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WIRTSCHAFT/9326: Nachrichten - BR Text 22.05.2020


BR Text vom 22.05.2020 - Nachrichten Wirtschaft


+++ Steuereinnahmen brechen ein +++ Lufthansa-Rettung: UFO kritisch +++ Tickets: Justiz erwartet Klagewelle +++ Wirtschaftsweise gegen Autoprämie +++ 100-Milliarden-Plan für Mobilität +++ Vier Wirtschaft Kurzmeldungen +++

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Steuereinnahmen brechen ein

In der Corona-Krise sind die Steuer-
einnahmen von Bund und Ländern im April
massiv eingebrochen.

Wie aus dem Bericht des Finanzministe-
riums hervorgeht, betrug der Rückgang
im Vergleich zum Vorjahresmonat gut ein
Viertel. Die stärksten Einbußen gab es
demnach bei der Einkommens-, der Kör-
perschafts- und der Luftverkehrssteuer.
Letztere ging sogar um 95 Prozent zu-
rück, weil der Flugverkehr wegen der
Pandemie nahezu zum Erliegen kam.

Deutschland droht dieses Jahr die
schwerste Rezession der Nachkriegszeit.

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Lufthansa-Rettung: UFO kritisch

Angesichts des staatlichen Rettungs-
pakets für die Lufthansa fürchtet die
Flugbegleitergewerkschaft UFO um die
Interessen der Beschäftigten.

Es zeichne sich ab, dass der Bund dem
Unternehmen keine Vorgaben für Mitar-
beiter- und Kündigungsschutz mache,
sagte UFO-Geschäftsführer Baublies der
Funke Mediengruppe. Hier habe sich die
Konzernlobby durchgesetzt.

Allein bei der Lufthansa-Tochter Ger-
manwings stehen Baublies zufolge viele
Jobs auf dem Spiel.Die Mitarbeiter wür-
den als Faustpfand genutzt, um weitere
Einschnitte beim Personal zu erzwingen.

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Tickets: Justiz erwartet Klagewelle

Die Justiz in Frankfurt am Main geht
von einer nicht zu bewältigenden Klage-
welle aus, sofern Fluggesellschaften
die Ticketpreise für coronabedingt
stornierte Flüge nicht bald erstatten.

Man erwarte, dass sich die Airlines
rechtstreu verhielten und gesetzliche
Verpflichtungen erfüllten, so der Vize-
Präsident des Amtsgerichts Frankfurt,
Richter. Die Main-Metropole ist Ge-
richtsstand vieler Flugunternehmen.

Die Fluggesellschaften versuchen der-
zeit oft, Barerstattungen mit Gutschei-
nen zu umgehen. Gegen eine generelle
Gutscheinlösung gibt es ein EU-Veto.

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Wirtschaftsweise gegen Autoprämie

Die fünf Wirtschaftsweisen warnen die
Regierung vor Kaufprämien für Autos und
ähnliche branchenspezifische Hilfen in
der Corona-Krise.

Die Regierung dürfe dem Druck einzelner
Branchen nicht nachgeben. Solche Pro-
jekte würden die tendenziell bestehen-
den Strukturen verfestigen, ohne eine
durchschlagende konjunkturelle Wirkung
zu erzielen, sagten die Experten der
"Süddeutschen Zeitung".

Die Wirtschaftsweisen rechnen mit einem
"historisch großen Einbruch" der deut-
schen Wirtschaftsleistung im ersten
Halbjahr 2020 durch die Pandemie.

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100-Milliarden-Plan für Mobilität

Die EU-Kommission setzt beim geplanten
Wiederaufbauprogramm für die Zeit nach
Corona offenbar auf einen klimafreund-
lichen Umbau der Autoindustrie.

Zeitungsberichten zufolge sollen weit
über hundert Milliarden Euro für die
Förderung umweltschonender Verkehrsmit-
tel ausgegeben werden. Rund 40 bis 60
Milliarden Euro könnten demnach für die
Entwicklung von emissionsfreien Autoan-
trieben bereitgestellt werden.

Milliardenbeträge sind zudem für den
Ausbau von Ladesäulen für E-Autos sowie
für ein Bahn-Investitionspaket geplant.

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VIER WIRTSCHAFT KURZMELDUNGEN

Berlin: In Deutschland sind 2019 deut-
lich mehr neue Autobahnen und Bundes-
straßen gebaut oder erweitert worden
als Bahnstrecken. Das geht aus Antwor-
ten der Bundesregierung auf eine Anfra-
ge der Grünen-Fraktion hervor. Der Grü-
nen-Politiker Gastel sagte,das Missver-
hältnis von Ankündigungen und Taten in
der Verkehrspolitik werde immer größer.

München: Die Corona-Pandemie hat den
bayerischen Flugverkehr im ersten Quar-
tal einbrechen lassen. Das statistische
Bundesamt meldet 19 % weniger Flugver-
bindungen und ein Viertel weniger Flug-
gäste in München, Nürnberg und Memmin-
gen im Vergleich zum Vorjahresquartal.
Allein im März brach die Zahl der Flug-
gäste gegenüber März 2019 um 64 % ein.

Berlin: Ein Drittel der Einzelhändler
abseits des Lebensmittelhandels sind
massiv in ihrer Existenz bedroht. Die
Branche leide an schwachen Umsätzen und
unter geringen Kundenfrequenzen, be-
klagte der Branchenverband HDE. Die
Händler bräuchten rasch weitere Finanz-
hilfen des Staates. Ansonsten würden
viele Arbeitsplätze verloren gehen und
die Innenstädte vielerorts veröden.

Nürnberg: Arbeitslose können den Antrag
auf Arbeitslosengeld II ab sofort über
das Online-Portal der Bundesagentur für
Arbeit stellen. Bevor der Antrag auf
die neuen Leistungen zur Grundsicherung
für Arbeitssuchende online gestellt
werden kann, müssen sich die Antragstel-
ler anmelden: www.jobcenter.digital.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
Floriansmühlstr. 60, 80939 München
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Internet: www.bayerntext.de
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