Schattenblick → INFOPOOL → MEDIZIN → VERANSTALTUNGEN


AKTION/967: Regensburg - Kommunikation im Krankenhaus ... Mehr als nur reden, 10.11.2018


Universitätsklinikum Regensburg - Pressemitteilung vom 7. November 2018

Kommunikation im Krankenhaus: Mehr als nur reden


Der sechste Medizinethik-Tag des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) beschäftigt sich am kommenden Samstag, dem 10. November 2018, ab 9:30 Uhr unter der Leitfrage "Finden wir eine gemeinsame Sprache?" mit der Kommunikation im Krankenhaus. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen, die Veranstaltung ist kostenfrei.

In einem Krankenhaus wie dem Universitätsklinikum Regensburg treffen tagtäglich unterschiedlichste Menschen aufeinander - als Kollegen, als Patienten, als Angehörige. Von der Art und Weise, wie sie miteinander kommunizieren, hängen Behandlungsentscheidungen ab, oder auch, wie gut jeder einzelne mit der eigenen Situation umgehen kann. Ein Patient kann beispielsweise nur dann die für ihn beste Entscheidung für seine Gesundheit treffen, wenn ihm die Kommunikation im Klinikum alle Optionen lässt. Ein Pflegender kann einen Patienten nur dann optimal versorgen, wenn die Abstimmung mit den behandelnden Ärzten reibungslos funktioniert. Doch wie finden die verschiedenen Personengruppen eine gemeinsame Sprache, die offen, einfühlsam und verständlich, aber gleichzeitig fachlich korrekt und umfassend ist? Dieser Frage widmet sich der 6. Regensburger Medizinethik-Tag am 10. November von 9:30 bis 14:45 Uhr im Hörsaal A2 (Eingang West, EG) des Universitätsklinikums Regensburg. Neben Vorträgen von Experten aus Medizin und Ethik können die Zuhörer in Diskussionen verschiedene Blickwinkel auf die Kommunikation im Krankenhaus kennenlernen.

Schwerpunkt liegt auf Arzt-Patienten-Kommunikation

"Wir möchten auf dem sechsten Medizinethik-Tag gemeinsam herausfinden, wie wir im Klinikum eine gemeinsame Sprache finden und wo im Umgang miteinander vielleicht klassische Missverständnisse lauern. Die Referenten werden sprachwissenschaftliche, pflegewissenschaftliche, philosophische und medienethische Zugangswege erfahrungsorientiert und ohne Tabus diskutieren", erläutert Professor Dr. Thomas Bein, Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees des UKR, das Programm.

Der Fokus liegt dabei auf der Kommunikation zwischen Arzt und Patient. So können zwischen umfassender Patientenaufklärung und autonomer Patientenentscheidung Verständigungsprobleme auftauchen, deren Ursachen auf der Veranstaltung von einem Sprachwissenschaftler ausführlich analysiert werden. Außerdem berichtet ein Arzt von seinen überraschenden Erfahrungen, als er als Patient auf einmal auf der anderen Seite des Dialogs stand. "Die Autonomie des Patienten ist eine der wichtigsten Errungenschaften der letzten Jahrzehnte. Dafür muss der Patient als medizinischer Laie überhaupt erst in die Lage versetzt werden, verschiedene Therapieoptionen abwägen zu können", unterstreicht Albrecht Fleischmann, stellvertretender Vorsitzender des klinischen Ethikkomitees des UKR, die Bedeutung dieses Themas.

Erfahrungsunterschiede in der Kommunikation positiv nutzen

Von hoher Wichtigkeit für ein effektives und zufriedenstellendes Arbeiten im Klinikalltag ist auch die Art und Weise, wie die verschiedenen Berufsgruppen miteinander umgehen. Der Medizinethik-Tag ergründet, welche Rolle es dafür spielt, dass ein Klinikum an vielen Stellen eine hierarchisch geprägte Institution ist, und wie sich Wissens- und Erfahrungsunterschiede zwischen den Akteuren positiv nutzen lassen.

Schließlich diskutieren die Referenten, wie Medizin und das Geschehen in der Klinik nach außen dargestellt wird, zum Beispiel in den Medien. Dazu gehört auch die Überlegung, wie Patienten, aber auch Mitarbeiter eines Krankenhauses von solcher Berichterstattung bewusst oder unbewusst beeinflusst werden.

"Wir werden erarbeiten, warum es nicht nur wichtig ist, was gesagt wird, sondern auch wie etwas gesagt wird. Die Themen des sechsten Medizinethik-Tags betreffen praktisch jeden, der früher oder später ein Krankenhaus betritt oder die Dienste von Gesundheitseinrichtungen in Anspruch nimmt. Deshalb möchten wir jeden Interessierten herzlich zu dieser Veranstaltung einladen", freut sich Professor Dr. Bein auf den 10. November.

*

Quelle:
Universitätsklinikum Regensburg
Pressemitteilung vom 7. November 2018
Franz-Josef-Strauß-Allee 11, 93053 Regensburg
E-Mail: presse@ukr.de
Telefon: 0941 944-4200
Internet: http://www.ukr.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 9. November 2018

Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang