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SONSTIGES/7551: Tragisches und Kurioses - 12.10.2017 (SB)


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Tierschützer erneut freigesprochen

Drei Tierschützer, die vor etwa vier Jahren in einen Schweinestall in Sandbeiendorf in der Börde eingedrungen waren, um dort Mißstände zu filmen, wurden auch in zweiter Instanz freigesprochen. Die zuständige Staatsanwaltschaft kann das Urteil allerdings erneut anfechten.

Nach einem Bericht von MDR Sachsen-Anhalt bestätigte das Landgericht Magdeburg am Mittwoch einen Freispruch des Amtsgerichts Haldensleben. Der Vorsitzende Richter sagte, die drei Beschuldigten hätten mit dem Hausfriedensbruch genau das getan, was nötig war, um den notleidenden Tieren zu helfen. Die beiden Männer und die Frau hätten mit der Dokumentierung der Mißstände das mildeste Mittel gewählt, das ihnen zur Verfügung stand. Wenn staatliche Organe ihre Arbeit nicht ordnungsgemäß machten, sei das Eingreifen der Bürger nötig.

Die angeklagten Angehörigen der Gruppierung Animal Rights Watch waren sehr erleichtert, da sie mit solch einer eindeutigen Haltung des Gerichts nicht rechnen konnten.

Das Trio war 2013 nachts in die Schweinemastanlage eines niederländischen Unternehmens eingedrungen, in der rund 63.000 Tiere in zumeist drangvoller Enge gehalten werden. Die Betreiber nahmen wider besseres Wissen auch in Kauf, daß sich die Tiere unter solchen Bedingungen gegenseitig verletzen.

12. Oktober 2017


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