Schattenblick → INFOPOOL → NACHRICHTEN → VOM TAGE


AUSLAND/7414: Aus aller Welt - 20.04.2017 (SB)


VOM TAGE


Massenkundgebungen an Venezuelas Unabhängigkeitstag

In Venezuela sind zum nationalen Unabhängigkeitstag am Mittwoch Hunderttausende Menschen in Caracas zusammengekommen. Die Angaben zu deren Zahl divergieren stark. Das regierungsnahe Nachrichtenportal Resumen Latinoamericano meldete über drei Millionen Teilnehmer von regierungsloyalen Märschen.

Die antisozialistische Opposition hatte erneut zum Protest gegen die Regierung von Präsident Maduro aufgerufen. Zehntausende Demonstranten blockierten zahlreiche Hauptverkehrsstraßen der Hauptstadt und lieferten sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit den Ordnungskräften. Dabei wurden zehn Polizisten und neun Polizistinnen verletzt. Dutzende Zivilisten im ganzen Land kamen gleichfalls zu Schaden. Im Zusammenhang mit Plünderungen wurden mehr als 30 Personen verhaftet. Insgesamt wurden Hunderte in Gewahrsam genommen.

Am Rande von Protestkundgebungen in der Hauptstadt sowie in San Cristóbal an der Grenze zu Kolumbien sind drei Menschen erschossen worden. In der Nähe einer Oppositionsdemonstration in der Innenstadt von Caracas wurde der 17jährige Carlos José Moreno mit einem Kopfschuß getötet. Die Tageszeitung Últimas Noticias berichtete unter Berufung auf Familienangehörige, die Täter hätten das Motorrad des Teenagers stehlen wollen. Sein Bruder berichtete, Carlos José sei auf dem Weg zum Fußballspielen gewesen. Zeugen des Vorfalls erklärten der Nachrichtenagentur Agence France Press, die Schüsse seien aus einer Gruppe von Motorradfahrern abgegeben worden, die auch Tränengas auf die oppositionellen Demonstranten geworfen hätten.

In San Cristóbal wurde die 23jährige Studentin Paola Ramírez ebenfalls in den Kopf geschossen. Sie starb an der Verletzung. Der mutmaßliche Täter soll aus seiner Wohnung heraus auf eine Gruppe Menschen geschossen haben, die er für Regierungsanhänger hielt. Der der Opposition angehörige Verdächtige wurde verhaftet. Ramírez' Freund berichtete Reuters, sie beide seien von bewaffneten Männern auf Motorrädern verfolgt worden, als sie auf ihrem eigenen Motorrad einen Protestzug der Regierungsgegner verlassen hätten. Kurz darauf sei seine Freundin auf einem Platz erschossen worden, wo sie nach ihrer Schwester Ausschau gehalten habe. In San Antonio de Los Altos im Bundesstaat Miranda wurde Sergeant Niumar Sanclemente von der Nationalgarde erschossen, als diese eine von Oppositionellen errichtete Straßensperre beseitigen wollte. Ein zweiter Gardist wurde verletzt.

20. April 2017


Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang