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JUSTIZ/7759: Kriminalität und Rechtsprechung - 15.04.2018 (SB)


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OPCW verschweigt BZ-Befund im Fall Skripal

In den Bericht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) zum Giftattentat auf den russischen Ex-Agenten Skripal und seine Tochter ist offenbar ein Untersuchungsergebnis nicht eingegangen. Darauf verwies der russische Außenminister Lawrow am Samstag in Moskau. Er berief sich auf vertrauliche Informationen, welche von Experten des Schweizer Labors Spiez (Schweizerisches Institut für ABC-Schutz) der OPCW übermittelt wurden. Demnach wurden in Blutproben von Skripal Spuren des chemischen Kampfstoffes BZ und dessen Präkursoren entdeckt. Das hallozinogene Nervengift ist in den USA, Großbritannien und anderen NATO-Staaten erprobt worden. In der Sowjetunion und in Rußland wurde es nicht verwendet. Der in der UdSSR entwickelte tödliche Kampfstoff A-234 (Nowitschok) fand sich trotz seiner extremen Flüchtigkeit noch einige Zeit nach dem Anschlag im primären Zustand und hoher Konzentration im Blut Skripals - der wie seine Tochter das Attentat überlebte. Die britische Regierung und ihre Verbündeten machen Moskau für das Attentat vom 4. März verantwortlich, weil Nowitschok in der Sowjetunion entwickelt worden ist. In einer konzertierten Aktion haben die westlichen Staaten deswegen Dutzenden russischen Diplomaten die Akkreditierung entzogen. Die russische Regierung kann den OPCW-Bericht nicht anerkennen, solange russische Experten die untersuchten Proben nicht selbst analysieren konnten.

15. April 2018


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