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GENTECHNIK/439: Agro-Gentechnik - Wahlfreiheit für Verbraucher gefährdet (Naturland)


Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V. - 7. Oktober 2009

Agro-Gentechnik: Wahlfreiheit für Verbraucher gefährdet

Naturland warnt anlässlich der Anuga in Köln


Gräfelfing - Kaum haben die Bürgerinnen und Bürger gewählt, ist die Wahlfreiheit für gentechnikfreie Lebensmittel in Gefahr. Naturland verfolgt die in dieser Woche begonnenen Koalitionsgespräche mit Sorge, da Agro-Gentechnik bei CDU und FDP viele Befürworter findet. "Zahlreiche Umfragen belegen, dass die Verbraucher gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnen", betont Hans Hohenester, Naturland Bauer und Präsident des Öko-Verbandes anlässlich der am Samstag beginnenden Anuga 2009. "Wir müssen die neue Regierung auf der weltweit größten Ernährungsmesse mehr denn je an ihre immense Verantwortung für Mensch und Natur erinnern." Über 160.000 Arbeitsplätze im Öko-Sektor und ein Umsatz von mehr als 5,8 Milliarden Euro zeigen, dass ökologisch und ohne Gentechnik erzeugte Lebensmittel ein wichtiger, nachhaltiger Wirtschaftsfaktor sind. Sollte sich die Agro-Gentechnik in Deutschland ausbreiten, bedroht sie nicht nur diese Zukunftsbranche, sondern auch viele konventionelle Lebensmittelhersteller, die gentechnikfreie Produkte für ihre Kunden anbieten wollen. Eine Koexistenz zwischen Gen-Anbau und gentechnikfreiem Anbau ist im kleinteilig strukturierten Bundesgebiet nach Expertenmeinung nicht möglich.

Das Thema Agro-Gentechnik hat auf der Anuga einen hohen Stellenwert. Denn die Diskussion um die Risikotechnologie bekommt derzeit wieder neuen Zündstoff: Auf Grund der europaweit geltenden Nulltoleranz werden immer häufiger GVO-verunreinigte Futtermittellieferungen aus Nordamerika abgewiesen. Dadurch steht die konventionelle Futtermittelindustrie auf einmal vor Nachschubsorgen, die dazu führen, dass sich auf EU-Ebene bereits konkrete Forderungen nach einer Aufweichung der Regelung mehren. "Tierische Produkte wie Milch, Joghurt, Fleisch und Wurst könnten auf diese Weise als Genfood in die Einkaufsstätten gelangen", erklärt Michael Stienen, Geschäftsführer der Naturland Zeichen GmbH. "Umso wichtiger ist es, den Öko-Sektor zu stärken und bei Handel und Verbrauchern effiziente Aufklärungsarbeit zu leisten."

Naturland & Partner auf der Anuga Organic in Halle 5

Dass Öko-Lebensmittel eine sichere und zugleich geschmackvolle Wahl sind, zeigen die Naturland Partner auf der Anuga Organic vom 10. bis 14.10. in Halle 5.1, Stand C084. Mit Bier von Neumarkter Lammsbräu, Schokolade und Kaffee aus dem Fairhandelshaus GEPA, Fischspezialitäten von Dirk Abrahams, Öl aus der Ölmühle Solling, Tofu von Katotofu, Fleisch und Wurst von Biofino, Feinkost von LaSelva, TK-Waren von Ökofrost und Tee aus der BioTeemanufaktur erwartet die Fachbesucher eine große Bandbreite an verkaufsstarken, verbandszertifizierten Produkten. Hersteller finden im Rohstoff-Großhändler Naturkost Übelhör und im Verarbeitungsbetrieb Herbacut ihre idealen Ansprechpartner. Außerdem stellt die Marktgesellschaft der Naturland Betriebe die Internetplattform "Bio mit Gesicht" vor, auf der - je nach Saison - bereits rund 250 Öko-Produkte vertreten sind. Über die so genannte bio-mit-gesicht-Nummer können sie auf www.bio-mit-gesicht.de vom Handel bis zum Erzeuger bzw. Verarbeiter zurückverfolgt werden.


Naturland fördert den Ökologischen Landbau weltweit und ist mit über 50.000 Bauern und über 400 Herstellern als Naturland Partner einer der größten ökologischen Anbauverbände. Als zukunftsorientierter Verband gehören für Naturland Öko-Kompetenz und soziale Verantwortung zusammen.


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Quelle:
Pressemitteilung vom 7. Oktober 2009
Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V.
Kleinhaderner Weg 1, 82166 Gräfelfing
Telefon: 089-898082-31, Fax: 089-898082-90 ò
E.Mail: naturland@naturland.de
Internet: www.naturland.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 8. Oktober 2009