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BERUF/037: Studieren und die Welt retten (ROBIN WOOD magazin)


ROBIN WOOD magazin - Nr. 108/1.2011

Studieren und die Welt retten

Von Anne Bünning


Etwas studieren, das einem Spaß macht, davon träumen viele Jugendliche - wer möchte nicht sein Hobby zum Beruf machen? Passionierte Umweltschützer haben es da vergleichsweise leicht. Der Arbeitsmarkt für grüne Berufe boomt, Tendenz steigend.

Um die stete Nachfrage nach Umweltschutz-Experten zu befriedigen, haben auch immer mehr Universitäten nachhaltige Studiengänge zu bieten. Über dreihundert Angebote gibt es mittlerweile. Wer sich dafür interessiert, sollte allerdings eines bedenken: Ein Studium des Umweltschutzes ist auch immer gleich ein Studium der Naturwissenschaften. Wenn man also in der Schule bereits beim bloßen Anblick von Biound Physikbüchern die Krätze bekommen hat, sollte man nicht allzu sehr mit diesen Studiengängen liebäugeln und Hobby- Naturschützer bleiben.

Für alle anderen wird im Folgenden eine kurze Auswahl grüner Studiengänge vorgestellt:

- Biologische Diversität und Ökologie
(Bachelor): grundsätzlich biologisch ausgerichtet, enthält aber auch Vorlesungen in Chemie, Physik und Mathematik; qualifiziert beispielsweise zur Arbeit in Verwaltungseinrichtungen oder Fachverlagen, nach Abschluss des Masters auch in Umweltschutzorganisationen und Museen

- Umwelttechnik/regenerative Energien
(Bachelor): ingenieurwissenschaftliches, stark praxisorientiertes Studium der Erneuerbaren Energien; Absolventen können zum Beispiel als Ingenieur im öffentlichen Dienst oder in der Wirtschaft arbeiten

- Technischer Umweltschutz (Bachelor):
Studiengang, der sich mit Methodik und Technik zur Verhinderung von Umweltzerstörungen beschäftigt, natur- und ingenieurwissenschaftlich ausgerichtet; ermöglicht spätere Arbeit in den Bereichen Abfallwirtschaft, Umweltchemie oder Wasserreinhaltung, um nur einige Beispiele zu nennen.

Außerdem gibt es noch eine interessante Auswahl weiterführender und spezialisierender Master-Studiengänge. Dazu gehört z.B. Internationaler Naturschutz (englischer Studiengang) in Göttingen oder ein Studium des Umweltrechts in Kassel. Die HNE in Eberswalde bietet zudem so spezielle Masterstudiengänge wie Nachhaltiges Tourismusmanagement oder Global Change Management (englischer Studiengang), was in den Ohren so manchen Umweltschützers wie Musik klingen dürfte.

So haben nun also auch viele Universitäten und Hochschulen den Sprung zur Nachhaltigkeit geschafft und die Studienauswahl für viele engagierte, junge Menschen um einen wichtigen Punkt bereichert.

Anne Bünning ist Praktikantin beim ROBIN WOOD Magazin, Schwedt


Bildunterschrift der im Schattenblick nicht veröffentlichten Abbildung der Originalpublikation:
Immer mehr junge Menschen entscheiden sich heutzutage für den Umweltschutz - privat und in der Ausbildung


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Zwei Studentinnen berichten von ihren
Erfahrungen mit dem Studiengang
Biologische Diversität und Ökologie:

Julia Meyer (hat den Bachelor begonnen): Bis jetzt gefällt mir der Studiengang ganz gut. Es ist zwar auch viel Arbeit, aber es macht Spaß! Und mir gefällt besonders gut, dass ich mehr biologische Fachrichtungen wählen kann als "normale" Biologen und nicht verpflichtet bin, Mathe oder Physik zu machen. Ich würde den Studiengang Abiturienten empfehlen, die später im Umweltschutz arbeiten möchten, da man genau diese Dinge lernt, die später dafür wichtig sind.

Kristina Schröter (schließt das Masterstudium ab): Mein Studiengang gefällt mir sehr gut. Man vertieft viele ökologische Themen, die im Bachelor Biologie nur angeschnitten wurden. Die einzelnen Module können ganz nach individuellen Interessen gewählt werden. Ich würde den Studiengang auf jeden Fall weiter empfehlen, vor allem bei botanischem Schwerpunkt. Weiterführendes persönliches Interesse in manchen Gebieten ist aber sicherlich hilfreich. Ich denke, man ist gut auf ein Berufsleben im aktiven Umweltschutz vorbereitet. Wenn sich aber jemand wirklich sicher ist, dass er in Richtung Umweltschutz arbeiten will, sollte er auch darüber nachdenken, den Studiengang Geoökologie zu belegen.

Quellen und weiterführende Links:
- Biologische Diversität und Ökologie sowie Internationaler Naturschutz in Göttingen: www.uni-goettingen.de
- Umwelttechnik/regenerative Energien in Berlin: www.htw-berlin.de
- Technischer Umweltschutz in Berlin: www.tu-berlin.de
- Umweltrecht in Kassel: http://cms.uni-kassel.de/unicms/ - Nachhaltiges Tourismusmanagement sowie Global Change Management in Eberswalde: www.hnee.de


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Quelle:
ROBIN WOOD-Magazin Nr. 108/1.2011, S. 47
Zeitschrift für Umweltschutz und Ökologie
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veröffentlicht im Schattenblick zum 18. Mai 2011