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SCHACH-SPHINX/02403: Notwendig gut und schön (SB)


Man glaubt gar nicht, wie nahezu unwissend im 19. Jahrhundert der Großteil der Bevölkerung dem Phänomen des Fernschachs gegenüberstand. Das Postsystem steckte freilich noch in den Anfängen. So war es schwer, sich auszumalen, daß man Tinte und Papier auch zu einem anderen Zweck verwenden konnte als zum bloßen Briefeschreiben. Eine Mitteilung in der Siegener Zeitung vom 24. Mai 1879 ist denn auch in einem etwas wunderlichen Stile verfaßt worden: "Es wird in weiteren Kreisen neu sein zu hören, daß auch auf große Entfernung Schach gespielt werden kann, daß also die Spieler sich an verschiedenen Orten befinden. So ist kürzlich eine Korrespondenzpartie zwischen dem Schachverein zu Halberstadt und Siegen eingeleitet, deren Züge die Post wird übermitteln müssen. Die Partie wird lange dauern, ein Jahr kann darüber vergehen; sie hat aber wie alle Correspondenzpartien den Vorzug, das jeder einzelne Zug von mehreren Spielern reiflich und allseitig in seinen Folgen erwogen wird. Eine solche Partie muß notwendig gut und schön werden." Womit der unbekannte Schachfreund zumindest das Wesentliche des Fernschachs erkannt hatte. Auch im heutigen Rätsel der Sphinx war die Gewinnführung des Weißen 'notwendig gut und schön', zumal er mit seinem nächsten Zug eine kreuzverderbliche Zugzwangsituation aufs Brett zauberte, Wanderer.



SCHACH-SPHINX/02403: Notwendig gut und schön (SB)

Kuuskmaa - Schrancz
Fernpartie 1981

Auflösung des letzten Sphinx-Rätsels:
Auf Sachlichkeit wird Wert gelegt, mit Halbwahrheiten fängt man Narren: 1.Lc2xg6! Dc8-d7 - denn nach 1...h7xg6? 2.Dh6xg6+ Kg8-f8 3.Dg6xf6+ Kf8-g8 4.Te1-e3 wird es sofort zappenduster - 2.Lg6-e4 Ta8- f8 3.h2-h3 Sc6-d8 - ameisenhafte Verteidigungsbemühungen - 4.Te1-e3 - Gradlinigkeit im Detail - 4...Sd8-e6 5.Le4-f5 Dd7-d1+ 6.Kg1-h2 Se6-g5 7.Te3-g3 Dd1-d6 - Schwarz wählt den kurzen Weg aus der Agonie - 8.Dh6xh7#


Erstveröffentlichung am 01. Februar 1999

24. November 2009