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AUSSTELLUNG/065: Berlin - LIKE YOU! Freundschaft digital & analog, 27.9.2019 - 5.7.2020


Museum für Kommunikation Berlin

Like you!
Ausstellung im Museum für Kommunikation Berlin zu Freundschaft digital & analog

27. September 2019 bis 5. Juli 2020


Was bedeutet uns Freundschaft? Wo und wie finden wir heute Freund*innen? Wie haben Smartphones und soziale Netzwerke unsere Vorstellungen von Freundschaft verändert? Die revolutionäre Entwicklung der Kommunikationsmittel macht es uns leichter in Kontakt zu bleiben, aber die virtuelle Vernetzung führt vielleicht auch zu Beliebigkeit und Austauschbarkeit. Und wie war das früher?

Die interdisziplinäre Ausstellung Like you! Freundschaft digital & analog lädt vom 27. September 2019 bis 5. Juli 2020 zum großen Freundschaftstest ein. In drei Ausstellungsbereichen begegnen die Besucher*innen unterschiedlichen Facetten von Freundschaft: vom ersten Kennenlernen über die Frage, was Freundschaften stärkt oder belastet bis hin zu dem Punkt, wenn Freundschaften auseinandergehen. Kulturhistorische Objekte, Alltagsdinge, künstlerische Statements und Expertenwissen verbinden sich zu einem abwechslungsreichen, spannenden Parcours. Am Entdeckertisch, auf dem Marktplatz der Freundschaft, mit Zettelpost, E-Buddy, Tamagotchi und dem Roboter AIBO erkunden sie Freundschaft in all ihren Spielarten - und können gemeinsam mit ihren Freund*innen in der Fotobox ein Erinnerungsfoto schießen.


(1) Freund*innen finden

Wie beginnt Freundschaft und was bedeutet sie uns? Findet man sie auch in digitalen Netzwerken? Kann daraus mehr werden, vielleicht sogar Liebe? Diese Fragen stehen im Zentrum des ersten Ausstellungsbereichs. Die Geschichte der Freundschaft ist noch nicht geschrieben. Während früher vor allem Philosoph*innen versuchten, den Kern dieser besonderen Beziehung zu durchdenken, widmen sich heute eher Soziolog*innen und Psycholog*innen diesem Phänomen.

Eine große Wand mit prägnanten Zitaten von Platon bis Mark Zuckerberg gibt Aufschluss über Ansprüche, Wünsche und Eigenschaften, die mit wahrer Freundschaft verbunden werden. Am Entdeckertisch können Besucher*innen dann auch ihrer ganz eigenen Geschichte der Freundschaft nachgehen.


(2) Freund*innen haben

Gestaltet sich Freundschaft heute anders als früher? Kann ein Freundeskreis zur Familie werden? Wo verläuft die Grenze zwischen Freundschaft und Networking? Der zweite Ausstellungsteil widmet sich dem breiten Spektrum gelebter Freundschaft bis ins digitale Zeitalter. Hier begegnen die Besucher*innen berühmten Freundschaften: von Goethe und Schiller über Konrad Adenauer und Dannie Heinemann bis zur deutschen Fußballnationalmannschaft von 1954. Sie verdeutlichen, wie aus Konkurrent*innen Freund*innen werden, sie Hilfe in der Not bieten und Teamgeist zum Erfolg führt. Ob nah oder fern, für Freund*innen ist es wichtig, miteinander in Kontakt zu bleiben. Schon im Mittelalter benutzte man Gesten, Gaben und besondere Erinnerungsstücke als Zeichen der Verbundenheit. Noch wichtiger aber war und ist der Austausch. Lange Zeit war der Brief das beliebteste Mittel, später dann das Telefon. Heute kommunizieren wir über Kurznachrichten und soziale Medien. Verändern die neuen Kommunikationsmittel unsere sozialen Beziehungen?

Bereits im 18. Jahrhunderts pflegte der Halberstädter Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim Briefwechsel mit rund 500 Zeitgenoss*innen; ihre Porträts versammelte er in seinem "Freundschaftstempel". Die Künstlerin Tanja Hollander besuchte 200 Jahre später ihre 626 Facebook-Kontakte und stellte sich die Frage, ob es sich dabei wirklich um Freund*innen handelt. An zahlreichen Beispielen zeigt die Ausstellung, wie Freundschaft im digitalen Raum und im analogen Leben gepflegt wird. Weitere Abschnitte widmen sich der Praxis der Gastfreundschaft in den Weltreligionen, der Willkommenskultur gegenüber Geflüchteten und der Freundschaft als Instrument der Politik - vom inszenierten Bruderkuss bis zur Städtepartnerschaft.


(2) Freund*innen verlieren

Der dritte Teil der Ausstellung zeigt, wie Menschen den Verlust von Freundschaft überwinden oder auch ohne Freund*innen leben können. Wenn der Kreis an Freund*innen kleiner wird, kann die soziale Isolation Menschen krank oder depressiv machen. Fotografien der Künstlerin Nicole Ahland zeigen verlassene, erinnerungsträchtige Räume und Wohnungen. Ebenfalls fotografisch erhalten die Besucher*innen Einblicke in die Welt des Erwin Hapke, der zurückgezogen in seinem Elternhaus lebte und dort ein Gesamtkunstwerk aus gefalteten Papierwesen entstehen ließ.

Um der Einsamkeit zu entgehen, knüpfen manche Ersatzfreundschaften mit Tieren oder Gegenständen, zu denen sie emotionale Beziehungen aufbauen. In neuester Zeit kommen auch intelligente Systeme und Roboter zum Einsatz, die mit Menschen zunehmend besser interagieren. Kann es in der Zukunft Freundschaften zwischen Mensch und Maschine geben? Eine künstlerische Videoarbeit von Louisa Clement widmet sich diesem Thema. Alternativen bieten innovative kultur- und generationsübergreifende Wohnprojekte und Netzwerke, die soziale Kontakte befördern.

Like you! Freundschaft digital & analog

27. September 2019 bis 5. Juli 2020

Online-Ausstellung
unter www.mfk-berlin.de/ausstellung-freundschaft

Social Media
#mfkfreundschaft

Verkehrsverbindungen
U2 Mohrenstraße, U6 Stadtmitte, Bus M48, 200, 265

Öffnungszeiten
Dienstag 9 - 20 Uhr
Mittwoch bis Freitag 9 - 17 Uhr
Sa, So, Feiertag 10 - 18 Uhr
24., 25. und 31.12. geschlossen

Eintritt
6 €, ermäßigt 3 €

Ermäßigter Eintritt
Studierende und Auszubildende
Teilnehmer*innen an Führungen
Gruppen ab 15 Personen
Berlinpass-Inhaber*innen

Freier Eintritt
Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre
betreute Schulklassen allgemeinbildender und beruflicher Schulen
freitags von 9 - 12 Uhr für Gruppen ab 15 Personen
Refugees

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Quelle:
Museum für Kommunikation Berlin
Leipziger Straße 16
10117 Berlin
Telefon 030 202 94 0
www.mfk-berlin.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 26. September 2019

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