlich war das Verhältnis nicht: Petrus war einer der ersten Begleiter Jesu – und jüdisch geprägt. Erst durch einen Traum lernte er, dass nicht nur Juden, sondern auch die Heiden getauft werden konnten. Und auch Paulus hatte Visionen.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Weltbaustein CO2
Ein global gut gemischtes Gas auf dem Prüfstand (2).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Es war einmal ein Planet ohne Lebewesen. Zuerst war er ein wahrer Hexenkessel aus verschiedenen Gasen, die sich mischten und um eine Achse drehten. Es war unvorstellbar heiß. Die Schwerkraft kam ins Spiel, die Gase verdichteten sich, ein fester Körper entstand. Schließlich bildete sich die Atmosphäre. Es begann zu regnen. Aus dem Gasgemisch in der Atmosphäre verband sich Wasserstoff mit Sauerstoff, fiel als Tropfen auf die glühende Oberfläche des Balls, verdunstete sofort und stieg als Dampf wieder auf.

So ging das Millionen von Jahre, bis die Glut abgekühlt war und die Weltmeere entstanden. Die Kontinente wurden geboren und Kohlenstoff, der Grundbaustein für alles auf der Welt, formte sich zu Baumriesen, aber auch zu Gebirgen. Die Bäume trugen dazu bei, dass das Weltklima abkühlte, denn bei der Photosynthese wird das klimaerwärmende Gas CO2 - zwei Moleküle Sauerstoff und ein Molekül Kohlenstoff – aus der Luft gefiltert. Der Kohlenstoff wandert in den Baum, der Sauerstoff wird freigesetzt. Riesige Wälder entstanden, die Milliarden Tonnen CO2 banden. In den Weltmeeren lebten Millionen Tonnen Algen.

Diese Wasserpflanzen tun dasselbe wie Bäume und andere grüne Pflanzen: sie wandeln mittels Photosynthese Kohlendioxid in Kohlenstoff und Sauerstoff um. Wenn ihr Lebenszyklus beendet ist, sinken sie auf den Meeresgrund. Dort mischten sich in der Frühzeit der Erde Millionen Tonnen organisches, kohlenstoffreiches Material mit Sedimenten. Unter hohem Druck entstanden in einem langen Prozess riesige Erdölreservoirs. Erdgas, das oft an denselben Fundstätten wie Erdöl lagert, entsteht auf ähnliche Weise: organisches Material, große Tiefe, Druck und Hitze sind daran beteiligt.

Der Kohlenstoff in den Baumriesen der Erd-Urzeit hingegen verwandelte sich in Kohle. Gemeinsam ist den drei Substanzen: Werden sie verbrannt, wird Kohlenstoff freigesetzt. Er verbindet sich mit Sauerstoff und das Treibhausgas CO2 entsteht. Kein Wunder, dass es auf der Welt heißer wird, denn vereinfacht gesagt passiert nun alles rückwärts. Wir setzen frei, was einst frei war. Und jetzt kommt's: Die Summe aller Energien bleibt gleich. Wenn wir so weitermachen, wird das frei gesetzte CO2 unsere Erde möglicherweise wieder in einen glühenden Ball verwandeln. Doch was genau ist CO2? Wie entsteht es? Wie vergeht es? Warum verwandeln sich 500 Tonnen Treibstoff in 1000 Tonnen CO2? Warum ist das schädliche Klima-Gas so haltbar?


09:30 Radiokolleg – 30 Jahre Gender Trouble
Wie Judith Butler die queer Theory erfand (2).
Gestaltung: Irmgard Wutscher

Dieses Jahr wird eines der einflussreichsten philosophischen Werke dreißig Jahre alt: "Gender Trouble" erschienen 1990 auf Englisch, 1991 unter dem Titel "Das Unbehagen der Geschlechter" auf Deutsch machte Judith Butler zu einer der bekanntesten Philosoph/innen überhaupt. Sie genießt Popstar-Status und auf den Universitäten gab es seit den 1990er Jahren einen regelrechten Butler-Hype.

Die Einsicht zu "Gender Trouble" soll der jungen Judith Butler beim Besuch einer Travestie-Show gekommen sein, wo sie feststellen musste, dass diese Männer* Weiblichkeit wesentlich überzeugender darstellten, als sie es je können würde.

Aus diesem Gendanken heraus, so die Legende, entwickelte Butler ihre Ideen zur Dekonstruktion von Gender.

Ausgehend von Simone de Beauvoirs Aussage "Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht" postuliert Butler, dass Geschlecht keine natürliche oder ontologische Tatsache ist, sondern durch Handlungen hergestellt werden muss – doing gender. Frau-Sein oder Mann-Sein sind sehr instabile Angelegenheiten, es gibt z.b. widersprüchliche Anforderungen was Mann-Sein in welchem Kontext bedeutet, deswegen muss die Verwirklichung von Männlichkeit scheitern beziehungsweise permanent aufs Neue performativ hergestellt werden.

Das bezieht Butler nicht nur auf das soziale Geschlecht – gender - sondern auch auf das biologische Geschlecht – sex. Auch der Geschlechtskörper existiert laut Butler nicht als natürliche Tatsache außerhalb einer sprachlichen Realität.

So abstrakt diese Gedanken aber erst einmal sind, so praktisch haben sie sich in den letzten dreißig Jahren auf unser Leben ausgewirkt: Etwa bei der Gender Medizin, wo erkannt wurde, dass Medikamente sich auf Frauenkörper anders auswirken als auf Männerkörper. Oder die (stärkere) öffentliche Wahrnehmung von Transgender-Rechten und Intersex-Personen, was unter anderem zu einer dritten Geschlechtsoption im Pass geführt hat und auf Facebook zu der Tatsache, dass mensch zwischen 58 Option auswählen kann, das eigene Gender zu benennen.

Gerade die Dekonstruktion der Kategorien "Frau" und "Mann" ist es aber auch, die Butler zu einer der prominentesten Reibefiguren gemacht hat - in den unterschiedlichsten Kontexten. Zum einen stellt Butler eine der zentralen Kategorien der feministischen Wissenschaft "die Frau" infrage, was auch ein Problem für politische Forderungen des Feminismus darstellt. Auf der anderen Seite ist Gender vor allem für die rechtspopulistische Welt ein rotes Tuch, für Politiker wie Orban über Bolsonaro bis zur FPÖ.

Was kann man also sagen über ein hochphilosophisches Werk, das wahrscheinlich die wenigsten gelesen haben und zu dem trotzdem jede*r eine Meinung hat? Irmgard Wutscher arbeitet Gender Trouble noch einmal auf und fragt sich, welche Veränderungen es in den letzten dreißig Jahren ausgelöst hat.


09:45 Radiokolleg – Die Insel der Klänge
Eine musikalische Reise durch Sardinien (2).
Gestaltung: Verena Gruber

Wer nach Sardinien reist, findet nicht nur ein Badeparadies. Die Insel ist auch ein Paradies der musikalischen Sprachen, die alle einen Ursprung haben: Die Musik entspringt der Natur, die in Sardinien gleichermaßen schroff und karg, wild und windig, exotisch und still ist. Vom archaischen Gesang des Canto a Tenore über die Schilfrohrpfeife, die Launeddas, von den traditionellen ethnischen Klängen hin zu den Jazzfestivals – die Spuren gehen zurück zu den Anfängen. Die Launedda wurde bereits vor 3.000 Jahren in Sardinien nachgewiesen.

Sie soll bereits in der jahrtausendalten Nuraghenkultur eine Rolle gespielt haben. Der Canto a Tenore, der mehrstimmigen a capella Männergesang, ist eine der ältesten Gesangsformen Europas und gehört zum immateriellen Weltkulturerbe. An deren Anfang stehen die Schafhirten auf den einsamen Weiden in den Bergen Sardiniens standen.

Heute wird in Sardinien bei Volksfesten und Prozessionen, auf Dorfplätzen und in Vereinen, immer noch die alte Tradition gepflegt. In den Musikschulen und Konservatorien, in Konzerthäusern und in den Clubs der Insel wird experimentiert und viele sardische Musiker*innen touren heute erfolgreich durch Europa.

Das Vokalquartett "Tenores di Bitti" arbeitete mit Lester Bowie oder Ornette Coleman zusammen und trägt den sardischen Männergesang in die Welt. Belgische Musiker vom Ensemble Graindelavoix und italienische Sänger treffen aufeinander. Paolo Fresu, Gavino Murgia oder Enzo Favata vereinen in ihrer Musik den zeitgenössischen Jazz, mit Folklore, Minimalismus, Avantgarde und Soundscapes. Elena Ledda, eine der führenden Sängerinnen der Insel, ist ausgebildete Opernsängerin und sammelt seit Jahren die alten Gesänge ihrer Heimat und kreiert damit neue freie Musikformen. Die sardische Sängerin Franca Masu, eine weitere Grande Dame des Mittelmeeres, lässt in ihre Lieder die Lebensfreude des Jazz, die Saudade des Fados und die Leidenschaft des Tangos fließen. Eine Radiokollegreihe von Verena Gruber ist eine Reise durch die spannenden und geheimnisvollen Klangwelten Sardiniens. Fernweh garantiert!


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Mit Robert Fontane
Thomas Hampson zum 65. Geburtstag
Ausschnitte aus Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi, Franz Schubert u.a.

Durch seine enorme Vielseitigkeit ließ sich Thomas Hampson nie so recht als Interpret einer bestimmten Musikrichtung kategorisieren. Egal ob Kunstlied, Oper, Barockmusik oder Musical, es gibt kaum ein Gebiet, auf dem er nicht als sorgfältiger Gestalter reüssieren konnte. Er verstand sein Talent stets als Verpflichtung, der er als Künstler verantwortungsbewusst Folge geleistet hat. Leonard Bernstein erkannte früh die Qualitäten des aufstrebenden Singdarstellers und lud ihn ein, bei seiner legendären Einspielung von Puccinis "La Bohème" mitzuwirken.

Harnoncourt, der ebenfalls ein wichtiger Mentor des Sängers war, schätzte ihn als Interpreten der Musik von Bach, Mozart und Schubert. Behutsam hat sich Thomas Hampson auch das Verdi-Repertoire erarbeitet; knapp 40 Mal war er an der Wiener Staatsoper als Simon Boccanegra zu erleben – und diese ist nur eine von zahlreichen Partien, mit denen er das Publikum immer wieder berührt und begeistert. In diesem Monat, am 28. Juni, feiert der vielseitige Künstler aus dem US Bundesstaat Indiana seinem 65. Geburtstag.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Literarische Reise – Österreich "Die Villen der Frau Hürsch" von Alfred Komarek. Es liest Ishwara Erhard Koren.

"Die Villen der Frau Hürsch" ist Alfred Komareks erster Roman seiner Tetralogie um Daniel Käfer, angesiedelt im malerischen Salzkammergut. Dorthin reist der erfolgreiche und nicht uneitle Journalist Käfer, um den Kopf für eine neue Zukunft frei zu bekommen. Tatsächlich ist es eine Reise in die Vergangenheit, in Käfers Kindheit und zu einem Familiengeheimnis, dem er, die ehemaligen Plätze der familiären Sommerfrische im Ausseerland aufspürend, Schritt für Schritt näherkommt. Die einst so intensiv gefühlte Idylle wird brüchig. Daniel Käfer stößt auf eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, die die Vergangenheit bestens zu hüten weiß.

Alfred Komarek siedelt den Provinzroman in seiner Heimat an. 1945 in Bad Aussee geboren, lebt er dort und abwechselnd in Wien und Niederösterreich, wo wiederum seine Polt-Krimis verortet sind. Komarek hat neben seinen (auch verfilmten) Kriminalromanen zahlreiche Sachbücher über österreichische als auch europäische Kulturlandschaften, sowie Features, Hörspiele, Essays, Feuilletons, Erzählungen und TV-Drehbücher verfasst. Legendär ist seine über ein Jahrzehnt auf Ö3 laufende Sendung "Melodie exklusiv".

Gestaltung: Barbara Belic
Präsentation: Ilse Amenitsch


11:25 nach-gehört
Edition Ö1.
Andreas Vitásek: Austrophobia
Gestaltung: Stephan Pokorny

Andreas Vitáseks 13. Programm "Austrophobia" ist eine kabarettistische Auseinandersetzung mit dem Heimatbegriff und dem Fremdsein, mit begründeten und unbegründeten Ängsten, mit dem Junggewesensein, dem Älterwerden und der untoten Vergangenheit Österreichs. Eine Reise durch das weite Land der österreichischen Seele und in die Untiefen des goldenen Wiener Herzens. Wortgewandt stemmt sich Vitásek gegen die Kleinkariertheit und die Dummheit, gewürzt mit persönlichen Pointen und geschickt changierend zwischen Erlebtem und Erfundenem.

Ankommen und Wegfahren, Nationalismus und Internationalismus und die "alltäglichen Mühen der Ebene" werden im privaten Mikrokosmos einer Familie mit illegal eingeschleustem Mops abgehandelt. Gibt es ein richtiges Leben im falschen? Lauert das Grauen in der Idylle? Andreas Vitásek, Kabarettist, Theatermann, Poet und Clown, verschont in "Austrophobia" niemanden, auch sich selbst nicht.

Ein Live-Mitschnitt aus dem Stadtsaal Wien vom 15. März 2019.


11:30 Des Cis
mit Helene Breisach.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Alessandro Fisher, Tenor; Roger Vignoles, Klavier. Robert Schumann: Fünf Lieder op. 40 * Ausgewählte Lieder von Edvard Grieg und Frederick Delius * Gunnar de Frumerie: Sieben Lieder des Herzens (aufgenommen am 16. März in der Wigmore Hall in London).
Präsentation: Chris Tina Tengel


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
Zum 120.GT von Antoine de Saint-Exupéry am 29.Juni
Stimmen im Äther. Der letzte Flug von Saint Exupèry.
Von Walter Aue und Klaus Lindemann

Am 31. Juli 1944 startete der französische Luftwaffenoffizier Antoine-Marie-Roger de Saint Exupèry mit seiner Lightning P-38 zu einem Aufklärungsflug über Korsika. Der weltberühmte Autor wird von diesem Flug nicht zurückkehren.

Fast zur gleichen Zeit erheben sich vom Flugplatz Orange die beiden Focke-Wulf des Oberfähnrichs Heichele und des Unteroffiziers Högel, um die Lufttätigkeit feindlicher Verbände zwischen Marseille, Menton und dem Hinterland zu erkunden.

Später sollte der Oberfähnrich Heichele in seinem Gefechtsbericht schreiben: "Im Verlauf des sich entwickelnden Luftkampfes kam ich hinter der Lightning in Schussposition, die Entfernung betrug zwischen 150 und 200 Meter. Ich schoss, setzte nach, näherte mich auf 60 bis 40 Meter und feuerte mit meinen Bordwaffen. Der Absturz erfolgte um 12 Uhr 15 etwa zehn Kilometer südlich von St. Raphael im Planquadrat AT."


16:45 Heimspiel Spezial
Rückschau auf eine Ausnahme-Saison

Nach 12 Wochen Stille in den Räumlichkeiten des ORF RadioKulturhauses öffnete es am Montag, den 8. Juni den Großen Sendesaal wieder für sein Publikum. In der Zeit seit dem Beginn der Sonderregelungen Mitte März war das Team des RKH aber nicht untätig, sondern hat jeden Abend mitgeschnittene Konzerte "aus besseren Zeiten" fürs Wohnzimmer geliefert.

Unter besonders strengen Auflagen wurden schon ab Mitte April drei Live-Abende unter dem Motto "Wir spielen für Österreich!" in Form von hochkarätig besetzten Bühnenereignissen im Zeichen von Oper, Operette und Musical im Großen Sendesaal veranstaltet, die ORF III live übertragen hat.

Nun ist der große Sendesaal wieder für Publikum geöffnet und wir ziehen mit Martina Laab und Thomas Wohinz vom ORF RadioKulturhaus eine akustische Zwischenbilanz. Über die Zeit der Sperre und die Diskussionsveranstaltungen, Gespräche und intimen Solo- und Duo-Konzerte heimischer Musiker/innen, die im Juni wieder live zu erleben waren.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Das Objekt der Begierde
Ein Sommer voller Museen in Österreich 1


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die historische Rolle der frühmittelalterlichen Troubadoure. Mit Peter Cichon, Institut für Romanistik, Universität Wien.
Gestaltung: Ute Maurnböck

Die fin´damor, die feine Minne, gehörte zum Höchsten im Repertoire der frühmittelalterlichen Troubadours und Trouvères. Sie waren Dichter, Sänger und Komponisten. In Südfrankreich wirkten die Troubadours (Trobadors), die in der galloromanischen Sprache Okzitanisch dichteten, in Nordfrankreich ihr Pendant, die Trouvères. Wie in der mittelhochdeutschen Minnelyrik verklärte der Interpret in einer ausgearbeiteten Poesiesprache auf kunstvolle Weise seine platonische Liebe zu einer domna, der idealen Frau.

Ihre Schönheit und Tugend, ihre Sittsamkeit wie auch ihr Auftreten wurden besungen – und immer war sie, weil mit dem Lehensherr verheiratet, unerreichbar.

Ob bürgerlich, aus dem Hochadel oder Klerus: die Interpreten lernten ihr Handwerk meist in eigenen Schulen und begleiteten sich auf der Drehleier. Als erster überlieferter Troubadour/Trobador gilt Wilhelm IX, der Herzog von Aquitanien. Aber auch weibliche Gegenstücke gab es: Troubairitz genannt, die ihr Ideal der höfischen Liebe besangen. Mit den Kreuzzügen gegen die Katharer (Albigenser) fand die okzitanische höfische Gesellschaft mit ihren Bräuchen ein Ende.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Der Nutztier- und Agrarforscher Werner Zollitsch im Porträt
Von Lukas Tremetsberger

Der Nutztierwissenschafter Werner Zollitsch blickt weit über den Kernbereich seiner Disziplin hinaus. Ihn interessiert biologische Landwirtschaft, die Rolle von Nutztieren und deren Klimarelevanz. Er sieht Nutztiere nicht nur als ökonomische Produktionsmittel, sondern er fragt: "Was können Nutztiere zum Überleben von bäuerlichen Familien beitragen?"

In Österreich wie in Äthiopien, Uganda oder Bhutan? – Werner Zollitsch ist in Linz aufgewachsen. Als Jugendlicher hilft er in den Ferien auf einem Bauernhof in Kärnten mit und stellt Fragen, die ihm niemand beantworten kann: "Warum haltet ihr diese Rinderrasse? Warum mäht ihr die Wiese gerade jetzt?" Nach dem Studium der Landwirtschaft an der Universität für Bodenkultur Wien kann er sich die Antworten selbst geben. Heute forscht und lehrt Werner Zollitsch an der BOKU "Nachhaltigkeit tierischer Produktionssysteme" und leitet dort das Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit.


19:30 Das Ö1 Konzert
Bruckner Orchester Linz, Dirigent: Markus Poschner; Christian Tetzlaff, Violine. Felix Mendelssohn-Bartholdy: a) "Die Hebriden oder Die Fingalshöhle", Konzert-Ouvertüre Nr. 2 h-Moll op. 26; b) Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64 * Franz Schubert: Symphonie Nr. 8 C-Dur D 944, "Große C-Dur-Symphonie" (aufgenommen am 18. September 2018 im Brucknerhaus Linz im Rahmen des "Internationalen Brucknerfestes Linz 2018").
Präsentation: Alice Ertlbauer

Camerer Mendelssohn Bartholdy war in den ersten Jahrzehnten von Bruckners Schaffen eine Art zeitgenössischer Klassiker und hat als solcher besonders die Orchesterwerke aus dessen Studienzeit nachhaltig beeinflusst. Anklänge an Thematik und Instrumentation der Hebriden-Ouvertüre etwa finden sich im zweiten der drei 1862 komponierten Orchesterstücke.

Zwei Passagen aus dem Kopfsatz des Violinkonzerts wiederum dienten Bruckner als Vorbild für eine Stelle im Kyrie seiner d-Moll-Messe, an der ein Violinsolo sich erkennbar an die Stimme des Soloinstruments anlehnt, während die Holzbläser kurz darauf den Beginn des Seitensatzes paraphrasieren. Bruckner verehrte Schubert über die Maßen, er war "sozusagen sein Lieblings-Hausgott, den er wegen der Kühnheit seiner harmonischen Erfindung im Hinblick auf Wagner als 'Johannes den Täufer', den 'Vorläufer' bezeichnete".

Die Große C-Dur-Sinfonie zählte für ihn dementsprechend zu den sinfonischen Schlüsselwerken. Und tatsächlich meint man an jenen Stellen in Bruckners Sinfonien, an denen die Hörner als erste Blasinstrumente über einem Klangteppich der Streicher einsetzen, das ferne Echo des berühmten, allein von zwei Hörnern unisono vorgetragenen Themas zu vernehmen, mit dem Schuberts Werk auf so untypische wie unvergessliche Weise beginnt.
(Internationales Brucknerfest Linz)


21:55 nach-gehört
Edition Ö1.
Andreas Vitásek: Austrophobia
Andreas Vitáseks 13. Programm
Gestaltung: Stephan Pokorny

"Austrophobia" ist eine kabarettistische Auseinandersetzung mit dem Heimatbegriff und dem Fremdsein, mit begründeten und unbegründeten Ängsten, mit dem Junggewesensein, dem Älterwerden und der untoten Vergangenheit Österreichs. Eine Reise durch das weite Land der österreichischen Seele und in die Untiefen des goldenen Wiener Herzens. Wortgewandt stemmt sich Vitásek gegen die Kleinkariertheit und die Dummheit, gewürzt mit persönlichen Pointen und geschickt changierend zwischen Erlebtem und Erfundenem.

Ankommen und Wegfahren, Nationalismus und Internationalismus und die "alltäglichen Mühen der Ebene" werden im privaten Mikrokosmos einer Familie mit illegal eingeschleustem Mops abgehandelt. Gibt es ein richtiges Leben im falschen? Lauert das Grauen in der Idylle? Andreas Vitásek, Kabarettist, Theatermann, Poet und Clown, verschont in "Austrophobia" niemanden, auch sich selbst nicht.

Ein Live-Mitschnitt aus dem Stadtsaal Wien vom 15. März 2019.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Weltbaustein CO2.Ein global gut gemischtes Gas auf dem Prüfstand (2).
Gestaltung: Sabine Nikolay

30 Jahre Gender Trouble. Wie Judith Butler die queer Theory erfand (2).
Gestaltung: Irmgard Wutscher

Die Insel der Klänge. Eine musikalische Reise durch Sardinen (2).
Gestaltung: Verena Gruber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Musik im Studio. Neue Töne aus Tirol.

Die Reihe Musik im Studio wird 2022 ihr 50-jähriges Jubiläum feiern. Gegründet vom ersten E-Musik Chef des Landesstudios Tirol, Otmar Costa, wird sie seit zehn Jahren von unserer Kollegin Patrizia Jilg kuratiert. Sie legt den Schwerpunkt der Konzerte auf zeitgenössische und experimentelle Musik mit starkem Tirol-Bezug. So sind Windkraft Tirol, TENM, das Tiroler Ensemble für Neue Musik oder auch Solistinnen des Landes gern gehörte Gäste. Die Sendung bringt einen Ausschnitt aus zehn Jahren Neue Musik im Studio.

Gestaltung: Patrizia Jilg

*

Mittwoch, 1. Juli 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Traum-Reisen". Träume begleiten die Menschen, meint der katholische Theologe und Priester Johann Pock, Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien

So viele geplante Traumreisen können in diesem Sommer nicht stattfinden. Träume von fernen Ländern und Menschen, die zumindest vorläufig unerfüllt bleiben. Doch Träume begleiten die Menschen, meint der katholische Theologe und Priester Johann Pock, Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien. Träume spielen schon in der Bibel eine wichtige Rolle und sie ranken sich besonders um die wichtigen Ereignisse im Leben: Von der Traumhochzeit bis zum Traumhaus. "Für mich war es ein Traum, in Rom zu studieren, im Zentrum der römisch-katholischen Welt", erzählt Pock in seinen "Gedanken für den Tag" rund um das Fest Peter und Paul (29.6.), an dem traditionellerweise in der katholischen Kirche Priesterweihen stattfinden.

Sieben Pilgerkirchen findet man in Rom – darunter St. Peter und St. Paul. St. Paul liegt vor den alten Stadtmauern: Hier finden sich als Reliquien die Köpfe der beiden großen Apostel nebeneinander, friedlich vereint. Doch so friedlich war das Verhältnis nicht: Petrus war einer der ersten Begleiter Jesu – und jüdisch geprägt. Erst durch einen Traum lernte er, dass nicht nur Juden, sondern auch die Heiden getauft werden konnten. Und auch Paulus hatte Visionen.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Weltbaustein CO2
Ein global gut gemischtes Gas auf dem Prüfstand (3).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Es war einmal ein Planet ohne Lebewesen. Zuerst war er ein wahrer Hexenkessel aus verschiedenen Gasen, die sich mischten und um eine Achse drehten. Es war unvorstellbar heiß. Die Schwerkraft kam ins Spiel, die Gase verdichteten sich, ein fester Körper entstand. Schließlich bildete sich die Atmosphäre. Es begann zu regnen. Aus dem Gasgemisch in der Atmosphäre verband sich Wasserstoff mit Sauerstoff, fiel als Tropfen auf die glühende Oberfläche des Balls, verdunstete sofort und stieg als Dampf wieder auf.

So ging das Millionen von Jahre, bis die Glut abgekühlt war und die Weltmeere entstanden. Die Kontinente wurden geboren und Kohlenstoff, der Grundbaustein für alles auf der Welt, formte sich zu Baumriesen, aber auch zu Gebirgen. Die Bäume trugen dazu bei, dass das Weltklima abkühlte, denn bei der Photosynthese wird das klimaerwärmende Gas CO2 - zwei Moleküle Sauerstoff und ein Molekül Kohlenstoff – aus der Luft gefiltert. Der Kohlenstoff wandert in den Baum, der Sauerstoff wird freigesetzt. Riesige Wälder entstanden, die Milliarden Tonnen CO2 banden. In den Weltmeeren lebten Millionen Tonnen Algen.

Diese Wasserpflanzen tun dasselbe wie Bäume und andere grüne Pflanzen: sie wandeln mittels Photosynthese Kohlendioxid in Kohlenstoff und Sauerstoff um. Wenn ihr Lebenszyklus beendet ist, sinken sie auf den Meeresgrund. Dort mischten sich in der Frühzeit der Erde Millionen Tonnen organisches, kohlenstoffreiches Material mit Sedimenten. Unter hohem Druck entstanden in einem langen Prozess riesige Erdölreservoirs. Erdgas, das oft an denselben Fundstätten wie Erdöl lagert, entsteht auf ähnliche Weise: organisches Material, große Tiefe, Druck und Hitze sind daran beteiligt.

Der Kohlenstoff in den Baumriesen der Erd-Urzeit hingegen verwandelte sich in Kohle. Gemeinsam ist den drei Substanzen: Werden sie verbrannt, wird Kohlenstoff freigesetzt. Er verbindet sich mit Sauerstoff und das Treibhausgas CO2 entsteht. Kein Wunder, dass es auf der Welt heißer wird, denn vereinfacht gesagt passiert nun alles rückwärts. Wir setzen frei, was einst frei war. Und jetzt kommt's: Die Summe aller Energien bleibt gleich. Wenn wir so weitermachen, wird das frei gesetzte CO2 unsere Erde möglicherweise wieder in einen glühenden Ball verwandeln. Doch was genau ist CO2? Wie entsteht es? Wie vergeht es? Warum verwandeln sich 500 Tonnen Treibstoff in 1000 Tonnen CO2? Warum ist das schädliche Klima-Gas so haltbar?


09:30 Radiokolleg – 30 Jahre Gender Trouble
Wie Judith Butler die queer Theory erfand (3).
Gestaltung: Irmgard Wutscher

Dieses Jahr wird eines der einflussreichsten philosophischen Werke dreißig Jahre alt: "Gender Trouble" erschienen 1990 auf Englisch, 1991 unter dem Titel "Das Unbehagen der Geschlechter" auf Deutsch machte Judith Butler zu einer der bekanntesten Philosoph/innen überhaupt. Sie genießt Popstar-Status und auf den Universitäten gab es seit den 1990er Jahren einen regelrechten Butler-Hype.

Die Einsicht zu "Gender Trouble" soll der jungen Judith Butler beim Besuch einer Travestie-Show gekommen sein, wo sie feststellen musste, dass diese Männer* Weiblichkeit wesentlich überzeugender darstellten, als sie es je können würde.

Aus diesem Gendanken heraus, so die Legende, entwickelte Butler ihre Ideen zur Dekonstruktion von Gender.

Ausgehend von Simone de Beauvoirs Aussage "Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht" postuliert Butler, dass Geschlecht keine natürliche oder ontologische Tatsache ist, sondern durch Handlungen hergestellt werden muss – doing gender. Frau-Sein oder Mann-Sein sind sehr instabile Angelegenheiten, es gibt z.b. widersprüchliche Anforderungen was Mann-Sein in welchem Kontext bedeutet, deswegen muss die Verwirklichung von Männlichkeit scheitern beziehungsweise permanent aufs Neue performativ hergestellt werden.

Das bezieht Butler nicht nur auf das soziale Geschlecht – gender - sondern auch auf das biologische Geschlecht – sex. Auch der Geschlechtskörper existiert laut Butler nicht als natürliche Tatsache außerhalb einer sprachlichen Realität.

So abstrakt diese Gedanken aber erst einmal sind, so praktisch haben sie sich in den letzten dreißig Jahren auf unser Leben ausgewirkt: Etwa bei der Gender Medizin, wo erkannt wurde, dass Medikamente sich auf Frauenkörper anders auswirken als auf Männerkörper. Oder die (stärkere) öffentliche Wahrnehmung von Transgender-Rechten und Intersex-Personen, was unter anderem zu einer dritten Geschlechtsoption im Pass geführt hat und auf Facebook zu der Tatsache, dass mensch zwischen 58 Option auswählen kann, das eigene Gender zu benennen.

Gerade die Dekonstruktion der Kategorien "Frau" und "Mann" ist es aber auch, die Butler zu einer der prominentesten Reibefiguren gemacht hat - in den unterschiedlichsten Kontexten. Zum einen stellt Butler eine der zentralen Kategorien der feministischen Wissenschaft "die Frau" infrage, was auch ein Problem für politische Forderungen des Feminismus darstellt. Auf der anderen Seite ist Gender vor allem für die rechtspopulistische Welt ein rotes Tuch, für Politiker wie Orban über Bolsonaro bis zur FPÖ.

Was kann man also sagen über ein hochphilosophisches Werk, das wahrscheinlich die wenigsten gelesen haben und zu dem trotzdem jede*r eine Meinung hat? Irmgard Wutscher arbeitet Gender Trouble noch einmal auf und fragt sich, welche Veränderungen es in den letzten dreißig Jahren ausgelöst hat.


09:45 Radiokolleg – Die Insel der Klänge
Eine musikalische Reise durch Sardinien (3).
Gestaltung: Verena Gruber

Wer nach Sardinien reist, findet nicht nur ein Badeparadies. Die Insel ist auch ein Paradies der musikalischen Sprachen, die alle einen Ursprung haben: Die Musik entspringt der Natur, die in Sardinien gleichermaßen schroff und karg, wild und windig, exotisch und still ist. Vom archaischen Gesang des Canto a Tenore über die Schilfrohrpfeife, die Launeddas, von den traditionellen ethnischen Klängen hin zu den Jazzfestivals – die Spuren gehen zurück zu den Anfängen.

Die Launedda wurde bereits vor 3.000 Jahren in Sardinien nachgewiesen.

Sie soll bereits in der jahrtausendalten Nuraghenkultur eine Rolle gespielt haben. Der Canto a Tenore, der mehrstimmigen a capella Männergesang, ist eine der ältesten Gesangsformen Europas und gehört zum immateriellen Weltkulturerbe. An deren Anfang stehen die Schafhirten auf den einsamen Weiden in den Bergen Sardiniens standen.

Heute wird in Sardinien bei Volksfesten und Prozessionen, auf Dorfplätzen und in Vereinen, immer noch die alte Tradition gepflegt. In den Musikschulen und Konservatorien, in Konzerthäusern und in den Clubs der Insel wird experimentiert und viele sardische Musiker*innen touren heute erfolgreich durch Europa.

Das Vokalquartett "Tenores di Bitti" arbeitete mit Lester Bowie oder Ornette Coleman zusammen und trägt den sardischen Männergesang in die Welt. Belgische Musiker vom Ensemble Graindelavoix und italienische Sänger treffen aufeinander. Paolo Fresu, Gavino Murgia oder Enzo Favata vereinen in ihrer Musik den zeitgenössischen Jazz, mit Folklore, Minimalismus, Avantgarde und Soundscapes. Elena Ledda, eine der führenden Sängerinnen der Insel, ist ausgebildete Opernsängerin und sammelt seit Jahren die alten Gesänge ihrer Heimat und kreiert damit neue freie Musikformen. Die sardische Sängerin Franca Masu, eine weitere Grande Dame des Mittelmeeres, lässt in ihre Lieder die Lebensfreude des Jazz, die Saudade des Fados und die Leidenschaft des Tangos fließen. Eine Radiokollegreihe von Verena Gruber ist eine Reise durch die spannenden und geheimnisvollen Klangwelten Sardiniens. Fernweh garantiert!


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Mit Nadja Kayali
"Ludwigs Sonatensommer" – Ludwig van Beethoven: Sonate für Klavier in Es-Dur op. 7

Als "Grande Sonate" hat Ludwig van Beethoven seine 1796/97 entstandene Klaviersonate in Es-Dur bezeichnet. Groß ist sie nicht allein wegen ihrer Ausdehnung, sondern auch aufgrund ihres Anspruches. Davon zeugt bereits die Veröffentlichung als einzelne Opusnummer. Bereits Carl Czerny attestierte der Sonate "Leidenschaft". Ob diese Leidenschaft in Verbindung mit der Widmungsträgerin des Werkes, Babette Keglevics, zu sehen ist?


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Sommer". Von Inger Edelfeldt. Aus dem Schwedischen von Hedwig M. Binder. Es liest Gerda Lischka

Meer, Wind, Sonne und ein Himmel von einem unglaublichen Blau – so erlebt ein junges Mädchen den Sommer. Es denkt in Bildern und Geheimnissen und nimmt im Gegensatz zur Schwester die feinsten Nuancen und Stimmungen wahr. Als in der Nähe des elterlichen Wohnhauses jemand in einem Wagen verunglückt, gerät noch mehr Aufregung in jene weit offenen Mittsommertage.

Gestaltung: Judith Raab
Präsentation: Antonia Löffler


11:25 nach-gehört
Edition Ö1.


11:30 Des Cis
mit Marie-Theres Himmler.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Dirigent: Osmo Vänskä; Martin Fröst, Klarinette. Samuel Barber: Symphonie Nr. 1 op. 9 * Aaron Copland: Konzert für Klarinette und Orchester * Zugabe des Solisten: Traditional/Göran Fröst: Klezmer Dance Nr. 3 * Jean Sibelius: Symphonie Nr. 4 a-Moll op. 63 (aufgenommen am 19. Mai 2019 in der Berliner Philharmonie).
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Das Objekt der Begierde
Ein Sommer voller Museen in Österreich 1


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die historische Rolle der frühmittelalterlichen Troubadoure. Mit Peter Cichon, Institut für Romanistik, Universität Wien.
Gestaltung: Ute Maurnböck

Die fin´damor, die feine Minne, gehörte zum Höchsten im Repertoire der frühmittelalterlichen Troubadours und Trouvères. Sie waren Dichter, Sänger und Komponisten. In Südfrankreich wirkten die Troubadours (Trobadors), die in der galloromanischen Sprache Okzitanisch dichteten, in Nordfrankreich ihr Pendant, die Trouvères. Wie in der mittelhochdeutschen Minnelyrik verklärte der Interpret in einer ausgearbeiteten Poesiesprache auf kunstvolle Weise seine platonische Liebe zu einer domna, der idealen Frau.

Ihre Schönheit und Tugend, ihre Sittsamkeit wie auch ihr Auftreten wurden besungen – und immer war sie, weil mit dem Lehensherr verheiratet, unerreichbar.

Ob bürgerlich, aus dem Hochadel oder Klerus: die Interpreten lernten ihr Handwerk meist in eigenen Schulen und begleiteten sich auf der Drehleier. Als erster überlieferter Troubadour/Trobador gilt Wilhelm IX, der Herzog von Aquitanien. Aber auch weibliche Gegenstücke gab es: Troubairitz genannt, die ihr Ideal der höfischen Liebe besangen. Mit den Kreuzzügen gegen die Katharer (Albigenser) fand die okzitanische höfische Gesellschaft mit ihren Bräuchen ein Ende.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wie Freiräume neue Stadtkonzepte formen
Von Paul Lohberger

Wem gehört der Park? Den Jugendlichen, den älteren Leuten oder den Obdachlosen, die im Sommer dort übernachten? Und was wollen wir auf der Straße? Mehr Schanigärten oder Parkplätze? Jedenfalls war die Straße immer schon ein Ort der Repräsentation – für Machthaber, für Flaneure und auch für Proteste. Vor über 30 Jahren brachte die Loveparade die Clubkultur auf die Straßen Berlins. Das ist Geschichte, aber die Idee lebt weiter. In den weitläufigen Strukturen von Berlin entfalteten sich alternative Stadtnutzungen lange Zeit sehr ungestört. Immobilien-Investoren werden daher als besonders störend empfunden.

Als Gegenentwurf zur dichten Bebauung, die maximalen Profit verspricht und wenig öffentlichen Raum zum Leben lässt, dient auch das Holzmarkt-Areal zum Wohnen und Arbeiten. Es bietet einen Freiraum, der allen offen steht. – In Wien wurde vor 20 Jahren das Museumsquartier bewusst als urbane Lounge geschaffen. Ein Raum, der seine Funktion erst entwickeln sollte. Könnte das Freiheit bedeuten?


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
präsentiert von Gerhard Hafner. Accademia Bizantina, Leitung: Ottavio Dantone; Delphine Galou, Alt; Sophie Rennert, Mezzosopran. Johann Adolph Hasse: "Marc Antonio e Cleopatra", Serenata a due voci, archi e basso continuo (aufgenommen am 11. November 2018 im Sala Pau Casals des L'Auditori de Barcelona)

1699 in einem kleinen Dorf unweit von Hamburg geboren, ging Johann Adolf Hasse als junger Mann nach Neapel, um dort sein Glück zu finden. Und der Plan ging auf. Innerhalb weniger Jahre wurde er einer der gefeiertsten Opernkomponisten seiner Ära.

Das erste Werk, das Johann Adolph Hasse in Neapel zur Aufführung brachte war die Serenata "Marc' Antonio e Cleopatra". Das Werk knüpft an die historische Situation nach der Seeschlacht von Actium anno 31 v. Chr. an: Antonius und die mit ihm verbündete ägyptische Königin Cleopatra waren Octavian, dem späteren Kaiser Augustus unterlegen und durchleben nun eine Reihe starker Gefühle, an deren Ende der Entschluss steht, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden Für den Erfolg der 1725 uraufgeführten Serenata bürgten damals zwei Sänger, die noch heute Legenden sind: die Altistin Vittoria Tesi in der Hosenrolle des Marcus Antonius und der Kastrat Farinelli als Königin Kleopatra. Am 11. November 2018 schlüpften die französische Altistin Delphine Galou und die österreichische Mezzosopranistin Sophie Rennert in die Rollen des römischen Feldherrn und der mythenumraunten Pharaonin. Begleitet von der Accademia Bizantina unter Ottavio Dantone durchlebten beiden Sängerinnen im L'Auditori de Barcelona die von Hasse in Noten gegossenen letzten Stunden des antiken Liebespaares.


21:00 Salzburger Nachtstudio
Perspektiven des Fremdenverkehrs
Gestaltung: Martin Haidinger

Vor hundert Jahren riet der Dichter Joachim Ringelnatz in einem Gedicht dem Sommerfrischler ein luftiges "Wölkchen aus dem Wolkenweiß" zu zupfen, "das durch den sonnigen Himmel schreitet." Und er richtete einen Appell an den Erholungssuchenden: "Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser. Weil`s wohltut, weil`s frommt."

Ein Idyll! Ist es genau das, was die Österreicher und -innen in diesem Sommer 2020 erleben werden, da die erste Jahreshälfte einem globalen Abenteuerurlaub durch die Turbulenzen und den "Shutdown" der Corona-Krise glich? Werden wir die Ruhe im eigenen Land suchen und auch finden?

Oder werden wir vielmehr Zeugen von Krisenszenarien eines krachenden Wirtschaftszweiges?

Wie weit muss man reisen, was alles unternehmen, damit eine Urlaubsreise befriedigend ausfällt? Was ist überhaupt Erholung? Diese Fragen wurden zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich beantwortet.

Das Eintauchen in erholsame Welten war für den Philosophen Jean-Jacques Rousseau 1761 vor allem mit unberührter Natur verbunden: "Alle Menschen werden die Wahrnehmungen machen, dass man in den Bergen, wo die Luft rein und dünn ist, freier atmet und sich körperlich leichter und geistig heiterer fühlt."

Seit dieser Epoche des beschaulichen Ur-Tourismus haben Stress und Wettbewerbsdruck im Freizeitverhalten der Bewohner wohlhabender Länder Einzug gehalten – sei es bei teuren Luxus-Individualreisen, ehrgeizigem Extremalpinismus oder bei billigem Pauschaltourismus mit hektischen Animationsprogrammen.

Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschafter widmen sich in einer Sendung von Martin Haidinger dem Wandel der Sommerfrische zum Massentourismus und den Arbeitsbedingungen im für Österreich so wichtigen Fremdenverkehr in Vergangenheit und Gegenwart.


21:55 nach-gehört
Edition Ö1.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Weltbaustein CO2.Ein global gut gemischtes Gas auf dem Prüfstand (3).
Gestaltung: Sabine Nikolay

30 Jahre Gender Trouble. Wie Judith Butler die queer Theory erfand (3).
Gestaltung: Irmgard Wutscher

Die Insel der Klänge. Eine musikalische Reise durch Sardinen (3).
Gestaltung: Verena Gruber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.
Gestaltung: Astrid Schwarz

*

Donnerstag, 2. Juli 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Traum-Reisen". Träume begleiten die Menschen, meint der katholische Theologe und Priester Johann Pock, Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien

So viele geplante Traumreisen können in diesem Sommer nicht stattfinden. Träume von fernen Ländern und Menschen, die zumindest vorläufig unerfüllt bleiben. Doch Träume begleiten die Menschen, meint der katholische Theologe und Priester Johann Pock, Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien. Träume spielen schon in der Bibel eine wichtige Rolle und sie ranken sich besonders um die wichtigen Ereignisse im Leben: Von der Traumhochzeit bis zum Traumhaus. "Für mich war es ein Traum, in Rom zu studieren, im Zentrum der römisch-katholischen Welt", erzählt Pock in seinen "Gedanken für den Tag" rund um das Fest Peter und Paul (29.6.), an dem traditionellerweise in der katholischen Kirche Priesterweihen stattfinden.

Sieben Pilgerkirchen findet man in Rom – darunter St. Peter und St. Paul. St. Paul liegt vor den alten Stadtmauern: Hier finden sich als Reliquien die Köpfe der beiden großen Apostel nebeneinander, friedlich vereint. Doch so friedlich war das Verhältnis nicht: Petrus war einer der ersten Begleiter Jesu – und jüdisch geprägt. Erst durch einen Traum lernte er, dass nicht nur Juden, sondern auch die Heiden getauft werden konnten. Und auch Paulus hatte Visionen.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Weltbaustein CO2
Ein global gut gemischtes Gas auf dem Prüfstand (4).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Es war einmal ein Planet ohne Lebewesen. Zuerst war er ein wahrer Hexenkessel aus verschiedenen Gasen, die sich mischten und um eine Achse drehten. Es war unvorstellbar heiß. Die Schwerkraft kam ins Spiel, die Gase verdichteten sich, ein fester Körper entstand. Schließlich bildete sich die Atmosphäre. Es begann zu regnen. Aus dem Gasgemisch in der Atmosphäre verband sich Wasserstoff mit Sauerstoff, fiel als Tropfen auf die glühende Oberfläche des Balls, verdunstete sofort und stieg als Dampf wieder auf.

So ging das Millionen von Jahre, bis die Glut abgekühlt war und die Weltmeere entstanden. Die Kontinente wurden geboren und Kohlenstoff, der Grundbaustein für alles auf der Welt, formte sich zu Baumriesen, aber auch zu Gebirgen. Die Bäume trugen dazu bei, dass das Weltklima abkühlte, denn bei der Photosynthese wird das klimaerwärmende Gas CO2 - zwei Moleküle Sauerstoff und ein Molekül Kohlenstoff – aus der Luft gefiltert. Der Kohlenstoff wandert in den Baum, der Sauerstoff wird freigesetzt. Riesige Wälder entstanden, die Milliarden Tonnen CO2 banden. In den Weltmeeren lebten Millionen Tonnen Algen.

Diese Wasserpflanzen tun dasselbe wie Bäume und andere grüne Pflanzen: sie wandeln mittels Photosynthese Kohlendioxid in Kohlenstoff und Sauerstoff um. Wenn ihr Lebenszyklus beendet ist, sinken sie auf den Meeresgrund. Dort mischten sich in der Frühzeit der Erde Millionen Tonnen organisches, kohlenstoffreiches Material mit Sedimenten. Unter hohem Druck entstanden in einem langen Prozess riesige Erdölreservoirs. Erdgas, das oft an denselben Fundstätten wie Erdöl lagert, entsteht auf ähnliche Weise: organisches Material, große Tiefe, Druck und Hitze sind daran beteiligt.

Der Kohlenstoff in den Baumriesen der Erd-Urzeit hingegen verwandelte sich in Kohle. Gemeinsam ist den drei Substanzen: Werden sie verbrannt, wird Kohlenstoff freigesetzt. Er verbindet sich mit Sauerstoff und das Treibhausgas CO2 entsteht. Kein Wunder, dass es auf der Welt heißer wird, denn vereinfacht gesagt passiert nun alles rückwärts. Wir setzen frei, was einst frei war. Und jetzt kommt's: Die Summe aller Energien bleibt gleich. Wenn wir so weitermachen, wird das frei gesetzte CO2 unsere Erde möglicherweise wieder in einen glühenden Ball verwandeln. Doch was genau ist CO2? Wie entsteht es? Wie vergeht es? Warum verwandeln sich 500 Tonnen Treibstoff in 1000 Tonnen CO2? Warum ist das schädliche Klima-Gas so haltbar?


09:30 Radiokolleg – 30 Jahre Gender Trouble
Wie Judith Butler die queer Theory erfand (4).
Gestaltung: Irmgard Wutscher

Dieses Jahr wird eines der einflussreichsten philosophischen Werke dreißig Jahre alt: "Gender Trouble" erschienen 1990 auf Englisch, 1991 unter dem Titel "Das Unbehagen der Geschlechter" auf Deutsch machte Judith Butler zu einer der bekanntesten Philosoph/innen überhaupt. Sie genießt Popstar-Status und auf den Universitäten gab es seit den 1990er Jahren einen regelrechten Butler-Hype.

Die Einsicht zu "Gender Trouble" soll der jungen Judith Butler beim Besuch einer Travestie-Show gekommen sein, wo sie feststellen musste, dass diese Männer* Weiblichkeit wesentlich überzeugender darstellten, als sie es je können würde.

Aus diesem Gendanken heraus, so die Legende, entwickelte Butler ihre Ideen zur Dekonstruktion von Gender.

Ausgehend von Simone de Beauvoirs Aussage "Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht" postuliert Butler, dass Geschlecht keine natürliche oder ontologische Tatsache ist, sondern durch Handlungen hergestellt werden muss – doing gender. Frau-Sein oder Mann-Sein sind sehr instabile Angelegenheiten, es gibt z.b. widersprüchliche Anforderungen was Mann-Sein in welchem Kontext bedeutet, deswegen muss die Verwirklichung von Männlichkeit scheitern beziehungsweise permanent aufs Neue performativ hergestellt werden.

Das bezieht Butler nicht nur auf das soziale Geschlecht – gender - sondern auch auf das biologische Geschlecht – sex. Auch der Geschlechtskörper existiert laut Butler nicht als natürliche Tatsache außerhalb einer sprachlichen Realität.

So abstrakt diese Gedanken aber erst einmal sind, so praktisch haben sie sich in den letzten dreißig Jahren auf unser Leben ausgewirkt: Etwa bei der Gender Medizin, wo erkannt wurde, dass Medikamente sich auf Frauenkörper anders auswirken als auf Männerkörper. Oder die (stärkere) öffentliche Wahrnehmung von Transgender-Rechten und Intersex-Personen, was unter anderem zu einer dritten Geschlechtsoption im Pass geführt hat und auf Facebook zu der Tatsache, dass mensch zwischen 58 Option auswählen kann, das eigene Gender zu benennen.

Gerade die Dekonstruktion der Kategorien "Frau" und "Mann" ist es aber auch, die Butler zu einer der prominentesten Reibefiguren gemacht hat - in den unterschiedlichsten Kontexten. Zum einen stellt Butler eine der zentralen Kategorien der feministischen Wissenschaft "die Frau" infrage, was auch ein Problem für politische Forderungen des Feminismus darstellt. Auf der anderen Seite ist Gender vor allem für die rechtspopulistische Welt ein rotes Tuch, für Politiker wie Orban über Bolsonaro bis zur FPÖ.

Was kann man also sagen über ein hochphilosophisches Werk, das wahrscheinlich die wenigsten gelesen haben und zu dem trotzdem jede*r eine Meinung hat? Irmgard Wutscher arbeitet Gender Trouble noch einmal auf und fragt sich, welche Veränderungen es in den letzten dreißig Jahren ausgelöst hat.


09:45 Radiokolleg – Die Insel der Klänge
Eine musikalische Reise durch Sardinien (4).
Gestaltung: Verena Gruber

Wer nach Sardinien reist, findet nicht nur ein Badeparadies. Die Insel ist auch ein Paradies der musikalischen Sprachen, die alle einen Ursprung haben: Die Musik entspringt der Natur, die in Sardinien gleichermaßen schroff und karg, wild und windig, exotisch und still ist. Vom archaischen Gesang des Canto a Tenore über die Schilfrohrpfeife, die Launeddas, von den traditionellen ethnischen Klängen hin zu den Jazzfestivals – die Spuren gehen zurück zu den Anfängen.

Die Launedda wurde bereits vor 3.000 Jahren in Sardinien nachgewiesen.

Sie soll bereits in der jahrtausendalten Nuraghenkultur eine Rolle gespielt haben. Der Canto a Tenore, der mehrstimmigen a capella Männergesang, ist eine der ältesten Gesangsformen Europas und gehört zum immateriellen Weltkulturerbe. An deren Anfang stehen die Schafhirten auf den einsamen Weiden in den Bergen Sardiniens standen.

Heute wird in Sardinien bei Volksfesten und Prozessionen, auf Dorfplätzen und in Vereinen, immer noch die alte Tradition gepflegt. In den Musikschulen und Konservatorien, in Konzerthäusern und in den Clubs der Insel wird experimentiert und viele sardische Musiker*innen touren heute erfolgreich durch Europa.

Das Vokalquartett "Tenores di Bitti" arbeitete mit Lester Bowie oder Ornette Coleman zusammen und trägt den sardischen Männergesang in die Welt. Belgische Musiker vom Ensemble Graindelavoix und italienische Sänger treffen aufeinander. Paolo Fresu, Gavino Murgia oder Enzo Favata vereinen in ihrer Musik den zeitgenössischen Jazz, mit Folklore, Minimalismus, Avantgarde und Soundscapes. Elena Ledda, eine der führenden Sängerinnen der Insel, ist ausgebildete Opernsängerin und sammelt seit Jahren die alten Gesänge ihrer Heimat und kreiert damit neue freie Musikformen. Die sardische Sängerin Franca Masu, eine weitere Grande Dame des Mittelmeeres, lässt in ihre Lieder die Lebensfreude des Jazz, die Saudade des Fados und die Leidenschaft des Tangos fließen. Eine Radiokollegreihe von Verena Gruber ist eine Reise durch die spannenden und geheimnisvollen Klangwelten Sardiniens. Fernweh garantiert!


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt
Mit Hans Georg Nicklaus
Klassikfans und ihre Meinungen im WWW

Ein Blick in Online-Klassikportale und Social-Media-Plattformen, in denen eifrig über Musik, Aufnahmen und Interpretation diskutiert wird. Die Corona-Krise hat zudem etliche Orchester und Ensembles zu neuen Konzertformaten im Internet gezwungen. Aber auch unabhängig von Corona begeben sich etliche Orchester seit einiger Zeit – manche zögerlich, manche sehr aktiv – auf das Feld der Social Media und kommunizieren mit ihren Fans.

Teilweise heftige Diskussionen um Aufnahmen, 'richtige' und 'falsche' Interpretationen finden sich in "Fachportalen" zu bestimmten Musikgenres oder auf YouTube. Ausgewählt wirft einen Blick in die Web-Diskussionen und nimmt akustische Kostproben.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
'Killer's Job' von Tamta Melaschwili. Aus dem Georgischen von Irma Schiolaschwili und Susanne Schmidt. Es liest Chris Pichler.

"Ich bin Killer von Beruf. Ich weiß nicht, wie viele ich schon in die ewigen Jagdgründe geschickte habe; ich habe sie nie gezählt."

Der Klient ist überrascht: sein Gegenüber, mit dem er in jenem Café die ersten Worte wechselt, ist eine ganz normal wirkende unauffällige junge Frau.

Gestaltung: Friederike Raderer


11:25 nach-gehört
Edition Ö1.


11:30 Des Cis
mit Andreas Maurer. BEETHOVEN ESSENZIELL

DesCis bringt anlässlich des Beethovenjahres 2020 eine wöchentliche Serie unter dem Titel "Beethoven – essenziell". In 250 Sekunden wollen wir immer am Donnerstag versuchen den Menschen, das Werk, die Zeit und die Auswirkungen dieses so herausragenden Künstlers zu beleuchten – zur Feier der 250. Wiederkehr des Geburtstages Beethovens.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
Unverwelkliches Faszinosum Carlos Kleiber

Seine Imitatoren am Dirigentenpult sind bereits ergraut und werden müde, doch der Nachruhm Carlos Kleibers lebt. Eine geradezu rattenfängerisch alle in Bann ziehende Erscheinung war dieser vor 90 Jahren geborene exzeptionelle Musiker, scheinbar dazu geschaffen, vor dem Orchester mithilfe ausgefeilter Gestensprache selbst zu Musik zu werden. In die 1970er und 80er Jahre fällt Carlos Kleibers Hoch-Zeit, in schmalem und mit den Jahren immer schmaler werdendem Repertoire; jeder Auftritt grundsätzlich eine Sensation, die Platteneinspielungen legendenumweht.

"Seine" Werke im Theater, "Der Rosenkavalier", "Tristan und Isolde", "La traviata", "Otello", "La Bohème" und "Carmen", auch "Elektra", "Wozzeck", dazu "Die Fledermaus" und im Studio "Der Freischütz", sind mindestens akustisch reichlich dokumentiert, biografische Literatur erschließt die komplexe, ja problematische Persönlichkeit eines Interpreten, dessen man sich nirgendwo sicher sein konnte, und dem die Welt gerade deshalb zu Füßen lag.


15:30 Moment


15:55 Ö1 Kinderjournal
Rudi präsentiert jeden Donnerstag das Ö1 Kinderjournal

Rudi besucht seine Kolleginnen und Kollegen in der Nachrichtenredaktion. Denn Donnerstag ist Nachrichtentag. Der Radiohund fragt, was es diese Woche in Österreich, Europa und der Welt Neues gibt.


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Leben retten ist einfach
Isabelle Engels

Stell dir folgende Situation vor: ein Mensch bricht plötzlich zusammen und bleibt reglos liegen. Du kommst gerade vorbei. Was tun? Das Wichtigste ist, dass du etwas tust. Du musst keine Angst haben, dass du "falsch hilfst". Das Schlechteste wäre nämlich, nichts zu tun. Ein bewusstloser Mensch kann sich nicht selbst helfen und würde wahrscheinlich sterben.

Es ist eigentlich ganz einfach, Leben zu retten. Nach dem Motto "Prüfen, rufen, drücken!" überprüft man zuerst, ob die Person bei Bewusstsein ist und atmet. Wenn das nicht der Fall ist, ruft man die Rettung an. Bis diese eintrifft, drückt man schnell und oft auf die Mitte des Brustkorbs, d.h. man führt eine Herzdruckmassage durch. Was das ist und wie es geht, haben die Ö1-Kinderunireporter/innen Alexander, Maximilian, Anna, Moritz, Emilia und Annalisa im Workshop mit den Intensivmediziner/innen Oliver Tringler und Kerstin Ratschiller geübt und geben gemeinsam ihr Wissen an die Hörer/innen weiter.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Das Objekt der Begierde
Ein Sommer voller Museen in Österreich 1


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die historische Rolle der frühmittelalterlichen Troubadoure. Mit Peter Cichon, Institut für Romanistik, Universität Wien.
Gestaltung: Ute Maurnböck

Die fin´damor, die feine Minne, gehörte zum Höchsten im Repertoire der frühmittelalterlichen Troubadours und Trouvères. Sie waren Dichter, Sänger und Komponisten. In Südfrankreich wirkten die Troubadours (Trobadors), die in der galloromanischen Sprache Okzitanisch dichteten, in Nordfrankreich ihr Pendant, die Trouvères. Wie in der mittelhochdeutschen Minnelyrik verklärte der Interpret in einer ausgearbeiteten Poesiesprache auf kunstvolle Weise seine platonische Liebe zu einer domna, der idealen Frau.

Ihre Schönheit und Tugend, ihre Sittsamkeit wie auch ihr Auftreten wurden besungen – und immer war sie, weil mit dem Lehensherr verheiratet, unerreichbar.

Ob bürgerlich, aus dem Hochadel oder Klerus: die Interpreten lernten ihr Handwerk meist in eigenen Schulen und begleiteten sich auf der Drehleier. Als erster überlieferter Troubadour/Trobador gilt Wilhelm IX, der Herzog von Aquitanien. Aber auch weibliche Gegenstücke gab es: Troubairitz genannt, die ihr Ideal der höfischen Liebe besangen. Mit den Kreuzzügen gegen die Katharer (Albigenser) fand die okzitanische höfische Gesellschaft mit ihren Bräuchen ein Ende.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Das Monatsmagazin
Moderation und Redaktion: Armin Stadler


19:30 Das Ö1 Konzert
Artis Quartett; Adrian Eröd, Bariton. Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett C-Dur KV 465, "Dissonanzenquartett" * Iván Eröd: Canti di un Ottantenne op. 95 (Uraufführung, Auftragswerk der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien) * Alexander Zemlinsky: Streichquartett Nr. 4 op. 25 (aufgenommen am 18. Juni im Gläsernen Saal des Wiener Musikvereins).
Präsentation: Stephanie Maderthaner


21:00 Im Gespräch
"Kinder brauchen Freiheit" – Rosa Lyon im Gespräch mit Paulus Hochgatterer, Kinder- und Jugendpsychiater und Autor

Die sozialen Kontakte von Kindern und Jugendlichen wurden in den vergangenen Monaten massiv eingeschränkt. Vor Kontakt zu ihren Großeltern und älteren Menschen überhaupt wurde explizit gewarnt. Als "Virenschleudern" wurden Kinder beschrieben, die selbst von covid19 weitgehend verschont zu bleiben scheinen. Wenig Beachtung fand in dieser Zeit, wie Kinder und Jugendliche die Krise erleben.

Was bedeutet es, heute Kind zu sein? Wie geht "glückliche Kindheit" in Zeiten einer weltweiten Gesundheitskrise, bald wohl einer weltweiten Wirtschaftskrise?

Paulus Hochgatterer leiht Kindern nicht nur seine Ohren, er leiht ihnen auch seine Stimme: Als Kinder und Jugendpsychiater, sowie als Autor von Romanen. In seiner Klinik in Tulln behandelt er Kinder, die Gewalt und Missbrauch erleben mussten. In seinen Büchern übt er Kritik an unserer Gesellschaft, auch stellvertretend für jene Kinder, die es selbst nicht können.

Im Gespräch mit Rosa Lyon geht es um Angst, Achtung, Abstand und Anstand.


21:55 nach-gehört
Edition Ö1.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Weltbaustein CO2.Ein global gut gemischtes Gas auf dem Prüfstand (4).
Gestaltung: Sabine Nikolay

30 Jahre Gender Trouble. Wie Judith Butler die queer Theory erfand (4).
Gestaltung: Irmgard Wutscher

Die Insel der Klänge. Eine musikalische Reise durch Sardinen (4).
Gestaltung: Verena Gruber


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
"Fame Over" von Lukas König und Leo Riegler

Zwei österreichische Freestyle-Musiker haben sich 2008 zum Performance-Duo koenigleopold formiert; nach Lukas König – einer der Aktivisten neben Leo Riegler - als "brachial-dadaistisches Kunstprojekt" ausgerufen, sorgten die beiden mit ihrem Hit "Kohlhauser" für ordentlich Furore, das war 2013. Sieben Jahre und einige Alben später, gibt es Aktuelles zu vermelden: Unter neuem Namen König Riegler, geboren 2019 beim 40. Internationalen Jazzfestival Saalfelden 2019, mit Leo Riegler, Altsaxofon, electronics und Stimme und Lukas König, Schlagzeug, Synthesizer und Trompete, präsentierten die zwei am 17. Juni im ORF RadioKulturhaus ihr jüngstes Album "Fame Over". Im Mittelpunkt stand dabei die Ästhetik der experimentellen freien Improvisation; das Spektrum reicht von mitreißend bis verstörend, von lustvoll bis peinigend.

Gestaltung: Marlene Schnedl

*

Freitag, 3. Juli 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Traum-Reisen". Träume begleiten die Menschen, meint der katholische Theologe und Priester Johann Pock, Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien

So viele geplante Traumreisen können in diesem Sommer nicht stattfinden. Träume von fernen Ländern und Menschen, die zumindest vorläufig unerfüllt bleiben. Doch Träume begleiten die Menschen, meint der katholische Theologe und Priester Johann Pock, Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien. Träume spielen schon in der Bibel eine wichtige Rolle und sie ranken sich besonders um die wichtigen Ereignisse im Leben: Von der Traumhochzeit bis zum Traumhaus. "Für mich war es ein Traum, in Rom zu studieren, im Zentrum der römisch-katholischen Welt", erzählt Pock in seinen "Gedanken für den Tag" rund um das Fest Peter und Paul (29.6.), an dem traditionellerweise in der katholischen Kirche Priesterweihen stattfinden.

Sieben Pilgerkirchen findet man in Rom – darunter St. Peter und St. Paul. St. Paul liegt vor den alten Stadtmauern: Hier finden sich als Reliquien die Köpfe der beiden großen Apostel nebeneinander, friedlich vereint. Doch so friedlich war das Verhältnis nicht: Petrus war einer der ersten Begleiter Jesu – und jüdisch geprägt. Erst durch einen Traum lernte er, dass nicht nur Juden, sondern auch die Heiden getauft werden konnten. Und auch Paulus hatte Visionen.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada Spezial
Oberösterreich. Landler, Almschroa und Andachtsjodler

Wolfgang Schlag führt in 9 musikalischen Essays durch die Bundesländer Österreichs und seine volksmusikalischen Regionen. Intrada spezial ist zu Gast bei den großen Persönlichkeiten und Ensembles der Volksmusik und erzählt auch vom jungen Engagement vieler Ensembles für die Erhaltung der reichen Schätze an Tänzen, Liedern und Jodlern.

Vom Bodensee bis zur pannonischen Ebene des Burgenlands zeigt sich die Vielfalt an Volksmusik, die ja auch immer wieder in der Klassik, in der Neuen Volksmusik und in der Neuen Musik ihre spannenden Spuren hinterlassen hat und so bis heute lebendig bleibt.

Im Innviertel lebt bis heute der Landler als eine der eigenwilligsten musikalischen Phänomene des Landes mit Wirkung bis in die Vorstadt von Linz, wo die attwengerischen Gstanzln zu Hause sind.

Franz Schubert und Friedrich Cerha staunten und ließen sich von den eigenwilligen Tänzen beeinflussen. Im oberösterreichischen Salzkammergut hingegen erklingen Jodler und Almschroa.

Klarinettenmusi und Viergesang sind aus dem Wirtshaus nicht wegzudenken. Im Traunviertel werden seit Jahrhunderten die so scheinbar einfach zu spielenden Maultrommeln hergestellt. Doch auch hier sind die Virtuosen der Volksmusik zu Hause.

U.a. mit und von: Familie Burgstaller, Attwenger, Die Goas, Goiserer Viergesang, Pernecker Klarinettenmusi, Mollner Maultrommler, Friedrich Cerha, Die Strebitzer, Volker Derschmidt.

Gestaltung: Wolfgang Schlag


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
"Karl Lubomirski: Träumer, Dichter, Realist". Von Karl Lubomirski. Es liest Helmuth A. Häusler.
Gestaltung: Martin Sailer

Träumer, Dichter, Realist – das ist eine treffende Charakterisierung des 1939 in Hall in Tirol geborenen Poeten Karl Lubomirski. In regem Gedankenaustausch mit Größen wie Karl Popper, Jean Améry, Friederike Mayröcker, Fulvio Tomizza und vielen anderen hat sich der Lyriker, Prosaist und Dramatiker als Gleichrangiger etabliert.

Der Band "Karl Lubomirski: Träumer, Dichter, Realist" zeigt den Schriftsteller als vielseitigen Denker, als Lyriker mit äußerster Präzision und auch humorvollen Erzähler.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Irene Suchy.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
Langjährige Brüder in Geist und Klang: Calexico und Iron & Wine

Die von Joey Burns und John Convertino gegründete Band Calexico aus Tucson, Arizona, und der aus South Carolina stammende Singer-Songwriter Sam Beam, der unter dem Namen "Iron & Wine" auftritt, verbindet musikalisch vieles im weiten Feld des Alternative Rock. Etwa jene unpolierte und erdige LoFi-Klangästhetik, die auch bei elektrifizierten Instrumenten sehr akustisch ausgerichtet bleibt.

Auch ihre Fankreise waren bald ziemlich deckungsgleich – ein Publikum, das sich zuvor schon von Giant Sand begeistern hatte lassen, dem mitgliederreichen Bandkollektiv also, in dem einst auch Burns und Convertino gespielt hatten. Und so haben Calexico und Iron & Wine bereits 2005 eine gemeinsame EP veröffentlicht und zusammen eine Tournee unternommen. Im Sommer 2019 erschien mit "Years to Burn" das erste kollaborativ produzierte Album. Die darauffolgende Tournee führte sie auch nach Europa, unter anderem in die Münchner Muffathalle. Dieses Konzert vom 11. November 2019 ist nun "In Concert" zu erleben.

Gestaltung: Michael Neuhauser


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß


16:00 Nachrichten


16:05 Da capo: Im Gespräch
"Kinder brauchen Freiheit" – Rosa Lyon im Gespräch mit Paulus Hochgatterer, Kinder- und Jugendpsychiater und Autor

Die sozialen Kontakte von Kindern und Jugendlichen wurden in den vergangenen Monaten massiv eingeschränkt. Vor Kontakt zu ihren Großeltern und älteren Menschen überhaupt wurde explizit gewarnt. Als "Virenschleudern" wurden Kinder beschrieben, die selbst von covid19 weitgehend verschont zu bleiben scheinen. Wenig Beachtung fand in dieser Zeit, wie Kinder und Jugendliche die Krise erleben.

Was bedeutet es, heute Kind zu sein? Wie geht "glückliche Kindheit" in Zeiten einer weltweiten Gesundheitskrise, bald wohl einer weltweiten Wirtschaftskrise?

Paulus Hochgatterer leiht Kindern nicht nur seine Ohren, er leiht ihnen auch seine Stimme: Als Kinder und Jugendpsychiater, sowie als Autor von Romanen. In seiner Klinik in Tulln behandelt er Kinder, die Gewalt und Missbrauch erleben mussten. In seinen Büchern übt er Kritik an unserer Gesellschaft, auch stellvertretend für jene Kinder, die es selbst nicht können.

Im Gespräch mit Rosa Lyon geht es um Angst, Achtung, Abstand und Anstand.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag.


17:55 Betrifft: Geschichte
Die historische Rolle der frühmittelalterlichen Troubadoure. Mit Peter Cichon, Institut für Romanistik, Universität Wien.
Gestaltung: Ute Maurnböck

Die fin´damor, die feine Minne, gehörte zum Höchsten im Repertoire der frühmittelalterlichen Troubadours und Trouvères. Sie waren Dichter, Sänger und Komponisten. In Südfrankreich wirkten die Troubadours (Trobadors), die in der galloromanischen Sprache Okzitanisch dichteten, in Nordfrankreich ihr Pendant, die Trouvères. Wie in der mittelhochdeutschen Minnelyrik verklärte der Interpret in einer ausgearbeiteten Poesiesprache auf kunstvolle Weise seine platonische Liebe zu einer domna, der idealen Frau.

Ihre Schönheit und Tugend, ihre Sittsamkeit wie auch ihr Auftreten wurden besungen – und immer war sie, weil mit dem Lehensherr verheiratet, unerreichbar.

Ob bürgerlich, aus dem Hochadel oder Klerus: die Interpreten lernten ihr Handwerk meist in eigenen Schulen und begleiteten sich auf der Drehleier. Als erster überlieferter Troubadour/Trobador gilt Wilhelm IX, der Herzog von Aquitanien. Aber auch weibliche Gegenstücke gab es: Troubairitz genannt, die ihr Ideal der höfischen Liebe besangen. Mit den Kreuzzügen gegen die Katharer (Albigenser) fand die okzitanische höfische Gesellschaft mit ihren Bräuchen ein Ende.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 #doublecheck – das Ö1 Medienmagazin


19:30 Das Ö1 Konzert
Beethoven 250.
Gestaltung: Gerhard Krammer

Die beiden großen musikalischen B's in diesem Jahr sind zweifelsfrei Beethoven und Buchbinder. Der Ausnahmepianist verkörpert wie nur ganz wenige Künstler die zu Ton werdende Klangvision des kompositorischen Genies. Der Beethoven-Enzyklopädist Rudolf Buchbinder hat von Beethoven "alles" gemacht – und oft in einem Stück: so auch die fünf Klavierkonzerte. Rudolf Buchbinder als Solist und auch als Dirigent dieser Meilensteine im Oeuvre des Ludwig van Beethoven in Ö1 Exclusiv-Liveaufnahmen.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


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23:00 Nachrichten


23:03 Lange Nacht der Neuen Musik
Eine lange Nacht der neuen Beethoven-Musik. Über Beethoven als Motivgeber und Anreger

War Beethovens Musik für die Komponierenden bis 1945 unerreichbar, wird er nach 1945 Motivgeber und Anreger. Beethoven wird nun nicht mehr nachzueifern versucht, sondern in Distanz, Respekt und Humor für das eigene Komponieren entdeckt.

Die Komponierenden, mehr Komponisten als Komponistinnen, der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart nehmen Bezug auf biographische Kuriosa, auf Motive seiner Symphonien, auf Skizzen und Sequenzen, sie variieren in seinem Stil, überschreiben oder verdichten – im doppelten Wortsinn. Sie überschreiben mit Poesie und nehmen Beethovens Symphonien zum Ausgangspunkt elektronischer Verwandlungen.

Die lange Nacht bietet eine internationale Rundschau mit Werken von Mauricio Kagel, Louis Andriessen und Ralph Vaughan Williams bzw. einen Hörblick in nationale Traditionslinien. Gespräche unter anderem mit den Komponisten Bernhard Lang und Wolfgang Mitterer, der Musikwissenschafterin Christine Siegert und Susanne Kessel, der Auftraggeberin von 250 Beethoven-Kompositionen.

Die letzte Stunde von 5:00 bis 6:00 Uhr ist Reflexionen von George Antheil, Leonard Bernstein und Malcolm Arnold gewidmet.

Gestaltung: Irene Suchy und Peter Kislinger


00:00 Nachrichten


00:05 Lange Nacht der Neuen Musik
Eine lange Nacht der neuen Beethoven-Musik. Über Beethoven als Motivgeber und Anreger

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten.

War Beethovens Musik für die Komponierenden bis 1945 unerreichbar, wird er nach 1945 Motivgeber und Anreger. Beethoven wird nun nicht mehr nachzueifern versucht, sondern in Distanz, Respekt und Humor für das eigene Komponieren entdeckt.

Die Komponierenden, mehr Komponisten als Komponistinnen, der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart nehmen Bezug auf biographische Kuriosa, auf Motive seiner Symphonien, auf Skizzen und Sequenzen, sie variieren in seinem Stil, überschreiben oder verdichten – im doppelten Wortsinn. Sie überschreiben mit Poesie und nehmen Beethovens Symphonien zum Ausgangspunkt elektronischer Verwandlungen.

Die lange Nacht bietet eine internationale Rundschau mit Werken von Mauricio Kagel, Louis Andriessen und Ralph Vaughan Williams bzw. einen Hörblick in nationale Traditionslinien. Gespräche unter anderem mit den Komponisten Bernhard Lang und Wolfgang Mitterer, der Musikwissenschafterin Christine Siegert und Susanne Kessel, der Auftraggeberin von 250 Beethoven-Kompositionen.

Die letzte Stunde von 5:00 bis 6:00 Uhr ist Reflexionen von George Antheil, Leonard Bernstein und Malcolm Arnold gewidmet.

Gestaltung: Irene Suchy und Peter Kislinger
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
27. Woche – 27.06. bis 03.07.2020
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 19. Juni 2020

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