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WIRTSCHAFT/9003: Nachrichten - BR Text 11.06.2019


BR Text vom 11.06.2019 - Nachrichten Wirtschaft


+++ DGB: Viele unbezahlte Überstunden +++ Anstieg der Kurzarbeit erwartet +++ Amazon weltweit wertvollste Marke +++ Airport-Chef verteidigt Kurzstrecken +++ Schörghuber-Gruppe legt deutlich zu +++ 3 Wirtschaft Kurzmeldungen +++

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DGB: Viele unbezahlte Überstunden

Die 5,6 Millionen Beschäftigten in Bay-
ern haben dem Deutschen Gewerkschafts-
bund/DGB zufolge 139 Millionen unbe-
zahlte Überstunden in 2018 geleistet.

"Dadurch sind ihnen brutto etwa vier
Milliarden Euro Lohn entgangen. Rund
1,5 Milliarden Euro Sozialversiche-
rungsbeiträge wurden nicht gezahlt",
teilte der Gewerkschaftsbund mit.

Laut dem Nürnberger Institut für Ar-
beitsmarkt- und Berufsforschung/IAB hat
ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer
2018 durchschnittlich 1.647 Stunden ge-
arbeitet. Im Schnitt habe er 26,5 unbe-
zahlte Überstunden geleistet.

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Anstieg der Kurzarbeit erwartet

Die Bundesagentur für Arbeit bereitet
sich angesichts der abkühlenden Kon-
junktur auf einen Anstieg der Kurzar-
beit in verschiedenen Branchen vor.

"Wir untersuchen in hausinternen Szena-
rien, ob wir in der Lage wären, bei Be-
darf kurzfristig sehr viel Kurzarbei-
tergeld auszuzahlen", so Arbeitsagen-
turchef Scheele zur "Augsburger Allge-
meinen". Dies betreffe in erster Linie
das verarbeitende Gewerbe. Bei diesen
Firmen steige der Beratungsbedarf.

Zugleich hält Scheele den Arbeitsmarkt
für robust. Das Entlassungsrisiko sei
noch nie so gering wie heute gewesen.

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Amazon weltweit wertvollste Marke

Der US-Onlinehändler Amazon ist zur
weltweit wertvollsten Marke aufgestie-
gen.

Der Konzern entthronte den US-Internet-
giganten Google und steigerte seinen
Markenwert um 52 % auf 315 Milliarden
Dollar (278 Mrd. Euro), wie der vom
Analyseinstitut Kantar vorgestellte
BrandZ Report der 100 wertvollsten Mar-
ken ergab. Im vergangenen Jahr belegte
Amazon noch Platz drei. Dieser ging
diesmal an Google (309 Mrd. Dollar).

Der US-Konzern Apple verteidigte seinen
zweiten Rang mit einem Markenwert von
309,5 Milliarden Dollar.

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Airport-Chef verteidigt Kurzstrecken

Der Chef des Nürnberger Flughafens, Hu-
pe, hat Kurzstreckenflüge gegen Ver-
botsforderungen der Grünen verteidigt.

Zubringerflüge von Nürnberg zu Dreh-
kreuzen wie München oder Frankfurt wür-
den vor allem von Geschäftsreisenden
genutzt. Es sei davon auszugehen, dass
beim Wegfall dieser Verbindung von 80
zumeist alleinreisenden Geschäftsleuten
75 auf das Auto ausweichen würden. Der
Spritverbrauch wäre dann ähnlich hoch.
Problematisch sei auch, dass der Flug-
hafen München keinen ICE-Anschluss hat.

Grünen-Chef Hallitzky hatte die Flug-
strecke München-Nürnberg absurd genannt

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Schörghuber-Gruppe legt deutlich zu

Steigende Mieten und Immobilienpreise
haben dem Immobilien- und Brauereikon-
zern Schörghuber 2018 einen Gewinn-
sprung beschert.

Das Konzernergebnis verdoppelte sich im
Vergleich zum Vorjahr auf 305 Millionen
Euro, wie das Familienunternehmen in
München mitteilte. Die Immobilien der
Gruppe seien jetzt 2,9 Mrd. Euro wert.

Erfolgreich war auch die Paulaner-Brau-
ereigruppe, an der Schörghuber 70 %
hält: Der Absatz legte um 6,6 % zu, der
Umsatz kletterte auf gut 690 Mio. Euro.
Das Ergebnis verdoppelte sich auf 51
Mio. Euro vor Zinsen und Steuern.

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3 WIRTSCHAFT KURZMELDUNGEN

Nürnberg: Die Zahl der Langzeitarbeits-
losen, die über einen Ein-Euro-Job eine
Beschäftigung aufnehmen, ist stark rück-
läufig. Sie sei von 836.333 2006 auf
183.703 im Jahr 2018 gesunken, so die
"Rheinische Post". Auch die Zahl der
Langzeitarbeitslosen sei von 1,9 Mio.
auf 748.000 zurückgegangen. Der Ein-Eu-
ro-Job galt als Brücke in den regulären
Arbeitsmarkt, nun setzt die Bundesagen-
tur für Arbeit eher auf die Förderung
sozialversicherungspflichtiger Stellen.

Frankfurt: Das Durchschnittsgehalt ei-
nes DAX-Vorstands ist 2018 gegenüber
2017 um 3,5 % auf 3,5 Mio. Euro gesun-
ken. Grund sei v.a. die schlechte Ent-
wicklung des DAX, ergab eine Studie der
Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Nürnberg: Mehr als ein Viertel (26 %)
aller Betriebe bietet zumindest einem
Teil der Beschäftigten die Möglichkeit,
mobil zu arbeiten - also von zu Hause
aus oder von unterwegs. Zwölf Prozent
der Beschäftigten nutzen dies auch, wie
aus einer Studie des Instituts für Ar-
beitsmarkt- und Berufsforschung/IAB
hervorgeht. Privatunternehmen mit min-
destens 50 Beschäftigten seien hierfür
offener als kleine Betriebe.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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