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ORF - ORF1/977: Woche vom 25.02. bis 03.03.2017


Radioprogramm ORF1 – 09. Woche vom 25.02. bis 03.03.2017


Samstag, 25. Februar 2017


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
von Johanna Schwanberg, Leiterin des Dommuseums Wien. "Meister der Oberfläche" – Zum 30. Todestag von Andy Warhol.
Gestaltung: Alexandra Mantler

Er wollte Bilder schaffen, die die Popularität von "Bluejeans" erreichen. Und er wollte so unsterblich werden wie seine Bildsujets Marilyn Monroe oder Coca Cola. Dem Sohn slowakischer Einwanderer mit dem ursprünglichen Namen Andrew Warhola gelang der amerikanische Traum: Vom schüchternen Werbegraphiker aus Pittsburgh avancierte er zum Superstar und "Papst der Popkultur".

30 Jahre nach seinem Tod ist Andy Warhol als Gründer der "Factory" gefragter denn je: Weil er die Konsumkultur und den Starkult des 20. Jahrhunderts auf unvergleichliche Weise zum Thema von Kunst machte. Zugleich wird erst durch die zeitliche Distanz sichtbar, wie viele philosophische und religiöse Fragen der "Meister der Oberfläche" in seiner Kunst aufgeworfen hat.

Die "Gedanken für den Tag" spüren dem Mythos Warhol anlässlich seines runden Todestags nach. Sie beleuchten legendäre Highlights genauso wie weniger bekannte Arbeiten aus dem Spätwerk, in dem Tod und Vergänglichkeit eine immer zentralere Rolle spielen.


07:00 Morgenjournal (I)
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich
"Schirm-Gedichte" – Lyrik im ORF Teletext und in Ö1. Heute: "Mit meiner Wasserspritzpistole". Von Christian Futscher. Es liest: Markus Meyer.
Redaktion: Edith-Ulla Gasser

Christian Futscher, in Wien lebender Vorarlberger des Jahrgangs 1960, ist Autor und Musiker, und war vormals Heurigenpächter, Teilnehmer am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, sowie Publikumspreisträger bei der "Nacht der schlechten Texte" in Villach. Futscher schreibt Lyrik, Prosa und Hörspiele, und liebt sowohl im Leben als auch im Schreiben das Satirische und das Groteske.

Der ORF TELETEXT und Ö1 bieten mit der Aktion "Schirm-Gedichte" österreichischen Lyriker/innen in beiden Medien ein neues Forum für ihre Arbeiten: Der ORF TELETEXT stellt an jedem Montag ab Seite 480 ein "Schirm-Gedicht" eines österreichischen Lyrikers oder einer österreichischen Lyrikerin vor. Seit 5. März sendet Ö1 an jedem Samstagmorgen um 8 vor 8 ebenfalls das jeweilige "Schirm-Gedicht" der Woche.


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Morgenjournal (II)


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Unser Mann in Havanna. Das Leben des Burgenländers Erich Brunner – zwischen Hitler und Fidel Castro.
Feature von Ernst Weber

Erich Brunner lebt zur falschen Zeit am falschen Ort. Der dunkelhäutige Bub ist der Sohn eines Kubaners und einer Burgenländerin. Er wächst vaterlos in den späten 1930er Jahren im burgenländischen Rudersdorf auf. Dank seines Großvaters – einem geachteten Lehrer – kann sich Erich in der Dorfgemeinschaft behaupten und wird erfolgreich vor den Nazis versteckt. Nach dem Krieg wird Erich Kaufmann, doch aufgrund seiner Hautfarbe hat er weder beruflich noch bei den Frauen Erfolg.

1951 wandert er nach Kuba aus. Im Wirtschaftsparadies Havanna lernt er seinen Vater kennen und baut sich eine Existenz als Geschäftsmann auf. Doch die Revolution Fidel Castros bereitet seiner Karriere ein jähes Ende. Man lässt Erich Brunner nicht nach Österreich heimkehren und bringt ihn als Konterrevolutionär vor Gericht. Seine Rettung verdankt er dem Umstand, dass er zuvor schon für Che Guevara als Übersetzer gearbeitet hat.

Brunner bekommt eine Stelle in einem staatlichen Übersetzungsbüro, gründet eine Familie, hört Radionachrichten aus seiner Heimat und träumt davon, eines Tages nach Österreich zurückzukehren.
In den 1990er Jahren erinnert man sich im Burgenland an Erich Brunner: Regelmäßig besuchen Kuba-Urlauber den Austro-Kubaner, man unterstützt ihn finanziell, bezahlt ihm einen Flug in die Heimat. Doch für ein neues Leben in Österreich ist es zu spät. Erich Brunner stirbt 2014 in Havanna.


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem RadioCafe in Wien. Gast. Michael Landau.
Präsentation: Otto Brusatti

Wann immer es um die Themen Armutsbekämpfung bzw. Armutsvermeidung, Solidarität und Hilfe von Mensch zu Mensch geht, ist die Stimme des Präsidenten der Caritas Österreich gefragt: Michael Landau ist heute zu Gast bei Otto Brusatti im "Ö1 Klassik-Treffpunkt", wobei nicht nur die angestrebten Vermittlungen und neue Perspektiven für die betroffenen Mitmenschen, sondern auch der persönlichen Zugang des Gastes zum Kulturbereich thematisiert werden.
Michael Landau wurde als Sohn einer Katholikin und eines Juden 1960 in Wien geboren, entschloss sich nach dem Gymnasium für das Studium der Biochemie und machte hier auch sein Doktorat. Erst als 20-Jähriger trat der junge Mann der Katholischen Kirche bei, begann 1986 Philosophie und Theologie zu studieren und trat zwei Jahre später ins Priesterseminar ein. 1992 wurde er zum Priester geweiht und schloss in der Folge auch das zweite Studium mit einem Doktorat ab.

Im Dezember 1995 übernahm Michael Landau die Leitung der Caritas Wien von seinem Vorgänger Helmut Schüller und ist seit 2013 Präsident der Caritas Österreich. Vergangenen November wurde er für weitere drei Jahre als Präsident wiedergewählt.
Über das immer notwendiger werdende Miteinander in unserer Gesellschaft und die Brücken zu einer kulturellen Vielfalt, darüber mehr im persönlichen Gespräch zwischen Michael Landau und Otto Brusatti im heutigen "Ö1 Klassik-Treffpunkt", live aus dem RadioCafe!


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Konsumentenmagazin


12:00 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 bis zwei – le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Die Hörspiel-Galerie
Das Hörspiel des Jahres 2016. Ö1 Hörerinnen und Hörer waren aufgerufen, allen Neuproduktionen des Jahres 2016 das beste Hörspiel zu nominieren.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Musik
mit Ursula Strubinsky. Präzision und Klangqualität – In Memoriam Gerald Fromme.

"Gerald Fromme, ein Meister seiner Instrumente, der über die nötige Interpretationskraft verfügt, aus geschlagenen Punkten und Beistrichen musikalische Sätze zu formen". So konnte man es in einer Kritik in der "Presse" vom 1. November 1983 lesen. Über 40 Jahre war Gerald Fromme Solo-Pauker im Radio-Symphonieorchester Wien.

Durch sein musikalisches Können hat er den Klang des Orchesters über Jahrzehnte geprägt. Er selber gab sein Wissen und seine Fertigkeiten an seine Studierenden in Graz und Wien weiter. Darüber hinaus schufen Musikschaffende für ihn Werke. Neben eigenen Kompositionen kreierte Gerald Fromme auch Schlägel, die ihn international bekannt machten. Am 25. Jänner ist der gebürtige Wiener verstorben. Morgen, am 26. Februar wäre er 70 geworden.


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen
Zum Thema: Das Volk. Eine Erkundung.
Präsentation: Peter Lachnit

* Anschl.: Diagonals Feiner Muisksalon

Die Frontstellung "das Volk" gegen "die Elite" hat die Brexit-Abstimmung und die Wahl Donald Trumps entschieden und auch die österreichische Bundespräsidentenwahl beeinflusst – diese Interpretation wird vielfach angeboten. Der "kleine Mann" (und, wenngleich deutlich weniger, auch die "kleine Frau") wählen dieser Sichtweise zufolge die Rechtspopulisten und die extreme Rechte, während die Eliten dem liberalen und politisch korrekten Mainstream huldigen.

Auch wenn der Volksbegriff von den Nationalisten als Abgrenzung gegenüber anderen Völkern verwendet wird, war der Gegensatz von "Volk" und "Elite" lange Zeit ein linker Topos – dass ihn jetzt die Rechte besetzt, sagt einiges über die Krise der Linken und der klassischen Arbeiterparteien aus. Dabei ist die Behauptung, "das Volk" habe immer recht, nur eine unzulässige Verkürzung des Satzes, dass das Recht vom Volk ausgehe, wie es in der Bundesverfassung heißt.

Wohlgemerkt: Es geht vom Volk aus, und nimmt den Weg über die demokratischen und parlamentarischen Institutionen. Denn "dass das Volk allein Vernunft und Einsicht habe", sei "eine gefährliche und falsche Vorstellung", wusste schon G.W.F. Hegel. Und er fügte hinzu: "Denn jede Fraktion des Volkes kann sich als Volk aufwerfen." Das klingt ja, obwohl anno 1830 geschrieben, höchst aktuell.


19:00 Werner Egk: "Peer Gynt" (Dolby Surround)
Mit Bo Skovhus (Peer Gynt), Maria Bengtsson (Solveig/Die Rothaarige), Natascha Petrinsky (Aase/3.Vogel), Nazanin Ezazi (Ingrid), Cornelia Horak (Frau des Vogtes/2.Vogel), Andrew Owens (Mads), Rainer Trost (Der Alte) u.a.
Arnold Schoenberg Chor, ORF-Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Leo Hussain (Live-Übertragung aus dem Theater an der Wien in Dolby Digital 5.1)
Präsentation: Gerhard Hafner


22:00 Nachrichten


22:05 Nachtbilder – Poesie und Musik
"Reisen Vergehen". Von Birgit Müller-Wieland.
Gestaltung: Nikolaus Scholz
Redaktion: Edith-Ulla Gasser

"Birgit Müller-Wieland ist keine der bekanntesten, aber eine der besten Autorinnen ihrer Generation" schrieb Karl-Markus Gauß in der Neuen Zürcher Zeitung. Die vielfach ausgezeichnete Autorin, Oberösterreicherin des Jahrgangs 1962, ist Verfasserin von Romanen, Erzählungen, Gedichten, Hörspielen und Libretti. In ihrem neuen Lyrikband wird das Thema "Reisen" in allen seinen Facetten ausgelotet.

Unterschiedliche Orte und Gegenden werden ebenso wie Erinnerungen an die Kindheit, die Mutterschaft oder Ausflüge in mythische und imaginäre Zusammenhänge poetisch aufgeladen. Obwohl das Begleitpersonal dieser Reisen zuweilen aus Toten, Hexen, Fuchsfeen und unzuverlässigen bis rettenden Engeln besteht und allerlei Tiere von Eseln über Lipizzaner bis zu Seeungeheuern die Gedichte bevölkern, geht es um unsere Wirklichkeit, um das, was uns in seiner Gleichzeitigkeit immer wieder verstört: das Schöne, das Schreckliche.


23:00 Nachrichten


23:03 Die Ö1 Jazznacht
mit Andreas Felber. 5 Millionen Pesos: "Woody Black 4" im Jazznacht-Studio und im Wiener RadioCafe.

Das Wiener Quartett "Woody Black 4" zelebriert auf gleichermaßen eindrucksvolle wie ideenreiche Weise den warmen, dunklen Klang der Bassklarinette und lässt diesen mannigfaltige stilistische Aggregatzustände durchwandern. Vom groovigen Free-Bop à la Eric Dolphy zu abstrakten Klangschichtungen, von Swing-Anspielungen über Jodler-Zitate bis hin zu dissonanten Parallelakkorden reicht das Spektrum. Die kompositorische Raffinesse und der virtuose Spielwitz, die die Herren Daniel Moser, Leonhard Skorupa, Stephan Dickbauer und Oscar Antoli dabei an den Tag legen, hinterließ im April 2016 auch bei der "Jazzahead" in Bremen ein verblüfftes bis begeistertes Publikum.
Andreas Felber plaudert mit den vier Musikern von "Woody Black 4" u. a. über ihr Anfang März erscheinendes neues Album und präsentiert die Aufzeichnung ihres Konzerts im Wiener RadioCafe, aufgenommen am 16. Dezember 2016 im Rahmen der Reihe "5 Millionen Pesos" für jungen Jazz in und aus Österreich.
 

*


Sonntag, 26. Februar 2017


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung) mit Andreas Felber. 5 Millionen Pesos: "Woody Black 4" im Jazznacht-Studio und im Wiener RadioCafe

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

Das Wiener Quartett "Woody Black 4" zelebriert auf gleichermaßen eindrucksvolle wie ideenreiche Weise den warmen, dunklen Klang der Bassklarinette und lässt diesen mannigfaltige stilistische Aggregatzustände durchwandern. Vom groovigen Free-Bop à la Eric Dolphy zu abstrakten Klangschichtungen, von Swing-Anspielungen über Jodler-Zitate bis hin zu dissonanten Parallelakkorden reicht das Spektrum. Die kompositorische Raffinesse und der virtuose Spielwitz, die die Herren Daniel Moser, Leonhard Skorupa, Stephan Dickbauer und Oscar Antoli dabei an den Tag legen, hinterließ im April 2016 auch bei der "Jazzahead" in Bremen ein verblüfftes bis begeistertes Publikum.
Andreas Felber plaudert mit den vier Musikern von "Woody Black 4" u. a. über ihr Anfang März erscheinendes neues Album und präsentiert die Aufzeichnung ihres Konzerts im Wiener RadioCafe, aufgenommen am 16. Dezember 2016 im Rahmen der Reihe "5 Millionen Pesos" für jungen Jazz in und aus Österreich.


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf
von Pfarrerin Sieglinde Pfänder (Oberwart, Burgenland)


07:00 Nachrichten


07:05 Erfüllte Zeit
Lebensweisen – Glaubenswelten. Ein Panorama am Sonntagmorgen mit Reportagen und Berichten aus der Welt der Religion und Religionen


08:00 Morgenjournal


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Fünf Männer seh ich inhaltsschwer". Es liest Peter Simonischek.
Gestaltung: Gudrun Hamböck und Beate Linke-Fischer

Am Höhepunkt des Faschings ein wenig hintersinniger Unfug … Peter Simonischek liest eine Auswahl aus Robert Gernhardts zwischen 1954 und 2006 entstandener Poesie sowie einige Perlen aus Eugen Roths berühmten "Ein Mensch"-Gedichten.


09:00 Nachrichten


09:05 Café Sonntag
Zu Gast bei Oliver Baier ist Florian Aigner, Physiker und Zufallsforscher


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente
Reisen mit Ö1. Reisemagazin, u.a. mit: "Desfile de las Llamadas" und "Desfile de Carnaval". Schwarzer und weißer Karneval in Montevideo, akustisch dokumentiert von Ursula Burkert; St. Petersburg 1917: Auf den Spuren der Revolution. Von Brigitte Voykowitsch
Redaktion: Ursula Burkert

Er gilt als der längste der Welt und wird zwar nicht ganz so exzessiv wie in Brasilien, aber doch sehr intensiv gefeiert: der Karneval in Montevideo. "Desfile de las Llamadas" – die "Parade der Rufe"- findet in den Stadtvierteln Sur und Palermo statt. Unzählige Candombe-Gruppen – sogenannte Comparsas – versammeln sich am frühen Abend und ziehen dann trommelnd, tanzend und fahnenschwingend durch die Straßen. Jede Gruppe hat ihren eigenen Rhythmus entwickelt, er ist eine Art akustische Visitenkarte. Dieser "schwarze" Karneval hat seine Wurzeln in Afrika, denn etwa 6% der Bevölkerung Uruguays sind Nachfahren afrikanischer Sklaven. Der Ruf der Trommeln war einst das Verständigungsmittel, das die weißen Herren nicht zu deuten verstanden. Die Hauptakteure des weißen Karneval, dessen Höhepunkt beim "Desfile de Carnaval" bei der großen Karnevalsparade auf der Avenida des 18. Julio zelebriert wird, sind die sogenannten Murgas. Bunt verkleidet üben die meist männlichen Mitglieder dieser Karnevals-Cliquen schon während des ganzen Karnevals auf den sogenannten "Tablados" satirische Sozialkritik in Karnevalsreden und Liedern. Während der Militärjunta in Uruguay entwickelten sie eine besondere Kunst, auch politische Kritik zwischen den Zeilen anzubringen. Gemeinsam mit den "Humoristas", "Parodistas" und "Revistas" und Tanzgruppen in prächtigen Kostümen defilieren sie beim großen Finale durch Montevideo.

Bürgerkrieg, Weltkrieg, 70 Jahre Sowjetunion und 25 Jahre postsowjetischer Entwicklungen haben das Gesicht von St. Petersburg verändert. Schon die verschiedenen Namenswechsel von Petersburg über Petrograd und Leningrad zurück zu Petersburg dokumentieren die ideologischen Verwerfungen der letzten 100 Jahre in der Stadt. An zentrale Schauplätze der Revolution kann man sich aber bis heute begeben, darunter die Industrieviertel, wo die Arbeiter mit ihren Massenkundgebungen begannen, die als Auslöser der Februarrevolution gelten; die letzten Aufenthaltsorte des Zaren, bevor er abdankte; der Bahnhof, an dem Valdimir Iljitsch Lenin – erst nach der Februarrevolution – aus dem Schweizer Exil ankam sowie die Wohnung seiner Schwester, in der er Unterkunft fand. Das Kriegsschiff Aurora, von dem aus die entscheidenden Schüsse der Oktoberrevolution abgefeuert wurden, ist aufwendig restauriert worden. Und im Winterpalast erinnert eine Gedenktafel an den Moment, als die Bolschewiken die Mitglieder der Provisorischen Regierung festnahmen. Auch den ersten Amtssitz der neuen bolschewistischen Regierung kann man besuchen.


11:00 Nachrichten


11:03 Mozartwoche 2017 – Matinee (Dolby Surround)
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Yannick Nézet-Séguin; Maria João Pires, Klavier. Wolfgang Amadeus Mozart: a) Symphonie Es-Dur KV 543; b) Klavierkonzert A-Dur KV 488; c) Symphonie g-Moll KV 550 (aufgenommen am 1. Februar im Großen Festspielhaus Salzburg in Dolby Digital 5.1)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Mozartwoche 2017 – Matinee (Dolby Surround)
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Yannick Nézet-Séguin; Rolando Villazón, Tenor. (aufgenommen am 1. Februar im Großen Festspielhaus Salzburg in Dolby Digital 5.1)


12:56 Ö1 heute


13:00 Sonntagsjournal


13:10 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
mit Bernhard Fellinger


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
Der Ernst des Spiels – der Statistiker und Informatiker Christian Donninger. Eine Sendung von Petra Herczeg & Rainer Rosenberg

Einer der besten Schachspieler der Welt lebt in Altmelon im Waldviertel, dabei sagt er von sich, er könne so ziemlich alles besser als Schach spielen. Christian "Chrilly" Donninger, knapp 60-jähriger Statistiker und Informatiker spielt nämlich gar nicht selbst: er lässt spielen. Er entwickelte z.B. im Auftrag eines Scheichs von Abu Dhabi das Schachprogramm, das schon 2005 einen Wettkampf gegen die damalige Nr. 7 der Weltrangliste gewann. Davor war er am Institut für höhere Studien tätig, in der Raumfahrtforschung in den Niederlanden, er arbeitet im Bereich der Medizintechnik und beschäftigt sich mit Börsenkursen und dem Goldpreis. Außerdem veröffentlicht er zu den unterschiedlichsten Themen regelmäßig Essays im Netz – Über Adornos Ablehnung des Jazz zum Beispiel, oder er kritisiert die postmoderne Philosophie und lobt die Freiheiten, die man in der Welt der Mathematik haben kann.

Donninger spielt begeistert Tischtennis und liebt es, mit seinem Hund spazieren zu gehen, da kämen ihm die besten Ideen. Einfälle beim Tischtennis hingegen würden vom Spiel ablenken. Und Spiele sind ja gerade für ihn etwas sehr Wichtiges.


14:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Musik
Das Wiener Staatsopernmagazin. Ausschnitte aus aktuellen Aufführungen der Wiener Staatsoper und Gespräche mit Künstler/innen.
Gestaltung: Michael Blees


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen. Moderation: Nicole Dietrich Nur weil etwas auf eine bestimmte Weise geschah, hieß das noch lange nicht, dass es nicht auch auf eine andere Weise geschehen konnte!

Paul Auster: 4321, Roman, Rowohlt Verlag (Übersetzung: Thomas Gunkel)
Denis Johnson: Die lachenden Ungeheuer, Roman, Rowohlt Verlag (Übersetzung: Bettina Abarbanell)
David Garnett: Mann im Zoo, Roman, Dörlemann Verlag (Übersetzung: Maria Hummitzsch)
Pola Oloixarac: Kryptozän, Roman, Wagenbach Verlag (Übersetzung: Timo Berger)
Thomas Stangl: Freiheit und Langeweile, Essays, Droschl Verlag. Gespräch mit dem Autor


17:00 Journal um fünf


17:10 Die Ö1 Kinderuni
Wer bietet mehr?
Wie der Handel auf Märkten funktioniert.
Gestaltung: Hans Groiss

Stellen wir uns einen Marktplatz vor: Hinter einem Stand steht eine Verkäuferin und bietet Saure Gurken an. Laut verkündet sie, dass ihre Ware günstig und gut ist – und weil Sie glaubhaft sein will, beißt sie selbst in eine Gurke und bekundet schmatzend, wie gut ihre eigene Ware ist. So oder so ähnlich funktioniert Handel. Angebot, Nachfrage und Marketing fließen ineinander. Egal ob Leiterplatten für Computer, Kupfer für Kabel oder Kokosnüsse für den Genuss – "der Markt muss blühen", heißt es. Aber brauchen wir dazu überhaupt Geld und wer bestimmt eigentlich den Preis einer Ware? Wie sehen moderne Markthallen aus oder ist heute der gesamte Handel über das Internet organisiert? Edith Ipsmiller, Harald Puhr und Daniela Widhalm vom Institut für International Business der Wirtschaftsuniversität Wien diskutieren mit den Ö1 Kinderunireporter/innen Mischa, Philipp, Daniel und Ilona über Welthandel, Transporte und Logistik.


17:30 Spielräume
Cuca Roseta – Fado bedeutet Schicksal.
Gestaltung: Nadja Kayali

Das portugiesische Wort "Fado" leitet sich vom lateinischen "Fatum" ab, was Schicksal bedeutet. Für die 1982 geborene Fadista (Fado-Sängerin) war es tatsächlich Schicksal, als sie von dem einflussreichen und mehrfachen Oscar und Grammy Gewinner Gustavo Santoalalla entdeckt wurde. Erste Bekanntheit erlangte Cuca Roseta durch ihre Mitwirkung in einem Film von Carlos Saura. Mittlerweile ist ihr drittes Album erschienen. Cuca Roseta schreibt die meisten ihrer Lieder und Texte übrigens selbst.


17:56 Ö1 heute


18:00 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
Ich, mein Kind und der neue Freund. Alleinerzieher sucht Partner.
Gestaltung: Lukas Tremetsberger

Für alleinerziehende Eltern ist es nicht leicht, einen neuen Partner zu finden. Viele – meist sind es Mütter – tun sich schwer, dem potentiellen neuen Freund zu sagen, dass man Kinder hat. Kinder können unterschiedlich auf den neuen Freund der Mutter oder des Vaters reagieren. Ist er oder sie Eindringling in die Eltern-Kind-Beziehung oder doch der Ersatz-Papa oder -Mama? Und fühlt sich der Ex-Partner in seiner Rolle als Vater oder Mutter bedrängt? Über die Wege, nach der Trennung eine neue Partnerschaft einzugehen.


18:55 Magazin des Glücks
Von und mit Franz Schuh


19:00 Nachrichten


19:05 Motive – Glauben und Zweifeln
Ein Rückblick auf die Fragen und Themen der jüngsten Tage: Glaubenssachen und Welt (ein)sichten


19:30 Aus dem Konzertsaal (Dolby Surround)
Wiener Symphoniker, Wayne Marshall; Michel Camilo, Klavier. George Gershwin: Cuban Overture "Rumba" * Michel Camilo: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2, "Tenerife" (2008; Österreichische Erstaufführung) * G. Gershwin: a) Porgy and Bess: A Symphonic Picture (Bearbeitung / Zusammenstellung: Robert Russell Bennett); b) Rhapsody in Blue (Fassung für Klavier und Orchester); (aufgenommen am 2. Februar im Großen Konzerthaussaal in Wien in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Elke Tschaikner

Karibisches Flair verspricht das Konzert, das die Wiener Symphoniker Anfang des neuen Jahres mit dem aus Santo Domingo stammenden, in New York lebenden, preisgekrönten Tastenzauberer und Weltenbummler Michel Camilo spielen werden. Neben Werken von George Gershwin gibt es auch Eigenkompositionen, deren Leichtigkeit und Spontaneität die Wurzeln Camilos im Jazz deutlich widerspiegeln. Ein Höhepunkt dabei ist zweifellos die österreichische Erstaufführung seines Zweiten Klavierkonzerts "Tenerife".
(Wiener Symphoniker)


21:30 Heimspiel
Die Woche im RadioKulturhaus


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Nachrichten


22:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
Captain Rudle
Gestaltung: Silvia Lahner

Kompass – das neue Solo von Rudi Schöller
Gestaltung: Ursula Burkert

Captain Rudle
Gerold Rudle ist seit gut 30 Jahren auf den heimischen Bühnen unterwegs. Unter dem Motto "Ich kann das erklären" ist er derzeit mit Monica Weinzettl im Duo zu sehen. 2016 brachte er gemeinsam mit Herbert Steinböck "Killerkipferl forever" erneut auf die Bühne. Als "Captain Rudle" steht er nun wieder als Solist vor seinem Publikum. Der Captain resümiert über das Leben: "Mal herrscht Gegenwind, dann peitschen Wellen über uns herein, wir finden uns mal oben aber rasch auch wieder unten und viele Strömungen ziehen in die falsche Richtung. Und wenn es einmal nicht stürmt, dann herrscht Flaute – auch nicht optimal. Es ist nicht leicht, uns durch das Leben zu manövrieren. Da braucht es einen umsichtigen Kapitän, der nicht nur die Seemonster bekämpft, sondern auch einen Manöverschluck zu schätzen weiß …".

Kompass – das neue Solo von Rudi Schöller
Als er von dem Geheimnis hörte, glaubte er natürlich nicht daran. Und doch sollte es eines Tages sein ganzes Leben verändern. Es war der Beginn eines großen Abenteuers. Und das war gut so. Denn wie sagt man … Ein Schiff, das im Hafen liegt ist sicher. Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut … Rudi Schöller, auch bekannt als Kammerdiener "Vormärz" von "Wir sind Kaiser", hat sich vom stillen Geheimtipp zu einem der vielseitigsten Kabarettisten entwickelt. Ein Programm über Entscheidungen und das gute Leben, das wir alle gerne hätten. Über Aufbrechen und Ankommen. Und über die Kunst auf Kurs zu bleiben. Ahoi!


22:30 matrix – computer & neue medien
Job-Killer, Mythos oder Propagandainstrument?
Die vielen Gesichter des Roboters.
Gestaltung: Julia Gindl, Anna Masoner und Franz Zeller

Während die Produktivität in den letzten zwei Jahrzehnten aufgrund der Automatisierung in so gut wie allen industriellen Bereichen gestiegen ist, sind die Realeinkommen durchwegs gesunken. Aus dem Versprechen, Roboter würden uns freispielen für ein selbstbestimmtes und generell besseres Leben, ist also nichts geworden. Stattdessen scheint die Automatisierung nach jüngsten Veröffentlichungen nun auch typische Mittelstandsberufe zu treffen, die sich vor einem Ersetztwerden durch Maschinen bisher immer gefeit sahen. Bankangestellte sollen in den nächsten Jahren ebenso obsolet werden wie Immobilienmakler/innen oder Pilot/innen. Andererseits ist die Vision des Roboters als Arbeitsplatzkiller auch ein willkommenes Instrument, um Arbeiter/innenrechte auszuhebeln und den neoliberalen Diskurs zu bedienen. Julia Gindl, Anna Masoner und Franz Zeller über die vielen Gesichter der Robotik.


23:00 Nachrichten


23:03 Kunstradio – Radiokunst
"elektrosluch – mein elektromagnetischer wohnraum als dichte akustische plastik". Von Liesl Ujvary

Die Radiokünstlerin und Autorin Liesl Ujvary durchmisst ihren "elektromagnetischen wohnraum als dichte akustische plastik" mithilfe eines Gerätes, das elektromagnetische Wellen hörbar macht. Elektrosluch heißt dieses Gerät, "sluch" ist das slowakische Wort für Gehör. Hergestellt wird es in Bratislava, jener Stadt, in der Ujvary 1939 geboren worden ist.
 

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Montag, 27. Februar 2017


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst
Wiederholung von Sonntag, 08:15 Uhr


00:50 Die Ö1 Klassiknacht


01:00 und 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
von Beate Winkler, Malerin und Menschenrechtspolitikerin.
"Zukunftsbilder für ein neues WIR".
Gestaltung: Alexandra Mantler

Terrorismus, Fluchtbewegungen, Integration, Klimawandel, Digitalisierung und vieles mehr: Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen, die tiefgreifende Veränderungen auslösen. Veränderungsprozesse können gut gelingen, wenn Zukunftsbilder zur Hand sind, die positiver ausfallen, als die Abwehr, die mit jedem Veränderungsprozess verbunden ist. Doch an positiven Zukunftsbildern fehlt es. Die Künstlerin Beate Winkler setzt sich mit Veränderungsprozessen auseinander, die sie in ihrer Malerei zum Teil steuert, zum Teil nicht steuerbaren Einflüssen aussetzt. Sie sucht Widersprüchlichem und Nichtfassbarem freien Raum zu geben, vermittelt "Verschlossenes" in nur teilweise geöffneten Rollen oder Skizzenbüchern. Mit Bildern und Skizzenbüchern geht sie auf eine Reise, um sich der "Hoffnung" zu nähern: mit Materialien, die aus alten Welten kommen und neue Wege zeigen. Sie will Impulse geben, dem Prinzip Hoffnung zu vertrauen, sich für Veränderungsprozesse zu öffnen und Perspektiven immer wieder zu verändern.


07:00 Morgenjournal (I)
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Morgenjournal (II)


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Die Macht der Kränkung
Wie aus Enttäuschungen Neues entsteht (1).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Scheinbar kleine Kränkungen entfalten oft große Wirkung. Menschen kapseln sich ab, verlieren den Kontakt zu ihren Mitmenschen, flüchten sich in ihre eigene Ideenwelt. Viele entwickeln eine Depression. Denn Kränkungen erschüttern den Selbstwert. Sie bewirken eine tiefe Enttäuschung, vor allem über sich selbst. Der Gerichtspsychiater Reinhard Haller hat Verbrechen analysiert, die eines gemeinsam haben: das Erlebnis der Kränkung. Aus Sicht der Psychoanalyse lösen Kränkungen schwere narzisstische Krisen aus. Die Kränkung kann zum Lebensthema werden, das Entscheidungen und Handeln nachhaltig beeinflusst. Doch manche Menschen können eine Kränkung verwandeln. Sie betrachten sie als Erkenntnis und fühlen sich herausgefordert, nach einer anderen Lösung zu suchen. Ihre Form der Konfliktverarbeitung hängt von den Skills ab und der Stabilität ihrer Bindungserfahrung, die sie bereits im Kindesalter erworben haben, erklärt die Bindungsforscherin Svenja Tauber von der Universität Kassel. Ent -Täuschungen führen dann zu Atempausen, zum Nachdenken und neu ordnen. Wenn Menschen bar jeder Täuschung in der Lage sind, den Konflikt, den eine Kränkung auslöst, zu integrieren, kann diese zum Impuls schöpferischer Kraft werden. So liegen manchen wissenschaftlichen Erkenntnissen ursprünglich Enttäuschungen zugrunde. Und Künstler aller Sparten müssen viele Rückschläge überwinden, bis sie Respekt und Anerkennung erwerben. Die Lebenskunst ist es, damit umgehen zu lernen.


09:30 Radiokolleg – Die Reifeprüfung
Zeitenwende im Film (1).
Gestaltung: Sabine Nikolay

1967 kommt ein Film in die Kinos, in dem Unerhörtes zu sehen ist: Eine Frau zieht sich einen Nylonstrumpf über das Bein und befestigt ihn am Strumpfband. Ihr Fuß ruht auf der Bettkante. Im Hintergrund steht ein Jüngling und sieht ihr zu. Eine pikante Szene aus zwei Gründen: Es geht um Sex. Und: Die Frau ist um einiges älter als der junge Mann. Sie ist, wie damals üblich, als Mutter einer erwachsenen Tochter erst Ende 30.

"Die Reifeprüfung", das zweite Werk des Regisseurs Mike Nichols, galt für die damalige Zeit aufgrund dieser Tabubrüche als revolutionär. Wie kaum ein anderer Film ist er ein Zeitdokument der gesellschaftlichen Umbrüche in den USA des Jahres 1967. In 100 Minuten entfaltet sich das Panorama der hoffnungslos bigotten Vereinigten Staaten, in denen eine desorientierte Jugend in Subkulturen abgleitet, Drogenexzesse feiert und Musik und Kunst von Grund auf erneuert. Zudem erleben neue Lebensformen in ländlichen und städtischen Kommunen eine Hochblüte. Nun ist die erotische Anziehung zwischen den Generationen wahrlich keine Neuigkeit des Jahres 1967 – doch so offen dargestellt vor dem Hintergrund einer Welt, die gesellschaftliche Umwälzungen nie gekannten Ausmaßes erlebt, wurde sie vorher nie. Wie in einem Brennglas sehen wir den Abgesang auf eine Zivilisation, die sich grundlegend veränderte.

Doch nicht nur der Inhalt des Film trägt Zeitkolorit – auch seine Form ist durchaus funktional und passend zu der Zeit, in der er entstand: Das neue Amerika ist geprägt von einer aufstrebenden Unterhaltungsindustrie. Nicht nur Film und Fernsehen, auch die neue psychedelische Rockmusik sind Ausformungen dieser Epoche. Und so treibt der Soundtrack von Paul Simon und Art Garfunkel die Handlung voran, gibt den Herzschlag der neuen Ära vor. Zudem entsteht neben der Hippie-Gegenkultur ein neues, "Corporate America", das uns bis heute auf vielfältige Weise beschäftigt. Im Film taucht es in Form von Product Placement auf: Sinnbild des Lifestyle, aber auch der zunehmenden Macht der Konzerne ist hier ein schnelles Auto. Einerseits steht es für neue Finanzierungsformen in der Kulturszene, andererseits für den Weitblick des Regisseurs: Ein Jahrzehnt später wird Identität nicht mehr durch Aufbegehren sondern durch Marken bestimmt. Außerdem entdeckte Mike Nichols einen neuen Star am Himmel des "New Hollywood": Dustin Hoffman ist hier in seiner ersten Hauptrolle zu sehen. Der Regisseur wurde für seinen Mut belohnt: Der Film erhielt den Oscar für die beste Regie des Jahres 1968. Wir schauen zurück auf ein Sittenbild aus der Zeit, in der Ö1 entstand.

"Baujahr '67" ist ein kollektives Epochenporträt. Was hat das Gründungjahr von Ö1 bewegt? Und was davon ist heute noch in Betrieb? Ein Schwerpunkt zum 50er.


09:45 Radiokolleg – Erhebt euch, schuftende Massen!
Die Musik der russischen Revolution (1).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Die Industriearbeiter in St. Petersburg gaben mit ihren Massenstreiks im Februar 1917 den unmittelbaren Anstoß zur russischen Revolution und dem Ende des Zarenreichs. Bei den Kundgebungen sangen sie Berichten zufolge die Internationale, die Marseillaise, aber auch Arbeiterlieder aus den vorrevolutionären Kämpfen wie "Das rote Banner" oder "Kameraden, haltet mutig den Schritt". Bereits unmittelbar nach dem politischen Umsturz zeigte sich allerdings, dass die Vorstellungen von einer wahrhaft proletarischen, sozialistischen oder sowjetischen Kultur weit auseinander gingen.

Die 1920er Jahre waren gekennzeichnet von intensiven Richtungsstreits zwischen radikalen Organisationen wie Proletkult und RAPM, der Russischen Vereinigung proletarischer Musiker, auf der einen Seite und sogenannten bürgerlichen und Avantgarde-Künstlern auf der anderen Seite. Führende Vertreter der neuen Sowjetmacht, allen voran Lenin und Stalin, lehnten die avantgardistischen Experimente ab, auch Kompositionen, die gezielt Industriegeräusche aufgriffen – wie etwa eine Sirenen-Symphonie - fanden keinen Gefallen bei den Mächtigen. 1932 wurde dann der sozialistische Realismus als verpflichtend verordnet. Es blieb die Frage, was das für eine rein instrumentelle Musik bedeutet.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Konzert am Vormittag
São Paulo Symphony Orchestra, Dirigent: Stéphane Denève; Eric Le Sage, Klavier; Frank Braley, Klavier. Darius Milhaud: La création du monde op. 81 * Francis Poulenc: a) Konzert für zwei Klaviere und Orchester d-Moll; b) Les Biches, Ballettsuite * George Gershwin: An American in Paris (aufgenommen am 21. Mai 2015 in der Sala São Paulo, Brasilien)


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 Radiogeschichten
Ex libris-Nachlese. "Mann im Zoo". Von David Garnett (aus dem Englischen von Maria Hummitzsch).
Gestaltung: Peter Zimmermann


11:57 Ö1 heute


12:00 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Ö1 bis zwei
mit Mirjam Jessa.


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Radiodoktor – Medizin und Gesundheit


14:40 Moment – Leben heute


14:55 Rudi! Radio für Kinder


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Musik

mit Johannes Leopold Mayer. Lieder voller Mut und Geheimnisse

- wenn Wilderer und Sennerinnen von sich selbst singen Volksmusik ist keineswegs immer "idyllisch". Was uns oftmals so erscheint, ist vielmehr sehr widerständig und drückt das Bedürfnis der Menschen aus, ihre eigene Lebenswelt musikalisch zur Sprache zu bringen. Freilich so, dass nicht alle gleich wissen, was tatsächlich gemeint ist.


16:00 Passagen
"How I did the story". Journalismus in der Türkei: Zu Gast ist die Journalistin Cigdem Akyol, sie arbeitet in Istanbul und hat eine Erdogan-Biografie geschrieben.
(Mitschnitt aus dem RadioCafe vom 20. Oktober 2016)
Bearbeitung: Robert Weichinger

Unter welchen Bedingungen können unabhängige Medien in der Türkei arbeiten? Wie gelangen sie an Informationen und wie sieht ihr Alltag aus? Cigdem Akyol ist eine deutsche Journalistin und Buchautorin mit türkischen Wurzeln. Sie lebt in Istanbul und schreibt unter anderem für "Die Zeit", "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Neue Zürcher Zeitung", "Der Standard" und "Die Presse". Akyol schrieb zudem eine viel beachtete Erdogan-Biografie sowie ein Buch über junge Türkinnen und Türken, die "Generation Erdogan".


16:55 Digital.Leben


17:00 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen


17:55 Betrifft: Geschichte
Der Pharao als Propaganda-Genie. Ramses II., genannt: Der Große. Mit Manfred Bietak, Em. o. Univ.-Prof., Institut für Orientalistik und Europäische Archäologie.
Gestaltung: Robert Weichinger

Selbst im mumifizierten Zustand ist dieser ägyptische König von einer eindrucksvollen Aura umgeben. Im Ägyptischen Museum in Kairo gehört sein Leichnam zu den besterhaltenen ehemaliger Pharaonen. Und wer heute das Land am Nil besucht und sich für die archäologischen Sehenswürdigkeiten interessiert, wird allerorts auf Tempel und Statuten aus der Zeit des Pharaos Rames II. stoßen.

Zwar war Ramses II. ein überaus reger Bauherr, aber er verstand sich ebenso auf die damals übliche Praxis, bereits existierende Tempel zu usurpieren und sie zu Heiligtümern seiner Regentschaft zu machen. Ca. 1304 vor Christus geboren (zur Zeit des Neuen Reiches), regierte Rames II. 66 Jahre lang und starb im damals biblischen Alter von etwa 85 Jahren (die Altersschätzung, früher 91 Jahre, hat sich etwas verändert, seit man Sethos I., dem Vater von Ramses, nur neun Regierungsjahre zumisst).

Wie kein anderer ägyptischer König vor und nach ihm verstand es Ramses II., die Propaganda für seine Herrschaft zu nützen, zumal sein Vertrauen in die Fähigkeiten seines Militärs nach der Niederlage in der Schlacht bei Kadesch zwischen Ägyptern und Hethitern gesunken war und er sich genötigt fühlte, eine andere sichere Basis seiner Herrschaft zu finden: Für Rames II., den Großen, war es die Propaganda.


18:00 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen – die Welt der Wissenschaft
Vom Haben und Nichthaben.
Der Ungleichheitsforscher Branko Milanovic im Porträt.
Gestaltung: Tanja Malle

Die gute Nachricht: Im weltweiten Vergleich nimmt die Einkommensungleichheit seit einigen Jahren ab. Die schlechte Nachricht für die westlichen Industrienationen: Hier nimmt sie zu – die Mittelschicht schrumpft. Die Prognose, die Branko Milanovic, einer der weltweit führenden Ungleichheitsforscher, daraus ableitet: Es ist gut möglich, dass Populismus und Plutokratie, also die Herrschaft des Geldes bzw. der Reichen, zunehmen werden. Branko Milanovic wurde in Jugoslawien geboren, dessen Credo "Gleichheit und Brüderlichkeit" war und das nicht zuletzt aufgrund zunehmender ökonomischer Ungleichheit zerfallen ist. Heute forscht und lehrt er in den USA und in Luxemburg. Der Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist das Jahr 1988. Ein Jahr später fiel die Berliner Mauer, wurden die kommunistischen Volkswirtschaften in die Weltwirtschaft eingegliedert und China begann die Folgen seiner ökonomischen Öffnung zu spüren. In seinem kürzlich bei Suhrkamp erschienenen Buch "Die ungleiche Welt", geht Branko Milanovic der Frage nach, welche globalen Folgen Ungleichheit hat und wie dieser begegnet werden könnte?


19:30 On stage (Dolby Surround)
mit Maria Reininger. Fabulöse Griffbrett- und Trommelfellmeister: Alex Machacek & The Fabulous Austrian Trio beim Jazzfestival Leibnitz 2016.
(Ausstrahlung in Dolby Digital 5.1)

2004 übersiedelte der aus Tulln stammende Gitarrist Alex Machacek nach Los Angeles, wo der mittlerweile 44-Jährige bis heute lebt. Noch kurz vor dem Sprung über den "Großen Teich" formierte er gemeinsam mit Bassist Raphael Preuschl und Schlagzeuger Herbert Pirker in Wien das "Fabulous Austrian Trio", das seither als eine Art Brücke zur alten Heimat fungiert und sich phänomenal entwickelt hat: Beim Konzert im Rahmen des Jazzfestivals Leibnitz am 14. Oktober 2016 beeindruckten die drei Griffbrett- bzw. Trommelfellmeister durch einen überaus kompakten Bandsound, der die körperliche Wucht des Rock mit der Flexibilität des Jazz verbindet. Die vielfältigen Rhythmuswechsel, in denen der famose Herbert Pirker die Band vom Schlagzeugset aus zu dirigieren scheint, schreiben den Stücken komplexe, immer wieder überraschende Dramaturgien ein. Maria Reininger präsentiert das umjubelte Konzert im Hugo-Wolf-Saal des Kulturzentrums Leibnitz.


21:00 Tonspuren
Am Rand der Zeit. Der Lyriker und Kunsthistoriker Klaus Demus. Feature von Shenja von Mannstein. Mit Silvia Meisterle, Franz Josef Csencsits und Fritz von Friedl. Redaktion: Alfred Koch

Klaus Demus, 1927 in St. Pölten geboren, ist in der Literaturszene ein Unbekannter geblieben. In den letzten 60 Jahren veröffentlichte er 17 Gedichtbände – ein Großteil davon ist vergriffen. Im Brotberuf blieb Klaus Demus Kunsthistoriker und trat damit in die Fußstapfen seines berühmten Vaters. Die Frage, ob Klaus Demus selbst ehrgeizig gewesen sei, verneint er.

Der Antrieb seines Schreibens war umso höher: Die Tradition deutschsprachiger Lyrik – von Goethe bis Hölderlin – sprachlich fortzuführen. Ihre Gesamtausgaben finden sich in der Bibliothek des 90-jährigen, der zurückgezogen und von dem literarischen Schaffen seiner Zeitgenossen unberührt, lebt.

Seltene Ausnahme war die frühe Begegnung mit dem zehn Jahre älteren Paul Celan, den Klaus Demus als Lyriker und Mensch verehrte. Seine Bewunderung brachte er in zahlreichen Briefen zum Ausdruck. Celan wiederum bezeichnete Demus als seinen einzigen Freund. Ihr Briefwechsel als Dokument einer Freundschaft, die schließlich in die Brüche geht, ist 2009 veröffentlicht worden.


21:40 Texte – neue Literatur aus Österreich
Werktags. Von Harald Darer

25 Jahre nach bestandener Lehrabschlussprüfung treffen einander zwei ehemalige Arbeitskollegen wieder. Mit dem Treffen tauchen beim Ich-Erzähler längst vergessene Bilder von vergangenen Arbeitsstellen wieder auf, ausgehend vom Schulabbruch. Der Ich – Erzähler erlebt im Rückblick, wie er beim Betreten der Arbeitsstelle zum Arbeiter wurde und sein Körper zur Funktion.
Der gebürtige Steirer Harald Darer nähert sich in seinem Roman literarisch den Themen der heutigen Arbeitswelt: Wie lassen sich Privatleben und Arbeitsleben vereinbaren, in Balance bringen? Wie sehr prägt das Arbeitsleben den Menschen?


22:00 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die Macht der Kränkung. Wie aus Enttäuschung Neues entsteht (1)
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Die Reifeprüfung. Zeitenwende im Film (1).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Erhebt euch, schuftenden Massen! Die Musik der russischen Revolution (1).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch


23:00 Nachrichten


23:03 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


23:08 Zeit-Ton
Metal Orchestral Music. Der Osttiroler Bernhard Gander auf seinen neuesten Grenzgängen.
Gestaltung: Reinhard Kager

Bei den Darmstädter Ferienkursen forderte Bernhard Gander im vergangenen Sommer das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks mit seinem neuen Orchesterstück "Blood Beat" heraus, das wenig später auch bei den Tiroler Klangspuren zu hören war. Und bei den Donaueschinger Musiktagen im Herbst unterstrich er seine enge Beziehung zur Heavy Metal Music durch die Integration des Power-Trios Steamboat Switzerland in sein neues Ensemblestück "Cold Cadaver With Thirteen Scary Scars". Höchste Zeit, im Gespräch mit dem Osttiroler Komponisten auch in "Zeit-Ton" das jüngste Schaffen Ganders genauer unter die Lupe zu nehmen.
 

*


Dienstag, 28. Februar 2017


00:00 Nachrichten


00:05 Gioachino Rossini: "Il Turco in Italia"
Mit Samuel Ramey (Selim), Montserrat Caballé (Fiorilla), Enzo Dara (Geronio), Ernesto Palacio (Narciso), Jane Berbier (Zaida), Leo Nucci ( Prosdocimo), Paolo Barbacini (Albazar)
Ambrosian Opera Chorus, National Philharmonic Orchestra; Dirigent: Riccardo Chailly (aufgenommen 1981 in London)


03:00 Nachrichten


03:03 Die Ö1 Klassiknacht
Präsentation: Ursula Strubinsky
Musikauswahl: Ursula Strubinsky


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
von Beate Winkler, Malerin und Menschenrechtspolitikerin.
"Zukunftsbilder für ein neues WIR".
Gestaltung: Alexandra Mantler

Terrorismus, Fluchtbewegungen, Integration, Klimawandel, Digitalisierung und vieles mehr: Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen, die tiefgreifende Veränderungen auslösen. Veränderungsprozesse können gut gelingen, wenn Zukunftsbilder zur Hand sind, die positiver ausfallen, als die Abwehr, die mit jedem Veränderungsprozess verbunden ist. Doch an positiven Zukunftsbildern fehlt es. Die Künstlerin Beate Winkler setzt sich mit Veränderungsprozessen auseinander, die sie in ihrer Malerei zum Teil steuert, zum Teil nicht steuerbaren Einflüssen aussetzt. Sie sucht Widersprüchlichem und Nichtfassbarem freien Raum zu geben, vermittelt "Verschlossenes" in nur teilweise geöffneten Rollen oder Skizzenbüchern. Mit Bildern und Skizzenbüchern geht sie auf eine Reise, um sich der "Hoffnung" zu nähern: mit Materialien, die aus alten Welten kommen und neue Wege zeigen. Sie will Impulse geben, dem Prinzip Hoffnung zu vertrauen, sich für Veränderungsprozesse zu öffnen und Perspektiven immer wieder zu verändern.


07:00 Morgenjournal (I)
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Morgenjournal (II)


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Die Macht der Kränkung
Wie aus Enttäuschungen Neues entsteht (2).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Scheinbar kleine Kränkungen entfalten oft große Wirkung. Menschen kapseln sich ab, verlieren den Kontakt zu ihren Mitmenschen, flüchten sich in ihre eigene Ideenwelt. Viele entwickeln eine Depression. Denn Kränkungen erschüttern den Selbstwert. Sie bewirken eine tiefe Enttäuschung, vor allem über sich selbst. Der Gerichtspsychiater Reinhard Haller hat Verbrechen analysiert, die eines gemeinsam haben: das Erlebnis der Kränkung. Aus Sicht der Psychoanalyse lösen Kränkungen schwere narzisstische Krisen aus. Die Kränkung kann zum Lebensthema werden, das Entscheidungen und Handeln nachhaltig beeinflusst. Doch manche Menschen können eine Kränkung verwandeln. Sie betrachten sie als Erkenntnis und fühlen sich herausgefordert, nach einer anderen Lösung zu suchen. Ihre Form der Konfliktverarbeitung hängt von den Skills ab und der Stabilität ihrer Bindungserfahrung, die sie bereits im Kindesalter erworben haben, erklärt die Bindungsforscherin Svenja Tauber von der Universität Kassel. Ent -Täuschungen führen dann zu Atempausen, zum Nachdenken und neu ordnen. Wenn Menschen bar jeder Täuschung in der Lage sind, den Konflikt, den eine Kränkung auslöst, zu integrieren, kann diese zum Impuls schöpferischer Kraft werden. So liegen manchen wissenschaftlichen Erkenntnissen ursprünglich Enttäuschungen zugrunde. Und Künstler aller Sparten müssen viele Rückschläge überwinden, bis sie Respekt und Anerkennung erwerben. Die Lebenskunst ist es, damit umgehen zu lernen.


09:30 Radiokolleg – Die Reifeprüfung
Zeitenwende im Film (2).
Gestaltung: Sabine Nikolay

1967 kommt ein Film in die Kinos, in dem Unerhörtes zu sehen ist: Eine Frau zieht sich einen Nylonstrumpf über das Bein und befestigt ihn am Strumpfband. Ihr Fuß ruht auf der Bettkante. Im Hintergrund steht ein Jüngling und sieht ihr zu. Eine pikante Szene aus zwei Gründen: Es geht um Sex. Und: Die Frau ist um einiges älter als der junge Mann. Sie ist, wie damals üblich, als Mutter einer erwachsenen Tochter erst Ende 30.

"Die Reifeprüfung", das zweite Werk des Regisseurs Mike Nichols, galt für die damalige Zeit aufgrund dieser Tabubrüche als revolutionär. Wie kaum ein anderer Film ist er ein Zeitdokument der gesellschaftlichen Umbrüche in den USA des Jahres 1967. In 100 Minuten entfaltet sich das Panorama der hoffnungslos bigotten Vereinigten Staaten, in denen eine desorientierte Jugend in Subkulturen abgleitet, Drogenexzesse feiert und Musik und Kunst von Grund auf erneuert. Zudem erleben neue Lebensformen in ländlichen und städtischen Kommunen eine Hochblüte. Nun ist die erotische Anziehung zwischen den Generationen wahrlich keine Neuigkeit des Jahres 1967 – doch so offen dargestellt vor dem Hintergrund einer Welt, die gesellschaftliche Umwälzungen nie gekannten Ausmaßes erlebt, wurde sie vorher nie. Wie in einem Brennglas sehen wir den Abgesang auf eine Zivilisation, die sich grundlegend veränderte.

Doch nicht nur der Inhalt des Film trägt Zeitkolorit – auch seine Form ist durchaus funktional und passend zu der Zeit, in der er entstand: Das neue Amerika ist geprägt von einer aufstrebenden Unterhaltungsindustrie. Nicht nur Film und Fernsehen, auch die neue psychedelische Rockmusik sind Ausformungen dieser Epoche. Und so treibt der Soundtrack von Paul Simon und Art Garfunkel die Handlung voran, gibt den Herzschlag der neuen Ära vor. Zudem entsteht neben der Hippie-Gegenkultur ein neues, "Corporate America", das uns bis heute auf vielfältige Weise beschäftigt. Im Film taucht es in Form von Product Placement auf: Sinnbild des Lifestyle, aber auch der zunehmenden Macht der Konzerne ist hier ein schnelles Auto. Einerseits steht es für neue Finanzierungsformen in der Kulturszene, andererseits für den Weitblick des Regisseurs: Ein Jahrzehnt später wird Identität nicht mehr durch Aufbegehren sondern durch Marken bestimmt. Außerdem entdeckte Mike Nichols einen neuen Star am Himmel des "New Hollywood": Dustin Hoffman ist hier in seiner ersten Hauptrolle zu sehen. Der Regisseur wurde für seinen Mut belohnt: Der Film erhielt den Oscar für die beste Regie des Jahres 1968. Wir schauen zurück auf ein Sittenbild aus der Zeit, in der Ö1 entstand.

"Baujahr '67" ist ein kollektives Epochenporträt. Was hat das Gründungjahr von Ö1 bewegt? Und was davon ist heute noch in Betrieb? Ein Schwerpunkt zum 50er.


09:45 Radiokolleg – Erhebt euch, schuftende Massen!
Die Musik der russischen Revolution (2).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Die Industriearbeiter in St. Petersburg gaben mit ihren Massenstreiks im Februar 1917 den unmittelbaren Anstoß zur russischen Revolution und dem Ende des Zarenreichs. Bei den Kundgebungen sangen sie Berichten zufolge die Internationale, die Marseillaise, aber auch Arbeiterlieder aus den vorrevolutionären Kämpfen wie "Das rote Banner" oder "Kameraden, haltet mutig den Schritt". Bereits unmittelbar nach dem politischen Umsturz zeigte sich allerdings, dass die Vorstellungen von einer wahrhaft proletarischen, sozialistischen oder sowjetischen Kultur weit auseinander gingen.

Die 1920er Jahre waren gekennzeichnet von intensiven Richtungsstreits zwischen radikalen Organisationen wie Proletkult und RAPM, der Russischen Vereinigung proletarischer Musiker, auf der einen Seite und sogenannten bürgerlichen und Avantgarde-Künstlern auf der anderen Seite. Führende Vertreter der neuen Sowjetmacht, allen voran Lenin und Stalin, lehnten die avantgardistischen Experimente ab, auch Kompositionen, die gezielt Industriegeräusche aufgriffen – wie etwa eine Sirenen-Symphonie - fanden keinen Gefallen bei den Mächtigen. 1932 wurde dann der sozialistische Realismus als verpflichtend verordnet. Es blieb die Frage, was das für eine rein instrumentelle Musik bedeutet.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Konzert am Vormittag
Wiener Johann Strauss Orchester, Dirigent: Alfred Eschwé. Johann Strauß Sohn: Ouvertüre zur Operette "Waldmeister"; Neues Leben, Polka française op. 278; Die Bajadere, Polka schnell op. 351 * Josef Strauß: Dorfschwalben aus Österreich, Walzer op. 164; Die tanzende Muse, Polka Mazur op. 266; Vélocipède, Polka schnell op. 259; Transactionen, Walzer op. 184 * Joh. Strauß Sohn: Ouvertüre zur Operette "Carneval in Rom": G'schichten aus dem Wienerwald, Walzer op. 325; Perpetuum mobile. Musikalischer Scherz op. 257; Martha-Quadrille op. 46; Klipp-Klapp, Galopp op. 466; Kaiser-Walzer op. 437 (aufgenommen am 26. Oktober 2016 im Großen Musikvereinssaal in Wien).
Präsentation: Johannes Leopold Mayer


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 Radiogeschichten
"Die Reise um die Erde" und "Übertriebene Sparsamkeit". Von Hugo Wiener.
Es liest Peter Matic.
Gestaltung: Roland Knie
Präsentation: Gudrun Hamböck

Humor ist bekanntlich etwas, was nur man selber hat. Was andere manchmal haben, ist allenfalls ein Plagiat dieses nur einem selber eigenen Witz- und Geistreichtums. Oder ist es umgekehrt?

Hugo Wiener, anerkannter und erstklassiger Fachmann auf dem Gebiet der Humorologie, berichtet in diesem Zusammenhang von einer der unglückseligsten menschlichen Bestrebungen: Etwas eigentlich gar nicht wissen zu wollen, aber irgendwie dann halt doch. Auf diese Weise sind schon die größten Unglücke passiert. – Und die köstlichsten Kurzgeschichten.


11:57 Ö1 heute


12:00 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Ö1 bis zwei
mit Mirjam Jessa.


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Von Tag zu Tag


14:40 Moment – Leben heute


14:55 Rudi! Radio für Kinder


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Musik
Brillant im Gesang, charmant im Spiel: die Sopranistin Reri Grist Ausschnitte aus Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Gaetano Donizetti, Giuseppe Verdi, Richard Strauss, u.a.
Gestaltung: Michael Blees

In Musical-Aufführungen – unter anderem als Solistin der Ur-Besetzung der "West Side Story" von Leonard Bernstein - hat die Laufbahn der amerikanischen Sopranistin Reri Grist begonnen, doch nur wenige Jahre später ist sie schon in die Reihe der großen Opernstars ihrer Zeit aufgestiegen – als brillante Interpretin von virtuosen Koloraturpartien, aber auch als seelenvolle Gestalterin lyrischer Rollen. An nahezu allen großen Bühnen der Welt hat die für ihre Musikalität von bedeutenden Dirigentenpersönlichkeiten von Karl Böhm über Leonard Bernstein bis zu Wolfgang Sawallisch gerühmte Künstlerin gastiert, auch an der Wiener Staatsoper und bei den Salzburger Festspielen. Mozart und Richard Strauss zählten zu den zentralen Komponisten des Opernrepertoires der Grist, bewundert hat man aber auch ihre Bravour im leichteren italienischen Fach. Anfang der 1990er Jahre hat sie sich aus dem aktiven Sängerleben zurückgezogen, in diesem Monat feiert sie ihren 80. Geburtstag.


16:00 Da capo: Ambiente
Reisen mit Ö1. Reisemagazin, u.a. mit: "Desfile de las Llamadas" und "Desfile de Carnaval". Schwarzer und weißer Karneval in Montevideo, akustisch dokumentirt von Ursula Burkert; Petersburg 1917: Auf den Spuren der Revolution.
Von Brigitte Voykowitsch
Redaktion: Ursula Burkert

Er gilt als der längste der Welt und wird zwar nicht ganz so exzessiv wie in Brasilien, aber doch sehr intensiv gefeiert: der Karneval in Montevideo. "Desfile de las Llamadas" – die "Parade der Rufe"- findet in den Stadtvierteln Sur und Palermo statt. Unzählige Candombe-Gruppen – sogenannte Comparsas – versammeln sich am frühen Abend und ziehen dann trommelnd, tanzend und fahnenschwingend durch die Straßen. Jede Gruppe hat ihren eigenen Rhythmus entwickelt, er ist eine Art akustische Visitenkarte. Dieser "schwarze" Karneval hat seine Wurzeln in Afrika, denn etwa 6% der Bevölkerung Uruguays sind Nachfahren afrikanischer Sklaven. Der Ruf der Trommeln war einst das Verständigungsmittel, das die weißen Herren nicht zu deuten verstanden. Die Hauptakteure des weißen Karneval, dessen Höhepunkt beim "Desfile de Carnaval" bei der großen Karnevalsparade auf der Avenida des 18. Julio zelebriert wird, sind die sogenannten Murgas. Bunt verkleidet üben die meist männlichen Mitglieder dieser Karnevals-Cliquen schon während des ganzen Karnevals auf den sogenannten "Tablados" satirische Sozialkritik in Karnevalsreden und Liedern. Während der Militärjunta in Uruguay entwickelten sie eine besondere Kunst, auch politische Kritik zwischen den Zeilen anzubringen. Gemeinsam mit den "Humoristas", "Parodistas" und "Revistas" und Tanzgruppen in prächtigen Kostümen defilieren sie beim großen Finale durch Montevideo.

Bürgerkrieg, Weltkrieg, 70 Jahre Sowjetunion und 25 Jahre postsowjetischer Entwicklungen haben das Gesicht von St. Petersburg verändert. Schon die verschiedenen Namenswechsel von Petersburg über Petrograd und Leningrad zurück zu Petersburg dokumentieren die ideologischen Verwerfungen der letzten 100 Jahre in der Stadt. An zentrale Schauplätze der Revolution kann man sich aber bis heute begeben, darunter die Industrieviertel, wo die Arbeiter mit ihren Massenkundgebungen begannen, die als Auslöser der Februarrevolution gelten; die letzten Aufenthaltsorte des Zaren, bevor er abdankte; der Bahnhof, an dem Valdimir Iljitsch Lenin – erst nach der Februarrevolution – aus dem Schweizer Exil ankam sowie die Wohnung seiner Schwester, in der er Unterkunft fand. Das Kriegsschiff Aurora, von dem aus die entscheidenden Schüsse der Oktoberrevolution abgefeuert wurden, ist aufwendig restauriert worden. Und im Winterpalast erinnert eine Gedenktafel an den Moment, als die Bolschewiken die Mitglieder der Provisorischen Regierung festnahmen. Auch den ersten Amtssitz der neuen bolschewistischen Regierung kann man besuchen.


16:55 Digital.Leben


17:00 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp


17:55 Betrifft: Geschichte
Der Pharao als Propaganda-Genie. Ramses II., genannt: Der Große. Mit Manfred Bietak, Em. o. Univ.-Prof., Institut für Orientalistik und Europäische Archäologie.
Gestaltung: Robert Weichinger

Selbst im mumifizierten Zustand ist dieser ägyptische König von einer eindrucksvollen Aura umgeben. Im Ägyptischen Museum in Kairo gehört sein Leichnam zu den besterhaltenen ehemaliger Pharaonen. Und wer heute das Land am Nil besucht und sich für die archäologischen Sehenswürdigkeiten interessiert, wird allerorts auf Tempel und Statuten aus der Zeit des Pharaos Rames II. stoßen.

Zwar war Ramses II. ein überaus reger Bauherr, aber er verstand sich ebenso auf die damals übliche Praxis, bereits existierende Tempel zu usurpieren und sie zu Heiligtümern seiner Regentschaft zu machen. Ca. 1304 vor Christus geboren (zur Zeit des Neuen Reiches), regierte Rames II. 66 Jahre lang und starb im damals biblischen Alter von etwa 85 Jahren (die Altersschätzung, früher 91 Jahre, hat sich etwas verändert, seit man Sethos I., dem Vater von Ramses, nur neun Regierungsjahre zumisst).

Wie kein anderer ägyptischer König vor und nach ihm verstand es Ramses II., die Propaganda für seine Herrschaft zu nützen, zumal sein Vertrauen in die Fähigkeiten seines Militärs nach der Niederlage in der Schlacht bei Kadesch zwischen Ägyptern und Hethitern gesunken war und er sich genötigt fühlte, eine andere sichere Basis seiner Herrschaft zu finden: Für Rames II., den Großen, war es die Propaganda.


18:00 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen – die Welt der Wissenschaft
Aus dem Lot.
Posttraumatische Belastungsstörungen – und wie man sie behandeln kann.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Eine Vergewaltigung, ein Kriegserlebnis, ein Verkehrsunfall – manchmal wirft ein einziges Schockerlebnis einen Menschen für immer aus der Bahn. Unerträgliche Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit oder Schwindelattacke sind typische Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung. Etwa 20 Prozent der Menschen, die etwas Schreckliches durchleben, bekommen sie – und werden sie nur schwer wieder los.

In vielen Fällen tauchen die Symptome erst Wochen, Monate oder gar Jahre nach einem traumatischen Erlebnis auf. Bei der Behandlung spielen neben der Psychotherapie auch Psychopharmaka eine Rolle. Bisher allerdings nur zur Symptombekämpfung. Momentan sucht die Forschung nach einem Medikament, das den Ausbruch einer posttraumatischen Belastungsstörung überhaupt verhindern kann. Gerade in dem Zeitfenster zwischen dem Erlebnis und dem Ausbruch der Krankheit sehen Mediziner eine Chance. Wird es demnächst gar eine "Psycho-Impfung" geben, beispielsweise für Bundesheersoldaten?


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
präsentiert von Bernhard Trebuch. Heiteres zum Faschingsausklang.


21:00 Hörspiel-Studio
"Sternstunden der Menschheit" (Teil 4 von 4) von Stefan Zweig, gelesen von Joachim Bißmeier.
Gestaltung: Monika Kalcsics

"Immer müssen Millionen müßige Weltstunden verrinnen, ehe eine wahrhaft historische, eine Sternstunde der Menschheit in Erscheinung tritt", sagt Stefan Zweig im Vorwort der ersten Ausgabe der "Sternstunden der Menschheit", die 1927 erschienen ist. In einer Mischung aus Historienbeschreibung und Fiktion erzählt Stefan Zweig schicksalsträchtige Stunden. "Ereignet sich eine solche Weltstunde, so schafft sie Entscheidung für Jahrzehnte und Jahrhunderte".

Die "Sternstunden der Menschheit" von Stefan Zweig sind eine Sammlung von 14 historischen kurzen Texten. Aus Anlass des 75. Todestages von Stefan Zweig am 23. Februar senden wir fünf Texte aus den "Sternstunden der Menschheit" in einer Interpretation von Joachim Bißmeier. Einleitende Worte spricht Klemens Renoldner, Leiter des Stefan Zweig Centre in Salzburg.

In Folge 4 bringen wir die Erzählung "Cicero" über die Reaktion von Marcus Tullius Cicero auf Cäsars Ermordung und seinen Versuch, die Republik wieder zu etablieren.

Der vorgestellte Text ist auf der neu produzierten Doppel-CD "Sternstunden der Menschheit" von Stefan Zweig enthalten, die in Kooperation von Ö1 mit dem Stefan Zweig Centre Salzburg entstanden ist.


22:00 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die Macht der Kränkung. Wie aus Enttäuschung Neues entsteht (2)
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Die Reifeprüfung. Zeitenwende im Film (2).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Erhebt euch, schuftenden Massen! Die Musik der russischen Revolution (2).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch


23:00 Nachrichten


23:03 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


23:08 Zeit-Ton (Dolby Surround)
Die Kompositionsaufträge des Grazer impuls-Festival.
Gestaltung: Franz Josef Kerstinger
(Übertragung in Dolby Digital 5.1)

Das Grazer impuls-Festival vergibt jedes zweite Jahr bis zu sechs Kompositionsaufträge für Ensemble an junge Komponistinnen und Komponisten, die über den impuls-Kompositionswettbewerb nominiert werden. In der Folge werden diese Ausgewählten zu Kompositionsworkshops nach Wien und Graz eingeladen, wo sich das Klangforum Wien kollektiv und intensiv mit diesen neuen Stücken auseinandersetzt. Beim impuls-Festival (10. bis 21. Februar 2017), werden die Kompositionen im Rahmen eines Konzertabends vorgestellt. Dieses Mal sind es Kompositionen von Michail Paraskakis (GR), Adam McCartney (IRL), Diana Soh (SGP), Lorenzo Troiani (I) und Carolyn Chen (USA).
(Aufgenommen am 10. Februar in der Helmut-List-Halle, Graz.)
 

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Mittwoch, 01. März 2017


00:00 Nachrichten


00:05 Nachtquartier


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht


03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
von Beate Winkler, Malerin und Menschenrechtspolitikerin.
"Zukunftsbilder für ein neues WIR".
Gestaltung: Alexandra Mantler

Terrorismus, Fluchtbewegungen, Integration, Klimawandel, Digitalisierung und vieles mehr: Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen, die tiefgreifende Veränderungen auslösen. Veränderungsprozesse können gut gelingen, wenn Zukunftsbilder zur Hand sind, die positiver ausfallen, als die Abwehr, die mit jedem Veränderungsprozess verbunden ist. Doch an positiven Zukunftsbildern fehlt es. Die Künstlerin Beate Winkler setzt sich mit Veränderungsprozessen auseinander, die sie in ihrer Malerei zum Teil steuert, zum Teil nicht steuerbaren Einflüssen aussetzt. Sie sucht Widersprüchlichem und Nichtfassbarem freien Raum zu geben, vermittelt "Verschlossenes" in nur teilweise geöffneten Rollen oder Skizzenbüchern. Mit Bildern und Skizzenbüchern geht sie auf eine Reise, um sich der "Hoffnung" zu nähern: mit Materialien, die aus alten Welten kommen und neue Wege zeigen. Sie will Impulse geben, dem Prinzip Hoffnung zu vertrauen, sich für Veränderungsprozesse zu öffnen und Perspektiven immer wieder zu verändern.


07:00 Morgenjournal (I)
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Morgenjournal (II)


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Die Macht der Kränkung
Wie aus Enttäuschungen Neues entsteht (3).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Scheinbar kleine Kränkungen entfalten oft große Wirkung. Menschen kapseln sich ab, verlieren den Kontakt zu ihren Mitmenschen, flüchten sich in ihre eigene Ideenwelt. Viele entwickeln eine Depression. Denn Kränkungen erschüttern den Selbstwert. Sie bewirken eine tiefe Enttäuschung, vor allem über sich selbst. Der Gerichtspsychiater Reinhard Haller hat Verbrechen analysiert, die eines gemeinsam haben: das Erlebnis der Kränkung. Aus Sicht der Psychoanalyse lösen Kränkungen schwere narzisstische Krisen aus. Die Kränkung kann zum Lebensthema werden, das Entscheidungen und Handeln nachhaltig beeinflusst. Doch manche Menschen können eine Kränkung verwandeln. Sie betrachten sie als Erkenntnis und fühlen sich herausgefordert, nach einer anderen Lösung zu suchen. Ihre Form der Konfliktverarbeitung hängt von den Skills ab und der Stabilität ihrer Bindungserfahrung, die sie bereits im Kindesalter erworben haben, erklärt die Bindungsforscherin Svenja Tauber von der Universität Kassel. Enttäuschungen führen dann zu Atempausen, zum Nachdenken und neu Ordnen. Wenn Menschen bar jeder Täuschung in der Lage sind, den Konflikt, den eine Kränkung auslöst, zu integrieren, kann diese zum Impuls schöpferischer Kraft werden. So liegen manchen wissenschaftlichen Erkenntnissen ursprünglich Enttäuschungen zugrunde. Und Künstler/innen aller Sparten müssen viele Rückschläge überwinden, bis sie Respekt und Anerkennung erwerben. Die Lebenskunst ist es, damit umgehen zu lernen.


09:30 Radiokolleg – Die Reifeprüfung
Zeitenwende im Film (3).
Gestaltung: Sabine Nikolay

1967 kommt ein Film in die Kinos, in dem Unerhörtes zu sehen ist: Eine Frau zieht sich einen Nylonstrumpf über das Bein und befestigt ihn am Strumpfband. Ihr Fuß ruht auf der Bettkante. Im Hintergrund steht ein Jüngling und sieht ihr zu. Eine pikante Szene aus zwei Gründen: Es geht um Sex. Und: Die Frau ist um einiges älter als der junge Mann. Sie ist, wie damals üblich, als Mutter einer erwachsenen Tochter erst Ende 30.

"Die Reifeprüfung", das zweite Werk des Regisseurs Mike Nichols, galt für die damalige Zeit aufgrund dieser Tabubrüche als revolutionär. Wie kaum ein anderer Film ist er ein Zeitdokument der gesellschaftlichen Umbrüche in den USA des Jahres 1967. In 100 Minuten entfaltet sich das Panorama der hoffnungslos bigotten Vereinigten Staaten, in denen eine desorientierte Jugend in Subkulturen abgleitet, Drogenexzesse feiert und Musik und Kunst von Grund auf erneuert. Zudem erleben neue Lebensformen in ländlichen und städtischen Kommunen eine Hochblüte. Nun ist die erotische Anziehung zwischen den Generationen wahrlich keine Neuigkeit des Jahres 1967 – doch so offen dargestellt vor dem Hintergrund einer Welt, die gesellschaftliche Umwälzungen nie gekannten Ausmaßes erlebt, wurde sie vorher nie. Wie in einem Brennglas sehen wir den Abgesang auf eine Zivilisation, die sich grundlegend veränderte.

Doch nicht nur der Inhalt des Film trägt Zeitkolorit – auch seine Form ist durchaus funktional und passend zu der Zeit, in der er entstand: Das neue Amerika ist geprägt von einer aufstrebenden Unterhaltungsindustrie. Nicht nur Film und Fernsehen, auch die neue psychedelische Rockmusik sind Ausformungen dieser Epoche. Und so treibt der Soundtrack von Paul Simon und Art Garfunkel die Handlung voran, gibt den Herzschlag der neuen Ära vor. Zudem entsteht neben der Hippie-Gegenkultur ein neues, "Corporate America", das uns bis heute auf vielfältige Weise beschäftigt. Im Film taucht es in Form von Product Placement auf: Sinnbild des Lifestyle, aber auch der zunehmenden Macht der Konzerne ist hier ein schnelles Auto. Einerseits steht es für neue Finanzierungsformen in der Kulturszene, andererseits für den Weitblick des Regisseurs: Ein Jahrzehnt später wird Identität nicht mehr durch Aufbegehren sondern durch Marken bestimmt. Außerdem entdeckte Mike Nichols einen neuen Star am Himmel des "New Hollywood": Dustin Hoffman ist hier in seiner ersten Hauptrolle zu sehen. Der Regisseur wurde für seinen Mut belohnt: Der Film erhielt den Oscar für die beste Regie des Jahres 1968. Wir schauen zurück auf ein Sittenbild aus der Zeit, in der Ö1 entstand.

"Baujahr '67" ist ein kollektives Epochenporträt. Was hat das Gründungjahr von Ö1 bewegt? Und was davon ist heute noch in Betrieb? Ein Schwerpunkt zum 50er.


09:45 Radiokolleg – Erhebt euch, schuftende Massen!
Die Musik der russischen Revolution (3).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Die Industriearbeiter in St. Petersburg gaben mit ihren Massenstreiks im Februar 1917 den unmittelbaren Anstoß zur russischen Revolution und dem Ende des Zarenreichs. Bei den Kundgebungen sangen sie Berichten zufolge die Internationale, die Marseillaise, aber auch Arbeiterlieder aus den vorrevolutionären Kämpfen wie "Das rote Banner" oder "Kameraden, haltet mutig den Schritt". Bereits unmittelbar nach dem politischen Umsturz zeigte sich allerdings, dass die Vorstellungen von einer wahrhaft proletarischen, sozialistischen oder sowjetischen Kultur weit auseinander gingen.

Die 1920er Jahre waren gekennzeichnet von intensiven Richtungsstreits zwischen radikalen Organisationen wie Proletkult und RAPM, der Russischen Vereinigung proletarischer Musiker, auf der einen Seite und sogenannten bürgerlichen und Avantgarde-Künstlern auf der anderen Seite. Führende Vertreter der neuen Sowjetmacht, allen voran Lenin und Stalin, lehnten die avantgardistischen Experimente ab, auch Kompositionen, die gezielt Industriegeräusche aufgriffen – wie etwa eine Sirenen-Symphonie - fanden keinen Gefallen bei den Mächtigen. 1932 wurde dann der sozialistische Realismus als verpflichtend verordnet. Es blieb die Frage, was das für eine rein instrumentelle Musik bedeutet.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Konzert am Vormittag
Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Dirigent: Vasily Petrenko; Alexandre Tharaud, Klavier. Sergej Rachmaninow: a) "Der Fels", Fantasie für Orchester op. 7; b) Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18; c) Symphonische Tänze op. 45 (aufgenommen am 20. Oktober 2016 in der Philharmonic Hall in Liverpool).
Präsentation: Peter Kislinger


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 Radiogeschichten
"Der dritte Sohn". Von Andrej Platonow. Aus dem Russischen von Cristiane Körner. Es liest Wolfgang Hübsch.
Gestaltung: Bernhard Hermann
Präsentation: Julia Zarbach

Jahrelang hatten einander die sechs Brüder nicht gesehen. Jetzt sind sie im Elternhaus wieder zusammengekommen, um zu trauern und ihre tote Mutter zu Grabe zu tragen. Nach der Einsegnung durch den Popen geht zwar der Vater zu Bett, aber die Brüder bleiben noch wach. Durch die Türe hört er zuerst ihr lauter werdendes Sprechen, aber je länger die Nacht dauert, auch wieder ihr Lachen …


11:57 Ö1 heute


12:00 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Ö1 bis zwei
mit Mirjam Jessa.


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Von Tag zu Tag


14:40 Moment – Leben heute


14:55 Rudi! Radio für Kinder


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Musik
mit Hans Georg Nicklaus.
Abenteuer Interpretation: Schumanns Rhythmen

Aschermittwoch, der Fasching ist vorbei – "endlich", wird Robert Schumann gedacht haben, der als Musikdirektor im rheinischen Düsseldorf mit den "Narren" keine Freude hatte. Schumann ist für viele der Prototyp des Romantikers unter den Musikern: schwärmerisch verliebt, nicht nur in Clara, auch in die romantische Literatur der Zeit, und auf eine bessere, eigene Welt in der Kunst hoffend.

Neben allerlei romantischen Figuren und Themen übersieht man gerne die rhythmischen Raffinessen, die Schumann etwa in seine Symphonien einbaut. Schumann, ein Tänzer?, ein "Rhythmiker"? – Ein Streifzug durch seine 4 Symphonien und ihre unterschiedlichen Interpretationen soll in diesem "Apropos Musik" dem rhythmischen "Witz" Schumanns gewidmet sein.


16:00 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Radiodoktor – das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa


17:55 Betrifft: Geschichte
Der Pharao als Propaganda-Genie. Ramses II., genannt: Der Große. Mit Manfred Bietak, Em. o. Univ.-Prof., Institut für Orientalistik und Europäische Archäologie.
Gestaltung: Robert Weichinger

Selbst im mumifizierten Zustand ist dieser ägyptische König von einer eindrucksvollen Aura umgeben. Im Ägyptischen Museum in Kairo gehört sein Leichnam zu den besterhaltenen ehemaliger Pharaonen. Und wer heute das Land am Nil besucht und sich für die archäologischen Sehenswürdigkeiten interessiert, wird allerorts auf Tempel und Statuten aus der Zeit des Pharaos Rames II. stoßen.

Zwar war Ramses II. ein überaus reger Bauherr, aber er verstand sich ebenso auf die damals übliche Praxis, bereits existierende Tempel zu usurpieren und sie zu Heiligtümern seiner Regentschaft zu machen. Ca. 1304 vor Christus geboren (zur Zeit des Neuen Reiches), regierte Rames II. 66 Jahre lang und starb im damals biblischen Alter von etwa 85 Jahren (die Altersschätzung, früher 91 Jahre, hat sich etwas verändert, seit man Sethos I., dem Vater von Ramses, nur neun Regierungsjahre zumisst).

Wie kein anderer ägyptischer König vor und nach ihm verstand es Ramses II., die Propaganda für seine Herrschaft zu nützen, zumal sein Vertrauen in die Fähigkeiten seines Militärs nach der Niederlage in der Schlacht bei Kadesch zwischen Ägyptern und Hethitern gesunken war und er sich genötigt fühlte, eine andere sichere Basis seiner Herrschaft zu finden: Für Rames II., den Großen, war es die Propaganda.


18:00 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen – die Welt der Wissenschaft
Forschen und Lehren in einem belagerten Land.
Über eine Hochschulkooperation zwischen Wien und dem Gazastreifen.
Von Andreas Obrecht

Seit rund neun Jahren ist der Gazastreifen systematisch von der Außenwelt abgeriegelt – mit allen negativen Konsequenzen für Wissenschaft, Forschung und Bildung. Trotzdem gelang der Islamic University Gaza und der TU Wien eine Hochschulkooperation zum Thema "energieeffizientes Bauen".

Nach UN-Angaben wurden 2014 im Gazastreifen fast 7.000 Häuser vollständig und 10.000 teilweise zerstört. Die Zusammenarbeit funktionierte über Skype und Videokonferenzen, da ein physisches Treffen zwischen den Experten aus Wien und Gaza nicht möglich war.

Ende 2016 kam es dann immerhin zu einer gemeinsamen Abschlusskonferenz, an der 1.200 Menschen teilnahmen. Eine Bilanz der außergewöhnlichen Kooperation mit einem Einblick in den mühsamen Wissenschaftsbetrieb eines besetzten Landes.


19:30 Philharmonisches in Ö1
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klavier und Orchester c-Moll KV 491 (Dirigent und Klavier: Maurizio Pollini; aufgenommen im Juni 2007 im Wiener Musikverein) * Joseph Haydn: Symphonie D-Dur Hob. I/93 (Dirigent: Nikolaus Harnoncourt; aufgenommen bei den Wiener Festwochen 2009) * Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64 (Dirigent: Claudio Abbado; Nathan Milstein, Violine; aufgenommen im März 1973 im Wiener Musikverein) * Wolfgang Amadeus Mozart: Rondo aus der Sonate für Violine und Klavier C-Dur KV 296 (Nathan Milstein, Violine; Walter Klien, Klavier).
Gestaltung: Stefanie Maderthaner


21:00 Salzburger Nachtstudio
Vorurteil: Fluch und Nutzen für den Alltag
Gestaltung: Elisabeth J Nöstlinger

Ausländer sind Sozialschmarotzer, Blondinen dumm, Franzosen die besten Liebhaber, Österreicher gemütlich aber Wiener sind grantig. Schokolade macht dick, Kaffee munter und Alkohol löst die Zunge. Deutsche Autos haben einen starken Motor und Holländer den besten Käse.

Vorurteile prägen unser Leben. Von Kindheit an. Sie kategorisieren die Welt in Gut und Böse, schön und hässlich, anziehend und abstoßend. Sie geben uns Orientierung und ersparen uns Denkarbeit, denn laut Christian Fichter sind die Menschen "kognitive Geizhälse". Vorurteile ermöglichen es ihnen, sich ohne lange nachzudenken, ein Bild zu machen.
Das habe sich im Laufe der Evolution durchaus als Vorteil erwiesen, analysiert der Psychologe an der Universität Zürich. Ähnlich sieht es der Hirnforscher Martin Korte. Für ihn sind "Vorurteile Übergeneralisierungen unseres Gehirns", ein Trick, um bei der Informationsverarbeitung Energie zu sparen. Je schneller ein Mensch sein Umfeld einordnen kann, desto mehr Kapazitäten bleiben für andere Denkvorgänge.

Das ist ein großer Vorteil bei Gefahren: Kreuzt beispielsweise eine dunkle Gestalt auf nächtlicher Straße den Weg, ruft das Gedächtnis alle Erfahrungen ab. Die Nervenzellen rechnen die Wahrscheinlichkeiten durch und aktivieren die zuständigen Areale. Die Mandelkerne signalisieren Angst. Die Basalganglien, der Ort, an dem eingespielte Bewegungsabläufe abgelegt sind, beschleunigen den Schritt. Dabei ist nicht die tatsächliche Gefahr entscheidend, sondern die Bilder und Informationen, die im Gedächtnis gespeichert sind. Sie dienen als Interpretations- und Verhaltenshilfen.

Doch die Nachteile lassen nicht lange auf sich warten. Oft führen Vorurteile in die Irre. So hat Christian Fichte bei verschiedenen Tests festgestellt, dass das Image einer Marke mehr zählt als die Qualität, das Klischee einer Publikation mehr als der Inhalt. Auch Eigenschaften, Temperamente, Verhaltensmuster einer Gesellschaft schaffen Zugehörigkeit. Sie dienen der Identitätsbildung und sind wiederum die Grundlage für Vorurteile.

Deshalb werden Klischees auch für die Inszenierung eines Krieges benützt. Sie werden gebraucht, um Einsichten abzuwehren und Ressentements zu schüren. Fazit: Vorurteile beeinflussen uns sowohl positiv, als auch negativ. Trotzdem sind wir ihnen nicht machtlos ausgeliefert. Die schnelle Beurteilung der Basalganglien und der Mandelkern gehen evolutionsbiologisch betrachtet, in einen sehr jungen Bereich des Gehirns ein.

Dieser sitzt im präfrontalen Kortex und ist für die bewusste Verarbeitung und Steuerung von Emotionen und Analysen zuständig. "Dank dieses Areals haben wir die Möglichkeit", so der Hirnforscher Martin Korte, "innezuhalten um dann unsere Reaktionen angemessen anzupassen".


22:00 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die Macht der Kränkung. Wie aus Enttäuschung Neues entsteht (3)
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Die Reifeprüfung. Zeitenwende im Film (3).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Erhebt euch, schuftenden Massen! Die Musik der russischen Revolution (3).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch


23:00 Nachrichten


23:03 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


23:08 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin. Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen.
Gestaltung: Nina Polaschegg
 

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Donnerstag, 02. März 2017


00:00 Nachrichten


00:05 Nachtquartier


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht


03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
von Beate Winkler, Malerin und Menschenrechtspolitikerin.
"Zukunftsbilder für ein neues WIR".
Gestaltung: Alexandra Mantler

Terrorismus, Fluchtbewegungen, Integration, Klimawandel, Digitalisierung und vieles mehr: Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen, die tiefgreifende Veränderungen auslösen. Veränderungsprozesse können gut gelingen, wenn Zukunftsbilder zur Hand sind, die positiver ausfallen, als die Abwehr, die mit jedem Veränderungsprozess verbunden ist. Doch an positiven Zukunftsbildern fehlt es. Die Künstlerin Beate Winkler setzt sich mit Veränderungsprozessen auseinander, die sie in ihrer Malerei zum Teil steuert, zum Teil nicht steuerbaren Einflüssen aussetzt. Sie sucht Widersprüchlichem und Nichtfassbarem freien Raum zu geben, vermittelt "Verschlossenes" in nur teilweise geöffneten Rollen oder Skizzenbüchern. Mit Bildern und Skizzenbüchern geht sie auf eine Reise, um sich der "Hoffnung" zu nähern: mit Materialien, die aus alten Welten kommen und neue Wege zeigen. Sie will Impulse geben, dem Prinzip Hoffnung zu vertrauen, sich für Veränderungsprozesse zu öffnen und Perspektiven immer wieder zu verändern.


07:00 Morgenjournal (I)
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Morgenjournal (II)


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Die Macht der Kränkung
Wie aus Enttäuschungen Neues entsteht (4).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Scheinbar kleine Kränkungen entfalten oft große Wirkung. Menschen kapseln sich ab, verlieren den Kontakt zu ihren Mitmenschen, flüchten sich in ihre eigene Ideenwelt. Viele entwickeln eine Depression. Denn Kränkungen erschüttern den Selbstwert. Sie bewirken eine tiefe Enttäuschung, vor allem über sich selbst. Der Gerichtspsychiater Reinhard Haller hat Verbrechen analysiert, die eines gemeinsam haben: das Erlebnis der Kränkung. Aus Sicht der Psychoanalyse lösen Kränkungen schwere narzisstische Krisen aus. Die Kränkung kann zum Lebensthema werden, das Entscheidungen und Handeln nachhaltig beeinflusst. Doch manche Menschen können eine Kränkung verwandeln. Sie betrachten sie als Erkenntnis und fühlen sich herausgefordert, nach einer anderen Lösung zu suchen. Ihre Form der Konfliktverarbeitung hängt von den Skills ab und der Stabilität ihrer Bindungserfahrung, die sie bereits im Kindesalter erworben haben, erklärt die Bindungsforscherin Svenja Tauber von der Universität Kassel. Enttäuschungen führen dann zu Atempausen, zum Nachdenken und neu Ordnen. Wenn Menschen bar jeder Täuschung in der Lage sind, den Konflikt, den eine Kränkung auslöst, zu integrieren, kann diese zum Impuls schöpferischer Kraft werden. So liegen manchen wissenschaftlichen Erkenntnissen ursprünglich Enttäuschungen zugrunde. Und Künstler/innen aller Sparten müssen viele Rückschläge überwinden, bis sie Respekt und Anerkennung erwerben. Die Lebenskunst ist es, damit umgehen zu lernen.


09:30 Radiokolleg – Die Reifeprüfung
Zeitenwende im Film (4).
Gestaltung: Sabine Nikolay

1967 kommt ein Film in die Kinos, in dem Unerhörtes zu sehen ist: Eine Frau zieht sich einen Nylonstrumpf über das Bein und befestigt ihn am Strumpfband. Ihr Fuß ruht auf der Bettkante. Im Hintergrund steht ein Jüngling und sieht ihr zu. Eine pikante Szene aus zwei Gründen: Es geht um Sex. Und: Die Frau ist um einiges älter als der junge Mann. Sie ist, wie damals üblich, als Mutter einer erwachsenen Tochter erst Ende 30.

"Die Reifeprüfung", das zweite Werk des Regisseurs Mike Nichols, galt für die damalige Zeit aufgrund dieser Tabubrüche als revolutionär. Wie kaum ein anderer Film ist er ein Zeitdokument der gesellschaftlichen Umbrüche in den USA des Jahres 1967. In 100 Minuten entfaltet sich das Panorama der hoffnungslos bigotten Vereinigten Staaten, in denen eine desorientierte Jugend in Subkulturen abgleitet, Drogenexzesse feiert und Musik und Kunst von Grund auf erneuert. Zudem erleben neue Lebensformen in ländlichen und städtischen Kommunen eine Hochblüte. Nun ist die erotische Anziehung zwischen den Generationen wahrlich keine Neuigkeit des Jahres 1967 – doch so offen dargestellt vor dem Hintergrund einer Welt, die gesellschaftliche Umwälzungen nie gekannten Ausmaßes erlebt, wurde sie vorher nie. Wie in einem Brennglas sehen wir den Abgesang auf eine Zivilisation, die sich grundlegend veränderte.

Doch nicht nur der Inhalt des Film trägt Zeitkolorit – auch seine Form ist durchaus funktional und passend zu der Zeit, in der er entstand: Das neue Amerika ist geprägt von einer aufstrebenden Unterhaltungsindustrie. Nicht nur Film und Fernsehen, auch die neue psychedelische Rockmusik sind Ausformungen dieser Epoche. Und so treibt der Soundtrack von Paul Simon und Art Garfunkel die Handlung voran, gibt den Herzschlag der neuen Ära vor. Zudem entsteht neben der Hippie-Gegenkultur ein neues, "Corporate America", das uns bis heute auf vielfältige Weise beschäftigt. Im Film taucht es in Form von Product Placement auf: Sinnbild des Lifestyle, aber auch der zunehmenden Macht der Konzerne ist hier ein schnelles Auto. Einerseits steht es für neue Finanzierungsformen in der Kulturszene, andererseits für den Weitblick des Regisseurs: Ein Jahrzehnt später wird Identität nicht mehr durch Aufbegehren sondern durch Marken bestimmt. Außerdem entdeckte Mike Nichols einen neuen Star am Himmel des "New Hollywood": Dustin Hoffman ist hier in seiner ersten Hauptrolle zu sehen. Der Regisseur wurde für seinen Mut belohnt: Der Film erhielt den Oscar für die beste Regie des Jahres 1968. Wir schauen zurück auf ein Sittenbild aus der Zeit, in der Ö1 entstand.

"Baujahr '67" ist ein kollektives Epochenporträt. Was hat das Gründungjahr von Ö1 bewegt? Und was davon ist heute noch in Betrieb? Ein Schwerpunkt zum 50er.


09:45 Radiokolleg – Erhebt euch, schuftende Massen!
Die Musik der russischen Revolution (4).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Die Industriearbeiter in St. Petersburg gaben mit ihren Massenstreiks im Februar 1917 den unmittelbaren Anstoß zur russischen Revolution und dem Ende des Zarenreichs. Bei den Kundgebungen sangen sie Berichten zufolge die Internationale, die Marseillaise, aber auch Arbeiterlieder aus den vorrevolutionären Kämpfen wie "Das rote Banner" oder "Kameraden, haltet mutig den Schritt". Bereits unmittelbar nach dem politischen Umsturz zeigte sich allerdings, dass die Vorstellungen von einer wahrhaft proletarischen, sozialistischen oder sowjetischen Kultur weit auseinander gingen.

Die 1920er Jahre waren gekennzeichnet von intensiven Richtungsstreits zwischen radikalen Organisationen wie Proletkult und RAPM, der Russischen Vereinigung proletarischer Musiker, auf der einen Seite und sogenannten bürgerlichen und Avantgarde-Künstlern auf der anderen Seite. Führende Vertreter der neuen Sowjetmacht, allen voran Lenin und Stalin, lehnten die avantgardistischen Experimente ab, auch Kompositionen, die gezielt Industriegeräusche aufgriffen – wie etwa eine Sirenen-Symphonie - fanden keinen Gefallen bei den Mächtigen. 1932 wurde dann der sozialistische Realismus als verpflichtend verordnet. Es blieb die Frage, was das für eine rein instrumentelle Musik bedeutet.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Konzert am Vormittag
Alte Musik im Konzert. Ensemble 392. Werke von Elisabeth Jacquet de La Guerre, Robert de Visée, Jean-Philippe Rameau u.a. (aufgenommen am 24. Jänner im Berio-Saal des Wiener Konzerthauses im Rahmen der "Resonanzen 2017").
Präsentation. Bernhard Trebuch


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 Terra incognita – Norwegen
"Die Birken wissen's noch". Von Lars Mytting. Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel.
Gestaltung: Friederike Raderer

"Für mich war Mutter ein Duft. Mutter war Wärme. Sie war ein Bein, an das ich mich klammerte. An Mutter dachte ich, wenn ich die Sehnsucht in mir auskostete. Selten an Vater. Mutters und Vaters Gesichter wurden nie älter. Sie lebten auf einem Foto auf der Kommode, gleich neben dem Telefon. Ich glaubte Großvater, wenn er wiederholt sagte, er würde mir alles erzählen, wenn ich erst einmal großgenug sei, aber vielleicht bemerkte er gar nicht, wie ich heranwuchs. Und so entdeckte ich die Wahrheit zu früh, und da war es zu spät."


11:57 Ö1 heute


12:00 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Ö1 bis zwei
mit Mirjam Jessa.


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Von Tag zu Tag


14:40 Moment – Leben heute


14:55 Rudi! Radio für Kinder


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Musik
mit Nadja Kayali. "Von fremder Hand vollendet"
Ernest Chausson: Streichquartett op. 35 (Spiegel Quartett)

Der französische Komponist Ernest Chausson wurde nur 44 Jahre alt und hinterließ u.a. ein unvollendetes Streichquartett. Sein langjähriger Weggefährte Vincent d'Indy übernahm die schwierige Aufgabe, das Quartett fertigzustellen. Er entschied sich dafür, keinen 4. Satz zu schreiben, sondern aus den Skizzen einen finalen 3. Satz zu komponieren.


16:00 Da capo: Tonspuren
Am Rand der Zeit. Der Lyriker und Kunsthistoriker Klaus Demus. Feature von Shenja von Mannstein. Mit Silvia Meisterle, Franz Josef Csencsits und Fritz von Friedl. Redaktion: Alfred Koch

Klaus Demus, 1927 in St. Pölten geboren, ist in der Literaturszene ein Unbekannter geblieben. In den letzten 60 Jahren veröffentlichte er 17 Gedichtbände – ein Großteil davon ist vergriffen. Im Brotberuf blieb Klaus Demus Kunsthistoriker und trat damit in die Fußstapfen seines berühmten Vaters. Die Frage, ob Klaus Demus selbst ehrgeizig gewesen sei, verneint er.

Der Antrieb seines Schreibens war umso höher: Die Tradition deutschsprachiger Lyrik – von Goethe bis Hölderlin – sprachlich fortzuführen. Ihre Gesamtausgaben finden sich in der Bibliothek des 90-jährigen, der zurückgezogen und von dem literarischen Schaffen seiner Zeitgenossen unberührt, lebt.

Seltene Ausnahme war die frühe Begegnung mit dem zehn Jahre älteren Paul Celan, den Klaus Demus als Lyriker und Mensch verehrte. Seine Bewunderung brachte er in zahlreichen Briefen zum Ausdruck. Celan wiederum bezeichnete Demus als seinen einzigen Freund. Ihr Briefwechsel als Dokument einer Freundschaft, die schließlich in die Brüche geht, ist 2009 veröffentlicht worden.


16:40 Synchron – das Filmmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber


17:55 Betrifft: Geschichte
Der Pharao als Propaganda-Genie. Ramses II., genannt: Der Große. Mit Manfred Bietak, Em. o. Univ.-Prof., Institut für Orientalistik und Europäische Archäologie.
Gestaltung: Robert Weichinger

Selbst im mumifizierten Zustand ist dieser ägyptische König von einer eindrucksvollen Aura umgeben. Im Ägyptischen Museum in Kairo gehört sein Leichnam zu den besterhaltenen ehemaliger Pharaonen. Und wer heute das Land am Nil besucht und sich für die archäologischen Sehenswürdigkeiten interessiert, wird allerorts auf Tempel und Statuten aus der Zeit des Pharaos Rames II. stoßen.

Zwar war Ramses II. ein überaus reger Bauherr, aber er verstand sich ebenso auf die damals übliche Praxis, bereits existierende Tempel zu usurpieren und sie zu Heiligtümern seiner Regentschaft zu machen. Ca. 1304 vor Christus geboren (zur Zeit des Neuen Reiches), regierte Rames II. 66 Jahre lang und starb im damals biblischen Alter von etwa 85 Jahren (die Altersschätzung, früher 91 Jahre, hat sich etwas verändert, seit man Sethos I., dem Vater von Ramses, nur neun Regierungsjahre zumisst).

Wie kein anderer ägyptischer König vor und nach ihm verstand es Ramses II., die Propaganda für seine Herrschaft zu nützen, zumal sein Vertrauen in die Fähigkeiten seines Militärs nach der Niederlage in der Schlacht bei Kadesch zwischen Ägyptern und Hethitern gesunken war und er sich genötigt fühlte, eine andere sichere Basis seiner Herrschaft zu finden: Für Rames II., den Großen, war es die Propaganda.


18:00 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen – die Welt der Wissenschaft
Komm' mir nicht zu nahe.
Wie die Schutzmuster unserer Psyche funktionieren.
Von Sylvia Sammer.

Schutz ist ein allen Menschen vertrautes Bedürfnis. Schließlich möchte man sich allzu viele psychische Verletzungen, emotionale Enttäuschungen oder seelische Schmerzen im Leben ersparen. Welche allgemeinen Verhaltensmuster lassen sich erkennen, wenn Menschen sich vor etwas schützen? Antworten liefern Disziplinen wie die Evolutionsbiologie, Medizin oder Psychologie.

Häufig geht es darum, das richtige Maß an Nähe und Distanz zu finden. Gelingt dies Menschen nicht, stecken zumeist Ängste, Erschöpfung oder Kränkungen dahinter. Dann kann beispielsweise aus Distanz schnell Distanzierung und Abweisung werden.


19:30 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
Zwischen Oratorium und Operette: Arthur Honegger – Suzanne Danco, Géori Boué, zwei Honegger-Interpretinnen

Arthur Honegger ist der Außenseiter unter "Les Six", dem Pariser Zeitgeist-Zirkel: Nicht, weil er Schweizer war und der Schweiz dauerhaft verbunden, sondern weil seine Musik das Flüchtige, Spielerische, schnell Hingesetzte meidet. Mit halb Oratorischem, halb Dramatischem ist der vor 125 Jahren geborene Arthur Honegger weiter präsent ("König David", "Johanna auf dem Scheiterhaufen"), mit Opern/Operetten weniger, obwohl "L'Aiglon" (mit Habsburger-Thematik, teils in Wien spielend) gerade eine blendende CD-Wiederauferstehung erlebt.

Große Interpreten haben sich für Honeggers Musik eingesetzt, auf Sängerinnenseite unter anderem zwei "grandes dames" unter den französischsprachigen Sopranistinnen der letzten Jahrhundertmitte: die auch als Liedinterpretin verehrte Suzanne Danco und die diesen Jänner im 99.Lebensjahr verstorbene Géori Boué – Gelegenheit, auch ihnen beiden Ohrenmerk zu schenken.


21:00 Im Gespräch
"Der Mensch kommt zweimal zur Welt, als Person und als Persönlichkeit" - Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Maja Iossifowna Turowskaja, Theaterwissenschafterin, Filmkritikerin, Filmhistorikerin, Drehbuchautorin und Kulturwissenschafterin

Maja Turowskaja, geboren 1924 in Charkow, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, ist eine der herausragenden Kulturwissenschafterinnen des 20. Jahrhunderts.

Nach ihrem Studium an der philologische Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität und der Theaterfakultät des Staatlichen Instituts für Theaterkunst GITIS (heute Russische Akademie für Theaterkunst) begann sie bereits 1949, sie war knapp 25 Jahre alt, regelmäßig Essays für Kulturzeitschriften zu verfassen. Aber erst nach dem Ende der Stalin-Zeit begann ihre Karriere als einflußreiche Filmtheoretikerin, Kulturwissenschafterin und Drehbuchautorin.

Internationalen Durchbruch erlangte sie 1965 als sie gemeinsam mit Juri Chanjutin und dem Regisseur Michail Romm das Drehbuch für den Dokumentarfilm "Der gewöhnliche Faschismus schrieb". Seit 1960 war sie Mitglied des Schriftstellerverbands der UdSSR und ab 1966 des Verbands der Filmschaffenden der UdSSR. 1998 war sie Mitglied der Internationalen Jury der BERLINALE.

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz spricht sie über Film und Poesie, den Untergang der UdSSR und die Ästhetik des Kapitalismus.


22:00 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die Macht der Kränkung. Wie aus Enttäuschung Neues entsteht (4)
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Die Reifeprüfung. Zeitenwende im Film (4).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Erhebt euch, schuftenden Massen! Die Musik der russischen Revolution (4).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch


23:00 Nachrichten


23:03 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


23:08 Zeit-Ton
Zeit-Ton Porträt. Maurice Louca. Salut the Parrot!
Gestaltung: Susanna Niedermayr

Maurice Loucas musikalische Karriere begann als Gitarrist in diversen Kairoer Rock Bands. Mit dem Trio Bikya (gemeinsam mit Mahmoud Refat und Mahmoud Waly) entdeckte er die Welt der elektronischen Musik. Heute zählt der mittlerweile virtuose Keyboarder mit Hang zum Surrealen zu den spannendsten Innovatoren des Electro Shabbi und ist Mitglied von unter anderem Karkhana, The Dwarfs of East Agouza und Alif.

Viele musikalische Ideen, die später zu Stücken oder Songs ausformuliert werden, entstehen beim Improvisieren. Dabei denkt Louca stets im Band-Format, auch wenn er die einzelnen Klangebenen dann alle selber generiert. Für sein aktuelles Solo-Album "Benhayyi Al-Baghbaghan (Salute the Parrot)" hat sich der Komponist und Multiinstrumentalist eine Reihe von prominenten Gästen eingeladen, unter ihnen Alan Bishop, Sam Shalabi, Tamer Abu Ghazaleh, Khaled Yassine und die beiden ägyptischen Mahraganat MCs Amr 7a7a und Alaa 50.
 

*


Freitag, 03. März 2017


00:00 Nachrichten


00:05 Nachtquartier


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht


03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
von Beate Winkler, Malerin und Menschenrechtspolitikerin.
"Zukunftsbilder für ein neues WIR".
Gestaltung: Alexandra Mantler

Terrorismus, Fluchtbewegungen, Integration, Klimawandel, Digitalisierung und vieles mehr: Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen, die tiefgreifende Veränderungen auslösen. Veränderungsprozesse können gut gelingen, wenn Zukunftsbilder zur Hand sind, die positiver ausfallen, als die Abwehr, die mit jedem Veränderungsprozess verbunden ist. Doch an positiven Zukunftsbildern fehlt es. Die Künstlerin Beate Winkler setzt sich mit Veränderungsprozessen auseinander, die sie in ihrer Malerei zum Teil steuert, zum Teil nicht steuerbaren Einflüssen aussetzt. Sie sucht Widersprüchlichem und Nichtfassbarem freien Raum zu geben, vermittelt "Verschlossenes" in nur teilweise geöffneten Rollen oder Skizzenbüchern. Mit Bildern und Skizzenbüchern geht sie auf eine Reise, um sich der "Hoffnung" zu nähern: mit Materialien, die aus alten Welten kommen und neue Wege zeigen. Sie will Impulse geben, dem Prinzip Hoffnung zu vertrauen, sich für Veränderungsprozesse zu öffnen und Perspektiven immer wieder zu verändern.


07:00 Morgenjournal (I)
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Morgenjournal (II)


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Exkurs
Musik, Markt, Medien.
1. Mit den Ohren denken – der Klang als Inhalt eines Studienganges. Ein Studiogespräch mit Sabine Sanio.
2. Musiklexikon "Neumen"
3. Ästhetik im Wandel – Geschichte der Musikaufnahmen
4. Oper als Institution – eine Buchrezension


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 Beispiele
Literarische Neuerscheinungen aus Österreich. "Der Mensch ist verschieden" von Monika Helfer und Michael Köhlmeier. Es lesen die Autoren.
Gestaltung: Annette Raschner

Sind Sie der Erfolgsverwöhnte oder mehr der Versagende? Die Schweigerin oder doch eher die Auseinandersetzerin? Der Immerzu-Dankbare, der Nimmersatte oder gar die Feinste von den Feinen? Fantasievoll und erfinderisch beschreibt das Schriftstellerehepaar Monika Helfer und Michael Köhlmeier dreiunddreißig verschiedene Menschentypen. (aus dem Verlagsprogramm)


11:57 Ö1 heute


12:00 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Ö1 bis zwei
mit Mirjam Jessa.


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Von Tag zu Tag


14:40 Moment – Kulinarium


14:55 Rudi! Radio für Kinder


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Musik
Robert Glasper, Chamäleon.
Gestaltung: Helmut Jasbar

Der 1978 geborene US-Amerikaner hat mit seiner Band "Robert Glasper Experiment" eine Formation geschaffen, die dem musikalischen Mix aus Jazz, HipHop und Rock zu neuer Blüte verholfen hat. Der gebürtige Texaner hat mittlerweile 10 Alben aufgenommen, wobei er – trotz seiner brillanten pianistischen Präsenz – auch gerne seinen Kolleginnen und Kollegen die Bühne überlässt. So wie auf seinem neuesten Album "Everything Is Beautiful", dass einen ungewöhnlichen Zugang zur Musik von Miles Davis findet.


16:00 Da capo: Im Gespräch
"Der Mensch kommt zweimal zur Welt, als Person und als Persönlichkeit" - Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Maja Iossifowna Turowskaja, Theaterwissenschafterin, Filmkritikerin, Filmhistorikerin, Drehbuchautorin und Kulturwissenschafterin

Maja Turowskaja, geboren 1924 in Charkow, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, ist eine der herausragenden Kulturwissenschafterinnen des 20. Jahrhunderts.

Nach ihrem Studium an der philologische Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität und der Theaterfakultät des Staatlichen Instituts für Theaterkunst GITIS (heute Russische Akademie für Theaterkunst) begann sie bereits 1949, sie war knapp 25 Jahre alt, regelmäßig Essays für Kulturzeitschriften zu verfassen. Aber erst nach dem Ende der Stalin-Zeit begann ihre Karriere als einflußreiche Filmtheoretikerin, Kulturwissenschafterin und Drehbuchautorin.

Internationalen Durchbruch erlangte sie 1965 als sie gemeinsam mit Juri Chanjutin und dem Regisseur Michail Romm das Drehbuch für den Dokumentarfilm "Der gewöhnliche Faschismus schrieb". Seit 1960 war sie Mitglied des Schriftstellerverbands der UdSSR und ab 1966 des Verbands der Filmschaffenden der UdSSR. 1998 war sie Mitglied der Internationalen Jury der BERLINALE.

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz spricht sie über Film und Poesie, den Untergang der UdSSR und die Ästhetik des Kapitalismus.


17:00 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag


17:55 Betrifft: Geschichte
Der Pharao als Propaganda-Genie. Ramses II., genannt: Der Große. Mit Manfred Bietak, Em. o. Univ.-Prof., Institut für Orientalistik und Europäische Archäologie.
Gestaltung: Robert Weichinger

Selbst im mumifizierten Zustand ist dieser ägyptische König von einer eindrucksvollen Aura umgeben. Im Ägyptischen Museum in Kairo gehört sein Leichnam zu den besterhaltenen ehemaliger Pharaonen. Und wer heute das Land am Nil besucht und sich für die archäologischen Sehenswürdigkeiten interessiert, wird allerorts auf Tempel und Statuten aus der Zeit des Pharaos Rames II. stoßen.

Zwar war Ramses II. ein überaus reger Bauherr, aber er verstand sich ebenso auf die damals übliche Praxis, bereits existierende Tempel zu usurpieren und sie zu Heiligtümern seiner Regentschaft zu machen. Ca. 1304 vor Christus geboren (zur Zeit des Neuen Reiches), regierte Rames II. 66 Jahre lang und starb im damals biblischen Alter von etwa 85 Jahren (die Altersschätzung, früher 91 Jahre, hat sich etwas verändert, seit man Sethos I., dem Vater von Ramses, nur neun Regierungsjahre zumisst).

Wie kein anderer ägyptischer König vor und nach ihm verstand es Ramses II., die Propaganda für seine Herrschaft zu nützen, zumal sein Vertrauen in die Fähigkeiten seines Militärs nach der Niederlage in der Schlacht bei Kadesch zwischen Ägyptern und Hethitern gesunken war und er sich genötigt fühlte, eine andere sichere Basis seiner Herrschaft zu finden: Für Rames II., den Großen, war es die Propaganda.


18:00 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen – die Welt der Wissenschaft
Magazin


19:30 Aus dem Konzertsaal
I. Tonkünstler-Orchester, Dirigent: Michael Schönwandt; Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; Sara Fulgoni, Mezzosopran; David Butt Philip, Tenor; Matthew Rose, Bass. Edward Elgar: "The Dream of Gerontius" für Soli, Chor und Orchester op. 38 (aufgenommen am 31. Jänner im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1 Surround Sound).
II. Anton Bruckner: a) Messe e-Moll für achtstimmigen Chor und Bläser; b) zwei Motetten: Os justi; Christus factus est (Domkantorei St.Pölten, cappella nova graz, ein Bläserensemble, Otto Kargl).
Präsentation: Gustav Danzinger

Ein alter Mann stirbt. Seine Gebete, die Fürbitten der Freunde und die Segenssprüche des Priesters sind verklungen. Ein Schutzengel lotst seine Seele vorbei an gierigen Dämonen und, nach der Fürsprache des Todesengels und der Reinigung im Fegefeuer, ihrer endgültigen Erlösung zu: Starker Stoff für ein starkes Stück Musik! Edward Elgars "The Dream of Gerontius" steht in England auf der Hitliste der meistgespielten Oratorien nach Händels "Messiah" und Mendelssohns "Elias".

Es basiert auf einer fast 900 Zeilen umfassenden Dichtung des seligen Kardinals John Henry Newman und wurde 1900 in Birmingham unter der Leitung von Hans Richter uraufgeführt. Der englische Nationalkomponist Elgar betrachtete sein gut anderthalbstündiges, voluminös besetztes Oratorium immerhin als sein Hauptwerk.

Gemeinsam mit den Tonkünstlern musizieren renommierte Vokalsolisten und der Wiener Singverein; am Pult steht Michael Schönwandt, seit Jahren gern gesehener Gastdirigent des Orchesters.
(Tonkünstler-Orchester)


22:00 Nachtjournal


22:08 Saldo – das Wirtschaftsmagazin


22:23 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


23:00 Nachrichten


23:03 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


23:08 Zeit-Ton extended
Music for Merce. A sound has no legs to stand on. Der Choreograph Merce Cunningham und die Musik der letzten Jahrzehnte.
Gestaltung: Christian Scheib gemeinsam mit Christine Gaigg und Bernhard Lang

Es sei "clearly impossible to do" merkt der überaus virtuose Pianist David Tudor 1952 zu einem anstehenden Projekt an, "but we're going right ahead to do it anyway". Ab circa 1952/53 kippt die Kooperation einiger junger, radikaler amerikanischer Künstler der verschiedensten Kunstsparten in eine ganz neue Qualität. Der Tänzer und Choreograph Merce Cunningham, die Musiker und Komponisten John Cage, David Tudor und Christian Wolff, bildende Künstler wie Robert Rauschenberg als Set Designer, legendäre Tänzerinnen wie Carolyn Brown und Viola Farber beginnen eine völlig neue, nicht-narrative, nicht-expressive Bühnenkunst zu entwerfen, oder, um das "nicht-" wegzulassen, sie beginnen eine Kunst der bloßen Präsenz, der, wie es dann heißt, "each-thingness" zu entwerfen. Alles ist exakt und genau das, als welche Bewegung, als welcher Klang es gerade wahrzunehmen ist. Und ist – das ist damit inkludiert – nicht Teil einer durchgehenden Narration, sondern lebt von seinem Eigenwert. Das kann bis heute – und konnte vor allem damals – ganz schön irritieren.

Die Herren Merce Cunningham und John Cage übten sich aber gerne in weniger hochgestochen philosophisch klingenden Worten, um ihr Konzept zu erläutern. Wer steht auf wessen Füßen: So könnte man den gemeinsamen Nenner folgender beider Zitate der Beiden zusammenfassen: "My work with John", sagt Cunningham, "had convinced me that it was possible, even necessary for the dance to stand on its own legs rather than on the music". Und John Cage ergänzt an anderer Stelle lakonisch: "A sound has no legs to stand on".

Mit Musik von David Behrman, David Tudor, Pauline Oliveros, Maryanne Amacher, Christian Wolff, John Cage, Takehisa Kosugi und vielen anderen.
(Erstausstrahlung: 27. März 2015)


00:00 Nachrichten


00:05 Zeit-Ton extended
(Fortsetzung). Music for Merce. A sound has no legs to stand on. Der Choreograph Merce Cunningham und die Musik der letzten Jahrzehnte.
Gestaltung: Christian Scheib gemeinsam mit Christine Gaigg und Bernhard Lang

Es sei "clearly impossible to do" merkt der überaus virtuose Pianist David Tudor 1952 zu einem anstehenden Projekt an, "but we're going right ahead to do it anyway". Ab circa 1952/53 kippt die Kooperation einiger junger, radikaler amerikanischer Künstler der verschiedensten Kunstsparten in eine ganz neue Qualität. Der Tänzer und Choreograph Merce Cunningham, die Musiker und Komponisten John Cage, David Tudor und Christian Wolff, bildende Künstler wie Robert Rauschenberg als Set Designer, legendäre Tänzerinnen wie Carolyn Brown und Viola Farber beginnen eine völlig neue, nicht-narrative, nicht-expressive Bühnenkunst zu entwerfen, oder, um das "nicht-" wegzulassen, sie beginnen eine Kunst der bloßen Präsenz, der, wie es dann heißt, "each-thingness" zu entwerfen. Alles ist exakt und genau das, als welche Bewegung, als welcher Klang es gerade wahrzunehmen ist. Und ist – das ist damit inkludiert – nicht Teil einer durchgehenden Narration, sondern lebt von seinem Eigenwert. Das kann bis heute – und konnte vor allem damals – ganz schön irritieren.

Die Herren Merce Cunningham und John Cage übten sich aber gerne in weniger hochgestochen philosophisch klingenden Worten, um ihr Konzept zu erläutern. Wer steht auf wessen Füßen: So könnte man den gemeinsamen Nenner folgender beider Zitate der Beiden zusammenfassen: "My work with John", sagt Cunningham, "had convinced me that it was possible, even necessary for the dance to stand on its own legs rather than on the music". Und John Cage ergänzt an anderer Stelle lakonisch: "A sound has no legs to stand on".

Mit Musik von David Behrman, David Tudor, Pauline Oliveros, Maryanne Amacher, Christian Wolff, John Cage, Takehisa Kosugi und vielen anderen.
(Erstausstrahlung: 27. März 2015)


02:00 Nachrichten


02:03 Die Ö1 Klassiknacht


03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
09. Woche – 25.02. bis 03.03.2017
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 17. Februar 2017

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