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SCHACH-SPHINX/07314: Opfer der Umwegigkeit (SB)


Allen Weihen zum Trotz fallen auch Meister der Schachkunst zuweilen in eine Unart zurück, die eigentlich hinter ihnen liegen müßte. Die Rede ist hier von der Umwegigkeit. Eigentlich sollten Meister pragmatischen Sinn beweisen und eine Stellung direkt, zielstrebig und mit kristallklarer Logik zu Ende bringen. Alles andere wären kräftezehrende Untugenden, die auf dem Brett nichts zu suchen haben. Manchmal kommt es jedoch vor, daß selbst hochkarätige Großmeister den kürzesten Weg versäumen, der rasch und bequem zum Sieg geführt hätte. Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig und allesamt menschlich nachvollziehbar. Ist der Sieg nah, verspricht eben auch der krumme Weg Erfolg. In seiner Partie gegen Furman mußte Simagin nach 1.Dd4-h8+ Kh7xh8 2.e7-e8D+ Db3-g8 3.De8xg8+ Kh8xg8 4.Td6xg6+ Kg8-h7 5.Tg6xc6 Tf3- e3 6.Tc6-c4 noch etliche Schweißtropfen vergeuden, ehe er die Partie gewann. Wie hätte er sich die Mühen ersparen können im heutigen Rätsel der Sphinx, Wanderer? Bedenke jedoch, daß Furman 1...Tf3xg3+ drohte.



SCHACH-SPHINX/07314: Opfer der Umwegigkeit (SB)

Simagin - Furman
UdSSR 1961

Auflösung des letzten Sphinx-Rätsels:
Die Wirkung kommt kristallen zum Vorschein, wenn man den richtigen Stein bewegt. Szabó sah in die Stellung und - ja! -, weniger war mehr. Er zog also 1.Sf4-e6+!! f7xe6 2.Tc1-c7+ Kg7-f8 3.Tc7-c8+ Kf8-g7 4.Tc8xh8. Dozsa resignierte jedenfalls, denn auf 4...Kg7xh8 läuft der d-Bauer unaufhaltsam zur Dame und nach 4...e6xd5 entscheidet 5.Th8-e8!



17. März 2021


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