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POLITIK/8370: Nachrichten - BR Text 12.09.2017


BR Text vom 12.09.2017 - Nachrichten tagesschau - Übernahme ARD-Text


+++ Zschäpe: Anklage will lebenslang +++ Air Berlin: Viele Flugausfälle +++ Ex-CDU-General Geißler ist tot +++ Trauer über Tod von Geißler +++ Viele Studenten in MINT-Fächern +++ Frankreich: Proteste gegen Macron +++ Türkei kauft Waffen in Russland +++ Syrien: Tote bei Luftangriffen +++ Neue Sanktionen gegen Nordkorea +++ Parlament billigt Brexit-Gesetz +++ Verheerende Schäden nach "Irma" +++ Abschiebung nach Afghanistan? +++

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Zschäpe: Anklage will lebenslang

Die Bundesanwaltschaft hat im NSU-Pro-
zess vor dem Oberlandesgericht München
eine lebenslange Haftstrafe für die
Hauptangeklagte Zschäpe gefordert.

Wegen Mitgliedschaft in einer terroris-
tischen Vereinigung, zehnfachen Mordes
und mehr als 30-fachen versuchten Mor-
des sowie weiterer Straftaten solle bei
ihr außerdem eine besondere Schwere der
Schuld festgestellt und Sicherungsver-
wahrung angeordnet werden.

Für den mutmaßlichen Terrorhelfer Wohl-
leben forderte die Anklage zwölf Jahre
Haft wegen neunfacher Beihilfe zum Mord

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Air Berlin: Viele Flugausfälle

Die insolvente Fluggesellschaft Air
Berlin hat heute rund 100 der 750 ge-
planten Flüge gestrichen.

Grund sei eine "ungewöhnlich hohe Zahl
von Krankmeldungen" von Cockpit-Besat-
zungen, teilte Air Berlin mit. 200 der
1500 Piloten habe sich krankgemeldet.
Konzernchef Winkelmann kritisierte dies
als "Spiel mit dem Feuer".

Die Airline bat alle Passagiere, auf
der Air-Berlin-Website zu prüfen, ob
ihr Flug stattfindet. Auch bei der
Fluggesellschaft Eurowings fallen Ver-
bindungen aus.

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Ex-CDU-General Geißler ist tot

Der ehemalige CDU-Generalsekretär Hei-
ner Geißler ist tot. Er starb im Alter
von 87 Jahren, wie sein Sohn bestätigte

Geißler war von 1967 bis 1977 Sozialmi-
nister in Rheinland-Pfalz, anschließend
wurde er CDU-Generalsekretär. Kohl be-
rief den promovierten Juristen 1982 zum
Familienminister.

Der Sozialexperte arbeitete auch an ei-
nem moderneren Image der CDU und för-
derte den Umbau zu einer Programmpar-
tei. Zuletzt trat Geißler 2010 als Sch-
lichter im "Stuttgart 21"-Streit öf-
fentlich in Erscheinung.

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Trauer über Tod von Geißler

CDU-Chefin Merkel hat den verstorbenen
Heiner Geißler als einen der markantes-
ten Köpfe ihrer Partei bezeichnet.

Dieser sei "intellektuell herausragend,
rhetorisch brillant, streitbar und
selbstbewusst" gewesen, so Merkel.

Auch die SPD würdigte Geißler. "Er war
für seine Partei und für viele Bürger
eine prägende politische Gestalt der
ersten Jahrzehnte der Bundesrepublik",
so Außenminister Gabriel. Die Grünen-
Politiker Göring-Eckardt und Özdemir
nannten Geißler einen "echten Frei-
geist" und "klugen Demokraten".

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Viele Studenten in MINT-Fächern

In Deutschland entscheiden sich beson-
ders viele Menschen für ein Studium in
den MINT-Fächern (Mathematik, Informa-
tik, Naturwissenschaft und Technik).

Laut einer OECD-Studie liegt der Anteil
der Absolventen in diesen Fächern bei
37% und damit so hoch wie in keinem an-
deren Industriestaat. Der Frauenanteil
liege allerdings nur bei 28%.

Erheblichen Nachholbedarf in Deutsch-
land sieht die OECD bei der individuel-
len Förderung von Grundschülern, der
Weiterbildung von Erwachsenen und bei
der sozialen Mobilität.

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Frankreich: Proteste gegen Macron

Mit Demonstrationen und Streiks haben
französische Gewerkschaften gegen die
von Präsident Macron geforderte Ar-
beitsmarktreform protestiert.

Streiks bei der Staatsbahn SNCF führten
unter anderem im Großraum Paris zu Be-
hinderungen im Zugverkehr. Am Rande ei-
ner Kundgebung in Paris kam es zu Zu-
sammenstößen zwischen Vermummten, die
Steine warfen, und der Polizei. Es kam
zu Festnahmen.

Mit der Arbeitsmarktreform sollen unter
anderem Entschädigungen für ungerecht-
fertigte Kündigungen gedeckelt werden.

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Türkei kauft Waffen in Russland

Die Türkei kauft das modernste russi-
sche Raketenabwehrsystem S-400. Dies
bestätigte der türkische Präsident Er-
dogan der Zeitung "Hürriyet".

Türkischen Medienberichten zufolge hat
das Rüstungsgeschäft einen Umfang von
rund 2,1 Milliarden Euro.

In anderen NATO-Staaten wird das Ge-
schäft Irritationen auslösen. Dabei
spielt u.a. die fehlende Kompatibilität
mit anderen Waffensystemen eine Rolle.
Vor allem wächst in der NATO damit die
Sorge, dass sich die Türkei langfristig
vom Militärbündnis abwenden könnte.

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Syrien: Tote bei Luftangriffen

Bei Luftangriffen in der syrischen Pro-
vinz Deir Essor sind Berichten zufolge
erneut Zivilisten getötet worden.

Die US-geführte Anti-IS-Koalition und
die russische Luftwaffe hätten die An-
griffe geflogen und dabei mindestens 28
Zivilisten getötet, teilte die opposi-
tionsnahe Syrische Beobachtungsstelle
für Menschenrechte mit. Demnach sind
auch zehn Kinder unter den Opfern.

Das Gebiet im Osten Syriens ist die
letzte zusammenhängende Fläche, die
weitgehend von der Terrororganisation
"Islamischer Staat" kontrolliert wird.

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Neue Sanktionen gegen Nordkorea

Der UN-Sicherheitsrat in New York hat
einstimmig weitere Sanktionen gegen
Nordkorea verhängt.

Ab dem 1. Oktober werden demnach Öllie-
ferungen an das kommunistische Land auf
zwei Millionen Barrel pro Jahr be-
schränkt. Rohöllieferungen werden auf
der derzeitigen Menge gedeckelt, Erd-
gas-Lieferungen komplett verboten.

Ursprünglich hatte die US-Regierung
weitergehende Maßnahmen wie beispiels-
weise ein vollständiges Ölembargo vor-
gesehen. Dies scheiterte aber am Wider-
stand Russlands und Chinas.

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Parlament billigt Brexit-Gesetz

Das britische Parlament hat für einen
ersten Gesetzentwurf zum Austritt des
Landes aus der EU gestimmt.

Für den Vorschlag der Regierung von
Premierministerin May votierten 326 Ab-
geordnete, 290 stimmten dagegen. Das
Gesetz soll unter anderem regeln, dass
EU-Recht in Großbritannien nach dem
Brexit nicht mehr gilt. Gleichzeitig
sollen mehr als 12.000 EU-Vorschriften
in nationales Recht übertragen werden.

Bevor das Gesetz endgültig verabschie-
det werden kann, sind weitere Abstim-
mungen nötig.

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Verheerende Schäden nach "Irma"

Der Hurrikan "Irma" hat sich auf seinem
Weg durch die Südstaaten der USA weiter
abgeschwächt, aber verheerende Schäden
verursacht.

In den Bundesstaaten Georgia und South
Carolina kamen mindestens drei Menschen
durch Auswirkungen des Sturms ums Le-
ben.

Zuvor hatte "Irma" in Florida erhebli-
che Schäden angerichtet und mindestens
vier Todesopfer gefordert. Die Behörden
haben den Hurrikan inzwischen zum Tro-
pensturm herabgestuft.

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Abschiebung nach Afghanistan?

In Düsseldorf soll offenbar heute nach
längerer Pause wieder ein Abschiebeflug
nach Afghanistan starten.

Mindestens zwölf Menschen, darunter
vier aus Nordrhein-Westfalen und sechs
aus Bayern, sollen nach Angaben von
Flüchtlingsorganisationen am Abend in
die afghanische Hauptstadt Kabul zu-
rückgebracht werden. Vor dem Abflug
sind Proteste geplant.

Sowohl die Bundes- als auch die nord-
rhein-westfälische Landesregierung äu-
ßerten sich nicht zu dem Flug.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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